Das Staatstheater Kassel - Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.
Ab Oktober 2025 steht das INTERIM auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne als Ausweichspielstätte während der Bauarbeiten am Opernhaus zur Verfügung - derzeit wird von mindestens fünf Jahren Bauzeit ausgegangen.
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Staatstheater Kassel - INTERIM Ludwig-Mond Str. 35D D-34121 Kassel
In den Weiten des INTERIM schlägt das dunkle Herz der deutschen Romantik. Haltlos irrt der Holländer auf dem Ozean des Weltmarkts umher und häuft abstrakte Reichtümer an. Der schrankenlose Zwang zur Geldvermehrung erscheint ihm als Fluch, der ihn zu ewiger Rastlosigkeit verdammt. Einzig das kompensatorische Gegenmodell ewiger Treue verspricht dem Holländer Erlösung von der Konkurrenz und so findet er seine letzte Hoffnung im bürgerlichen Ideal der Liebe. Der Geschäftsmann Daland macht ihm seine Tochter Senta schmackhaft, die ebenfalls von der bedingungslosen Liebe träumt und auf der verzweifelten Suche nach einer höheren Aufgabe im Leben ist. Deal ist Deal im Zeitalter der Tech-Milliardäre und so ist der Handel schnell geschlossen, auch wenn Senta sich eigentlich gerade nicht hinters Spinnrad spannen lassen möchte. Und dann ist da auch noch Erik, der Senta ebenso für sich beansprucht. Zwischen unterschiedlichen Lebensmodellen erweist sich das Idealbild von Senta bald als leere Abstraktion …
So manches Weltbild gerät ins Wanken, wenn Wagners gewaltige Klangstürme unter der musikalischen Leitung unseres neuen 1. Kapellmeisters und stellvertetenden GMDs Clemens Fieguth durchs INTERIM wehen. Im Auge des Sturms steht Wagners Lebensthema: die Aufopferung des Subjekts für die größere Idee. Für Der fliegende Holländer verwandeln die Regisseur:innen Marlene Pawlak und Florian Lutz das INTERIM in einen kleinstädtischen Mikrokosmos, in dem die Drangsale der gesellschaftlichen Verhältnisse zu Tage treten.
Musikalische Leitung: Clemens Fieguth
Regie: Florian Lutz
Regie: Marlene Pawlak
Bühne: Sebastian Hannak
Kostüme: Mechthild Feuerstein
Mitarbeit Bühne: Maximilian Schwidlinski
Licht: Jürgen Kolb
Video: Konrad Kästner
Dramaturgie: Teresa Martin
Chorleitung: Marco Zeiser Celesti
Cam-Operator: Victoria Koberstein
Termine
Mo 14.9.2026, 19:00 | Voraufführung
Sa 19.9.2026, 19:00 | Premiere
Do 24.9.2026, 19:00und weitere Termine
So 4.10.2026, 18:00
Fr 9.10.2026, 19:00
So 11.10.2026, 19:00
Sa 31.10.2026, 18:00
Fr 6.11.2026, 19:00
So 15.11.2026, 16:00
So 29.11.2026, 19:00
Erbarmunglose Fesseln von Leistung und Moral prallen auf jugendliche Wut: Der mitreißende Musical-Hit Spring Awakening gibt den Teenagern aus Frank Wedekinds skandalträchtigem Klassiker eine lautstarke Stimme. Die junge Wendla darf nicht erfahren, wo Babys herkommen, und Moritz hat mit der Schule zu kämpfen, während sein Vater jeden Fehler brutal bestraft. Beide wenden sich Melchior zu, der mit allerhand Wissen über Liebe, Körper und Freiheitsdrang Eindruck macht. Als Moritz schließlich aus Lehrerwillkür sitzen bleibt und Wendla unwissend schwanger wird, zerbricht die Ordnung der strengen Elternwelt.
Mit rebellischem Rocksound und berührender Ehrlichkeit erzählt die Jugend von Unterdrückung, Kampf um sexuelle Selbstbestimmung und die verheerenden Folgen elterlicher Ignoranz. Dieser gegenwärtige Blick auf alte bürgerliche Moral machte das preisgekrönte Musical von 2006 zu einem der weltweit meistgespielten Hits. Regisseurin Fabiola Kuonen und das JUST+ erarbeiten gemeinsam mit den Jugendlichen des CANTAMUS ehrliche Perspektiven, Bedürfnisse und Tabus aus der heutigen Generation, um sie über verzerrten Gitarren herauszubrüllen. Unser
2. Kapellmeister Viktor Jugović entlockt dem Musical die nötige klangliche Wucht.
Szenisches Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy
Premiere: 5.12.2026
Die Welt steht hier und jetzt am Scheideweg. Damit öffnet der Prophet Elias den Vorhang für Felix Mendelssohn Bartholdys packendes Oratorium. Basierend auf Texten des Alten Testaments entspinnt sich ein Schlagabtausch zwischen alten und neue Göttern. Die angekündigte Dürre setzt das ungläubige Volk unter Druck – und Elias weiß die Situation geschickt auszuspielen. In einer spektakulären Machtdemonstration lässt er Feuer regnen und zieht so die Umstehenden auf seine Seite. Erschreckend aktuell ist dieses Szenario: eine Gesellschaft am Rande ihres Zusammenbruchs, leicht manipulierbar und gewillt, den lautesten Versprechen Glauben zu schenken.
Mendelssohns Elias bewegt sich an der Gattungsgrenze zwischen Oratorium und Oper und treibt das große Solist:innen-Ensemble und den Opernchor in hochdramatische, exzessive Dialoge. Plastisch setzt Mendelssohn die Natur in Szene, wenn das Feuer Funken wirft, endlich Regen fällt oder die Erde bebt. Kontrastreich stehen daneben die Menschen, die zwischen Macht und Scheitern auf ihre Hybris zurückgeworfen werden. Wer wird zum Täter und wer zum Opfer? Wer formt die Narrative unserer Gesellschaft?
Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis und der preisgekrönte Regisseur Timofey Kulyabin zeichneten bereits am Opernhaus in Nowosibirsk zusammen für eine skandalträchtige Tannhäuser-Inszenierung verantwortlich, die den russisch-orthodoxen Erzbischof von Nowosibirsk damals so sehr verärgerte, dass dieser Rubiķis und Kulyabin anzeigte. Es folgten Straßenproteste und Petitionen zur Kunstfreiheit und eine künstlerische Freundschaft, die mit Elias bildmächtig am Staatstheater Kassel fortgesetzt wird.
Der Champagner ist an allem schuld: Bevor der arrogante Eisenstein seine verordnete Haftstrafe antritt, lässt er es sich noch auf einem Fest des Prinzen Orlofsky gut gehen. Währenddessen empfängt seine Gattin Rosalinde zuhause ihren Liebhaber Alfred, bis der unglücklicherweise statt Eisenstein ins Gefängnis abgeführt wird. In der wohl berühmtesten Operette schwingt sich das dekadente Wiener Leben auf zum doppel- bödigen Tanz mit sektgetränkten Verwechslungsspielen, maskierten Seitensprüngen und bürgerlicher Scheinheiligkeit.
Regisseur Philipp Moschitz reiht dieses Spektakel ein in die beliebte Tradition der rauschenden Theaterbälle in Kassel und lässt das Publikum selbst Zeuge und Komplize der „Rache der Fledermaus“ sein: Mittendrin statt nur dabei wird ausgelassen gegessen, sich betrunken und das eine Bein im Walzertakt geschwungen, während das andere schon im Gefängnis steht. Temporeich und voller feinem Humor kommen alle zum Zug, vom gelangweilten Kammermädchen bis zum beschwipsten Gerichtsdiener.
Glücklich ist, wer vergisst, in welcher allzu vertrauten Dissonanz all die Leichtigkeit mit dem Wiener Zeitgeist steckt: beschämende Niederlage gegen die Preußen im Nacken, brodelnde Balkankrise und ein Börsencrash, der den hedonistischen Spekulanten ihre Feierlaune verdirbt.
Angeheizt durch die wirbelnden Ohrwürmer des Walzerkönigs Johann Strauss verheddert sich die Ballgesellschaft im süßen Strudel ungeahnter Konsequenzen. Unter der musikalischen Leitung von Kiril Stankow entspinnt sich ein kulinarisches Feuerwerk musikalischer Verlockungen, die das sinnlich-sündige Vergnügen komplettieren.
Musikalische Leitung: Viktor Jugović
Regie: Philipp Moschitz
Bühne und Video: Ayşe Gülsüm Özel
Kostüme: Claudio Pohle
Choreographie: Sven Niemeyer
Licht: Holger Tschersich
Dramaturgie: Felix Linsmeier
Chorleitung: Marco Zeiser Celesti
Termine
So 6.9.2026, 19:00
Sa 12.9.2026, 19:00
So 25.10.2026, 19:00und weitere Termine
So 22.11.2026, 19:00
Do 31.12.2026, 15:00
Do 31.12.2026, 19:30
Oper+ von Engelbert Humperdinck / für alle ab 10 Jahren
Hänsel und Gretel haben Hunger. Dieser existenzgefährdende Zustand betrifft jedes fünfte Kind in Kassel, aufgrund steigender Lebensmittelpreise und Armutsraten. Auch Hänsel und Gretel frisst der Hunger buchstäblich von innen auf. Von einem mit ihren Lieblingssüßigkeiten verzierten Lebkuchenhaus können die beiden nur träumen. Als sie dann auch noch die Milch umstoßen, schicken die verarmten Eltern die Kinder als Strafe zum Beerensammeln in den Wald. Verzweifelt machen sich die Geschwister auf den Weg, doch finden nicht mehr zurück nach Hause. Im verwunschenen Märchenwald begegnen Hänsel und Gretel allerlei fantastische Gestalten, die ihnen bei ihrem Abenteuer zur Seite stehen, bis plötzlich die berühmte Frage „Knusper, knusper Knäuschen, wer knuspert mir am Häuschen?“ aus dem Wald schallt.
Humperdincks beliebte Familien- oper basiert als identitätsstiftender, klassisch-deutscher Stoff auf den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und wird von Regisseurin Jessica Glause zusammen mit Kasseler Jugendlichen märchenhaft wie realitätsnah erzählt – als fantastische Reise durch den düsteren Wald, als Ausflucht aus der Kinderarmut und als mutige Geschichte vom Erwachsenwerden. Unter der musikalischen Leitung von Viktor Jugović entfaltet sich Humperdincks eingängige und doch vielschichtige spätromantische Komposition, die mal kindlich-fröhlich, mal düster-dramatisch anklingt, zu einer opulenten Klangwelt. Wagner light mit Besenritt!
Hänsel und Gretel ist eine PLUS-Produktion in Zusammenarbeit von Musiktheater und JUST+.
Hänsel und Gretel wird für Schulklassen auch in Vormittagsvorstellungen angeboten. Zur Vorbereitung auf den Opernbesuch können kostenlose Einführungs- Workshops gebucht werden. Anfragen an carolina.loewenstein
Musikalische Leitung: Kiril Stankow
Regie: Jessica Glause
Bühne: raumlaborberlin: Florian Stirnemann, Louise Nguyen
Kostüme: Mai Gogishvilli
Licht: Videoregie: Phill Collins, Siniša Mitrovic
Dramaturgie: Teresa Martin
Projektleitung JUST+: Carlotta Rogge
Videoassistenz: Stefan Ramirez Perez
Theaterpädagogik & Vermittlung: Carolina Löwenstein
Termine
Fr 2.10.2026, 19:00
Mo 2.11.2026, 11:00
Sa 21.11.2026, 19:00
Das Staatstheater Kassel - Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.
Ab Oktober 2025 steht das INTERIM auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne als Ausweichspielstätte während der Bauarbeiten am Opernhaus zur Verfügung - derzeit wird von mindestens fünf Jahren Bauzeit ausgegangen.
Anschrift:
STAATSTHEATER KASSEL
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel