Aufführungen / Oper
Opernhaus Zürich
Zürich, Sechseläutenplatz 1
- Premiere: La clemenza di Tito
- Premiere: Gianni Schicchi (Eine Ballnacht)
- Premiere: La Damnation de Faust
- Premiere: Romeo und Julia
- Arabella
- The Butterfly Effect
- Führung Bühnentechnik
- Clara

- Liederabend für «Zukunft Oper»
- Scylla et Glaucus

- 9. Kammerkonzert: Bartholdy / Brahms
- open space stimme
- open space tanz
- Führung Kostümabteilung
- imprO-Opera «Die Welt der Mozart-Opern» (8+)
- A Night at the Opera
- Mit Squillo ins Zauberland Oper
- 3. Konzert La Scintilla
- Un ballo in maschera
- Kinderopernorchester
- Liederabend Piotr Beczała
- Ballett-Führung mit Mini-Workshop
- Führung Maskenbildnerei
- Das Opernhaus der Stadt Zürich
Aufführungen / Oper
Wiener Staatsoper
Wien, Opernring 2
- Premiere: Les Pêcheurs de perles
- Simon Boccanegra
- Der fliegende Holländer
- Giselle
- Solokonzert Michael Spyres
- Salome

- L'Elisir d'Amore
- Kammermusik der Wiener Philharmoniker
- Der Rosenkavalier
- Ensemblematinee im Mahler-Saal
- Das Rheingold
- Manon
- Eugen Onegin

- Die Walküre
- Siegfried
- Matinee der Ballettakademie
- Carmen

- Online-Shop der Wiener Staatsoper
- eines der international bedeutendsten Opernhäuser
Aufführungen / Oper
Staatsoper Hannover
Hannover, Opernplatz 1
- Premiere: Die tote Stadt
- Premiere: Der Troubadour
- Kirsas Musik
- Führung durch das Opernhaus
- Digitaler Tanzworkshop: Go on moving
- Penthesilea
- Das offene Foyer
- Homo Oeconomicus
- Verwandlungen
- Offenes Training Ballett
- Opera Insiders
- Tanzworkshop: Lebt bewegt
- Die Hochzeit des Figaro
- Tanzworkshop: Moin
- Turandot
- Das Kinderfest in der Staatsoper
- Anything Goes
- Der Barbier von Sevilla
- Hör'n Sie mal
- An den Rändern wird es hell
- Poetry Slam: Macht Worte!
- Poetry Slam: Macht Worte! - Gold
- Schwanensee. Rotbarts Geschichte
- Das Niedersächsische Staatstheater Hannover ist ein Mehrspartentheater in Hannover
Aufführungen / Aufführung
HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
- Jewish Chamber Orchestra Munich
- Stadtluft Nº10
- Eisenstein, Pet Shop Boys & Dresdner Sinfoniker
- Feature Ring mit Lie Ning
- Yotam Peled: Where the Boys are
- Make it Pop!

- go plastic company & Kolleg*innen: Tanz in den Mai
- Groupe Acrobatique de Tanger: KA-IN
- Salia Sanou / CCN de Nantes: À nos Combats
- Sebastian Weber Dance Company: The Long Run
- Israel Galván: La Edad de Oro
- ICTUS, Collegium Vocale Gent & Suzanne Vega: Philip Glass: Einstein on the Beach
- Watch Out! für Jung und Alt
- Hennermanns Horde: elephant walk
- Miller de Nobili: Main Character: Lost
- Lotte Mueller: BEYOND THE END OF YOUR NOSE
- Henry Schneidewind - Graffiti-Workshop
- HELLERmoves mit Miller de Nobili
- LIGNA: A Room without Walls
- farbLAB: Begegnungen
- RambaZamba Theater:
The Rocky Horror Drag Show

- tanzmainz & Moritz Ostruschnjak:
Trailer Park

- Tjimur Dance Company: X aiwan Utopia
- Ioannis Mandafounis & Thomas Bradley: Here is There
- Oper von Elena Langer: The Lion's Face
- Podcast from HELL
- HELLERAU - 360°-Ansicht
- Ein Ort für zeitgenössischen Tanz, Neue Musik, Theater, Performance, Bildende Kunst und Neue Medien.
Aufführungen / Theater
Theater Münster
Münster, Neubrückenstraße 63
- Premiere: Amor / Absicht
- Premiere: Heartship
- Premiere: Süßer Vogel Jugend
- Maria Stuart

- A Midsummer Night's Dream (Ein Sommernachtstraum)
- Der Graf von Monte Christo
- Die Wurzel aus Sein

- Sie sagen Täubchen, ich sag Taube

- Die Schwäne

- Die italienische Operngala
- Alle müegt Georg (Alle lieben George)
- Toxische Männer

- Festivaleröffnung: NEUE WÄNDE 2026 …goes Europe!
- Operettencafé
- Schauspielclub
- Tanz Unlimited
- TanzNAH
- 3-D-Rundgang
- U:DREI – Podcast für Theater, Kultur und Leben
- größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters mit fünf Sparten: Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater
Aufführungen / Theater
Volkstheater München
München, Tumblingerstraße 29
- Premiere: Der blinde Passagier
- Echtzeitalter
- Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
- Radikal jung Festival
- Fischer Fritz

- Tide
- Offene Wunde

- Appropriate (Was sich gehört)

- ELEKTRA - 750 PS Vergangenheitsüberwältigung

- Glaube Liebe Roboter

- U20 Poetry Slam
- The Lobster

- Pioniere in Ingolstadt

- Trauer ist das Ding mit Federn

- Frankenstein oder: Schmutzige Schöpfung

- Das Haus versteht sich als Volks-Theater.
Aufführungen / Theater
Vorarlberger Landestheater
Bregenz, Seestr. 2
- Morgen: Das Gesetz der Schwerkraft
- Premiere: Shosha - Die Geschichte eines jüdischen Hundes mit Tamara Stern
- Premiere: Colours
- WiLd!
- Die Wald
- Bitch Boxer
- Die Frau vom Meer
- Toxic. Britney über Spears
- Tschick
- velvet nights and broken dreams
- Wax Traders
- Ein Sommernachtstraum
- Die Bühnentode meiner Mutter
- Das Vorarlberger Landestheater Bregenz bietet hochwertige Produktionen von sowohl klassischen als auch zeitgenössischen Stücken.
Aufführungen / Theater
Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Ludwigshafen, Berliner Str. 30
- Tableau
- Pasta Diva
- Troja
- Werther (Love & Death)
- Maldonne
- Hair
- Café Concert: Magical Mystery Tour
- Petite Messe Solennelle
- Coppélia
- Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin
- Stolz und Vorurteil* (*oder so)
- Don Giovanni
- Lacrima
- Requiem(s)
- [Superstrat[
- Alles Liebe, Linda
- Exposure
- Blind
- Tanz, Schauspiel, Figurentheater, Lesung u. a.
Aufführungen / Theater
Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Hamburg, Kirchenallee 39
- Uraufführung: Hundeherz
- Premiere: Fabian oder Der Gang vor die Hunde
- Das Bildnis des Dorian Gray
- alphabet
- Auf der Straße heißen wir anders
- Alles auf Anfang!
- Hamlet
- Bernarda Albas Haus

- Tag der Bären
- A Perfect Sky
- Eine Frau flieht vor einer Nachricht

- Vampire’s Mountain
- Die Maschine oder: Über allen Gipfeln ist Ruh

- Das große Heft
- Atlas
- Die Möwe
- Foxi, Jussuf, Edeltraud
- Die Abweichlerin
- Ein Sommer in Niendorf
- ANTHROPOLIS-Marathon
- ANTHROPOLIS I: Prolog / Dionysos

- ANTHROPOLIS II: Laios

- ANTHROPOLIS III: Ödipus

- ANTHROPOLIS IV: Iokaste

- Bodies under Water
- ANTHROPOLIS V: Antigone
- Blick hinter die Kulissen
- Herr Puntila und sein Knecht Matti

- Virtueller Rundgang
- Der Zuschauerraum des Schauspielhaus zählt zu den schönsten Theaterräume Deutschlands.
Aufführungen / Theater
Theater im Palais Berlin
- Thomas Mann: Mario und der Zauberer
- Adam Schaf hat Angst
- Rosa Luxemburg : „Das Geheimnis des Lebens ist das Leben selbst“
- Franz Kafka - Die Verwandlung
- Das Theater Unter den Linden
- Das THEATER IM PALAIS BERLIN ist ein musikalisches Salontheater, das sich im historischen Palais am Festungsgraben mitten in Berlin vor allem den Themen und Geschichten rund um die Hauptstadt widmet.
Aufführungen / Theater
Culinartheater im Tiergartenrestaurant
- Artenschutz für die Zukunft
- Culinarcabaret Show-Biss: "Rock and Dine" - The Guitarman Thorsten Loher
- Dolce Vita
- Captain Cook – Der Herr der sieben Herde
- Culinarcabaret Show-Biss: "Ein Hoch auf uns…"
- LEIDENSCHAFTLICH inszenieren wir seit 1996 THEATER ZUM REINSCHMECKEN in unsere VENEZIANISCH NÜRNBERGER KÜCHE – sofisticato, al dente, Bio.
Ereignisse / Festspiele
Wiener Festwochen
16.5. bis 22.6.2025
- Eröffnung: Das Glaubenstribunal
- Kino der Republik
- Das beste Stück aller Zeiten
- Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2
- Mythen des Alltags
- The Day Before
- Wallden
- State of Faith
- Tanzende Idioten
- Mythical Ark: This is not Montana
- Le Voyage de la Vénus Noire
- Transmythical
- Voyage into Infinity
- Eröffnung Wiener Festwochen
- Pfingstspiel
- Music Music
- Mythical Ark: I Dream I'm The Death Of Orpheus
- السّيرة الهلاليّة - Das Banū Hilāl Epos
- Quadra 16
- Holy Spring: Falling Skies
- Dark Noon
- Repertório N.1
- Vampire's Mountain
- Mythical Ark: Dialectics Of Departure: Anchoring Babel
- Mōdraniht. Songs of Winter War
- 9/11 Frames per Second
- Kassandra - or Songs of the Canaries
- БУРЯТА The Tempest
- Credere alle Maschere
- Juggle & Hide
- Clap & Slap
- SEPPUKU EL FUNERAL DE MISHIMA o el placer de morir
- La Parabole du Seum
- DORA ILI KO ĆE DA PROŠIVA PRSLUKE?
- Parsifal
- Doppelgänger / Doppelganger
- 埋火 / Sleeping Fires
- Götterdämmerung
- Mythical Ark: Gretchenfrage
Ereignisse / Festival
Oltner Kabarett-Tage
29.4. bis 9.5.2026
- Special-Guest-Abend mit Murzarella und Jess Jochimsen
- touche ma bouche: Glück 2.0
- Fee Badenius: Ich bring mich ganz gross raus
- Julia Steiner: Warum du morgen noch leben könntest
- René Sydow: Sie dürfen sich wieder setzen
- Lisa Catena: Turmrede
- Anet Corti: Corti next Level – ein Quantensprung
- Jane Mumford: Leben!
- Luca Maurizio: HOMO HUMUS
- Quichotte: Alles echt
- schön&gut: Unter freiem Himmel
- Kabarett-Brunch mit Simon & Jan
- Kabarett meets Cartoon mit Petarde, dem Schweizer Satirekollektiv
- Finalabend Casting
- «Wissenschaftlich angehaucht» mit Matthias Brodowy und Morell Westermann
- Hart auf Hart: Sie sagen Stopp
- Satire-Gipfel mit Philipp Loser, Malarina, Jane Mumford, Reiner Kröhnert
- Malarina: Trophäenraub
- Ohne Rolf: Unter Druck
- Wunschfeder
- Christoph Simon: Auf Kurs
- Kabarett-Cocktail: 3 Kurzprogramme mit Renato Kaiser, Melanie Haupt und Teresa Reichl
- Marco Tschirpke: Dichten, bis ich Dresche kriege
- Christoph Sieber: Weitermachen!
- Judith Bach als CLAIRE: Streuselkuchen – ein Stück für alle
- Reiner Kröhnert: «ER» – Jetzt wird’s Merzwürdig!
Ereignisse / Festival
Theater im Park Wien
20.5. bis 17.9.2026
- Alex Kristan - 50 Shades of Schmäh
- Michael Niavarani - HOMO IDIOTICUS 2.0
- Omar Sarsam
- Peter Filzmaier & Armin Wolf
- Mogli - Das Dschungelbuch
- Bodo Wartke
- Venus & Jupiter
- Stermann / Grissemann
- Gernot Kulis
- Michael Mittermeier
- Harry G
- Hazel Brugger
- Barbara Blaha
- Malarina
- Berni Wagner
- Ringlstetter & Zinner
- Martin Spengler & die foischn Wiener*innen
- Norbert Schneider
- Single Bells
- Lydia Prenner-Kasper
- Dr. Bohl
- Musicalstars im Park
- Martina Schwarzmann
- Stefanie Reinsperger
- Philipp Hochmair
- Thomas Mraz
- Benedikt Mitmannsgruber
- Kernölamazonen
- Sommernachtstraum
- Andreas Vitásek
- Maschek
- Martin Frank
- Manuel Rubey & Simon Schwarz
- Toxische Pommes
- Paul Pizzera, Gabi Hiller & Philipp Hansa
Aufführungen
| Performance
Aufführungen
| Schauspiel
Die Welt im Rücken
Theatertreffen
Schauspiel Stuttgart Die packende Chronik einer bipolaren Erkrankung übersetzen Lucia Bihler und ihr Team in Die Welt im Rücken in ein Gesamtkunstwerk, das kraftvolle, abstrakte Bilder für seelische Zustände findet und dabei den Textkörper als Körpertext begreift. Ein schreibendes Ich führt ein Leben in Extremen – mal energetisch überbordend bis zum Exzess, mal gefangen in quälender Leere. Die Ursache dafür ist eine bipolare Erkrankung, in der sich manische mit depressiven Phasen abwechseln und die das Ich aus den geregelten Abläufen der Gesellschaft hinauskatapultiert. Schreibend versucht das ruhelose Ich einzuordnen, was zwischen Sex mit Madonna und dem Wunsch nach Auslöschung mit ihm geschieht. Thomas Melle gewährt mit Die Welt im Rücken in virtuosen, sinnlichen Sprachbildern einen plastischen Einblick in eine Erkrankung, von der er selbst betroffen ist. Lucia Bihler legt ihre Romanadaption als visuell und emotional mitreißendes Gesamtkunstwerk an, in dem Musik, Licht, Bühne und Choreografie ineinandergreifen und Emotionen und Handlungen abstrahiert in expressive Körperlichkeit übersetzt werden. Mit ihrem sensationellen Spiel zwischen physischer Verausgabung und emotionaler Durchlässigkeit steht Paulina Alpen im Zentrum des Geschehens, ihr zur Seite eine Gruppe von Doppelgängern als Körperchor. Gemeinsam finden sie starke Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen. Jurybegründung: „Die ganze Bühne mutiert hier zu einem psycho-physischen Raum: Von Paula Wellmanns mit-atmenden und zuweilen schamrosa beleuchteten Vorhängen bis zu den drängenden Sounds von Sixtus Preiss wirkt alles daran mit, Thomas Melles schmerz- und humorvollen Text über seine bipolare Störung sicht- und erfahrbar zu machen. Im Zentrum dieses Gesamtkunstwerks: die großartige Paulina Alpen. Im roten Körper-Panzer von Victoria Behr – und manchmal auch ihm entgegen – spielt sie das Schwerwerden in der Depression ebenso wie den Donnerhagel der Neuronen in der Manie. Und nichts davon zu groß. Selbst das Durchdrehen ist bei ihr eine feinstoffliche Angelegenheit. Sechs Alpen-Lookalikes sind die von Melle erwähnten ,Zwitter-Agenten‘: Ausstülpungen wie Echos des eigenen Ich, die aber auch die Reaktionen der Mehrheitsgesellschaft auf inadäquates Verhalten spiegeln. Der Abend hat die poppige Ästhetik, die man von Lucia Bihler kennt, ist aber niemals effekthascherisch, sondern tief menschlich und schickt auch das Publikum auf eine Achterbahn der Emotionen.“ (Sabine Leucht für die Theatertreffen-Jury) Lucia Bihler – Regie Paula Wellmann – Bühne Victoria Behr – Kostüme Sixtus Preiss – Musik Björn Leese – Choreografie Mats Süthoff – Outside Eye Felix Dreyer – Licht Gwendolyne Melchinger – Dramaturgie Premiere: 27.9.2025 1 h 45 min, ohne Pause In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Empfohlen ab 14 Jahren schauspiel-stuttgart.de Publikumsgespräch am Donnerstag, 14.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung
Aufführungen
| Schauspiel
Three Times Left is Right
Theatertreffen
Eine Produktion von Studio Julian Hetzel Konzept und Regie: Julian Hetzel Radikal gegensätzliche politische Haltungen im Mikrokosmos einer Paarbeziehung nimmt Julian Hetzel in Three Times Left is Right mit einem klugen Konzept, beißendem Humor und sorgfältig ausgewählten ideologischen Reizwörtern in den Blick. Er ist ein Hochschullehrer mit linker Geschichte, sie eine Publizistin der Neuen Rechten. Auf den ersten Blick scheint sie wenig zu verbinden. Doch die beiden sind ein Liebespaar, trotz ihrer höchst unterschiedlichen Weltanschauungen. Wie sieht unter diesen Umständen ein Zusammenleben aus? Welche Gespräche und Diskussionen entstehen zwischen Tisch und Tennisplatz, wie erzieht man die gemeinsamen Kinder? Und wann wird das Private politisch? Mit schwarzem Humor und einem kalkulierten Spiel mit Triggerwarnungen bringt Julian Hetzel in seiner „Dokufiktion“ ein Familienporträt auf die Bühne, das die Zerrissenheit der Gesellschaft verdeutlicht. Josse De Pauw und Kristien De Proost verkörpern dabei ein Paar, das von realen Vorbildern inspiriert ist. Three Times Left is Right hebelt scheinbar klare Grenzen aus und zeigt, wie leicht die moralische Kompassnadel ins Trudeln geraten kann. Jurybegründung: „Inspiriert von der Beziehung eines linken Kulturwissenschaftlers und einer neurechten Autorin aus Wien entwickelt Julian Hetzel ein ungewöhnliches, verblüffendes Kammerspiel. Wie zusammenleben, wenn sich die eigenen Weltanschauungen diametral gegenüberstehen? Kristien de Proost und Josse De Pauw spielen ein Paar, bei dem sich politische Konflikte in den Küchentisch gefressen haben. Mit mikroskopischer Genauigkeit zoomt Hetzel in das Innere ihrer Beziehung, bei der Gespräche auf dem Spielplatz die Gewissheiten einer festen Institution erschüttern. In einem minimalistischen Setting liefern sich die beiden ein hitziges Battle um die bessere Ideologie – exemplarisch für die gesellschaftliche Spaltung. Wieso werden linke Denkmuster so schnell von rechts gekapert? Mit abgründigem Humor baut Hetzel eigenwillige Bilder für das aufgeheizte Diskursklima und die Radikalisierung, bis sich sogar die Untertitel verselbstständigen. Mit schwitzigen Händen schaut man der Performance zu und geht absolut durchgeschüttelt aus diesem konzeptionell-klugen und anregenden Abend. Ein Meisterwerk der Provokation.“ (Vincent Koch für die Theatertreffen-Jury) In Koproduktion mit Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und Schauspiel Leipzig, unterstützt von De Balie (Amsterdam), SPRING Performing Arts Festival (Utrecht) und CAMPO Gent (Belgien) Josse De Pauw, Kristien De Proost – Performance Julian Hetzel – Regie Miguel Melgares – Dramaturgie Sodja Lotker, Kristien De Proost – Künstlerische Mitarbeit Bahadir Hamdemir – Video & Lichtdesign Frank Wienk – Musik & Komposition Aengus Havinga – Technische Koordination Jakob Proyer – Koordination Produktion Yola Parie – Management Produktion Tom Doeven – Sound, Programmierung Ruben Lijbers, Koen van der Heijden, Harm Bredero – Tourtechnik Timm Burkhardt – Creative Technology Esmée Begemann – Regieassistenz Django Walon – Szenografieassistenz Farah Nehme – Kostümassistenz Edd Vossen – Bühnenbau Merijn Versnel – Mechatronik Carly Heathcote – Silikonkunst Daniel Pauselius – LED-Technik Sophia op ten Berg – Praktikum Koen Van Der Heijden, Harm Bredero, Aengus Havinga, Yola Parie, Jakob Proyer – Poster Boys Uraufführung: 17.5.2025 (Wiener Festwochen | Freie Republik Wien) 1 h 35 min In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Empfohlen ab 16 Jahren julian-hetzel.com | festwochen.at | schauspiel-leipzig.de Publikumsgespräch am Freitag, 15.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung
Aufführungen
| Schauspiel
Der Hauptmann von Köpenick
Theatertreffen
Staatstheater Cottbus Das existenzielle Spiel mit Sein und Schein steht im Zentrum dieser höchst gegenwärtigen Interpretation des Hauptmann von Köpenick, die Sebastian Hartmann und sein spielfreudiges Ensemble expressiv und selbstbewusst überzeichnet auf die Guckkastenbühne bringen. Der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassene Wilhelm Voigt darf nicht arbeiten, weil er keine Papiere hat. Und um diese Papiere zu bekommen, braucht er eine Arbeitsstelle. Als alle Bemühungen scheitern, die Bürokratie zu überlisten, bleibt ihm nur noch der Versuch, das System mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen. Er verkleidet sich, tritt nochmal auf – und plötzlich spielt er mit. Aber in welchem Spiel? Oder ist das das Leben? Sebastian Hartmann ist dafür bekannt, gemeinsam mit seinem Ensemble nach grundlegend neuen Zugängen zu Stoffen zu suchen und Anknüpfungspunkte im Hier und Jetzt zu ermöglichen. Sein Hauptmann von Köpenick spielt daher nicht nur mit der eigentlichen Stückvorlage, sondern auch mit den Erwartungen des Publikums. Denn dieses hochenergetische, bildstarke und ideenreiche Kasperletheater zerrt Abhängigkeitsverhältnisse und die Brutalität der menschlichen Existenz ins grelle Rampenlicht. Jurybegründung: „Was macht man mit einem 95 Jahre alten ,deutschen Märchen‘, in dem ein gewitzter Schuster mithilfe einer ertrödelten Uniform ins Köpenicker Rathaus einmarschiert? Und das spätestens seit der Verfilmung mit Heinz Rühmann 1956 an die gehobene Fernsehkomödie verloren scheint, wobei gern mal vergessen wird, dass der Gegenstand, aus dem es sich speist – nämlich das Soldatische im Menschen – gar nicht nur lustig ist? Sebastian Hartmann und sein großartiges Ensemble haben eine grandiose Idee: Sie verhehlen weder das Abgründige noch das Komödiantische des Stoffes – ohne allerdings die Komödie im engeren Sinne zu reproduzieren. Hartmann hat die Fassade des Cottbusser Theaters auf dem Szenario nachgebaut. ,Der deutschen Kunst‘ steht dort geschrieben, und was sich nun ereignet, ist ein Marionettentheater (nicht nur) deutscher Mentalitätsgeschichte, in dem ein begnadet (selbst-)ironiebegabtes Schauspielteam das Stück von Carl Zuckmayer auf seine Gegenwartstauglichkeit abklopft. An der Oberfläche sieht das aus, als hätte die Crew eine Backstage-Klamotte lässig mit Diskursstoff veredelt. Tatsächlich aber führt es tief hinein in Wesen und Gegenwart des Soldatischen – auch im Theater.“ (Christine Wahl für die Theatertreffen-Jury) Sebastian Hartmann – Regie und Bühne Adriana Braga Peretzki – Kostüme Lothar Baumgarte – Lichtdesign Leonie Hahn – Dramaturgie Premiere: 20.9.2025 1 h 50 min, ohne Pause In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln staatstheater-cottbus.de Publikumsgespräch am Sonntag, 17.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung
Aufführungen
| Schauspiel
A Year without Summer
Theatertreffen
Eine Produktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Berlin), Florentina Holzinger/Spirit und neon lobster Mit Poesie, Humor und Exzess erzählen Florentina Holzinger und ihr Ensemble in A Year without Summer vom Streben nach Unsterblichkeit und der Utopie in der Apokalypse. Nicht weichende Dunkelheit, grundlegende Erschütterungen, eine Welt wie in Nebel gehüllt – ist das 2025 oder 1816, das „Jahr ohne Sommer“, das auf den Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora folgte? Damals kamen mehrere Schriftsteller*innen, darunter die junge Mary Shelley, während der kalten und stürmischen Sommermonate am Genfer See zusammen und erzählten einander Gruselgeschichten. Mary erfand den Wissenschaftler Dr. Frankenstein, der sich der Erschaffung künstlichen Lebens widmet. Hier setzen Florentina Holzinger und das Ensemble an mit ihrer Erzählung über Gesundheit, Identität und Zerfall. In überwältigenden Bildern treffen große Gegensätze aufeinander: Jung und Alt, Schmerz und Zärtlichkeit, Mensch und Maschine, das ewige Leben und der sichere Tod. Bekannt für ihre spektakulären Performances mit Elementen aus Tanz, Akrobatik, Horror und Musik, erprobt Holzinger in A Year without Summer erstmals die Form des Musicals und entfaltet Szenen voll derbem Humor, fragiler Körperlichkeit und zeitloser Schönheit. Jurybegründung: „Was tut man in einem ,Jahr ohne Sommer‘, in dem Vulkanausbrüche und Temperaturstürze die Welt verdüstern? Die damals 18-jährige Autorin Mary Shelley erdachte in einem solchen Sommer anno 1816 das Monster Frankenstein. Und Florentina Holzinger führt alle Ereignisse zusammen und unternimmt mit ihren Performer*innen, zu denen diesmal auch eine Crew von teilweise über 80-jährigen Akteur*innen gehört, einen ebenso wilden wie ungemein luziden Ritt durch die Optimierungsgeschichte des Homo sapiens. In spektakulären und höchst komplexen Bildern führt sie den Status quo des Planeten mit der Verfallsbiografie des menschlichen Körpers zusammen und fragt – während die Roboterhunde bereits zum Angriff rüsten – nach Fluch und Verheißung des ewigen Lebens. Der Düsternis zum Trotz geschieht all das in Form eines gedanklich wie visuell überbordenden Musicals, an dessen Ende die buchstäblichste Kunst-Fäkal-Orgie der Theatergeschichte steht. Wie hier in der denkbar schonungsfreiesten Wahrheit eine absolut kitschfreie Utopie aufscheint, das hat man im Theater so noch nie gesehen.“ (Christine Wahl für die Theatertreffen-Jury) Florentina Holzinger – Regie, Choreografie, Performance Born In Flamez, Gibrana Cervantes, Stefan Schneider – Musikalische Leitung Born In Flamez, Gibrana Cervantes, Josephinex Ashley Hansis, Noah Reis Ramma, Stefan Schneider – Komposition Sofia Borges, Born In Flamez, Gibrana Cervantes, Bláthin Eckhardt, Paige A. Flash, MING, otay:onii, Stefan Schneider – Live-Musik Philipp Hülsenbeck – Weitere Musikproduktion, Mixing, Arrangements Stefan Schneider, Olivia Oyama – Sounddesign Fernando Belfiore, Sara Ostertag, Felix Ritter, Michele Rizzo – Dramaturgie Leonie Hahn – Dramaturgie Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Uraufführung: 21.5.2025 (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz) 2 h, ohne Pause In deutscher und englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Empfohlen ab 18 Jahren In Koproduktion mit Tanzquartier Wien, Kampnagel Internationales Sommerfestival, Dansenhus Stockholm, DE SINGEL, Maska Ljubljana, asphalt Festival, Rising Melbourne, Factory International Manchester, Divine Comedy International Theater Festival / Łaźnia Nowa Theater (Krakau) und Marvaða Iceland Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Kulturabteilung der Stadt Wien volksbuehne.berlin Diese Produktion kann aus terminlichen Gründen im Festivalzeitraum des Theatertreffens (1. – 17.5.) nicht programmiert werden. Sie wird jedoch als „TT-Nachspiel“ im Oktober 2026 in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gezeigt werden. Ein Ticketkontingent wird zum Vorverkaufsstart des Theatertreffens am 18. April verfügbar sein. Weitere Tickets sind ab dem regulären Vorverkauf der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz für Oktober erhältlich.
Aufführungen
| Schauspiel
Il Gattopardo
Theatertreffen
Schauspielhaus Zürich Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber Bühnenfassung von Pınar Karabulut und Hannah Schünemann In opulenten, bis ins Detail ausgestatteten Palasträumen erzählen Pınar Karabulut und ihr Team stimmungsvoll und eindrücklich die Geschichte von Il Gattopardo als Untergang einer Familie und eines Lebensstils im Zuge von politischen Umbrüchen. Der sizilianische Fürst Don Fabrizio di Salina ist ein Patriarch alter Schule – einflussreich, gebildet, standhaft. Doch die politischen Umbrüche des 19. Jahrhunderts wirbeln seine angesehene Adelsfamilie durcheinander: Sein Neffe Tancredi schließt sich dem Freiheitskämpfer Garibaldi an und in Gestalt der jungen Angelica hält das Bürgertum Einzug in seine Familie. Wie beeinflusst die neue Weltordnung individuelle Sehnsüchte? Kann sich eine Welt, deren Macht Einzelnen zuteilwird, wirklich verändern? In Giuseppe Tomasi di Lampedusas atmosphärisch dichtem Roman Il Gattopardo verschmelzen Ambiente und Erzählung, Ortsbeschreibung und Familienpsychologie. Pınar Karabulut schafft zusammen mit dem Ensemble ein groß angelegtes, stimmungsvolles Porträt einer Epoche, das durch die beeindruckenden Bühnenbilder von Michela Flück, die prächtigen Kostüme von Sara Valentina Giancare und die fein komponierten Klanglandschaften von Daniel Murena mehrdimensional plastisch hervortritt. Jurybegründung: „Theaterabende wie Pınar Karabuluts Adaption von Giuseppe Tomasi di Lampedusas Il Gattopardo sind selten geworden. Zusammen mit der Bühnenbildnerin Michela Flück und der Kostümbildnerin Sara Valentina Giancare lässt Karabulut das aristokratische Sizilien des Risorgimento auf magische Weise wieder aufleben. Die Opulenz der Räume wie der Kostüme und das meist ungebrochen psychologische Spiel des Ensembles ziehen das Publikum tief in das 19. Jahrhundert hinein. Es kann sich in der Schönheit dieser untergehenden Welt ebenso wie in der melancholischen Noblesse des von Markus Scheumann gespielten Fürsten Don Fabrizio verlieren. Zugleich kann es aber auch Symptome unserer eigenen Zeitenwende erkennen. Karabulut bleibt nah an Lampedusas Roman und nimmt so unsere krisengeschüttelte Wirklichkeit in den Blick. Scheumanns Schlussmonolog ist nicht nur die berührende Lebensbilanz eines Sterbenden. Er ist auch eine Mahnung, anders als Don Fabrizio für das Bestehende zu kämpfen.“ (Sascha Westphal für die Theatertreffen-Jury) Pınar Karabulut – Regie Michela Flück – Bühne Sara Valentina Giancane – Kostüme Daniel Murena – Musik Michel Güntert – Licht Hannah Schünemann – Dramaturgie Premiere: 29.11.2025 3 h 30 min, eine Pause In deutscher Sprache mit englischen und italienischen Übertiteln schauspielhaus.ch Publikumsgespräch am Samstag, 2.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung 3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung in voller Länge im TV sehen am Samstag, 16.5.2026 um 20:15 Uhr auf 3sat 3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung ist in voller Länge online verfügbar in der 3satMediathek und in der BerlinerFestspiele Mediathek ab Freitag, 1.5.2026 für ein Jahr
Aufführungen
| Schauspiel
Mephisto
Theatertreffen
Münchner Kammerspiele Mit Mephisto bringen Jette Steckel und ihr herausragendes Ensemble den Drahtseilakt eines Schauspielers zwischen persönlichem Vorteil und Kritik am System sowie die Frage nach Kunstfreiheit in einem autoritären Regime in poetischen, klaren und fein komponierten Bildern auf die Bühne. Der Schauspieler Hendrik Höfgen ist im Begriff, den Gipfel seiner Karriere zu erklimmen: Er bekommt ein Engagement am Preußischen Staatstheater Berlin, brilliert als Mephisto in Goethes Faust und wird schließlich vom Ministerpräsidenten zum Intendanten berufen. Doch der Aufstieg hat seinen Preis: Höfgen paktiert mit dem nationalsozialistischen Regime und verfängt sich in der Rolle seines Lebens. Klaus Manns Roman Mephisto gilt als ein Schlüsselwerk der Nachkriegsliteratur und thematisiert das Verhalten und die Verantwortung des Einzelnen in einem autoritären Regime, inspiriert von realen Vorbildern. In Jette Steckels eindrücklicher und kluger Inszenierung findet die gesamte Handlung im Theater statt. Damit rückt sie auch die Rolle von Künstler*innen innerhalb des Theaterbetriebs den Fokus und schafft ein Fest der Schauspielkunst: Das Ensemble ist in Höchstform, allen voran Thomas Schmauser mit seinem vielschichten und einprägsamen Spiel, das die inneren Konflikte der Hauptfigur sichtbar werden lässt und ein Ereignis ist. Jurybegründung: „Jette Steckel und ihrem Team ist ein Abend gelungen, der den Mephisto-Roman Klaus Manns mit wenigen Sätzen Fremdtext zu einer beklemmenden, aktuellen Studie über das Verhältnis von Kunst und Macht formt. Virtuos zeigt Thomas Schmauser die Wandlung seines Hendrik Höfgen vom Vorkämpfer eines ,Revolutionären Theaters‘ zum opportunistischen Nazi-Günstling als von einer Mischung aus künstlerischer Eitelkeit und einigen Rest-Gedanken über Widerstand motiviert. Er tastet diese Figur sorgfältig von innen ab, zeigt sie als brüchig, hadernd und/oder hadern spielend. Dass Steckel selbst die Szenen dieses Abends, die im privaten Raum stattfinden, als Theater im Theater anlegt, ist deshalb nur konsequent. Es geht auch um einen Menschen-Typus, dem die Kunst die ganze Welt bedeutet und der sich der Illusion hingibt, dass das Theater ein Fluchtort ist, der letztlich unantastbar bleibt. Pustekuchen! Schaut man dem tollen Ensemble bei der Arbeit zu, sieht man auch Menschen, die die Neue Rechte nur zu gerne wieder von der Bühne verjagen würde. Dieser Abgleich zwischen der historischen Vergangenheit und der möglichen Zukunft tut richtig weh.“ (Sabine Leucht für die Theatertreffen-Jury) Jette Steckel – Regie Florian Lösche – Bühne Pauline Hüners – Kostüme Mark Badur, Elias Krischke – Musik Maximilian Kraußmüller – Lichtdesign Emilia Heinrich, Jette Steckel, Johanna Höhmann – Fassung Johanna Höhmann, Theresa Schlesinger, Carl Hegemann – Dramaturgie Premiere: 28.2.2025 3 h 40 min, eine Pause In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln muenchner-kammerspiele.de Publikumsgespräch am Sonntag, 3.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung 3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung in voller Länge im TV sehen am Samstag, 9.5.2026 um 20:15 Uhr auf 3sat 3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung ist in voller Länge online verfügbar in der 3satMediathek und in der BerlinerFestspiele Mediathek ab Freitag, 1.5.2026 für ein Jahr
Aufführungen
| Schauspiel
Die Glasmenagerie
Theatertreffen
Theater Basel Das intime Porträt einer zerrütteten Familie, die am American Dream zerschellt, zeichnen Jaz Woodcock-Stewart und ihr Team in Die Glasmenagerie mit atmosphärischer Dichte und hintergründigem Humor. Es könnte ein entscheidender Abend werden für Laura Wingfield, die mit ihrer Mutter Amanda und ihrem Bruder Tom in einer bescheidenen Wohnung in St. Louis lebt. Denn Jim kommt zu Besuch und mit ihm vielleicht ein Ausweg aus dem tristen Leben, dem sich Laura durch das liebevolle Pflegen ihrer Glasfigurensammlung zu entziehen versucht. Am Ende zerbrechen jedoch nicht nur ihre Träume. In ihrer klaren und sensiblen Inszenierung der Glasmenagerie konzentriert sich Jaz Woodcock-Stewart besonders auf die Rolle von Frauen und die Mechanismen von Selbstaufopferung und Selbstoptimierung innerhalb des fragilen Familiengefüges. Wie wirkt sich der finanzielle und gesellschaftliche Druck auf die alleinerziehende Mutter und die weiteren Familienmitglieder aus? Woodcock-Stewart und ihr Ensemble laden zu einem empathischen Blick auf die Figuren und schauen zugleich hinter die Fassade. Jurybegründung: „Das Faible für narrative Ästhetik gilt als UK-typisch. Jaz Woodcock-Stewart ist eine jener jungen britischen Regisseurinnen, die gekonnt erzählen, ohne schlicht nachzuerzählen. Sie gibt Tennessee Williams’ Glasmenagerie am Theater Basel einen sehr gegenwärtigen Drive, ohne den Text – der in den späten 1930-Jahren spielt – zu zerbrechen. (Aktuelle) Powerplates, Vibrationsplatten aus dem Gym, fördern hier gerade nicht den Muskelaufbau, sondern sind im Gegenteil ironisch gewendete, kongeniale Zeichen für die Erschütterung aller Halt gebenden Strukturen. Zwischen den nackten Betonwänden verlieren sich die drei Hauptfiguren. Eine Treppe führt ins Nichts, eine Rampe in ein reduziertes Leben ohne Geld und ohne Kontakt zur Außenwelt. Die queere Tochter flieht in eine Art Hikikomori-Dasein. Kurz wird für einen Besucher der Familie eine (Haus-)Fassade über das ausgehöhlte Leben des unglücklichen Trios gekippt; das wird nichts nützen. Eine leise, zeichenstarke, berührende Arbeit!“ (Alexandra Kedves für die Theatertreffen-Jury) Jaz Woodcock-Stewart – Inszenierung Rosie Elnile – Bühne und Kostüme Josh Grigg – Sounddesign Alex Fernandes – Lichtdesign Inga Schonlau – Dramaturgie Premiere: 30.1.2025 3 h, eine Pause In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Empfohlen ab 14 Jahren theater-basel.ch Publikumsgespräch am Dienstag, 5.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung
Aufführungen
| Schauspiel
Serotonin
Theatertreffen
Hans Otto Theater, Potsdam Aus dem Französischen von Stephan Kleiner Theaterfassung von Sebastian Hartmann Kompromisslos und minimalistisch inszeniert von Sebastian Hartmann, porträtiert Guido Lambrecht in Serotonin mit messerscharfer Präzision einen Menschen, der an zentrale Punkte seines Lebens zurückkehrt und seine persönliche Krise mit der der westlichen Gesellschaft verwebt. Florent-Claude Labrouste hat sein Leben in eine Sackgasse bugsiert. Geprägt von gescheiterten Beziehungen, gedemütigt durch von Antidepressiva ausgelöste Impotenz, seines Lebens überdrüssig und voller Verachtung für sich selbst und die Welt um ihn herum, bricht er alle Zelte ab. Schonungslos zieht er Bilanz – unter anderem anhand der Frauen in seinem Leben. Michel Houellebecqs Roman Serotonin stellt eine zutiefst frustrierte, traurige und klagende Figur in den Mittelpunkt. Sebastian Hartmann wählt einen entschlossenen und radikalen Zugang zu diesem Stoff: Nichts lenkt ab von der großen Erzählkunst Guido Lambrechts, der in einem beeindruckenden Solo mit seinem nuancierten, präzisen und zurückgenommenen Spiel einem Mann in Auflösung Stimme und Körper verleiht. Irgendwo zwischen Installation, Performance und Theatervorstellung angesiedelt, ist Serotonin ein faszinierend herausforderndes Roadmovie des Stillstands und eine Einladung, sich dem Bühnengeschehen auszuliefern. Jurybegründung: „Eine derart reduzierte und puristische Inszenierung hat Sebastian Hartmann noch nie gezeigt. Seine Bühnenadaption von Michel Houellebecqs Roman Serotonin ist ein Meisterwerk des theatralen Minimalismus: Mehr als einen weißen Kasten, in dem nur eine weiße Holzbank steht, einen einzelnen Scheinwerfer und natürlich Guido Lambrecht braucht es nicht. Gut fünf Stunden verweilt Lambrecht in diesem Raum, dessen Weiß alles auszulöschen scheint, und breitet das verpfuschte Leben von Houellebecqs Ich-Erzähler Florent-Claude Labrouste aus. In diese schonungslose Beichte eines gescheiterten Mannes bricht immer wieder eine zweite, deutsch-deutsche Lebensgeschichte ein, die Labroustes toxische Sicht auf die Welt erweitert und kommentiert. Lambrechts zurückgenommenes wie präzises Spiel ist dabei eine kleine Theatersensation. Es erlaubt einem, tief in die Abgründe eines Mannes zu blicken und so zum Kern des momentan virulenten antimodernen Denkens vorzudringen.“ (Sascha Westphal für die Theatertreffen-Jury) Sebastian Hartmann – Regie und Bühne Lothar Baumgarte – Licht Adriana Braga Peretzki – Kostüm Christopher Hanf – Dramaturgie Premiere: 13.12.2025 circa 5 h 15 min, das Publikum ist eingeladen, nach eigenem Ermessen den Saal zu verlassen und zurückzukehren. In deutscher Sprache Empfohlen ab 18 Jahren hansottotheater.de Publikumsgespräch am Sonntag, 10.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung
Aufführungen
| Schauspiel
Fräulein Else
Theatertreffen
Volkstheater, Wien Mit Fräulein Else entwirft Leonie Böhm für und mit Julia Riedler ein präzise gearbeitetes, mitreißendes Solo, das die Novelle über Machtmissbrauch und die Verwertbarkeit weiblicher Körper in die unmittelbare Gegenwart bringt. Else verbringt den Sommer in einem noblen Kurort, als sie ein Expressbrief erreicht: Der Vater sei hoch verschuldet, sie solle den deutlich älteren Kunsthändler Dorsday um Geld anpumpen, um den Ruf der Familie zu bewahren. Doch Dorsday stellt eine Bedingung: Die benötigte Summe bekommt Else nur, wenn sie sich ihm für eine Viertelstunde nackt zur Schau stellt. Leonie Böhm sucht in ihren Arbeiten immer wieder neue Lesarten kanonischer Texte, die Begegnung im Hier und Jetzt ist ein Grundprinzip ihrer Theaterpraxis. In ihrem packenden Zugriff auf Arthur Schnitzlers berühmte Novelle Fräulein Else aus dem Jahr 1924 kehrt sie zusammen mit Julia Riedler Elses inneren Monolog nach außen und lädt das Publikum dazu ein, live über ein schambesetztes Dilemma nachzudenken, es mitzuverhandeln und sich mitverantwortlich zu fühlen. Mit Witz, Spontanität, Sprachgewalt und Facettenreichtum spielt Riedler ein umwerfendes Solo, das Doppelmoral offenlegt und patriarchalen Machtstrukturen den Kampf ansagt. Jurybegründung: „In Leonie Böhms und Julia Riedlers Schnitzler-Adaption ist fast jede Zeile aus 1924. Dass dieser Text dennoch treffsicher in der Gegenwart landet, ist der herausragenden Leistung von Julia Riedler als Else zu verdanken. Aus dem Bewusstseinsstrom der Achtzehnjährigen, die von einem Bekannten erpresst wird, sich vor ihm auszuziehen, um Geld für den verschuldeten Vater zu erhalten, entwickelt sie einen aufregenden Dialog mit dem Publikum. Riedler nimmt ihre Zuschauer*innen damit konsequent in die Verantwortung und macht sie zu Kompliz*innen in Elses auswegloser Situation. Mit unglaublicher Schlagfertigkeit und augenzwinkernder Lässigkeit hat sie den Saal in der Hand – und wickelt ihr Publikum auch gern mal um den Finger. Ihre Else ist hellwach, furchtlos und unberechenbar. Und so erträumt der Abend aus der Schnitzler-Anlage schrittweise eine Utopie für unsere Zeit, in der Machtmissbrauch immer noch allgegenwärtig ist. Ein radikal heutiges Solo und eine Übung in Empathie gleich mit.“ (Vincent Koch für die Theatertreffen-Jury) Leonie Böhm, Julia Riedler – Konzept Leonie Böhm – Regie Belle Santos – Bühne und Kostüm Ines Wessely – Lichtdesign Matthias Seier – Dramaturgie Helena Eckert – Co-Dramaturgie Vorproben Premiere: 8.2.2025 1 h 30 min, ohne Pause In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln volkstheater.at Publikumsgespräch am Donnerstag, 7.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung 3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung in voller Länge im TV sehen am Samstag, 2.5.2026 um 20:15 Uhr auf 3sat 3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung ist in voller Länge online verfügbar in der 3satMediathek und in der BerlinerFestspiele Mediathek ab Freitag, 1.5.2026 für ein Jahr
Aufführungen
| Schauspiel
Wallenstein
Theatertreffen
Münchner Kammerspiele Mitten hinein in die Feldküche geht es mit Jan-Christoph Gockels spektakulärer Wallenstein-Interpretation, in der Kriegsunternehmertum, strategische Selbstdarstellung, Ambitionen, Macht und Loyalität mit einer überwältigenden Vielfalt theatraler Einfälle angerichtet und scharf abgeschmeckt werden. Im Dreißigjährigen Krieg führt Wallenstein als Oberbefehlshaber zahlreiche Söldnerheere an. Er bezahlt sie mit Plünderungen der eroberten Gebiete und macht selbst noch Profit, gemäß dem Motto „Der Krieg ernährt den Krieg“. Als Wallenstein nach politischer Macht greift, lässt der Kaiser ihn ermorden. Im Jahr 2023 bricht Yevgeny Prigozhin, „Putins Koch“ und Kopf der Söldnergruppe Wagner, mit seiner Truppe zu einem Marsch nach Moskau auf. Der Aufstand scheitert, ein Flugzeug mit Prigozhin an Bord stürzt kurz darauf ab. Jan-Christoph Gockel verknüpft mit einer überbordenden Fülle an kreativen Ideen, Anspielungen und Stilen Friedrich Schillers monumentale Wallenstein-Trilogie mit einer zweijährigen Recherche des Produktionsteams über Ex-Söldner in der Gegenwart. Im Zentrum der einfallsreichen Inszenierung stehen die Menschen in Wallensteins Lager: Soldaten, Händler*innen, Kinder und Bauern aus dem Tross – mit ihren heutigen Entsprechungen. Wie sich annähern an den Krieg als Lebensform? Gockel und sein Ensemble entwerfen mit einem Festmahl auf der Bühne, Party, Live-Video, Marionetten, Schauspiel und Lecture Performance ein Spektakel für alle Sinne. Jurybegründung: „Eine Doppelbelichtung der Mechanik des Krieges und eine überbordende Feier des Theaters: Das und noch viel mehr gelingt diesem Wallenstein. Sieben Stunden nehmen sich Jan-Christoph Gockel und sein Team von Individualist*innen dafür Zeit. Dass sie einem nicht lang werden, liegt an der Vielzahl der Perspektiven auf den Stoff, die sich manchmal reiben, aber immer wunderbar miteinander räsonieren. Es geht um Söldnerheere gestern und heute, um militärische Strippenzieher, die selbst an fragilen Strippen hängen, um Loyalität und die Schwierigkeit, Kriege wieder zu beenden. Zentral für die Bildwelten und den Humor des Abends sind Schillers berühmter Satz ,Der Krieg ernährt den Krieg‘, die Figur des russischen Söldnerführers Jewgeni Prigoschin und der Harry Potter-Zauberspruch ,Riddikulus‘, der beängstigende Dinge in etwas Komisches verwandelt und die lähmende Angst vertreibt. In diesem immersiven, zwischen Investigativ- und Literatur-Theater, Performance, Schau- und Puppenspiel, feiner Ironie, Satire und Ernst aufgespannten Meisterstück bleibt dagegen alles in Bewegung. Sogar die Hoffnung auf den Menschen im Krieger.“ (Sabine Leucht für die Theatertreffen-Jury) Jan-Christoph Gockel – Regie Julia Kurzweg – Bühne Janina Brinkmann – Kostüme Maria Moling – Musik / Komposition (Live-Musik) Lion Bischof – Videodesign Christian Schweig, Stephan Mariani – Lichtdesign Michael Pietsch – Puppenbau Annette Paulmann – Piccolomini-Menü Viola Hasselberg, Claus Philipp – Dramaturgie Sergei Okunev – Dramaturgische Mitarbeit und Recherche Cico Beck – Musik Mitarbeit Yvonne Griesel (SPRACHSPIEL) – Übertitel Premiere: 4.10.2025 muenchner-kammerspiele.de 7 h, drei Pausen In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln 3sat-Preis an Katharina Bach am Samstag, 9.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung Publikumsgespräch am Sonntag, 10.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung 3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung am 10.5.2026 wird ab 17:00 Uhr als zeitversetzter Livestream übertragen in der 3satMediathek und in der BerlinerFestspiele Mediathek
Aufführungen
| Oper
Dialogues des Carmélites
Oper Stuttgart
Oper in drei Akten und zwölf Bildern Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Georges Bernanos, basierend auf der Novelle Die Letzte am Schafott von Gertrud von Le Fort „Kein Mensch stirbt für sich allein. Einer stirbt für die anderen. Vielleicht sterben manche anstelle von anderen. Wer weiß?“ (Sœur Constance in Dialogues des Carmélites) Kaum eine Oper stellt die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit so ins Zentrum wie Francis Poulencs 1957 uraufgeführte Oper über einen Karmelitinnenorden in den Wirren der Französischen Revolution. Die Geschichte entspinnt sich um die junge Blanche, die – seit ihrer Geburt von schweren Angstzuständen geplagt – Schutz in einem Kloster findet. Doch die Zeit der Geborgenheit endet jäh, als der Revolutionsausschuss das Kloster zerschlägt und der Gemeinschaft die Ausübung ihrer Riten verbietet. Die Schwestern schwören sich aufs Martyrium ein, einzig Blanche treibt die Todesangst in die Flucht. Schließlich gelingt es ihr, sich selbst zu überwinden: Als sie ihren Schwestern zum Schafott folgt, erlischt im Angesicht des Todes die Angst. Die für ihre feministischen Lesarten bekannte Regisseurin Ewelina Marciniak rückt in ihrer Inszenierung dieses Hybrids aus Thriller, Diskursoper und heiliger Messe die Dynamiken einer Frauengemeinschaft in den Fokus, die inmitten des Terrors um Kommunikation und Mitmenschlichkeit ringt. Und auch wenn das übersinnliche „Salve Regina“ der Karmelitinnen am Schafott keinen Zweifel daran lässt, dass diese Oper ein glühendes Glaubensbekenntnis des Katholiken Poulenc ist, stellt uns die Opferbereitschaft der Nonnen vor Fragen: Wo verlaufen die Grenzen zwischen Solidarität, Glauben und Fundamentalismus? Wie einsam stirbt es sich hingegen in unserer säkularisierten Welt der Gegenwart? Unter der Musikalischen Leitung von Cornelius Meister wird Poulencs wirkmächtige Musik zum Ereignis. Musikalische Leitung: Cornelius Meister Regie: Ewelina Marciniak Bühne: Mirek Kaczmarek Kostüme: Julia Kornacka Choreografie: Ana Szopa Licht: Aleksandr Prowaliński Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Carolin Müller-Dohle in französischer Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache Altersempfehlung: ab Klasse 10 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Ballett
Schwanensee. Rotbarts Geschichte
Staatsoper Hannover
„Mich fasziniert die Vorgeschichte zu Schwanensee. Sie ist das Herzstück meines neuen Balletts.“ Goyo Montero Er hat "Cinderella" und "Der Nussknacker" choreografiert, sich mit Weltliteratur wie "Faust", "Don Juan", "Romeo und Julia" oder "Der Steppenwolf" auseinandergesetzt - Goyo Montero zählt zu jenen Choreografen unserer Zeit, denen es gelingt, große Geschichten durch den Tanz neu zu erzählen. Dafür wurde er bereits mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Mit dem Staatsballett Hannover widmet er sich nun der ersten bedeutenden Ballettpartitur Piotr Iljitsch Tschaikowskis und damit einem Klassiker, der seit Marius Petipas und Lew Iwanows St. Petersburger Inszenierung von 1895 als das „Ballett der Ballette“ gilt: "Schwanensee". Das Märchen von der Schwanenkönigin Odette, die nur durch ewige Liebe vom Zauber Rotbarts erlöst werden kann, reizt bis heute mit seinen magischen Bildwelten und seelischen Untiefen zu immer neuen Auseinandersetzungen. So auch Goyo Montero, der in seiner ersten Uraufführung für das Staatsballett Hannover seine Bewunderung des klassischen Balletts mit seiner eigenen Entwicklung als zeitgenössischer Choreograf verbindet und uns die bekannte Geschichte aus einer anderen Perspektive zeigt. "Schwanensee. Rotbarts Geschichte" lenkt den Blick auf eine Figur, die das gesamte Geschehen im Griff hat, die wir aber kaum kennen. Atemberaubende Tanzbilder erzählen von einem vom Weg abgekommenen Königssohn, von schmerzenden Traumata, geheimen Sehnsüchten und dem Wissen, dass Menschen immer wieder die gleichen Fehler begehen. Goyo Monteros "Schwanensee" ist die faszinierend abgründige Geschichte eines gefährlichen Außenseiters: die Geschichte Rotbarts. Musikalische Leitung: Piotr Jaworski Choreografie: Goyo Montero Bühne: Leticia Gañán Calvo / Curt Allen Wilmer Kostüme: Salvador Mateu Andujar Licht: Andreas Schmidt Video: Alvaro Luna Dramaturgie: Anne do Paço Xchange: Bettina Stieler ca. 1 Stunde 55 Minuten, eine Pause Einführung: 45 Minuten vor Beginn
Aufführungen
| Oper
Der Troubadour
Staatsoper Hannover
Premiere: 13.6.2026 Libretto von Salvadore Cammarano und Leone Emanuele Bardare nach Antonio García Gutiérrez „Er war dein Bruder ... Du bist gerächt, Mutter!“ Azucena Als sich Graf Luna und der Troubadour Manrico nicht nur in einem blutigen Bürgerkrieg als Feinde gegenüberstehen, sondern auch noch in die gleiche Frau verlieben, nimmt eine fatale Tragödie ihren Lauf: Leonora vergiftet sich, Manrico wird von Luna hingerichtet, der daraufhin erfährt, dass er seinen eigenen, verschollen geglaubten Bruder getötet hat. Manrico war nämlich unerkannt bei Azucena aufgewachsen, die einst mit ansehen musste, wie der alte Graf Luna ihre Mutter auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Zutiefst traumatisiert schwor Azucena Rache, entführte den jüngeren Grafensohn, tötete an seiner Stelle aber versehentlich ihr eigenes Kind. Mit seinem Drama El Trovador schrieb Antonio García Gutiérrez 1836 das erfolgreichste und populärste Bühnenwerk der spanischen Romantik. Giuseppe Verdi ließ sich von der düsteren Romanze um Hass und Liebe, Eifersucht und Rache so sehr begeistern, dass er sie ohne Auftrag und damit der Garantie für eine Uraufführung 1849 / 50 zur Grundlage seiner Oper Il Trovatore machte. In ihr fand er das uralte Motiv des Bruderzwistes mit den ihn immer wieder faszinierenden Fragen nach Schicksal, Zufall und innerer Notwendigkeit verschränkt. Aus der bizarren Geschichte verstand er seine Figuren auf äußerst avancierte Weise geradezu herauszumeißeln. An ihren Widersprüchen, ihrem Gefangensein und ihren Sehnsüchten entzündete er seine musikalische Fantasie. In der Neuinszenierung von Wolfgang Nägele kommt mit Il Trovatore ein existenzielles Drama von unvergleichlicher Wucht auf die Bühne der Staatsoper Hannover — eine Geschichte über die Macht von Traumata und emotionalen Wahnsinn. Musikalische Leitung: Masaru Kumakura Inszenierung: Wolfgang Nägele Bühne: Lisa Däßler Kostüme: Irina Spreckelmeyer Licht: Holger Klede Chor: Lorenzo Da Rio Dramaturgie: Anne do Paço Xchange: Matthias Brandt Italienisch mit deutschen und englischen Übertiteln Einführung: 45 Minuten vor Beginn
Aufführungen
| Aufführung
An den Rändern wird es hell
Staatsoper Hannover
Eine Collage des Club XL rund um Turandot Lässt dich deine Vergangenheit los? Hinterfragst du deine Liebe? Warum bist du so, wie du bist? Der Club XL vereint in dieser Spielzeit Akteur:innen zwischen 17 und 65 Jahren. Gemeinsam haben sie sich mit Puccinis Turandot auseinandergesetzt und dazu ein eigenes künstlerisches Statement entwickelt. Musikalisch erzählen sie vom schmalen Grat zwischen Scheitern und Hoffnung – und navigieren dabei zwischen Herz und Kopf. Musikalische Leitung: Siiri Niittymaa Szenische Leitung: Matthias Brandt Assistenz: Joanna Friedrich Mit 12 Akteur:innen aus Hannover und der Region Treffpunkt: Opernhaus Seiteneingang rechts
Aufführungen
| Oper
Der Barbier von Sevilla
Staatsoper Hannover
Komische Oper von Gioachino Rossini Libretto von Cesare Sterbini nach Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais „Sie haben Riesenglück: Ihnen ist der Käse genau auf die Makkaroni gefallen!“ Figaro Figaro ist nicht nur der Barbier, sondern auch Lebensberater, Verkuppler und Informationszentrale von Sevilla. So stellt er sich uns jedenfalls vor, doch was wir in Rossinis Oper erleben, lässt an der Selbstcharakterisierung zweifeln: Seine Strategien, wie der verliebte Graf Almaviva mit der von ihrem Vormund eifersüchtig bewachten Rosina in Kontakt treten kann, scheitern schon im Ansatz — und wenn Figaro sich selbst einschaltet, wird die Sache nur schlimmer. Gute Voraussetzung für eine turbulente Komödie, die Regisseurin Nicola Hümpel durch zwei Live-Kameras potenziert: Die Inszenierung zeigt uns eine Gruppe von Egoisten, die sich gegenseitig zu manipulieren versuchen. In dem Ansinnen, sich selbst stets im besten Licht dastehen zu lassen, konkurrieren sie um die günstigsten Plätze vor den Kameras, die gnadenlos jedes entgleiste Minenspiel und jede versteckte Verkrampfung vergrößern. Was die Regie mit dem optischen Fokus macht, macht Gioachino Rossinis Musik mit der Zeit: Sie fokussiert mal auf den Moment eines Wimpernschlags und mal auf eine lange Zeitspanne. Aus einer seelischen Krise wird ein handliches Kurzgewitter, aus einer Schrecksekunde eine ausgedehnte Katastrophe. Diese Musik nicht zu mögen: riskant! Das wusste schon Heinrich Heine, der prophezeite: „Die Verächter italienischer Musik, die auch dieser Gattung den Stab brechen, werden einst in der Hölle ihrer wohlverdienten Strafe nicht entgehen und sind vielleicht verdammt, die lange Ewigkeit hindurch nichts anderes zu hören als Fugen von Johann Sebastian Bach.“ Italienisch mit deutschen und englischen Übertiteln ca. 3 Stunden, eine Pause Einführung: 45 Minuten vor Beginn
Aufführungen
| Oper
Die tote Stadt
Staatsoper Hannover
Premiere: 9.5.2026 Libretto von Paul Schott nach Georges Rodenbach „Wie weit soll unsre Trauer gehn, wie weit darf sie es, ohn’ uns zu entwurzeln?“ Paul Nach dem Tod seiner Frau Marie lebt Paul zurückgezogen und isoliert in seiner Wohnung. Nur zu seinem Freund Frank und zu Brigitta, die ihm den Haushalt organisiert, hat er noch Kontakt. Doch als Paul auf der Straße die Tänzerin Marietta kennenlernt, die Marie verblüffend ähnlich sieht, nimmt sein von Trauer geprägtes Leben eine Wendung: Während Paul versucht, Marietta mehr und mehr an seine verstorbene Frau anzugleichen, wird der innere Konflikt zwischen Realität und Wunschbild immer raumeinnehmender. Marietta spielt das Spiel zunächst mit, lässt sich aber in ihrer Eigenständigkeit und Freiheit nicht beschränken. Mit Die tote Stadt schuf Erich Wolfgang Korngold 1920 mit gerade einmal 23 Jahren ein kluges Spiel der Trauerbewältigung aus Traum und Wirklichkeit. Während sich die erzählerischen Ebenen untrennbar vermischen, entwickelte Korngold dazu eine fein ausgeklügelte Partitur, die „Traumarbeit“ zum musikalischen Prinzip erklärt. Seine überwältigende, farbenreiche Instrumentation macht die Geschichte um Paul und Marietta zum sinfonischen Trip einer folgenreichen Begegnung. Die Regisseurin Ilaria Lanzino richtet mit Die tote Stadt den Blick auf ein Reich jenseits der Schwelle – ein post-mortem Abstieg in die Welt einer Frau, die sich das Leben nahm. Nach dem plötzlichen Verlust bleiben bei den Zurückgebliebenen Fragen, die sie nicht loslassen. Im Zentrum steht Paul, dessen Suche ihn in die Tiefen einer ungreifbaren Wahrheit führt: Wer war die Frau an seiner Seite – und was blieb ihm zu Lebzeiten an ihr verborgen? Zwischen Erinnerung und Halluzination, Sehnsucht und Trugbild entfaltet sich ein vielschichtiges Kammerspiel über Verlust, rätselhafte Nähe und die Unmöglichkeit, den anderen je vollständig zu kennen. Musikalische Leitung: Mario Hartmuth Inszenierung: Ilaria Lanzino Bühne: Martin Hickmann Kostüme: Vanessa Rust Licht: Johannes Paul Volk Video: Max Schweder Chor: Lorenzo Da Rio Kinderchor: Tatiana Bergh Dramaturgie: Christian Förnzler Xchange: Siiri Niittymaa Chor der Staatsoper Hannover Kinderchor der Staatsoper Hannover Niedersächsisches Staatsorchester Hannover Deutsch mit deutschen und englischen Übertiteln Einführung: 45 Minuten vor Beginn
Aufführungen
| Ballett