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Internationales Musikfest Hamburg

1.5. bis 3.6.2026

Programmatische Höhepunkte zum Saisonfinale: Die großen Hamburger Orchester und hochkarätige Gäste widmen sich bei dieser Ausgabe mehr als fünf Wochen dem Motto »Ende«.

Seit der Mensch über Raum und Zeit nachdenkt, ist er fasziniert vom Ende – des Weges, des Lebens, der Welt. Kann man es vorausahnen? Wie fällt es aus? Und was kommt danach? Praktisch alle Weltreligionen, Mythen und metaphysischen Philosophien arbeiten sich daran ab, ohne je in die Sphäre finaler Gewissheiten vorgedrungen zu sein. Dabei ist die Musik als flüchtigste aller Künste vielleicht besonders gut geeignet, um über das Ende zu sinnieren. Übrigens: Ein Ende hat auch jede Konzertsaison. Wobei ihr in Hamburg noch »die komprimierte Saison nach der Saison« (Die Welt) folgt, das Internationale Musikfest Hamburg nämlich. Als großes Spielzeit-Finale präsentiert es über den gesamten Monat Mai hinweg besonders prestigeträchtige und thematisch zugespitzte Konzerte, diesmal eben unter dem Motto »Ende«.

Besonders rauschhafte letzte Werke schrieben Komponisten wie Gustav Mahler oder Richard Strauss. Auch Hans Werner Henze, der anlässlich seines 100. Geburtstags im Fokus steht, war bekannt für die übergreifende geistige Dimension seiner Musik. Das Eröffnungskonzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und zahlreichen Gästen nähert sich dem Thema von der christlich-theologischen Seite: Franz Schmidt malte in seinem opulent besetzten, spätromantischen Oratorium »Das Buch mit sieben Siegeln« die biblische Apokalypse gemäß der Offenbarung des Johannes mit extrabreitem Pinsel aus. Wenn das Ende so klingt, darf es gern kommen.

Das vollständige Programm wird voraussichtlich im November 2025 bekanntgegeben.

Kontakt

Internationales Musikfest Hamburg
Elbphilharmonie
Platz der Deutschen Einheit 4
D-20457 Hamburg

Telefon: +49 40 357 666 0
Fax: +49 40 357 666 43
E-Mail: mail@elbphilharmonie.de

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Oper

Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln / Manfred Honeck

Eröffnung Internationales Musikfest Hamburg

NDR Elbphilharmonie Orchester
MDR-Rundfunkchor
NDR Vokalensemble
Maximilian Schmitt, Johannes
Tareq Nazmi, Stimme des Herrn
Christina Landshamer, Sopran
Catriona Morison, Alt
Patrick Grahl, Tenor
Gerrit Illenberger, Bass
Thomas Emanuel Cornelius, Orgel
Dirigent: Manfred Honeck


Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln / Oratorium für Soli, Chor, Orgel und Orchester

Weltuntergang in Starbesetzung

Nichts Geringeres als die Vertonung der »Apokalypse des Johannes« nahm sich Franz Schmidt am Vorabend des Zweiten Weltkrieges vor. Mit einer gigantischen Besetzung und einer effektvollen spätromantischen Klangsprache zeichnet sein Oratorium »Das Buch mit sieben Siegeln« die biblischen Vision vom von der Verbreitung des christlichen Glaubens bis zum Tag des Jüngsten Gerichts nach.

In Schmidts Heimatstadt Wien wird das beeindruckende Werk regelmäßig aufgeführt; in der Elbphilharmonie erklingt es zum ersten Mal. »Das Buch mit sieben Siegeln« gilt als eines der letzten großen Monumente der österreichischen Spätromantik und führt die bedeutende Linie von Bachs Passionen und Brahms’ »Deutsches Requiem« eindrucksvoll ins 20. Jahrhundert fort. Damit ist die Partitur beim Dirigenten Manfred Honeck in den besten Händen, der es zur Eröffnung des Internationalen Musikfests Hamburg mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester auf die Bühne bringt.

Den Interpret:innen verlangt das monumentale Oratorium Enormes ab. Für den legendären Tenor Peter Schreier war die exorbitant fordernde Partie des Johannes eine Paraderolle; in Hamburg singt nun Maximillian Schmitt den Propheten. Schmitt zur Seite steht eine Riege hochkarätiger Sänger:innen, wie etwa der Bass Tareq Nazmi, der die Stimme Gottes verkörpert, oder die Sopranistin Christina Landshamer als Mutter und Engel. NDR Vokalensemble und MDR-Rundfunkchor singen die schwierigen Chorpartien.

Einführung
19:00 Uhr / Elbphilharmonie, Großer Saal

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Jazz

Miles 100: Ambrose Akinmusire & Brussels Jazz Orchestra

»... What’s Not There – A New Perspective on Miles«

Brussels Jazz Orchestra
Ambrose Akinmusire, trumpet


Zwischen den Zeilen

»Spiele nicht, was da ist, sondern das, was nicht da ist!«, lautete das künstlerische Credo des legendären Jazz-Trompeters Miles Davis, der im Mai 2026 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Einer, der sich dieses Motto besonders zu Herzen genommen hat, ist Ambrose Akinmusire. Mit dem Projekt »... What’s Not There« sucht er mit den Brussels Jazz Orchestra nach diesem mysteriösen »Nichts« und lässt in einem kreativen Dialog mit der Musik von Miles Davis den besonderen Miles-Spirit wieder auferstehen.

Sein luftig-lässiger Ton und seine verträumt dahin gehauchten Melodien wecken unweigerlich Erinnerungen an den Miles-Davis-Sound der Cool-Jazz-Ära. »Ein ruhiger Schwall wunderschöner Klänge, in denen Raum, Klang und Schönheit zusammenkommen«, urteilte das renommierte DownBeat-Magazin über Akinmusires Musik und ernannte ihn 2025 zum »Jazz-Trompeter des Jahres« – eine Ehre, die in den 1950er-Jahren auch einem gewissen Miles Davis zuteil wurde.

Zum 100. Geburtstag wandelt Akinmusire mit dem Brussels Jazz Orchestra auf den Spuren seines großen Vorbilds. Unterstützt wird er dabei von den beiden Ausnahme-Arrangeuren Guillermo Klein und Lennert Baerts. Das Projekt sei »der beste Beweis dafür, dass Miles’ künstlerische Einstellung auch heute noch relevant ist und fortlaufend neue Generationen inspiriert«, so Ambrose Akinmusire.

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Konzert

Balthasar-Neumann-Chor / Iveta Apkalna / Lionel Sow

»Totentanz & Hoffnungsschein«

Balthasar-Neumann-Chor und -Solisten
Michael Schmidt-Casdorff, Flöte
Veith Kloeters, Percussion
Iveta Apkalna, Orgel
Joachim Król, Sprecher
Dirigent: Lionel Sow


Johannes Brahms: Schnitter Tod / aus: 14 Deutsche Volkslieder WoO 34
Harald Feller: Danse macabre für Orgel und Schlagzeug
Thierry Escaich: Motet II / aus: Trois Motets für Chor und Orgel
Johann Sebastian Bach: Komm süßer Tod, komm sel’ge Ruh’ BWV 478 / aus: Georg Christian Schemellis Musicalisches Gesang-Buch (Bearbeitung von Virgil Fox)
Hugo Distler: Totentanz op. 12/2
Johann Sebastian Bach: Sarabande / aus: Partita a-Moll BWV 1013 für Flöte solo
Max Reger: O Tod, wie bitter bist du / aus: Geistliche Gesänge op. 110

Von den letzten Dingen

Ein fein kuratiertes Chorprogramm rund um Tod und Trost haben der Balthasar-Neumann-Chor und der gefeierte Dirigent Lionel Sow anlässlich des Internationalen Musikfests unter dem Motto »Ende« zusammengestellt. Im Zentrum steht Hugo Distlers »Totentanz«, inspiriert von einem berühmtem mittelalterlichen Bilderzyklus in der Lübecker Marienkirche, wo Distler als Organist wirkte. Der personifizierte Tod trifft hier als makaberer Tanzpartner auf zwölf Menschen unterschiedlichen Standes vom Bauern bis zum König.

In der Tradition wilder, virtuoser Totentänze steht der »Danse macabre« des Organisten Harald Feller. Komponiert für Schlagwerk und Orgel entsteht ein effektvoller Kontrast zu den berührenden A-cappella-Chorwerken des weiteren Programms. Entstanden zu ganz unterschiedlichen Zeiten, verbindet sie doch die Hoffnung auf ein ewiges, friedvolles Leben nach dem Tod in göttlichen Gefilden.

Als künstlerische Partner hat sich der in Hamburg ansässige der Balthasar-Neumann-Chor gleich mehrere gefeierte Interpreten ins Boot geholt. Dazu zählen der charismatische Schauspieler Joachim Król als Sprecher in Distlers »Totentanz«, die Elbphilharmonie-Titularorganistin Iveta Apkalna und nicht zuletzt der Dirigent Lionel Sow, der unter anderem den Chor von Radio France leitet.

Einführung
19:00 Uhr / Elbphilharmonie, Großer Saal

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Kammerkonzert

Renaud Capuçon / Kian Soltani / Mao Fujita

Renaud Capuçon, Violine
Kian Soltani, Violoncello
Mao Fujita, Klavier


Piotr I. Tschaikowsky: Klaviertrio a-Moll op. 50 »À la mémoire d’un grand artiste«
Felix Mendelssohn Bartholdy: Klaviertrio d-Moll op. 49

Streicherschmelz und Elfenreigen

Elbphilharmonie-Residenzkünstler Kian Soltani frönt mit seinen Star-Freunden Mao Fujita und Renaud Capuçon der gemeinsamen Liebe zur Kammermusik. Wann immer es die vollen Terminkalender der drei Spitzenmusiker und Freunde erlauben, treten sie als Trio auf – zuletzt etwa im Wiener Konzerthaus oder beim Osterfestival in Aix-en-Provence. In Hamburg erklingen die Klaviertrios von Felix Mendelssohn Bartholdy und Piotr Tschaikowsky, die schon bei ihrer jeweiligen Uraufführung für Furore sorgten.

Tschaikowsky hatte lange für sich ausgeschlossen, ein Klaviertrio zu komponieren – er fand, der singende Ton der Streicher und der Klang des Klaviers vertrügen sich nicht miteinander. Erst als 1881 Nikolaj Rubinstein, begnadeter Pianist und Gründer des Moskauer Konservatoriums, starb, änderte Tschaikowsky plötzlich seine Meinung und schrieb im Andenken an Rubinstein ein wunderschönes, leidenschaftliches Trio. Den berühmten Pianisten würdigt der Komponist mit einem virtuosen Klavierpart, in dem Mao Fujita glänzen kann.

»Es ist das Meistertrio der Gegenwart, eine gar schöne Komposition, die nach Jahren noch Enkel und Urenkel erfreuen wird. Mendelssohn ist der Mozart des neunzehnten Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt«, schrieb Robert Schumann über das Erste Trio seines Komponistenkollegen. Romantisch übersprudelnd legt der Erste Satz los, es folgen mit einem »Lied ohne Worte« und einem »Elfenreigen« poetische Mittelsätze. Das Finale knüpft unbefangen und mit Reminiszenzen an Beethoven an den Anfang an.

Einführung mit Lars Entrich
19:00 Uhr / Laeiszhalle, Kleiner Saal

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Jazz

Miles 100: Bobby Previte Reimagines »Bitches Brew«

mit Fabian Rucker, Michael Kammers und Brad Jones

Fabian Rucker, bass clarinet
Michael Kammers, saxophone, keyboard
Brad Jones, bass guitar
Hamburger Musiker:innen 
Bobby Previte, drums, conductor


Meilenstein des Fusion

Das Dröhnen des sagenumwobenen Woodstock-Festivals war noch nicht ganz verhallt, da schloss sich der Jazz-Trompeter Miles Davis im August 1969 schon in sein New Yorker Studio ein, um zusammen mit Jazz-Giganten wie Chick Corea, Joe Zawinul, Wayne Shorter und John McLaughlin in nur drei Tagen sein legendäres Album »Bitches Brew« aufzunehmen.

Die ekstatische Mischung aus Jazz und Rock, aus treibenden Rhythmen, verzerrten Gitarrenklängen, improvisierten Solo-Passagen und Klangeffekten, die an den Psychedelic-Rock der 60er Jahre erinnern, machten die Platte zum Erweckungserlebnis für den Fusion-Hype der 1970er Jahre, der Musiker wie Herbie Hancock, Jaco Pastorius und die Band Weather Report weltberühmt machte. Diese hochenergetische Mixtur bringt der Jazz-Drummer Bobby Previte in ganz eigenen Versionen weltweit auf die Bühne – immer mit Unterstützung der lokalen Jazz-Szene.

In Workshops arrangiert er mit ortsansässigen Musiker:innen die Nummern von »Bitches Brew« immer wieder neu, was jede Aufführung zu einem einmaligen Erlebnis macht. Bobby Previte wählt nicht nur Jazz-Musiker:innen aus, sondern liebt die Vielfalt aus Jazz, Rock, Noise und anderen Genres: »Gib mir ein paar Leute, die ›Bitches Brew‹ kennen, gerne spielen und die sich mit elektrischer (manchmal lauter) Musik auskennen.«

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Jazz

Miles 100: NDR Bigband »Two Sketches of Spain«

mit Claus Stötter, Pablo Martín Caminero u.a.

NDR Bigband
Claus Stötter, trumpet, flugelhorn
Pablo Martín Caminero, bass
Moisés P. Sánchez, piano
Borja Barrueta, drums
director: Jörg Achim Keller


Miles Davis / Gil Evans: »Sketches of Spain«
Pablo Martín Caminero / Geir Lysne: »New Flamenco Sketches«

Als Miles Davis eine Aufnahme von Joaquín Rodrigos »Concierto de Aranjuez« hörte, war er von der emotionalen Kraft der Musik überwältigt und nahm Kontakt zum Arrangeur Gil Evans auf, mit dem er bereits zwei erfolgreiche Alben in kammermusikalischer Besetzung aufgenommen hatte. »Ich wusste sofort, dass ich daraus eine Platte machen musste«, erinnerte sich Davis später, »denn das Thema ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Das ›Concierto‹ gefiel Gil auch, aber er meinte, für ein ganzes Album brauchten wir ein paar weitere Stücke«. Inspiration fanden sie in Werken Manuel de Fallas und in Flamenco-Formen wie Saeta und Soleá. »Jedes Mal, wenn ich Flamenco höre, falle ich auf meine Knie«, bekannte Davis. Gemeinsam mit Evans schuf der Trompeter 1959/60 die LP »Sketches of Spain«, eine damals vollkommen neuartige Begegnung von spanischer Musik und Jazz. Die NDR Bigband erinnert an diesen Meilenstein der Jazzgeschichte und stellt sich für ihr Konzert die Original-Arrangements der »Sketches Of Spain« auf die Notenpulte.

Miles Davis und Gil Evans verbanden orchestralen Jazz und Flamenco auf eine geniale Weise. Ihr Blick auf die spanische Kultur kam vom Jazz. Was, wenn sich die Perspektiven verändern, wenn sich die Kulturen auf Augenhöhe begegnen, um sich schließlich wechselseitig zu durchdringen? Diesen Weg schlägt Pablo Martín Caminero mit der NDR Bigband ein.

In Spanien ist Caminero einer der angesehensten und erfolgreichsten Jazzsolisten, Bandleader und Komponisten. Seine große Leidenschaft gilt dem Flamenco. Auf seinem gestrichenen Kontrabass beschwört er den intensiven Gesang von Camarón de la Isla und Enrique Morente herauf, während er rhythmisch an Gitarristen wie Paco de Lucía und Gerardo Núñez erinnert, mit dem er viele Jahre auf Tour war. Die NDR Bigband lässt sich auf das Abenteuer ein, das für Caminero kein Kunstgriff ist: »Jazz ist mehr als Musik. Es ist ein Konzept, in dem es um Freiheit, Improvisation und Kreativität geht. Das bietet anderen Genres ungeahnte Möglichkeiten.«

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Konzert

Yuşan Zillya Ensemble

Lost Music: Musik der Krimtataren

Yuşan Zillya, Ensemble
Djemil Karikov, Saz, Bağlama, Santur
Nial Khalilova, Violoncello
Natalia Rybka-Parkhomenko, Gesang


Klänge der Unsterblichkeit – krimtatarische Musikzeugnisse

Lebendige Krim im Exil

Die Krim-Tataren und das ukrainische Volk: eine beispiellose Geschichte von politischer und kultureller Solidarität, die heute in Kriegszeiten fortgeschrieben wird. Und das auch musikalisch – mit dem Trio Yuşan Zillya treffen zwei Tataren-Musiker im Lwiwer Exil auf eine ukrainische Sängerin.

Die Tataren sind die größte indigene Bevölkerungsgruppe der Krim: Vom 15. bis ins 18. Jahrhundert sorgten die Nachkommen mongolischer Nomaden sunnitischen Glaubens für blühenden Handel am Schwarzen Meer, für kulturellen Austausch zwischen der Türkei, Persien und Arabien. Seit der Eingliederung ins russische Reich ist ihre Geschichte von Verfolgung, Vertreibung und Exil geprägt, ein Leid, das sich über Stalins Pogrome bis zur russischen Annexion der Halbinsel 2014 zieht. Loyalität erfuhren und erfahren sie aber von Seiten der Ukraine – von der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu Sowjetzeiten bis zur Aufnahme von Geflüchteten heute.

Zwei dieser Exilanten sind der Multiinstrumentalist, Liedersammler und Komponist Dzhemil Karikov (Langhalslauten, Kastenzither) und seine Tochter Nial Khalilova (Cello). Zusammen mit der ukrainischen Vokalistin Natalia Rybka-Parkhomenko entstand in Lwiw am Les-Kubras-Theater das Programm »Klänge der Unsterblichkeit« – ein eindrückliches Zeugnis dafür, wie sich diese einzigartige islamische Tradition bis heute trotz schwierigster Bedingungen behaupten konnte und nun einen neuen Dialog anregt. Neben ukrainischen und tatarischen Volksliedern bezieht das Repertoire auch Lieder des anatolischen Barden Aşık Veysel mit ein.

Das Konzert gehört zur Reihe »Lost Music« des Internationalen Musikfests Hamburg. Sie widmet sich Musikkulturen auf der ganzen Welt, die von Kriegen und Fluchtbewegungen erodiert oder von Herrschenden unterdrückt werden. Alle Künstlerinnen und Künstler verbindet der Ansatz, historische Quellenforschung und authentische Stilistik mit modernen Anklängen zu verbinden. Und alle ziehen aus ihrem prekären Status nur noch mehr Energie für ihre Mission und für ihre Bühnenpräsenz.

Einführung mit Christian Koehn
18:30 Uhr / Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Konzert

Janine Jansen / Camerata Salzburg

Janine Jansen, Violine
Camerata Salzburg
Gregory Ahss, Violine und Leitung


Richard Dubugnon: Piccolo concerto grosso op. 87
Francesco Geminiani: Concerto grosso d-Moll »La Follia«
Nino Rota: Concerto per archi
Antonio Vivaldi: Le quattro stagioni (Die vier Jahreszeiten) op. 8

Im Dialog

Mit einer Einspielung von Vivaldis »Le quattro stagioni« erlebte Janine Jansens Karriere 2005 einen entscheidenden Schub – das Album wurde innerhalb kürzester Zeit zum Download-Hit auf iTunes, und auch sonst erreichte ihre kammermusikalische und ungeheuer farbenreiche Interpretation des barocken Meisterwerks ein Publikum weit jenseits der geschlossenen Klassik-Gesellschaft. Das wiederum passt ganz wunderbar zur Persönlichkeit der niederländischen Geigerin: Sie liebt die Offenheit, den Dialog, das Gemeinsame. Ihr wunderbar dialogisches Programm mit der Camerata Salzburg schlägt denn auch gekonnt einen Bogen zwischen Barock und Gegenwart. Zu Beginn ertönt das Piccolo concerto grosso des Schweizers Richard Dubugnon, mit dem Janine Jansen seit Jahren eine enge künstlerische Zusammenarbeit verbindet. Abschluss und Höhepunkt des Abends bilden – wie sollte es anders sein? – Die vier Jahreszeiten.

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Konzert

B’Rock Orchestra: »Das große Fressen«

Ein inszeniertes Bankett zwischen Barock und Pop nach dem Film »La grande bouffe«

B’Rock Orchestra
Raphaële Green, Mezzosopran
Romain Dayez, Bariton
Casper Clausen, Gesang
Linde Carrijn, Gesang
Aïda Gabriëls, Konzept, Regie


»Das große Fressen«
Ein inszeniertes Bankett zwischen Barock und Pop nach dem Film »La grande bouffe« (Regie: Marco Ferreri, FR/IT 1973)
Auszüge aus Mozarts »Don Giovanni«, Händels »Il Tamerlano«, Rameaus »Les Indes Galantes«, Lullys »Atys« u.a.

Das Buffet ist eröffnet

Mit seinem Kinofilm »Das große Fressen« (La grande bouffe), in dem sich vier lebensmüde Freunde durch dekadente Völlerei zu Tode konsumieren, sorgte Marco Ferreri 1973 für einen veritablen Skandal. Das belgische Originalklang-Ensemble B’Rock Orchestra, so etwas wie die Bad Boys der Alte-Musik-Szene, bringt dieses Setting nun als theatralisch-musikalisches Bankett auf die Konzertbühne.

Im Zentrum der Performance stehen vier illustre Persönlichkeiten: Der selbstkritische Kritiker Casper, der perfektionistische Koch Romain, die depressive Performance-Künstlerin Linde und die Diva Raphaële, die in ihrer Opernwelt gefangen zu sein scheint. Die unterschiedlichen Charaktere wirken sich auch auf die Musik aus: Opern-Versatzstücke quer durch die Musikgeschichte werden dabei durch elektronische Beats überzeichnet. Ein bitterböser Kommentar auf eine Gesellschaft, die die innere Leere mit maßlosem Überfluss ausfüllen will und daran zugrunde geht.

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Konzert

Ensemble Resonanz / Meret Becker / Riccardo Minasi

Ensemble Resonanz
Dirigent: Riccardo Minasi
Meret Becker, Lesung


Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze Hob. XX:1A
Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur

Letzte Worte

Bewegende Passionsmusik, verknüpft mit emotionalen Texten der Gegenwart: Die Schauspielerin Meret Becker (»Tatort«, »Babylon Berlin«) liest aus Wolfgang Herrndorfs Blog »Arbeit und Struktur«. Das Ensemble Resonanz kombiniert ihn mit eindringlicher Musik von Joseph Haydn über die sieben letzten Worten Christi, ein Werk voller Andacht, Schmerz und Trost. Passend zum Internationalen Musikfest Hamburg unter dem Motto »Ende« verdichten sich Literatur und Musik zu einer intensiven Meditation über Endlichkeit und Hoffnung.

»Arbeit und Struktur«, das waren die wichtigsten Faktoren, die Wolfgang Herrndorf während seiner drei Jahre andauernden Tumorerkrankung Halt gaben. In seinem gleichnamigen Online-Tagebuch dokumentierte der 2013 verstorbene Autor des Erfolgsromans »Tschick« in ebenso klarer wie schonungsloser Sprache seine Erlebnisse und Gedanken über den Tod.

Den posthum auch als Buch erschienen Blog kombiniert das Ensemble Resonanz mit Joseph Haydns Passionsmusik »Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze«. In sieben langsamen und andächtigen Sätzen setzt Haydn die letzten Worte Christi, wie sie in den Evangelien überliefert sind, in ein eindringliches musikalisches Bild.

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Kammerkonzert

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen / Christian Tetzlaff / Jukka-Pekka Saraste

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Christian Tetzlaff, Violine
Dirigent: Jukka-Pekka Saraste


Wolfgang Amadeus Mozart: Maurerische Trauermusik c-Moll KV 479a
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Greatest Hits

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen präsentiert in diesem Konzert zwei Greatest Hits, die in keiner klassischen Playlist fehlen dürfen: Mendelssohns Violinkonzert, dessen Solopart kein Geringerer als Christian Tetzlaff gestaltet, und die schwärmerische Zweite Sinfonie von Johannes Brahms. Mit Jukka-Pekka Saraste ist am Pult des Orchesters ein echter Meister seiner Zunft zu erleben.

Saraste hat den Ruf eines introvertierten Musikers, der sich ganz auf die Musik konzentriert – eine spannende Kombination zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, deren Musiker:innen mit extrovertierter Intensität ihr Publikum begeistern. Den Spagat aus Extrovertiertheit und verinnerlichter Gestaltungskraft beherrscht auch Christian Tetzlaff, der mit Mendelssohns berühmten Violinkonzert zunächst sein Talent zum Tiefgang demonstrieren kann, bevor er im brummkreiselnden Finale seine Finger publikumswirksam von der Kette lassen darf.

Es folgt mit der Zweiten Sinfonie von Johannes Brahms eines der wenigen gelösten Werke aus der Feder des tiefernsten Hamburgers. Nachdem er voller Selbstzweifel mehr als 14 Jahre an der endgültigen Gestalt seiner Ersten gefeilt hatte, flog ihm das Folgewerk 1877 im Sommerurlaub am Wörther See förmlich zu und wurde innerhalb kurzer Zeit vollendet. Diese freudvolle Atmosphäre ist überall greifbar und bricht sich in einem energetischen Finale Bahn.

Einführung mit Nina Paul
19:00 Uhr / Elbphilharmonie, Großer Saal

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Klavierkonzert

Khatia Buniatishvili / Academy of St Martin in the Fields

Khatia Buniatishvili, Klavier
Academy of St Martin in the Fields


Jean Sibelius:
Valse triste / aus der Schauspielmusik zu »Kuolema« op. 44
Szene mit Kranichen / aus der Schauspielmusik zu »Kuolema« op. 44
Wolfgang Amadeus Mozart:
Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466
Konzert für Klavier und Orchester A-Dur KV 488
Joseph Haydn: Sinfonie fis-Moll Hob. I:45 »Abschiedssinfonie«

Große Gefühle, spritziger Humor

Khatia Buniatishvili ist berühmt für ihr hochemotionales Spiel und dafür, die inneren Dramen der von ihr interpretierten Werke voll auszuleuchten. Das Programm ihres Konzerts mit der Academy of St Martin in the Fields bietet ihr dazu den passenden Rahmen. Schon die einleitenden Werke von Jean Sibelius, seine berühmte »Valse triste« und die ätherische »Szene mit Kranichen«, entstammen einer Schauspielmusik. Joseph Haydns Abschiedssinfonie erzählt ihr ganz eigenes Drama: Angeblich konzipierte der findige Komponist das Werk eigens, um seinen Dienstherrn subtil darauf hinzuweisen, dass die Orchestermusiker gern endlich Urlaub hätten. Und dass sich in den Solokonzerten des genialen Opernkomponisten Mozart auch so manches Drama abspielt, steht außer Frage.

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Konzert

Utopia / Vilde Frang / Teodor Currentzis

Utopia
Vilde Frang, Violine
Dirigent: Teodor Currentzis


Alban Berg: Konzert für Violine und Orchester »Dem Andenken eines Engels«
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 1 D-Dur

Ein Abend der Extreme

Der Dirigent Teodor Currentzis sucht die Extreme — und findet sie in der Musik. Dafür wählt er regelmäßig packende Werke aus, deren Intensität die Qualitäten seines selbst gegründeten Orchesters Utopia optimal zur Geltung bringen. Dieses Mal führt die Reise aus der überwältigenden Wucht von Gustav Mahlers Erster Sinfonie hin zu Alban Bergs zartem und zugleich erschütterndem Violinkonzert, gespielt von der virtuosen Geigerin Vilde Frang.

Mahler verschmilzt in seiner Ersten Sinfonie, die aus ihm »wie ein Bergstrom hinausfuhr«, die Klänge der Natur, der Volksmusik und der Sinfonik zu einem visionären Meisterwerk – zeitweise verlieh er ihm den programmatischen Beinamen »Titan«. In wenigen Werken der Musikgeschichte ist Klang so subtil, so fragil und so voller empathischer Wärme auf das Schicksal eines geliebten Menschen bezogen wie in Bergs Violinkonzert. Dem »Andenken eines Engels« gewidmet, schrieb er es für Manon Gropius, der gemeinsamen Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius, die 19-jährig an Kinderlähmung gestorben ist.

Rahmenprogramm:
Di, 12.5.2026 18 Uhr
Quartett der Kritiker, Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Konzert

Stuttgarter Kammerorchester / Daniel Ottensamer / Thomas Zehetmair

Stuttgarter Kammerorchester
Daniel Ottensamer, Klarinette
Dirigent: Thomas Zehetmair


Hans Werner Henze: Seconda sonata per archi
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622
Linda Buckley: Fall Approaches
Franz Schubert: Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485

Himmel aus Tönen

Musik neu zu lesen, als sei sie gerade erst auf dem Papier entstanden, ist eine der großen Stärken von Thomas Zehetmair. Als Geiger und Dirigent kuratiert er Programme, die sich von anderen abheben. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Kammerorchester und dem Klarinettisten Daniel Ottensamer erkundet Zehetmair ein weites Feld: Hans Werner Henzes empfindsame Zweite Streichersonate steht in leuchtendem Kontrast zu dem zartem Klarinettenkonzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart – ein ideales Konzertstück für den Soloklarinettisten der Wiener Philharmoniker, Daniel Ottensamer.

Zu dem hellschimmernden Streicherstück »Fall approaches« ließ sich die Irin Linda Buckley von einem isländischen Gedicht inspirieren – und nicht zuletzt von der Weite und Schönheit Islands. Und Franz Schuberts Sinfonie Nr. 5 ist in seiner jugendlichen Leichtigkeit und kammermusikalischen Perfektion – der Komponist zählte gerade 19 Jahre bei der Entstehung – eine direkte Auseinandersetzung mit dem sinfonischen Schaffen Mozarts.

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Konzert

Daniil Trifonov / Nikolaj Szeps-Znaider

Daniil Trifonov, Klavier
Nikolaj Szeps-Znaider, Violine


Clara Schumann: Drei Romanzen für Violine und Klavier op. 22
Robert Schumann: Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 d-Moll op. 121
Anton Webern: Vier Stücke für Violine und Klavier op. 7
Ludwig van Beethoven: Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 47 »Kreutzer-Sonate«

Legendär

Welcher Pianist kann schon von sich behaupten, von Martha Argerich und Alfred Brendel gleichermaßen bewundert zu werden? Einen gibt es mindestens: Daniil Trifonov. Der in den USA lebende Russe genießt bereits mit Mitte 30 beinahe Legendenstatus. Die ungeheure Virtuosität, mit der er noch die anspruchsvollsten Werke auf die Tasten und dem Publikum in die Ohren zaubert, die Klarheit und Brillanz seines Spiels und die emotionale Tiefe seiner Interpretationen ziehen Profis und Laien, Klassikkenner:innen und Konzertneulinge gleichermaßen in ihren Bann. Bei ProArte durchwandert er gemeinsam mit Nikolaj Szeps-Znaider kammermusikalische Welten von den leidenschaftlich-romantischen Kompositionen Clara und Robert Schumanns über die konzentrierten Miniaturen Anton Weberns bis hin zu Ludwig van Beethovens himmelstürmend virtuoser Kreutzer-Sonate. Wahrhaft legendär!

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Konzert

Roots Revival

Lost Music: Musik der Hazara

Roots Revival
Elaha Soroor, Gesang
Giuliano Modarelli, Gitarre
Habib Rafie, Dambora
Haider Khan Gorau, Tabla, Harmonium, Gesang
Mehdi Aminian, Ney, Setar, Saz


Hazara-Musik aus Afghanistan

Im Vielvölkerstaat Afghanistan stellen die Hazara eine der größten ethnischen Gruppen dar. Doch da sie anders als die sunnitische Mehrheit dem schiitischen Islam angehören und insgesamt deutlich liberaler eingestellt sind, werden sie seit Generationen diskriminiert und verfolgt. Eine Stimme gibt ihnen die Sängerin Elaha Soroor. Als eine der Ersten trat sie nach der zeitweiligen Unterwerfung der Taliban öffentlich auf und gewann das afghanische Pendant von »Deutschland sucht den Superstar«. Nach der Rückkehr des fundamentalistischen Regimes im Jahr 2021 ging sie ins Exil nach London, wo sie seither ihre Kultur hochhält – mit authentischen Liedern in eingängigen Arrangements, die auch Instrumente aus der arabischen und indischen Musik einbeziehen.

Das Konzert gehört zur Reihe »Lost Music« des Internationalen Musikfests Hamburg. Sie widmet sich Musikkulturen auf der ganzen Welt, die von Kriegen und Fluchtbewegungen erodiert oder von herrschenden Mehrheiten unterdrückt werden. Alle Künstlerinnen und Künstler verbindet der Ansatz, historische Quellenforschung und authentische Stilistik mit modernen Anklängen zu verbinden. Und alle beziehen aus ihrem prekären Status nur noch mehr Energie für ihre Mission und für ihre Bühnenpräsenz.

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Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester / Tamara Stefanovich / Pierre Bleuse

NDR Elbphilharmonie Orchester
Tamara Stefanovich, Klavier
Dirigent: Pierre Bleuse


Hans Werner Henze: Tristan / Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester
Charles Ives: Central Park in the Dark
Claude Debussy: Images für Orchester

Gralshüter der Moderne

Seit der Saison 2023/2024 ist der Franzose Pierre Bleuse Chefdirigent beim Pariser Ensemble Intercontemporain. Als Nachfolger großer Musiker wie Pierre Boulez oder Peter Eötvös ist er damit hauptamtlicher Gralshüter der Moderne. Das NDR Publikum konnte den gelernten Geiger unter anderem schon beim Festival »Elbphilharmonie Visions« 2025 erleben. Nun hat Bleuse im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg ein Programm mit Werken des 20. Jahrhunderts zusammengestellt, dessen Generalnenner die Vielschichtigkeit ist.

Die Geschichte des Tristan-Stoffes reicht bis ins Mittelalter zurück. Hans Werner Henze, dessen 100. Geburtstag 2026 gefeiert wird, hat sich dieser Legende in all ihrer Vielschichtigkeit gestellt. Sein »Tristan« ist eine überreiche Collage für Solo-Klavier, Orchester und Tonbänder: Unter anderem Johannes Brahms, Frédéric Chopin, natürlich Richard Wagner, aber auch der Klang eines klopfenden Herzens werden von Henze für seine Beschwörung des Liebes-Mythos herbeizitiert.

Was hört man, wenn man nachts im dunklen Central Park sitzt? In Charles Ives’ »Central Park in the Dark« von 1906 schieben sich verschiedene Klangschichten, gespielt von räumlich getrennt sitzenden Orchestergruppen, übereinander: Von Ferne tönt Ragtime-Musik herüber, Pferdewagen klappern vorbei, Streicher legen einen nächtlich-weichen Klangteppich aus. Alles zusammen ergibt ein tief gestaffeltes, multiperspektivisches Klangpanorama eines nächtlichen Parkbesuchs.

Musikalische Impressionen von England, Spanien und vom Frühling beschwört Claude Debussy in seinen drei Bildern (Images) für Orchester herauf. Dafür zieht er englische Gigues, spanische Folklore und französische Volkslieder heran. Und auch bei Debussy gibt es – wie bei Ives – im zweiten Bild eine stimmungsvolle Nachtszene: »Les parfums de la nuit« (Die Düfte der Nacht). Doch beim Großmeister des orchestralen Impressionismus bleibt dies alles nur Andeutung und flüchtige Ahnung. Debussy verzaubert, indem er kunstvoll zu verschleiern weiß.

Einführung:
19:00 Uhr / Elbphilharmonie, Großer Saal

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Neue Musik

Scharoun Ensemble Berlin

NDR das neue werk

Scharoun Ensemble Berlin
Jürgen Ruck, Gitarre
Siyabonga Maqungo, Tenor


Wolfgang Rihm: Chiffre VI für acht Spieler
Arne Gieshoff: Juballaby (Uraufführung)
Mark-Anthony Turnage: This Silence
Hans Werner Henze: Kammermusik 1958 über die Hymne »In lieblicher Bläue« von Friedrich Hölderlin

Nicht alle Traditionen über Bord werfen

Als Franz Schubert 1824 sein Oktett schrieb, schuf er eine neue achtköpfige Besetzung, die sich bis heute gehalten hat. Das Scharoun Ensemble gründete sich 1983 für dieses Werk und besteht im Kern aus Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Bratsche, Cello und Kontrabass. Die Mitglieder der Berliner Philharmoniker gehören zu den spannendsten Kammermusikformationen und erweitern ihr Repertoire beständig um neue Werke – so auch in diesem Konzert, das dem 100. Geburtstag von Hans Werner Henze gewidmet ist.

Sowohl Hans Werner Henze als auch Wolfgang Rihm mussten sich zu Beginn ihrer Karriere in den 1950er und 60er Jahren anhören, ihre Musik sei nicht radikal genug, um Avantgarde zu sein. Welch ein Glück, dass diese Grabenkämpfe Geschichte sind und sich beide Komponisten durchgesetzt haben. Henzes Werk über das Hölderlin-Gedicht »In lieblicher Bläue« folgt ganz dem Titel und steht schillernd und melancholisch-weltvergessen in der Kunstlied-Tradition.

Wolfgang Rihm lässt seinen »Chiffre«-Zyklus »völlig frei aus der Fantasie-Spannung« entstehen, ein Oktett voller Gefühlsausbrüche. Henze-Schüler Marc-Anthony Turnage, der inzwischen selbst eine weltweit geschätzte Größe ist, schrieb »This Silence« für das Scharoun Ensemble. Ein Freigeist wie sein Lehrer, besticht Turnages Musik durch Sinnlichkeit und Kontraste: »Scharfe, bissige Lyrik und sehnsuchtsvolle Melodien – typisch für Turnage in Bestform«, schreibt der Guardian über »This Silence«.

Einführung mit Verena Mogl
18:30 Uhr / Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester / Pierre Bleuse

NDR Elbphilharmonie Orchester
Dirigent: Pierre Bleuse


Charles Ives: Central Park in the Dark
Claude Debussy: Images für Orchester

Gralshüter der Moderne

Seit der Saison 2023/2024 ist der Franzose Pierre Bleuse Chefdirigent beim Pariser Ensemble Intercontemporain. Als Nachfolger großer Musiker wie Pierre Boulez oder Peter Eötvös ist er damit hauptamtlicher Gralshüter der Moderne. Das NDR Publikum konnte den gelernten Geiger unter anderem schon beim Festival »Elbphilharmonie Visions« 2025 erleben. Für »Klassik Kompakt« hat Bleuse nun zwei wegweisende Werke des 20. Jahrhunderts im Gepäck, die je auf ihre eigene Art Bilder, Eindrücke und Stimmungen heraufbeschwören. Was hört man, wenn man nachts im dunklen Central Park sitzt? In Charles Ives’ »Central Park in the Dark« von 1906 schieben sich verschiedene Klangschichten, gespielt von räumlich getrennt sitzenden Orchestergruppen, übereinander: Von Ferne tönt Ragtime-Musik herüber, Pferdewagen klappern vorbei, Streicher legen einen nächtlich-weichen Klangteppich aus. Alles zusammen ergibt ein tief gestaffeltes, multiperspektivisches Klangpanorama eines nächtlichen Parkbesuchs.

Musikalische Impressionen von England, Spanien und vom Frühling beschwört Claude Debussy in seinen drei Bildern (Images) für Orchester herauf. Dafür zieht er englische Gigues, spanische Folklore und französische Volkslieder heran. Und auch bei Debussy gibt es – wie bei Ives – im zweiten Bild eine stimmungsvolle Nachtszene: »Les parfums de la nuit« (Die Düfte der Nacht). Doch beim Großmeister des orchestralen Impressionismus bleibt dies alles nur Andeutung und flüchtige Ahnung. Debussy verzaubert, indem er kunstvoll zu verschleiern weiß.

»Ich wollte einen Raum schaffen, in dem wir uns diesen Themen annähern und sie ›umarmen‹ können, in dem die Gewalt nicht an das Publikum weitergetragen oder im Konzertsaal reproduziert wird«, sagt die Komponistin. Raum ist hier wörtlich als »Klang-Raum« gemeint. Der Sound kommt aus Lautsprechern, die rund um das Publikum angeordnet ist, mal scheint er wie ein Hubschrauber zu kreisen, dann aus einer bestimmten Richtung zu kommen oder von überall. Möglich macht das modernste 3D-Soundtechnik, die seit Kurzem im Kleinen Saal der Elbphilharmonie verbaut ist.

Rahmenprogramm: Sa, 17.5.2025 17 Uhr
KI in der Musik, Elbphilharmonie, Kaistudio 1

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Konzert

Schumann Quartett

Schumann Quartett
Erik Schumann, Violine
Ken Schumann, Violine
Veit Hertenstein, Viola
Mark Schumann, Violoncello


Joseph Haydn: Streichquartett D-Dur op. 20/4
Hans Werner Henze: Streichquartett Nr. 5
Ludwig van Beethoven: Streichquartett F-Dur op. 135

Letzte Töne

Weiß ein Komponist, dass ein Werk sein letztes sein würde? Und ist der Musik Weltschmerz, Abschied oder Abgeklärtheit anzuhören? Das renommierte Schumann Quartett spürt diesen Fragen im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg, das 2025 unter dem Motto »Ende« steht, mit den letzten Streichquartetten von Ludwig van Beethoven und Schwerpunktkomponist Hans Werner Henze nach.

Beethoven lässt die Nachwelt über einige Zeilen rätseln, die er dem Vierten Satz seines letzten Quartettes voranstellte: »Der schwer gefasste Entschluss« und »Muss es sein? Es muss sein!« Wollte man hier lange einen fatalistischen Abschied von der Welt sehen, ist es wahrscheinlicher, dass Beethoven hier scherzhaft auf einen finanziellen Konflikt mit einem Musiker anspielte. Humor oder Ernst – Beethoven komponiert ein visionäres Werk, dass den Horizont für neue Epochen weitet.

Auf Hans Werner Henzes Streichquartett von 1976 sollten noch über 40 erfolgreiche Lebensjahre folgen – aber keine weiteren Streichquartette. Zu diesem fünften und (vielleicht zufällig?) letzten inspirierte Henze ein Traum, von dem ihm ein Tänzer erzählte: »Es scheint, eine Geschichte wird erzählt, worin Nachtmahre und Gespenster auftauchen, die von den Blumen des Bösen, von Betäubung, Halluzinationen, Schrecknissen berichten«, kommentiert der Komponist das Werk.

Einführung mit Anne Kussmaul
18:30 Uhr / Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Konzert

Huelgas Ensemble / Paul Van Nevel

»Memento mori«

Huelgas Ensemble
Dirigent: Paul Van Nevel


Guillaume Dufay: Mon chier amy, qu’aves vous empensé
Giovanni Gabrieli: Exaudi me, Domine à 16
Cipriano de Rore: Calami sonum ferentes à 4
Jean Richafort: Graduale »Si ambulem« / aus: Requiem (in memoriam Josquin Desprez) á 6
Nicolas Gombert: Media vita in morte sumus à 6
Giaches de Wert: Vox in Rama audita est / aus: Il secondo libro de motetti à 5
Orlando di Lasso: Lamentationes feria sexta in Parasceve

Vokale Perfektion

Die »erste Adresse für vokale Perfektion« nennt BR-Klassik das Huelgas Ensemble aus Belgien, das sich auf Musik um 1600 spezialisiert hat. In Hamburg präsentiert der Chor unter seinem Gründer und Leiter Paul Van Nevel ein Programm rund um das berühmte mittelalterliche Motto »Memento mori«, das an die Endlichkeit des Lebens erinnert. Dabei erklingen Klagelieder auf Persönlichkeiten der Renaissance ebenso wie liturgische Werke, die Höhepunkte der damaligen Vokalpolyphonie darstellen.

Paul Van Nevel ist eine echte Koryphäe für die Chormusik der Renaissance. Der Dirigent und Musikwissenschaftler, der mal als »Hercule Poirot der Alten Musik« bezeichnet wurde, hat zahlreiche Meisterwerke wiederentdeckt, auch dank seiner profunden Kenntnis der Musikbibliotheken ganz Europas. Seit mehr als 50 Jahren schon bringt er seine Entdeckungen mit dem Huelgas Ensemble weltweit auf die Bühne. Das Ensemble hat in dieser Zeit außerdem mehr als 120 Alben aufgenommen.

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Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester / Leonidas Kavakos / Matthias Pintscher

NDR Elbphilharmonie Orchester
Leonidas Kavakos, Violine
Dirigent: Matthias Pintscher


Richard Wagner: Siegfried-Idyll E-Dur WWV 103
Karol Szymanowski: Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 op. 61
Hans Werner Henze: Sinfonie Nr. 7

Anfang und Ende

Matthias Pintscher, frisch gebackener Chef des Kansas City Symphony Orchestra und Experte für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, hat für sein Gastdirigat beim NDR Elbphilharmonie Orchester einen Geburtstagsgruß und – dem Musikfest-Motto »Ende« folgend – zwei sehr unterschiedliche Weltabschiedswerke aufs Programm gesetzt.

Wagners »Siegfried-Idyll« ist eine der hübschesten Liebeserklärungen der Musikgeschichte. Der Komponist schrieb sie zum 33. Geburtstag seiner frisch angetrauten Frau Cosima, die ihm gerade seinen Stammhalter Siegfried geboren hatte. Der stolze Vater und Gatte widmete ihr das Werk mit den Worten: »Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang, als Symphonischer Geburtstagsgruß. Seiner Cosima dargebracht von Ihrem Richard.«

»Es ist eine absolut unglaubliche Partitur«, so schwärmt der griechische Geiger Leonidas Kavakos über Karol Szymanowskis Zweites Violinkonzert. »Millionen Schichten, Millionen Farben und unglaubliche Fantasie.« Im Gegensatz zu dem bekannteren, funkelnd-expressiven Ersten Violinkonzert ist Szymanowskis Zweites stark von polnischer Volksmusik inspiriert. Ein Freund berichtete: »Karol spitzte die Ohren bei den besonderen Stellen, verschlang diese seltsamen, primitiven Melodien und zerlegte sie in ihre einzelnen Elemente«. In seinem Zweiten Violinkonzert, seiner letzten Komposition, setzte Szymanowski diese Elemente auf einzigartige Weise wieder zusammen.

Am 1. Juli 2026 jährt sich der Geburtstag von Hans Werner Henze zum 100. Mal – Anlass, ihn im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg besonders in den Fokus zu stellen. Als letzten der Großkomponisten hat man Henze gern bezeichnet. Seine Siebte Sinfonie könnte man seine »Deutsche« nennen. Klassisch streng in der Form, setzt sie sich mit dem Leben und Ende Friedrich Hölderlins auseinander: »Der dritte Satz ist eine Darstellung der Leiden des deutschen Dichters Friedrich Hölderlin in der Nervenklinik in Tübingen«, schrieb Henze dazu. »Der Schlussteil besteht aus der Vertonung von Hölderlins ›Hälfte des Lebens‹«.

Einführung
19:00 Uhr / Elbphilharmonie, Großer Saal

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Konzert

Ghada Shbeir & François Joubert-Caillet

Lost Music: Aramäische Gesänge

Ghada Shbeir, Gesang
François Joubert-Caillet, Viola da gamba


Aramäisch war die Muttersprache von Jesus von Nazareth. Und auch nach 2000 Jahren sprachlicher und (teils kriegerischer) politischer Umwälzungen gibt es im Libanon, in Syrien und im Irak noch immer Menschen, die sie sprechen – ja, sogar einige frühchristliche Kirchen, die sie quasi als Amtssprache verwenden. Die charismatische Sängerin Ghada Shbeir hat sich als Professorin für Orientalistik und liturgischen Gesang an der kirchlichen Universität von Kaslik nahe Beirut intensiv mit liturgischen aramäischen Gesängen beschäftigt. Eigens für das Internationale Musikfest Hamburg stellt sie gemeinsam mit dem französischen Gamben-Virtuosen François Joubert-Caillet ein klangsinnliches Programm zusammen und schlägt so eine Brücke zwischen Orient und Okzident.

Das Konzert gehört zur Reihe »Lost Music« des Internationalen Musikfests Hamburg. Sie widmet sich Musikkulturen auf der ganzen Welt, die von Kriegen und Fluchtbewegungen erodiert oder von herrschenden Mehrheiten unterdrückt werden. Alle Künstlerinnen und Künstler verbindet der Ansatz, historische Quellenforschung und authentische Stilistik mit modernen Anklängen zu verbinden. Und alle beziehen aus ihrem prekären Status nur noch mehr Energie für ihre Mission und für ihre Bühnenpräsenz.

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Oper

Leonard Bernstein: Mass / Omer Meir Wellber

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Audi Jugendchorakademie
Hamburger Alsterspatzen
Hamburger Knabenchor
Will Liverman, Celebrant
Dirigent: Omer Meir Wellber
Alexander Radulescu, Szenische Einrichtung, Video
Constantin Trommlitz, Choreografie


Leonard Bernstein: MASS / A Theatre Piece for Singers, Players and Dancers

Ein großes Orchester, drei Chöre, über 200 Mitwirkende von Gesang über Tanz bis hin zur Rockband: Leonard Bernsteins »Mass« sprengt alle Dimensionen. Mit der Aufführung setzt Hamburgs neuen Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber die Reihe spektakulärer Sonderproduktion beim Internationalen Musikfest fort.

Dass das FBI den US-Präsidenten vor einer Uraufführung warnt, klingt absurd, geschah aber 1971 bei Bernsteins »Mass«. Zu aufgeheizt waren die Zeiten von Vietnamkrieg, Bürgerrechtsbewegung und Kennedy-Ermordung, zu heikel der Inhalt: Statt einer konventionellen Messvertonung erklingt eine Art Performance, die den katholischen Messritus dekonstruiert und zu einer politischen Demonstration umfunktioniert. Lateinische liturgische Gesänge weichen Gospelgesang, Cool Jazz, Rock, Marschmusik, Broadway-Swing, indischen Ragas und expressionistischer Avantgarde. Zwischen Ritus und Rebellion entsteht ein gewaltiges Klangmosaik, das in den überwältigenden Ruf nach Frieden mündet.

Staatsopern-Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber bringt das aufwändigste Projekt des diesjährigen Musikfests in die Elbphilharmonie und am Sonntagmittag auch als Video-Übertragung auf die Michel-Wiese. Dort finden im Anschluss alle Beteiligten zusammen und laden zu einem kreativen Wiesenfest mit Musik, Kulinarik, Performances und Workshops ein.

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Konzert

Messiaen: Quatuor pour la fin du temps

Experimentelle Oper von Eva Reiter und Michiel Vandevelde

Jörg Widmann, Klarinette
Isabelle Faust, Violine
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Pierre-Laurent Aimard, Klavier


Alban Berg: Vier Stücke für Klarinette und Klavier op. 5
Maurice Ravel: Sonate für Violine und Violoncello
Elliott Carter: Epigrams
Olivier Messiaen: Quatuor pour la fin du temps

Das Ende der Zeit

Faust, Queyras, Widmann, Aimard: In dieser deutsch-französischen Kooperation haben sich vier herausragende Solist:innen zu einem Quartett der Extraklasse zusammengefunden. Das zentrale Werk des Abends ist Olivier Messiaens bewegendes »Quatuor pour la fin du temps«, das der Franzose unter prekären Umständen als Kriegsgefangener in Görlitz komponierte.

So erklärt sich auch die außergewöhnliche Kombination aus Violine, Cello, Klarinette und Klavier – andere Instrumente gab es in dem Kriegsgefangenenlager schlichtweg nicht. In seiner schwersten Stunde komponierte Messiaen eines seiner größten Werke und sann über das Ende der Zeit nach. Zum 80. Jubiläum der Uraufführung haben die vier Musiker:innen dieses monumentale Quartett bereits einmal gemeinsam gespielt – und zwar am Ort seiner Entstehung. Nicht nur Messiaens Werk passt zum Motto »Ende« des Internationalen Musikfests, auch Elliott Carters »Epigrams« fügen sich perfekt ein: Die zwölf kurzen Stücke zählen zu den letzten, die der Komponist vor seinem Tod zu Papier brachte.

In den weiteren Stücken des Abends finden sich die Musiker:innen in unterschiedlichen Konstellationen zusammen. Bei Alban Bergs kurzen Vier Stücken op. 5 für Klarinette und Klavier treten Jörg Widmann und Pierre-Laurent Aimard in den Dialog, während Isabelle Faust und Jean-Guihen Queyras gemeinsam Maurice Ravels bahnbrechende Sonate für Violine und Cello spielen.

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Konzertante Aufführung

Wagner: Götterdämmerung / Kent Nagano

Dresdner Festspielorchester
Concerto Köln
Festspielchor der Richard-Wagner-Akademie
Young Woo Kim, Siegfried
Johannes Kammler, Gunther
Daniel Schmutzhard, Alberich
Patrick Zielke, Hagen
Åsa Jäger, Brünnhilde
Sophia Brommer, Gutrune
Olivia Vermeulen, Waltraute
Jasmin Etminan, Erste Norn
Marie-Luise Dreßen, Zweite Norn
Valentina Farcas, Dritte Norn
Ania Vegry, Woglinde
Ida Aldrian, Wellgunde
Eva Vogel, Floßhilde


Richard Wagner: Götterdämmerung / Ein Vorspiel und drei Aufzüge WWV 86D
Konzertante Aufführung in deutscher Sprache mit Übertiteln
Das Konzert findet mit zwei Pausen statt.

Ring-Finale

Die »Götterdämmerung« bildet nicht nur den fulminanten Abschluss von Richard Wagners »Ring«-Tetralogie. Mit der Oper, in der die Götterburg Wallhalla niederbrennt, der Held Siegfried und die Walküre Brünnhilde ihrem Schicksal erliegen und der sagenumwobene Ring an die Rheintöchter zurückkehrt, steuert nun auch ein ganz besonderes Projekt auf seinen Höhepunkt zu: der »Ring des Nibelungen« in historisch informierter Aufführungspraxis.

Unter dem Titel »The Wagner Cycles« haben der ehemalige Hamburger Generalmusikdirektor Kent Nagano sowie die Dresdner Musikfestspiele unter Intendant Jan Vogler seit 2023 den gesamten »Ring« im Kontext seiner Entstehungszeit neu erarbeitet und in ein authentisches Klanggewand gehüllt. Neben der Rekonstruktion der historischen Instrumente und ihrer Spielweisen steht dabei auch die Wiederentdeckung des Gesangs- und Sprechstils der Wagner-Zeit im Mittelpunkt.

Erste Früchte dieses aufwendigen Unterfangens konnte man in der Elbphilharmonie bereits mit der Aufführung der »Walküre« beim Internationalen Musikfest 2024 bestaunen, die für alle Beteiligten zum Triumph wurde. Exakt 150 Jahre nach der Uraufführung des »Rings« in Bayreuth und passend zum diesjährigen Musikfest-Motto »Ende« folgt nun also mit der »Götterdämmerung« das große Finale, für das Kent Nagano noch einmal an seine alte Wirkungsstätte Hamburg zurückkehrt.

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Konzert

Konzerthausorchester Berlin / Alice Sara Ott / Joana Mallwitz

Konzerthausorchester Berlin
Alice Sara Ott, Klavier
Dirigentin: Joana Mallwitz


Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

Visionär

Joana Mallwitz hat als neue Chefdirigentin des Berliner Konzerthausorchesters einen Hype entfacht, der soeben mit einem Opus Klassik besiegelt wurde. Beim Hamburger Gastspiel zelebriert sie Mahlers Fünfte — genau, die mit dem traumschönen Adagietto.

»Die Fünfte ist ein verfluchtes Werk. Niemand kapiert sie«, schimpfte Gustav Mahler. Das war 1905, die 1904 uraufgeführte Sinfonie war in Hamburg gerade auf wenig Zustimmung gestoßen. Wie überhaupt Mahler zu seinen Lebzeiten vor allem als Dirigent gefeiert wurde; als Komponist überforderte er mit seinen weltumspannenden musikalischen Visionen das Publikum seiner Zeit. Mittlerweile weiß man Mahlers Sinfonien längst zu schätzen – gerade seine grandiose Fünfte, die heute seine beliebteste ist. Im Programm des Konzerthausorchesters Berlin erklingt das Meisterstück zusammen mit einem weiteren visionären Werk: Ludwig van Beethovens sinfonischem Dritten Klavierkonzert. Unter Leitung seiner Chefdirigentin Joana Mallwitz und mit Alice Sara Ott am Flügel lädt das Orchester zu einem Gipfeltreffen der Visionäre ein.

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Konzert

»Urlicht Primal Light« – Gustav Mahler goes Circus

Circa, Circus Company
Musicbanda Franui
Zartinka
Yaron Lifschitz, Regie, Licht
Andreas Schett, Musikalische Leitung, Komposition
Markus Kraler, Musikalische Bearbeitung, Komposition
Mark Middleton, Licht
Libby McDonnell, Kostüm


»Urlicht Primal Light«
Gustav Mahler goes Circus

Manege frei!

So hat man die Musik von Gustav Mahler noch nie erlebt! Das Tiroler Kammerensemble Franui, das gerne die Grenzen zwischen Klassik und Volksmusik verwischt, präsentiert seine Lieder ohne Gesang, dafür mit Bläsern, Streichern, Harfe und Hackbrett. Dazu vollführen die weltweit gefeierten australischen Akrobat:innen vom Circa Contemporary Circus aus Brisbane schwerelos-anmutige Choreografien — ein höchst ästhetisches modernes Tanztheater mit beiläufig eingewobener, atemberaubender Artistik.

»Was Franui mit Mahler gelingt, macht Circa mit dem Zirkus – aus den Traditionen neu komponieren, respektvoll aber innovativ, auf der Suche nach neuen Arten von Poesie. Gemeinsam erschaffen wir in Urlicht Primal Light eine Sinfonie aus Körpern und Musik«, sagt Yaron Lifschitz, Leiter von Circa. Seit 20 Jahren begeistert seine Kompagnie weltweit mit aufregenden Shows, häufig bewegen sich die Akrobat:innen zu klassischer Musik.

Musicbanda Franui bringt in das Projekt seine »Mahlerlieder« ein. Das Ensemble stammt aus einem kleinen österreichischen Ort in der Nähe von Mahlers letzter Sommerresidenz. In der Naturidylle der Alpen, wo zahlreiche Werke des Komponisten entstanden, fühlen sich die Musiker:innen dem Komponisten nahe. Mit ihrem besonderen Sound aus Bläsern, Streichern und Saiteninstrumenten wie Harfe, Zither und Hackbrett erzählen sie eine Liedauswahl von Mahler neu, ohne Gesang, dafür mit Freude an »ihren stets überraschenden Wendungen und der Gleichzeitigkeit von heiligem Ernst und weltlichem Gelächter«, so Andreas Schett von Franui.

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Konzert

Kian Soltani / Ensemble Shiraz

»Persian Night« – Traditionelle persische Musik

Ensemble Shiraz
Kian Soltani, Violoncello
Khosro Soltani, Ney, Duduk
Hossein Behroozinia, Oud
Naghib Shanbehzadeh, Schlagwerk


Persische Familienbande

Der diesjährige Elbphilharmonie-Residenzkünstler Kian Soltani taucht für sein letztes Konzert der Saison in die klassische persische Musik und damit in seine Familiengeschichte ein. Soltanis Eltern kamen in den 1970er Jahren nach Österreich, um Musik zu studieren. Sein Vater Khosro Soltani beherrscht sowohl Fagott und Blockflöte als die persischen Blasinstrumente Ney und Duduk. Mit diesen spielt er im Ensemble Shiraz – das seit einigen Jahren immer wieder gemeinsame Konzerte mit Kian Soltani am Cello gibt und 2026 Teil des Elbphilharmonie Community-Projekts »Lost & Found« ist.

»Persische Musik hat etwas sehr Spielerisches für mich«, sagt Kian Soltani. Mit improvisierten Teilen und zahlreichen Verzierungen und Ornamenten ist sie freier als die klassische Musik und mindestens so kunstvoll. Neben den Blasinstrumenten dürfen natürlich die Laute Oud und Percussion nicht fehlen.

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Klavierkonzert

Arcadi Volodos / Klavierabend

»It’s About Time«

Arcadi Volodos, Klavier

Frédéric Chopin:
Mazurka h-Moll op. 33/4
Mazurka e-Moll op. 41/2
Mazurka f-Moll op. 63/2
Prélude cis-Moll op. 45
Sonate b-Moll op. 35
Franz Schubert: Sonate B-Dur D 960

Musik für die Ewigkeit

Berühmt geworden ist der russische Pianist Arcadi Volodos mit hypervirtuosen eigenen Transkriptionen großer Orchesterwerke. Dass er sich aber ebenso in hochromantischen, gefühlvollen Gefilden zuhause fühlt, beweist nun sein Solo-Rezital im Großen Saal der Elbphilharmonie.

Im Fokus steht zunächst Frédéric Chopin, der den polnischen Nationaltanz Mazurka von den Dorfplätzen in die Salon-Kultur Europas einführte. Unter seinen Händen wurde der holprige Tanz zu eleganten Miniaturen für Klavier. Auch auf dunkleren Wegen setzte Chopin Maßstäbe für die Ewigkeit: Seine b-Moll-Sonate erlangte nicht zuletzt durch ihren oft in Filmen und bei Staatsbegräbnissen verwendeten Trauermarsch große Bekanntheit.

Nach der Pause erklingt Franz Schuberts raumgreifende letzte Klaviersonate, die durch ihre tiefe Innerlichkeit besticht und einen Gipfelpunkt der romantischen Klavierliteratur darstellt. »Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen«, so steht es auf Schuberts Grabstein. Seine Sonate zeigt, was in diesem viel zu früh gestorbenen Komponisten steckte, der schon in jungen Jahren ein Meisterwerk nach dem anderen schreiben konnte.

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Konzert

Lucienne Renaudin Vary / Jörg Endebrock

Werke für Trompete und Orgel

Lucienne Renaudin Vary, Trompete
Jörg Endebrock, Orgel


Werke für Trompete und Orgel von Petr Eben, Giuseppe Torelli, George Gershwin, Astor Piazzolla u.a.

Zwischen Himmel und Jazz

»Als würde ein Engel Trompete spielen«, titelte das Abendblatt bei ihrem Auftritt in der letzten ProArte-Saison. Und auch als Turmbläserin von St. Michaelis hatte Lucienne Renaudin Vary bereits einen ehrenvollen Auftritt. Wenn sie in dieser Saison an der Seite von Michelkantor Jörg Endebrock zurückkehrt, darf man sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Die junge französische Trompeterin begeistert stets mit ihrem schlanken Ton, ihrer natürlichen Musikalität und ihrem mühelosen Wandeln zwischen den Genres. Heute Klassik, morgen Romantik, übermorgen Jazz – und manchmal auch alles in einem Konzert. Für den sommerlichen Abschluss des Michel-Abos spannt sie einen weiten musikalischen Bogen von Torelli und Marcello bis zu Gershwin und Piazzolla.

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Konzert

Ensemble Resonanz / RIAS Kammerchor Berlin / Justin Doyle

Ensemble Resonanz
RIAS Kammerchor Berlin
Dirigent: Justin Doyle


Ralph Vaughan Williams: Fantasia on a Theme by Thomas Tallis
Hubert Parry: Songs of Farewell (Auswahl):
My Soul, There Is a Country
I Know My Soul Hath Power to Know All Things
Never Weather-Beaten Sail
Lord, Let Me Know Mine End
Edward Elgar: Introduction und Allegro für Streichorchester op. 47
Joanna Marsh: Threadlands (Libretto: Mark Fiddes

Englands Musiktradition gleicht einem Pergament, auf dem sich über die Jahrhunderte Stimmen überlagern – von der Renaissance bis in die Gegenwart, von Thomas Tallis über Edward Elgar bis Joanna Marsh. Der RIAS Kammerchor aus Berlin und das Ensemble Resonanz lassen diese Schichten erklingen und widmen sich im Rahmen des Internationalen Musikfests den Fragen nach Abschied und Vergänglichkeit. Ein Abend von requiemhafter Tiefe, an dem Vergangenes nachhallt und das Jetzt innehält.

Vaughan Williams schöpft in seiner »Fantasia on a Theme of Thomas Tallis« aus den Tiefen der englischen Chormusik des 16. Jahrhunderts und verwandelt ein Lied aus ferner Zeit in ein schwebendes, sphärisches Klanggeflecht, das den Raum mit einer fast meditativen Weite erfüllt. Hubert Parrys »Songs of Farewell« sind von einer anderen Art des Nachhalls geprägt – sie tragen die Melancholie eines Abschieds in sich. Die eindringlichen Chorlieder verweben Psalmen mit englischer Poesie und verdichten sich zu einem ergreifenden Zwiegespräch über Vergänglichkeit, Trauer und Trost. Dagegen bricht Edward Elgars »Introduction and Allegro« mit wilder Energie hervor, eine »regelrechte Teufelsfuge mit allen möglichen Späßen und Kontrapunkten«. Joanna Marshs neues Werk »Threadlands« erzählt von den feinen Fäden, die Menschen auch über Distanzen und Brüche hinweg miteinander verbinden – unauflöslich verknüpft.

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Szenisches Konzert

»Lost and Found«

Ein szenisches Konzert mit Musik, Texten und Videos zum Thema »Verlust und Hoffnung«

Community-Ensemble
Ensemble Shiraz
Kian Jazdi, Musikalische Leitung
Aram Tafreshian, Regie
Susanne Brendel, Video
Charlotte Beinhauer, Dramaturgie
Viktoria Holenok, Regie-Assistenz
Selina Pilz, Musikalische Assistenz


Eine musikalische Performance mit Texten, Videos und Kompositionen des Community-Ensembles von und mit Menschen aus Hamburg und dem persischen Ensemble Shiraz

Ein Mensch kann so vieles verlieren: Schlüssel oder Kleingeld, die Nerven oder den Mut, Erinnerungen, Heimat, Freiheit. Andererseits kann man auch Hemmungen verlieren, etwas Belastendes hinter sich lassen, um frisch und frei nach vorn zu blicken. Im Projekt der Elbphilharmonie beleuchten kreative Hamburgerinnen und Hamburger ab 16 Jahren diese Themen über mehrere Wochen von verschiedenen Seiten und gemeinsam mit professionellen Künstler:innen. Ihre Ergebnisse stellen sie als Performance im Kleinen Saal vor. Begleitet werden sie dabei vom persischen Ensemble Shiraz, das zwischen der Bewahrung der Tradition und dem Aufbruch zu neuen Ufern steht und das gemeinsam mit Kian Soltani zwei Tage zuvor im Kleinen Saal der Elbphilharmonie auftritt.

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Konzert

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin / Rundfunkchor Berlin / Vladimir Jurowski

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Rundfunkchor Berlin
Florian Helgath, Einstudierung
Dirigent: Vladimir Jurowski


Ludwig van Beethoven: Leonoren-Ouvertüre Nr. 1 op. 138
Johannes Brahms: Schicksalslied für Chor und Orchester op. 54
Hans Werner Henze: Sinfonie Nr. 9 für gemischten Chor und Orchester

Nie wieder ist jetzt!

Sieben Häftlinge fliehen während des Nationalsozialismus aus einem Konzentrationslager, nur einer überlebt und tastet sich auf gefährlichen Pfaden in die Freiheit. Den Stoff von Anna Seghers’ Jahrhundertroman »Das siebte Kreuz« nahm Hans Werner Henze als Grundlage für seine Neunte Sinfonie, die »Ausdruck der allergrößten Verehrung für die Leute ist, die Widerstand geleistet haben in der Zeit des nazifaschistischen Terrors und die für die Freiheit der Gedanken ihr Leben gegeben haben«, so der Komponist.

Groß besetzt mit Chor und Orchester liegt eine Assoziation mit Beethovens »Neunter« nahe, aber: »Statt die Freude, den schönen Götterfunken zu besingen, sind in meiner Neunten den ganzen Abend Menschen damit beschäftigt, die immer noch nicht vergangene Welt des Grauens und der Verfolgung zu evozieren, die weiterhin ihre Schatten wirft.« So gewichtig und wichtig wie klanglich eindrucksvoll, erinnert Henze daran, dass die Erinnerung nie ein Ende haben darf.

Stardirigent Vladimir Jurowski und »sein« Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin bereiten das Schwergewicht der zweiten Konzerthälfte musikalisch vor. Beethovens Leonoren-Ouvertüre erzählt von der titelgebenden Heldin, die ihren Geliebten aus politischer Gefangenschaft befreit. Und Brahms setzt sich in seinem »Schicksalslied« zu einem Gedicht von Hölderlin mit himmlisch-paradiesischer Schönheit und den Ungewissheiten und Tragiken des menschlichen Lebens auseinander.

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Konzert

Cembalomania: Accademia Bizantina / Ottavio Dantone

Accademia Bizantina
Valeria Montanari, Cembalo
Stefano Demicheli, Cembalo
Chiara Cattani, Cembalo
Ottavio Dantone, Cembalo und Leitung


Johann Sebastian Bach:
Konzert für drei Cembali C-Dur BWV 1064
Konzert für drei Cembali d-Moll BWV 1063
Konzert für vier Cembali a-Moll BWV 1065
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050
Konzert für Flöte, Violine, Cembalo, Basso continuo und Streicher a-Moll BWV 1044 »Tripelkonzert«

Maximaler Bach

Ein Cembalo ist nicht genug – bis zu vier dieser historischen Tasteninstrumente bringt der charismatische Dirigent und Cembalist Ottavio Dantone mit seiner Accademia Bizantina auf die Bühne. Denn Johann Sebastian Bach – für Dantone »das maximale Genie der Musik« – schrieb bahnbrechende Konzerte für bis zu vier Solisten.

Mit dem Fünften Brandenburgischen Konzert gilt Bach als Erfinder des Solo-Konzerts für das Cembalo. Doch ein Instrument war ihm nicht genug: Bis zu vier stellte der Komponist auf die Bühne – bis heute sind die gewaltigen Konzerte einzigartig in der Geschichte. Zumal Bach die technischen und klanglichen Möglichkeiten der Cembalos maximal ausreizte

Seit über 40 Jahren setzt sich die Accademia Bizantina für »den aufregenden Klang der Barockmusik« ein und wird in der ganzen Welt für ihre packenden Konzerte auf Originalinstrumenten gefeiert. Fast von Anfang an dabei ist der Cembalist Ottavio Dantone, mittlerweile auch Künstlerischer Leiter des italienischen Ensembles, das er mit seiner immensen Erfahrung und größter Leidenschaft für die Musik leitet.

Einführung mit Daniel Bucurescu
19:00 Uhr / Laeiszhalle, Großer Saal

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Konzert

Sächsische Staatskapelle Dresden / Gautier Capuçon / Daniele Gatti

Sächsische Staatskapelle Dresden
Gautier Capuçon, Violoncello
Dirigent: Daniele Gatti


Richard Wagner: Vorspiel zu »Die Meistersinger von Nürnberg« WWV 96
Camille Saint-Saëns: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33
Richard Wagner: Vorspiel und Karfreitagszauber / aus der Oper »Parsifal« WWV 111
Claude Debussy: La mer / Drei sinfonische Skizzen

Es wird dramatisch

»Das Cellokonzert von Camille Saint-Saëns ist fantastisch: sehr dramatisch, auf gewisse Weise wirklich theatralisch«, schwärmt Starcellist Gautier Capuçon. Und mit seinem weltweit gefeierten sonor singenden Ton ist der Franzose der perfekte Solist für das romantische Meisterwerk. Dass es darin dramatisch zugeht, kann nicht verwundern: Immerhin schrieb Saint-Saëns elf Opern und damit nur zwei weniger als Opern-Gigant Richard Wagner. Und so passt es gut, dass die beiden Komponisten hier Seite an Seite erklingen – zumal mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ein Orchester auf dem Podium sitzt, dem die Oper gewissermaßen in die DNA eingeschrieben ist. Doch auch den luziden Glanz von Claude Debussys impressionistischem Klanggemälde »La mer« weiß der Spitzenklangkörper »mühelos exzellent« und »überwältigend schön« (Hamburger Abendblatt) zum Leuchten zu bringen. Ein Abend, den man nicht verpassen sollte! (Und nur am Rande: Auch Debussy war natürlich Opernkomponist.)

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Liederabend

Julian Prégardien / Kristian Bezuidenhout

Julian Prégardien, Tenor
Kristian Bezuidenhout, Hammerklavier


Franz Schubert: Die schöne Müllerin D 795

Wunderschönes Liebesleid

»Hier hört man neben impulsiver Unbedingtheit auch Geisterklänge, zarteste Details, atemberaubende Filigranarbeit.« – die Frankfurter Rundschau kann vor Begeisterung kaum an sich halten in ihrer Rezension zu jener bahnbrechenden Aufnahme von Schuberts »Die schöne Müllerin«, die Startenor Julian Prégardien und Hammerklavierexperte Kristian Bezuidenhout 2024 vorgelegt haben. Mit ihrer Neudeutung dieses berühmten Liederzyklus verwandeln die beiden den kleinen Saal der Elbphilharmonie in eine Herzkammer wunderschönen Liebesleidens.

In 20 Liedern breitet Schubert die Geschichte eines sensiblen jungen Mannes aus, der an einer enttäuschten Liebe zu Grunde geht. Doch auf dem Weg zum tragischen Ende breitet sich als präventive Entschädigung für das fehlende Happy End ein überquellendes Füllhorn exquisiter Liedkunst aus.

Klavier und Stimme verschmelzen dabei zu einer untrennbaren Einheit und sind gleichberechtigt an der Entwicklung der Geschichte beteiligt. Spannend ist nicht nur, dass Bezuidenhout das Publikum am Hammerklavier der originalen Klangwelt von Schubert ganz nahe bringt – auch Prégardien arbeitet mit von ihm selbst entwickelten Verzierungen ganz neue Facetten aus der Musik heraus und schafft so eine Interpretation von nie da gewesener Intensität.

Einführung mit Anne Kussmaul
18:30 Uhr / Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Konzertante Aufführung

Verdi: Messa da Requiem / Daniele Gatti

Sächsische Staatskapelle Dresden
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Eleonora Buratto, Sopran
Elīna Garanča, Mezzosopran
Benjamin Bernheim, Tenor
Riccardo Zanellato, Bass
Dirigent: Daniele Gatti


Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Verdi-Requiem in Starbesetzung

Als »Oper für die Kirche« wird Giuseppe Verdis Requiem gern bezeichnet. Tatsächlich spricht aus seiner monumentalen Vertonung der lateinischen Totenmesse die geballte Erfahrung von mehr als zwanzig großen Opern. Das urmenschliche Ringen mit der eigenen Sterblichkeit — zwischen dem dramatischen »Dies irae« und leuchtender Hoffnung — wird hier geradezu plastisch erlebbar. Erst recht, wenn sich mit Gesangsstars wie Elīna Garanča und dem italienischen Operndirigenten Daniele Gatti eine derartige Traum-Besetzung zusammenfindet wie zum großen Finale des Internationalen Musikfests Hamburg.

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Diskussion

Quartett der Kritiker

Diskussion über Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 1

Manuel Brug, Gespräch
Eleonore Büning, Gespräch
Joachim Mischke, Gespräch
Markus Thiel, Gespräch


Mahler über die Schulter geschaut

Manuel Brug, Eleonore Büning, Joachim Mischke und Markus Thiel gehören zu den renommiertesten Musikjournalist:innen im deutschsprachigen Raum. Als »Quartett der Kritiker« unterhalten sie sich vor dem Konzert im Großen Saal über Gustav Mahlers bahnbrechende Sinfonie Nr. 1 und ihre verschiedenen Einspielungen. Anhand von zahlreichen Platten- und CD-Aufnahmen aus fast hundert Jahren zeichnen sie ein anschauliches und unterhaltsames Bild von einem der wichtigsten Werke der klassischen Musik.

Mahlers Erste steckt voller Kontraste, die das Publikum zu seiner Zeit ratlos zurückließen: Sie klingt mal sinnlich, mal derb, erst verzweifelt, dann wieder übermutig. Doch wie haben die großen Dirigenten und Orchester das Werk interpretiert, das für jeden Musiker voller Herausforderungen steckt? Mit vielen Hörproben und pointierten Meinungen diskutiert das Kritikerquartett wegweisende (und auch obskure) Einspielungen der beliebten Sinfonie.

Im Verein »Preis der deutschen Schallplattenkritik« haben sich Musikkritikerinnen und Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen, um regelmäßig herausragende Musik- und Wortproduktionen auszuzeichnen. Dieses Gremium aus maximal 160 Juroren legt Wert darauf, zu unabhängigen Urteilen zu finden, unbeeinflusst von den Interessen der Tonträger- und/oder Hörbuchproduzenten. Regelmäßig findet sich ein »Quartett der Kritiker« zusammen, um öffentlich über ein bestimmtes Werk zu diskutieren und Platteneinspielungen zu vergleichen.

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Film

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

(Regie: Margarethe von Trotta, Volker Schlöndorff, D 1975)

Musik erhebt Anklage

Die Elbphilharmonie widmet Hans Werner Henze zu dessen 100. Geburtstag einen Schwerpunkt im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg. Da dürfen auch Henzes künstlerische Ausflüge in die Filmwelt nicht fehlen: Das Zeise Kino zeigt Volker Schlöndorffs Verfilmung »Die verlorene Ehre der Katharina Blum«, basierend auf Heinrich Bölls gleichnamiger Erzählung und mit Musik von Henze. Eine pointierte Anklage gegen die Macht der Medien und den Verlust individueller Würde im Spannungsfeld von Staat und Sensation.

In diesem Fall bat Henze den Regisseur Schlöndorff sogar selbst darum, die Musik beisteuern zu dürfen. Der schon berühmte Komponist Henze, durch Medienskandale gezeichnet, verarbeitet in der Musik eigene Erfahrungen von Rufmord und öffentlicher Demontage.

Herausgekommen ist ein Soundtrack, der nicht nur begleitet, sondern kommentiert und anklagt. »Das hatte auch was mit Politik zu tun. Die Musik konnte helfen, die Böllsche und die Schlöndorffsche Alarmglocke zu läuten«, sagte Henze. Seine kammermusikalischen Klangepisoden, durchzogen von Schlagzeugeffekten und düsteren Zitaten aus Wagners »Rheingold«, wurden zur klanglichen Grundlage des Filmschnitts – als finstere Hommage an die Bonner Republik.

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4

Internationales Musikfest Hamburg

Elbphilharmonie

1.5. bis 3.6.2026



Programmatische Höhepunkte zum Saisonfinale: Die großen Hamburger Orchester und hochkarätige Gäste widmen sich bei dieser Ausgabe mehr als fünf Wochen dem Motto »Ende«.



Seit der Mensch über Raum und Zeit nachdenkt, ist er fasziniert vom Ende – des Weges, des Lebens, der Welt. Kann man es vorausahnen? Wie fällt es aus? Und was kommt danach? Praktisch alle Weltreligionen, Mythen und metaphysischen Philosophien arbeiten sich daran ab, ohne je in die Sphäre finaler Gewissheiten vorgedrungen zu sein. Dabei ist die Musik als flüchtigste aller Künste vielleicht besonders gut geeignet, um über das Ende zu sinnieren. Übrigens: Ein Ende hat auch jede Konzertsaison. Wobei ihr in Hamburg noch »die komprimierte Saison nach der Saison« (Die Welt) folgt, das Internationale Musikfest Hamburg nämlich. Als großes Spielzeit-Finale präsentiert es über den gesamten Monat Mai hinweg besonders prestigeträchtige und thematisch zugespitzte Konzerte, diesmal eben unter dem Motto »Ende«.



Besonders rauschhafte letzte Werke schrieben Komponisten wie Gustav Mahler oder Richard Strauss. Auch Hans Werner Henze, der anlässlich seines 100. Geburtstags im Fokus steht, war bekannt für die übergreifende geistige Dimension seiner Musik. Das Eröffnungskonzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und zahlreichen Gästen nähert sich dem Thema von der christlich-theologischen Seite: Franz Schmidt malte in seinem opulent besetzten, spätromantischen Oratorium »Das Buch mit sieben Siegeln« die biblische Apokalypse gemäß der Offenbarung des Johannes mit extrabreitem Pinsel aus. Wenn das Ende so klingt, darf es gern kommen.



Das vollständige Programm wird voraussichtlich im November 2025 bekanntgegeben.

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Bewertungen & Berichte Internationales Musikfest Hamburg

Ereignisse / Festspiele Salzburger Festspiele 17.7. bis 30.8.2026
Ereignisse / Festspiele Mozartwoche Salzburg 22.1. bis 1.2.2026
Ereignisse / Festspiele Salzburger Pfingstfestspiele 22. bis 25.5.2026
Ereignisse / Festival Tanzplattform Deutschland 2026 11.3. bis 15.3.2026
Ereignisse / Festival OsterTanzTage
Hannover
28.3. bis 6.4.2026
Ereignisse / Festival Klavier-Festival Ruhr 7.5. bis 21.7.2026
Ereignisse / Festival Szenenwechsel Luzern 28.1. bis 31.1.2026
Ereignisse / Festival Mülheimer Theatertage 16.5. bis 6.6.2026
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Hamburg 1.5. bis 3.6.2026
Ereignisse / Festival Lessingtage Hamburg 31.1. bis 15.2.2026
Ereignisse / Festspiele Händel-Festspiele Halle 5. bis 14.6.2026
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Ereignisse / Festival Gstaad Menuhin Festival 16.7. bis 5.9.2026
Ereignisse / Festival Jazztage Dresden Saisonkonzerte
Ereignisse / Festival Maerzmusik Berlin 20. bis 29.3.2026
Ereignisse / Musical Chormusical
Judith
Mitsingen beim Chormusical
Ereignisse / Musical Chormusical
7 Worte vom Kreuz
Mitsingen beim Chormusical
Ereignisse / Festival ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart 4. bis 8.2.2026
Ereignisse / Festspiele Bad Hersfelder Festspiele 26.6. bis 16.8.2026
Ereignisse / Festival Kammermusikfestival vielsaitig Füssen 2. bis 9.9.2026
Ereignisse / Ausstellung Nordart im Kunstwerk Carlshütte 6.6. bis 4.10.2026
Ereignisse / Festival Kreuzgangspiele Feuchtwangen 9.5. bis 16.8.2026
Ereignisse / Festival Gandersheimer Domfestspiele 14.6. bis 16.8.2026
Ereignisse / Festival Wiener Kabarettfestival 25.7. bis 1.8.2026
Ereignisse / Festival Salzkammergut Festwochen Gmunden Region Gmunden
Ereignisse / Festspiele Opernfestspiele Heidenheim
Ereignisse / Kulturveranstaltung Heimatverein Köln
Ereignisse / Festival Kasseler Musiktage
Ereignisse / Festspiele Bregenzer Festspiele
Ereignisse / Festival Harzburger Musiktage Internationale Festspiele
Ereignisse / Festspiele Wiener Festwochen 15.5. bis 21.6.2026
Ereignisse / Festival Festival Kammermusik Bodensee
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Ereignisse / Festival Deutsches Mozartfest Augsburg
Ereignisse / Ausstellung La Biennale di Venezia
Ereignisse / Festival JOINT ADVENTURES
München
Ereignisse / Festival Swiss Chamber Music Festival
Ereignisse / Festival THEATERNATUR Festival
Ereignisse / Festival Usedomer Musikfestival
Ereignisse / Festival Brahms Festival
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Literatur+Sprache / Kulturveranstaltung Literaturhaus Salzburg Salzburg, Strubergasse 23
Aufführungen / Oper Opernhaus Zürich Zürich, Sechseläutenplatz 1
Konzerte / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Konzerte / Konzert Wiener Konzerthaus Wien, Lothringerstraße 20
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Literatur+Sprache / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Konzerte / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Konzerte / Konzert Hochschule Luzern
Bereich Musik
Luzern-Kriens, Arsenalstrasse 28a
Aufführungen / Oper Semperoper Dresden Dresden, Theaterplatz 2
Konzerte / Konzert Gutshauskonzerte
VHS Glinder KuB
Aufführungen / Oper Komische Oper Berlin im Schillerttheater Belin
Konzerte / Festival cresc... Biennale für aktuelle Musik 4. bis 15.2.2026
Aufführungen / Theater Uckermärkische Bühnen Schwedt
Literatur+Sprache / Lesung Literaturhaus Zürich
Literatur+Sprache / Museum Strauhof Zürich
Aufführungen / Kabarett Die Wühlmäuse Berlin
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Marx Halle
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