5. bis 14.6.2026
an authentischen Orten in der Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel
Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher
Jedes Jahr feiern die Händel-Festspiele das meisterhafte Werk des Musikers und Komponisten.
Die ersten Händel-Feste in Halle gab es bereits im 19. Jahrhundert. 1922 wurden Händels Opern bei „Halleschen Händelfesten“ wiederentdeckt, und seit 1952 finden die Händel-Festspiele regelmäßig einmal jährlich statt – zu Ehren Händels, der in Halle geboren wurde und hier die ihn prägenden ersten Jahrzehnte verbrachte, sowie zu Ehren seiner großartigen Musik.
Telefonische Ticketbestellung über TIM Ticket
Telefon: 49 (0) 345 / 565 27 06
Mo-Fr: 7-18 Uhr; Sa: 7-12 Uhr
Weitere Bestellmöglichkeiten unter: haendelhaus.de/hfs/karten-besuch/tickets
Bewertungschronik
Apr 16
Mai 16
Jun 16
Jul 16
Aug 16
Sep 16
Okt 16
Nov 16
Dez 16
Jan 17
Feb 17
Mär 17
Apr 17
Mai 17
Jun 17
Jul 17
Aug 17
Sep 17
Okt 17
Nov 17
Dez 17
Jan 18
Feb 18
Mär 18
Apr 18
Mai 18
Jun 18
Jul 18
Aug 18
Sep 18
Okt 18
Nov 18
Dez 18
Jan 19
Feb 19
Mär 19
Apr 19
Mai 19
Jun 19
Jul 19
Aug 19
Sep 19
Okt 19
Nov 19
Dez 19
Jan 20
Feb 20
Mär 20
Apr 20
Mai 20
Jun 20
Jul 20
Aug 20
Sep 20
Okt 20
Nov 20
Dez 20
Jan 21
Feb 21
Mär 21
Apr 21
Mai 21
Jun 21
Jul 21
Aug 21
Sep 21
Okt 21
Nov 21
Dez 21
Jan 22
Feb 22
Mär 22
Apr 22
Mai 22
Jun 22
Jul 22
Aug 22
Sep 22
Okt 22
Nov 22
Dez 22
Jan 23
Feb 23
Mär 23
Apr 23
1
Mai 23
Jun 23
Jul 23
Aug 23
Sep 23
Okt 23
Nov 23
Dez 23
Jan 24
Feb 24
Mär 24
Apr 24
Mai 24
Jun 24
Jul 24
Aug 24
Sep 24
Okt 24
Nov 24
Dez 24
Jan 25
Feb 25
Mär 25
Apr 25
Mai 25
Jun 25
Jul 25
Aug 25
Sep 25
Okt 25
Nov 25
Dez 25
Jan 26
total
1
Händel-Festspiele Halle bewerten:
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Bewertungen & Berichte Händel-Festspiele Halle
Fest
In Händel Veritas – Musik und Wein für (H)alle
Die feierliche Eröffnung der Händel-Festspiele Halle vor dem Händel-Denkmal
Musik, Wein und Begegnungen mitten in der Stadt: Unter dem Motto In Händel Veritas – Musik und Wein für (H)alle verwandelt sich der hallesche Marktplatz für drei Tage in ein lebendiges Festivalgelände. Auf der Bühne vor der Marktkirche präsentieren sich Chöre, Bands und Ensembles aus Halle und der Region – von Barock bis Jazz und Pop. Lesungen, Gespräche und weitere Highlights machen das Wochenende zu einem offenen Fest der Künste. Dazu laden lokale Winzerinnen und Winzer zum Probieren und Verweilen ein. So verbinden sich Musikgenuss und Gastfreundschaft, Tradition und Gegenwart auf ganz unmittelbare Weise. Ein musikalisch-kulinarisches Wochenende ganz im Sinne Händels, des Genießers.
Ticket Preise:
freier Eintritt
Stadt Halle (Saale) in Kooperation mit den Händel-Festspielen und der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH
Musikalische Leitung: Clemens Flämig, Daniel Spogis
Stadtsingechor zu Halle
Akademisches Orchester der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Pfeiferstuhl Music Halle
Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle
Zur feierlichen Eröffnung der Händel-Festspiele 2026 versammeln sich Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber, Hallenserinnen und Hallenser sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur und Politik auf dem Halleschen Marktplatz – erstmals seit langem nicht am Händel-Denkmal, sondern auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes vor Händels Taufkirche, der Marktkirche Unser Lieben Frauen. Auf dem festlich geschmückten Marktplatz stimmen wir uns auf die bevorstehenden Festspiel-Tage ein. Zehn Tage lang feiern und hören wir Musik, die sich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit dem Motto Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher auseinandersetzt. Die Feierstunde markiert zudem den Start des dreitägigen Festes In Händel Veritas. Musik und Wein für (H)alle, mit buntem Programm und kulinarischen Highlights auf dem Marktplatz. Ein festlicher Auftakt unter freiem Himmel, der die Festspiel-Zeit einläutet.
Das Carillon im Roten Turm auf dem halleschen Marktplatz ist mit seinen 76 Bronzeglocken das größte Glockenspiel Europas. Die Glocken tönen nicht nur im Takt der Zeit. Sie verraten auch täglich die Zahl der neugeborenen Kinder in Halle und empfangen sie mit dem „Halleluja“ aus Händels Messiah. Regelmäßig finden Konzerte mit regionalen und internationalen Musikerinnen und Musikern statt. Zum Carillon-Konzert zur Eröffnung der Händel-Festspiele ist die Carillonneurin von Utrecht und Nimwegen Malgosia Fiebig zu erleben.
Stadtmuseum Halle in Kooperation mit den Händel-Festspielen
Veranstalter: Stadtmuseum Halle
freier Eintritt
Termine
Fr 5.6.2026, 17:00 | Eintritt frei!
So 7.6.2026, 16:00 | Eintritt frei!
So 14.6.2026, 16:00 | Eintritt frei!
Im Anschluss an die Feierstunde und das Carillon-Konzert lädt die 22. Orgelnacht zu einer einzigartigen Klangreise ein: fünf Orgeln, fünf Orte, sechs Stunden Musik. Ob Konzertsaal oder Kirche, hier zeigen sich die Königinnen der Instrumente in ihrer ganzen Vielfalt. Der Eintritt ist frei.
18.15 Uhr / Dom zu Halle / Wäldner-Orgel von 1851 – mit Gerhard Noetzel
19.30 Uhr / Moritzkirche, Halle / Sauer-Orgel von 1925 – mit Thorsten Pech
20.45 Uhr / Konzerthalle Ulrichskirche, Halle / Sauer-Orgel von 1980 – mit Anna-Victoria Baltrusch-Schulze
22.00 Uhr / Marktkirche zu Halle / Reichel-Orgel von 1664 und Schuke-Orgel von 1984 – mit Anna Scholl
23.15 Uhr / Georg-Friedrich-Händel-Halle, Halle / Klais-Orgel von 2000 – mit Markus Lang, Hubertus Schmidt
Gegen Ende des 11. Jahrhunderts zog ein Heer schlecht ausgerüsteter Ritter ins Heilige Land, getrieben von der vagen Vorstellung, Jerusalem für die Christenheit zurückzuerobern. Die politischen Ergebnisse dieser wahnwitzigen Unternehmung waren nicht von Dauer, doch die Abenteuer der Kreuzritter inspirierten immer wieder Dichter und Musiker. Auch Händel griff den Stoff auf. In seiner Version versucht die Zauberin Armida, den Kreuzritter Rinaldo von der Eroberung Jerusalems abzuhalten: Sie entführt seine Geliebte Almirena und lockt ihn in ihr Schloss, wo Versuchungen und Gefahren lauern. Doch Rinaldo erweist sich – anders als viele andere Männerfiguren bei Händel – als erstaunlich pflichtbewusster Held. Händel zog für Rinaldo alle Register: Die Oper ist voll mit Ohrwürmern und spektakulären Effekten – von einem feuerspeienden Drachen bis zu lebenden Vögeln. Rinaldo wurde ein voller Erfolg – und markiert Händels glanzvollen Einstand auf der Londoner Opernbühne.
Händelfestspielorchester Halle
Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Inszenierung: Walter Sutcliffe
Bühne: Hartmut Schörghofer
Kostüme: Dorota Karolczak
Dramaturgie: Toni Burghard Friedrich
Solisten: Goffredo: Yulia Sokolik, Almirena: Franziska Krötenheerdt, Rinaldo: Christopher Lowrey, Eustazio: Constantin Zimmermann, Argante: Ki-Hyun Park, Armida: Vanessa Waldhart, Ein christlicher Magier, Herold: Aco Bišćević
Ticket Preise: 85 / 75/ 60 / 45 / 35 €
Termine
Fr 5.6.2026, 19:00 | Premiere | Ticket
So 7.6.2026, 15:00 | Ticket
Fr 12.6.2026, 19:00 | Ticketund weitere Termine
Nachts im Museum (er)scheinen die Dinge anders! Die Führung erhellt einzelne Objekte und bietet Klangbeispiele aus Händels "Nacht-Musik". Zu sehen sind u.a. in einer Inszenierung die Bronzekopie (1859) der Händel-Skulptur von Roubiliac und ein colorierter Kupferstich ihres Standortes in den Vauxhall Gardens von 1751.
Ticket Preise: 8,00 €
Termine
Fr 5.6.2026, 22:00 | Ticket
Di 9.6.2026, 17:30 | Ticket
Sa 13.6.2026, 17:00 | Ticket
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Bewertungen & Berichte Mannsbilder. Too hot to Händel?
2Stadtführung
"Halle, die Schöne"
Rundfahrt mit dem Oldtimer-Bus
So schön haben deutsche Großstädte einmal ausgesehen – nur in Halle kann man das noch heute bewundern. Ganze Stadtviertel mit Gründerzeit- und Jugendstil-Häusern verblüffen jeden, der Halle zum ersten Mal besucht: Dank der Kapitulation vor den amerikanischen Truppen blieb die Stadt 1945 von der Zerstörung verschont. Erhalten blieben dadurch auch die alten Baudenkmäler wie Dom, Marktkirche, Moritzburg, Neue Residenz, Renaissancehäuser oder die klassizistische Universität. Falls Sie also zwischen den Konzerten und Opernaufführungen genügend Zeit haben: Buchen Sie schon jetzt eine der spannenden Stadtführungen!
Ticket Preise: 35 €
Dauer: ca. 2 Std.
Veranstalter: StattReisen Halle
Termine
Sa 6.6.2026, 10:00 | Ticket
Sa 13.6.2026, 10:00 | Ticket
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Workshopleitung:
Hendrik Fritzsche (Theater- und Kreativtherapeut, Regisseur)
Elena Schoychet (Konzertpianistin, Musikpädagogin)
Das Motto der Händel-Festspiele 2026 – Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher – beleuchtet die Spannungsfelder von Stärke und Verletzlichkeit, Macht und Ohnmacht, Rollenbildern und innerem Empfinden. Gerade für Menschen mit Behinderungen oder psychophysischen Besonderheiten sind diese Fragen besonders greifbar: Oft erfahren sie Ausgrenzung, wenn ihr Wahrnehmen oder ihr Ausdruck nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. Der mehrtägige Workshop greift dieses Thema auf und öffnet einen Raum, in dem nicht Normen zählen, sondern Vielfalt. Mit theater-, musik- und tanztherapeutische Methoden werden Freiräume für individuelle Ausdrucksformen eröffnet. Aus Händels Musik entsteht so ein gemeinsames Kunst-Erlebnis, in dem Unterschiede nicht trennen, sondern verbinden. Neue Heldenbilder werden sichtbar – nicht unverwundbar, sondern ehrlich, vielfältig und stark in der Gemeinschaft.
Kooperation mit dem Teilhabemanagement der Stadt Halle (Saale), Lebens(t)raum e. V., Special Olympics Deutschland in Sachsen-Anhalt e. V., Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e. V., Kunst, Teilhabe e. V. und WUK Theater Quartier.
Termin
Sa 6.6.2026, 10:00 - 18:00
Ort
Händel-Festspiele
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Opera seria in drei Akten, HWV 7 a (1711)
Libretto von Giacomo Rossi nach einem Szenario von Aaron Hill, basierend auf Torquato Tassos Versepos Gerusalemme liberata (1575)
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Wenn Männer buchstäblich zu Marionetten werden, eröffnet sich ein überraschend neuer Blick auf Händels Heldenwelt – eine Welt, in der barocke Musik und jahrhundertealtes Figurentheater auf einzigartige Weise verschmelzen. Zum ersten Mal zeigen die Händel-Festspiele alle drei Inszenierungen, die aus der künstlerischen Zusammenarbeit der lautten compagney BERLIN und ihres Leiters Wolfgang Katschner mit dem Mailänder Puppentheater Carlo Colla & Figli hervorgegangen sind. Rinaldo eröffnet die Trilogie mit einem bildgewaltigen Spiel aus Perspektiven und Formen, das bereits 2011 begeisterte. Die abstrakte Marionettenfigur wird hier zum gebrochenen Sinnbild der komplexen „Mannsbilder“ der Barockoper. Gleichzeitig setzt diese Inszenierung einen bewussten Kontrapunkt zur parallelen Neuproduktion an der Oper Halle. Selten lässt sich so unmittelbar erleben, wie unterschiedlich man sich Händels Männerfiguren nähern kann.
Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner
Inszenierung & Kostüme: Eugenio Monti Colla
Bühne, Licht: Franco Citterio
Solist:innen: Goffredo: Johannes Wieners, Almirena: Johanna Falkinger, Rinaldo: Nicolas Tamagna, Eustazio: Benno Schachtner, Argante, Mago cristiano: Florian Götz, Armida: Danae Kontora
Compagnia Marionettistica Carlo Colla & Figli
lautten compagney BERLIN
Ticket Preise: 80/65/30 €
Hinweis: Es steht ein Bustransfer für die Hin- und Rückfahrt zur Verfügung. Tickets dafür müssen separat erworben werden. Bei der Buchung der Veranstaltung werden Ihnen die Bustickets als Option angeboten.
Mit freundlicher Unterstützung der Orbis Real Estate GmbH
Barockfagott, Leitung: Burak Özdemir
Bass: José Coca Loza
Musica Sequenza Berlin
Mit Werken von Georg Friedrich Händel
Händel setzt in seinen Opern und Oratorien die tiefe Männerstimme für besondere Charaktere ein. Sie grollen, verführen, zürnen – und bieten den großen Gegenspielern in Kastratenlage auch musikalisch stets Paroli. Der international gefragte Bassist José Coca Loza und der Barockfagottist Burak Özdemir mit seinem gefeierten, charismatischen Ensemble Musica Sequenza wandeln in diesem Programm auf den Spuren legendärer Bassisten wie Antonio Montagnana und Giuseppe Maria Boschi. Gemeinsam richten sie den Blick auf die selten gehörten, dunklen Klangtiefen der barocken Welt. Zwischen heroischem Pathos und innerer Zerrissenheit begegnen sich Gestalten wie der machtbewusste Kaiser Claudio (Agrippina), der einsame Riese Polifemo (Aci, Galatea e Polifemo) oder der edelmütige König Oronte (Floridante). Figuren, deren seelische Abgründe Händel mit ebenso viel Raffinesse wie Theatralik ausleuchtet – und deren Stimmen eine Ausdruckskraft entfalten, die sich von den üblichen hohen Heldenstimmen abhebt.
Mit Karl Altenburg (Stiftung Händel-Haus) und Jürgen Pfüller (Pianist)
Vor mehr als 250 Jahren war Halle der Schaffensort von Wilhelm Friedemann Bach, seinerzeit Director Musices und Organist an der hiesigen Marktkirche. Im ehemaligen Wohnhaus des ältesten Bach-Sohnes bewegt man sich jedoch nicht nur auf dessen musikalischen Spuren, sondern unternimmt vielmehr eine Zeitreise durch die gesamte Geschichte der Musikstadt Halle. Unterwegs begegnet man einer ganzen Reihe von hallischen Komponisten, wie dem Balladenkönig Carl Loewe oder der Lokalgröße Robert Franz. Musikalisch umrahmt wird die kurzweilige Führung durch den Pianisten Jürgen Pfüller, der einige originale Musikinstrumente aus den Beständen der Stiftung Händel-Haus zum Klingen bringt.
Ticket Preise: 10,00 €
Termine
Sa 6.6.2026, 16:00 | Ticket
Di 9.6.2026, 16:00 | Ticket
Do 11.6.2026, 16:00 | Ticketund weitere Termine
Musikalische Leitung: Clemens Flämig
Orgel: Anna Scholl
Auslegung, Liturgie: Simone Carstens-Kant
Stadtsingechor zu Halle
Mit Werken von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Carl Briegel, Dieterich Buxtehude, Charles Gounod, Vytautas Miškinis und Samuel Scheidt
Über viele Jahrhunderte hinweg – bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts – war der Stadtsingechor die tragende Säule der gottesdienstlichen Musik in Halle. Woche für Woche gestaltete er in den drei Hauptkirchen der Stadt – der Marktkirche Unser Lieben Frauen sowie den Pfarrkirchen St. Ulrich und St. Moritz – die Liturgie mit Figuralmusik. Seit seiner Rückkehr an die Marktkirche im Jahr 2004 pflegt der Chor diese Tradition in neuer Form: Etwa sechs- bis achtmal im Jahr erklingt dort eine Motette als Vesper am Samstagabend. Gemeinsam mit Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den Kantorinnen und Kantoren der Gemeinde gestaltet der Stadtsingechor diese musikalischen Gottesdienste mit geistlicher Musik verschiedener Epochen und Stile. Im Rahmen der Händel-Festspiele erklingen doppelchörige Werke und Kompositionen mit Instrumentalbegleitung – darunter zwei eindrucksvolle Chöre aus Händels Funeral Anthem for Queen Caroline.
Nach dem grandiosen Erfolg im vergangenen Jahr kehrt das außergewöhnliche Festspiel-Event zurück! Am Samstag, dem 6. Juni 2026, laden die Oper Halle, die Händel-Festspiele und die Tanzbar PALETTE erneut zu einem unvergesslichen Abend voller Musik, Tanz und Spaß ein. Unter dem Motto Palette meets Die Oper – Vol. 2 verschmelzen drei Ikonen der Halleschen Kulturlandschaft zu einem einmaligen Erlebnis. Ab 18.00 Uhr verwandelt sich der Opernplatz in eine pulsierende Open-Air-Tanzfläche. Unter freiem Himmel darf getanzt, gelacht und gefeiert werden, begleitet von den unverwechselbaren Sounds der Palette-DJs. Wenn die Sonne untergeht, zieht die Party weiter in das Konzertfoyer und das Operncafé der Oper Halle, wo ab 22.00 Uhr in Clubatmosphäre weitergetanzt wird. Der legendäre Balkon der Oper steht dabei allen Besucherinnen und Besuchern offen. Der perfekte Ort, um zwischendurch zu relaxen, durchzuatmen und den Blick über das bunte Treiben schweifen zu lassen. Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich gesorgt! Ein Foodtruck bietet Leckereien für den kleinen Hunger und die Palette Crew versorgt euch mit Drinks!
Händel-Festspiele in Kooperation mit der Oper Halle und der Tanzbar Palette
Opera drammatica in drei Akten (1760 oder 1763)
Libretto von der Komponistin, basierend auf dem Thalestris-Mythos und Gautier de Costes de La Calprenedes Roman Cassandre (1650)
Amazonen und Männer – ein schwieriges Verhältnis. Der griechischen Mythologie zufolge duldeten die berittenen Kriegerinnen keinen Mann in ihrem Staat. Lebt es sich unter Frauen anders, die von einer Königin regiert werden? Das offensichtlich brisante Thema reizte in der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts eine Frau aus der Enkelgeneration Händels: Maria Antonia Walpurgis (1724–1780), eine bayerische Prinzessin, die nach Sachsen geheiratet hatte. Sie stellte Talestri auf die Dresdner Bühne, eine Herrscherin, die verbotenerweise den Prinzen Oronte liebt, als Mann unter Amazonen verurteilt zum Opfertod. Talestri steht im tragischen Konflikt zwischen staatlicher Pflicht und verbotener Neigung. Text und Musik der „opera drammatica“, deren Handlung sich als weiblicher Gegenentwurf zu Konventionen nicht nur des 18. Jahrhunderts lesen lässt, verfasste Maria Antonia Walpurgis selbst.
Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Saalesparkasse
Musikalische Leitung: Attilio Cremonesi
Talestri: Katharina Ruckgaber
Antiope: Corinna Scheurle
Oronte: Ray Chenez
Tomiri: Roberta Invernizzi
Learco: Federico Fiorio
Bewertungen & Berichte Talestri, regina delle Amazzoni
Party
Barock & Proud
Die Fashion Party
DJ: M. Rux
Veronika Ferrari & Die Flammen;
Stimme: Veronica Ferrari
Trompete: Giovanni Caruso
Klarinette: Adriano Rossi
Piano, Elektronik: Richie Bravo
Visuals: Metafrau
Kostüm: Leon Taege
Das Stadtmuseum öffnet exklusiv seine Türen für einen Abend, den es so noch nie gab: die erste Fashion Party im Haus! Queere Modenschau, barocke Outfits, Beats vom Berliner Multiinstrumentalist und DJ M.RUX und ein elektrisierender Klangkosmos von VERONIKA FERRARI & DIE FLAMMEN. Das Ensemble verschmilzt Schlager, Klassik, Jazz und Clubkultur miteinander – getragen von einer außergewöhnlichen Besetzung aus Stimme, Jazz-Trompete, Klarinette, Klavier und elektronischer Musik. Professor Christian Wolff, vor über 350 Jahren Hausherr des heutigen Stadtmuseums, hätte dieses bunte Treiben in seinem Haus durchaus geschätzt. Er liebte gesellige Zusammenkünfte und öffnete sein Haus regelmäßig für Studierende, Gelehrte und Gäste und lud zu anregenden Gesprächen sowie ausgelassener Geselligkeit ein. Inspiriert vom Geist damaliger Offenheit und Gemeinschaft verwandeln wir das Stadtmuseum in einen Ort für Begegnung, Vielfalt und freie Entfaltung – und vor allem des Feierns! Wo Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen, vereinen sich Mode, Musik und Kultur zu einem kreativen Zusammenspiel. Also: Schnappt euch eure Masken und Fächer oder kommt wie ihr seid, wir wirbeln gemeinsam durch den Abend – proud, laut, barock!
Lesung: Corinna Harfouch
Countertenor: Hubert Wild
Laute: Stefan Maaß
Halbszenische Lesung nach dem gleichnamigen Buch von Christine Wunnicke über das aufregende Leben des Kastraten Filippo Balatri (2010), verwoben mit Musik von Georg Friedrich Händel, Henry Purcell, Antonio Vivaldi und Georg Philipp Telemann sowie Heinrich Albert, Sperontes (Johann Sigismund Scholtze), Johann Philipp Krieger, Michel Lambert, Giovanni Battista Brevi und Giovanni Battista Bassani
Das Leben des Kastraten Filippo Balatri (1682–1756) liest sich wie ein barockes Abenteuer: Geboren als Sohn einer verarmten Familie in Pisa, wurde er zum Leib-Eunuchen des Zaren Peter des Großen in Moskau. 1700 schickte der Zar eine diplomatische Gesandtschaft nach Kalmückien – unter ihnen auch Balatri. Angekommen in der Steppe war Ayuki Khan, Herrscher der Kalmücken, so bezaubert von Balatris Sopranstimme, dass er ihn am liebsten behalten hätte. Zum Abschied schenkte er dem Wundersänger einen so kostbaren Goldstoff, dass angeblich sogar Ludwig XIV. neidisch wurde. Später bereiste Balatri als gefeierter Sänger ganz Europa – und lernte 1713 in London Händel kennen. Diese und weitere wundersame Wendungen hielt er in ausführlichen Tagebüchern fest, die nahezu einzigartige Einblicke in das Leben eines Kastraten der Barockzeit gewähren. Die Schriftstellerin Christine Wunnicke rekonstruierte seine Handschriften in ihrem Buch Die Nachtigall des Zaren. Bei den Händel-Festspielen erweckt Schauspielerin Corinna Harfouch Balatris Worte zum Leben und Hubert Wild verleiht ihm eine Stimme, begleitet von Stefan Maaß an der Laute.
Musikalische Leitung: Peter Kopp
Sopran: Isabel Schicketanz
Alt: Henriette Gödde
Tenor: Christopher Renz
Bass: Jussi Juola
Chor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle
Telemannisches Collegium Michaelstein
Am 27. Mai 1749 veranstaltete Händel sein erstes Benefizkonzert für das 1739 in London gegründete Foundling Hospital. Hierfür wählte er die Feuerwerksmusik und das Peace Anthem aus, zwei Werke, die er kurz zuvor komponiert hatte. Es folgten Arien und Chöre aus Solomon und zum Schluss das eigens für das Benefizkonzert geschaffene Foundling Hospital Anthem. Die Veranstaltung war nicht nur finanziell ein großer Erfolg; Händel blieb dem Hospital verbunden, stiftete eine Orgel und führte dort ab 1750 jedes Jahr den Messiah auf, um mit dem Ticketerlös das Waisenhaus weiter zu unterstützen. Bei den Händel-Festspielen 2026 erklingt erstmals das rekonstruierte Programm von 1749 – im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen, dem historischen Waisenhaus von Halle. Die Ausführenden kommen aus nächster Nachbarschaft zum Händel-Haus: Die Hochschule für Kirchenmusik, in deren Ausbildung die Musik Händels fest verwurzelt ist, feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen.
Bewertungen & Berichte The Foundling Hospital Concert
Führung
Der Tresor wird geöffnet
Führung in der Bibliothek der Stiftung Händel-Haus
Mit Jens Wehmann (Bibliothekar Stiftung Händel-Haus)
Wie wurden zu Händels Zeit Notendrucke hergestellt? Was sind die ältesten Bücher in der Sammlung? Was haben Albert Schweitzer und Stefan Zweig mit Händel zu tun? Wir öffnen unsere Schatzkammer und zeigen seltene Erstausgaben und barocke Notenhandschriften.
Ticket Preise: 8,00 €
Termine
So 7.6.2026, 12:00 | Ticket
Fr 12.6.2026, 17:00 | Ticket
So 14.6.2026, 12:00 | Ticket
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Singen, komponieren und musizieren gehören seit ewigen Zeiten zu Halle wie das Salz. Die reiche Musikgeschichte Halles lässt diesen Rundgang klingen, vibrieren und tönen. Dafür sorgen Namen wie Händel, Scheidt, Zachow, Franz, Bach, Reichhardt, Türk. Aber nicht nur bedeutende Musiker und Komponisten bereichern die Kapitel dieser Geschichte, sondern mit Dom, Marienkirche, St. Ulrich, Neuer Residenz oder Händelhalle auch faszinierende Stätten der Musikdarbietung sowie Institutionen mit viel Tradition wie Stadtsingechor, Singakademie oder Staatskapelle.
Ticket Preise: 16,00 €
Dauer: ca. 2 Stunden
Veranstalter: StattReisen Halle in Zusammenarbeit mit den Händel-Festspielen
Termine
So 7.6.2026, 14:00 | Ticket
Mi 10.6.2026, 15:00 | Ticket
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Opera in drei Akten, HWV 37 (1737)
Libretto von unbekannter Hand, nach einem Text von Nicolò Beregan (1683), bearbeitet von Pietro Pariati (1711) und überliefert in einer anonymen Fassung von 1724, basierend auf Prokopios von Caesareas Anekdota (um 550)
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner
Inszenierung: Eugenio Monti Colla
Bühne, Licht: Franco Citterio
Kostüme: Eugenio Monti Colla, Cecilia Di Marco
Solist:innen: Giustino: Benno Schachtner, Anastasio, Fortuna: Johanna Kaldewei, Arianna: Maria Ladurner, Leocasta: Julia Böhme, Vitaliano: Gwilym Bowen, Amanzio, Polidarte: Cornelius Uhle
Compagnia Marionettistica
Carlo Colla & Figli
lautten compagney BERLIN
Giustino ist der zweite Teil der Trilogie, die in Zusammenarbeit der lautten compagney BERLIN und dem Mailänder Marionettentheater Carlo Colla & Figli entstanden ist. Die Produktion wurde 2017 im Goethe-Theater Bad Lauchstädt erstmals gezeigt und kehrt 2026 nun in neuer Konstellation auf die Bühne zurück. Die Oper erzählt vom märchenhaften Aufstieg des vermeintlichen Bauernsohns Giustino zum Kaiser – ein barockes Abenteuer mit Seemonster, Bär und königlichen Intrigen, getragen von musikalischer Leichtigkeit und überbordender Bühnenfantasie. Doch gerade durch die Abstraktion des Figurenspiels wird aus dem Heldendrama eine vielschichtige Reflexion über Macht, Identität und männliche Projektion. So öffnet sich ein Deutungsraum, in dem sich die „Mannsbilder“ der Opernwelt neu betrachten lassen – ganz im Sinne des diesjährigen Festspielthemas.
Ticket Preise: 80/65/30 €
Hinweis: Es steht ein Bustransfer für die Hin- und Rückfahrt zur Verfügung. Tickets dafür müssen separat erworben werden. Bei der Buchung der Veranstaltung werden Ihnen die Bustickets als Option angeboten.
Mit freundlicher Unterstützung der Orbis Real Estate GmbH
Händels Ruf als Organist und Improvisator war legendär. Seine wenigen Orgelkompositionen spiegeln dies allerdings nur in geringem Maße wider. Bearbeitungen anderer Werke Händels für die Orgel erfreuen sich hingegen großer Beliebtheit. Stefano Barberino, Dozent an der benachbarten Hochschule für Kirchenmusik, spielt die Johann-Gottlieb-Mauer-Orgel.
Ticket Preise: Museumseintritt
Kooperation mit der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle
Termin
So 7.6.2026, 15:00
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Mit Christiane Barth (Museumsleiterin Stiftung Händel-Haus) und Albrecht Hartmann (Pianist)
Kurz vor 1700 entwickelte der Instrumentenbauer Bartolomeo Cristofori eine Art Symbiose aus Cembalo und Clavichord – den Hammerflügel. Mit dem Spiel auf historischen Tasteninstrumenten der Mozart-, Beethoven- und Schumann-Zeit erleben wir den Klang vergangener Epochen und hören Geschichten über die enge Beziehung von Klaviermusik und Instrumentenbau.
Vom Klang historischer Tasteninstrumente bewerten:
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Bewertungen & Berichte Vom Klang historischer Tasteninstrumente
Film
Kurzfilmabend
Der Format Filmkunst e. V. lädt regelmäßig zu Abenden ein, an denen zumeist regionale Filmschaffende ihre Kurzfilmproduktionen zeigen und vorstellen. Anlässlich der Händel- Festspiele wollen wir uns diesmal mit Mannsbilder[n] – Helden, Herrscher, Herzensbrecher beschäftigen. Seien Sie gespannt auf einen Abend im gemütlichen Ambiente unseres Ladengeschäfts mit Kleinoden der Filmkunst aus unserer Sammlung und darüber hinaus.
In Kooperation mit dem Format Filmkunst e. V.
freier Eintritt
Termin
So 7.6.2026, 19:00 | Eintritt frei!
Ort
Format Filmkunst e. V.
Geiststraße 21
D-06108 Halle (Saale)
Emmanuelle de Negri, Bruno de Sá & Kammerorchester Basel
Sopran: Emmanuelle de Negri
Sopranist: Bruno de Sá
Konzertmeister: Baptiste Lopez
Kammerorchester Basel
Georg Friedrich Händel: Delirio amoroso („Da quel giorno fatale“), Kantate, HWV 99 (1707), Aminta e Fillide („Arresta il passo“), Kantate, HWV 83 (1707)
Zwei Kantaten – große Gefühle: Die Kantaten Delirio amoroso und Aminta e Fillide stammen aus Händels italienischer Zeit, als der junge Komponist sich mit Größen wie Alessandro Scarlatti maß. Ursprünglich nicht für die Bühne gedacht, entfalten sie dennoch eine erstaunliche theatralische Kraft. In Delirio amoroso erhebt sich die Stimme eines Lyrischen Ichs, das zwischen Sehnsucht, Wahnsinn und verzücktem Schmerz taumelt. Händel formt daraus ein klingendes Psychogramm der Liebe, das an Intensität kaum zu übertreffen ist. Aminta e Fillide nimmt hingegen einen bekannten Topos in den Blick: Er liebt sie, sie liebt ihn nicht – ein feines Spiel aus Zärtlichkeit, Überzeugung und Selbstfindung, das zu einem versöhnlichen Happy End führt. Die Sopranistin Emmanuelle de Negri und der Sopranist Bruno de Sá bringen diese barocken Miniaturdramen mit brillanter Virtuosität und emotionaler Präzision zum Leuchten. Begleitet vom Kammerorchester Basel entfaltet sich eine Musik, in der der junge Händel sein ganzes späteres Operngenie bereits ankündigt.
Bewertungen & Berichte Delirio amoroso & Aminta e Fillide
Jugendprogramm
Drag für Jugendliche
Workshop
Du hast Lust mit Kostüm, Make-Up und Geschlechterrollen zu spielen? Drag als politische und künstlerische Praxis zeigt, dass Geschlecht konstruiert ist, dass wir mit den Zuschreibungen auf uns und unsere Körper brechen können und bewusst mit der Darstellung von Geschlecht spielen können. Wir alle sind permanent mit starren Geschlechterrollen und -stereotypen konfrontiert – in der Schule, bei der Arbeit, in der Familie, in (sozialen) Medien. Im Workshop hinterfragen CHICKS* diese Rollen, nehmen sie auseinander und setzen sie neu zusammen. Dabei beschäftigen wir uns besonders mit der Konstruktion von Männlichkeit(en) und widmen uns der Persona des Drag Kings. Mit Hilfe von Maske, Kostüm, Körper und Bewegung erkunden die Teilnehmenden Facetten ihrer eigenen Identität und spielen mit verschiedenen Geschlechtsausdrücken. Wir schminken uns glitzernde Bärte, lassen unsere Absätze auf den Boden knallen, stopfen unsere Boxershorts aus, lackieren uns die Nägel und werden zu dem, was wir/ihr nicht von uns erwarten/t.
Institut für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften, Abteilung Musikwissenschaft, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Kooperation mit der Stiftung Händel-Haus und der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V.
freier Eintritt
Termin
Mo 8.6.2026, 9:00 | Eintritt frei!
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Opera in drei Akten, HWV 33 (1735)
Libretto nach Antonio Salvis Ginevra, principessa di Scozia (1708), basierend auf Ludovico Ariostos Versepos Orlando furioso (1516)
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Ariodante bildet den Abschluss der Trilogie, die aus der Zusammenarbeit der lautten compagney BERLIN unter Wolfgang Katschner mit dem Mailänder Marionettentheater Carlo Colla & Figli hervorgegangen ist. Die 2022 erstmals aufgeführte Produktion bringt Händels Ariodante in einer Form auf die Bühne, die Nähe schafft – reduziert im Ausdruck, aber eindringlich in der Wirkung. Die Geschichte dreht sich um ein Verlöbnis, das durch Intrige und Täuschung zu zerbrechen droht. Händel entwirft kein Heldendrama im klassischen Sinn, sondern seziert mit großer Klarheit die psychologischen Bruchstellen einer Figur, die zwischen Selbstzweifel und Kontrollverlust taumelt. In der Marionette wird diese Fragilität spürbar gemacht: Nicht Kraft, sondern das Scheitern an der eigenen Rolle steht im Mittelpunkt. Ariodante zeigt, wie durch das scheinbar Unpersönliche der Puppe ein umso schärferes Bild von Männlichkeit entstehen kann.
Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner
Inszenierung: Franco Citterio, Giovanni Schiavolin
Bühne, Licht: Franco Citterio
Kostüme: Cecilia Di Marco, Maria Grazia Citterio
Solist:innen: Re: Magnus Piontek, Ginevra: Hanna Herfurtner, Ariodante: Coline Dutilleul, Lurcanio, Odoardo: Gwilym Bowen, Polinesso: Julia Böhme, Dalinda: Frieda Jolande Barck
Compagnia Marionettistica
Carlo Colla & Figli
lautten compagney BERLIN
Ticket Preise: 80/65/30 €
Hinweis: Es steht ein Bustransfer für die Hin- und Rückfahrt zur Verfügung. Tickets dafür müssen separat erworben werden. Bei der Buchung der Veranstaltung werden Ihnen die Bustickets als Option angeboten.
Mit freundlicher Unterstützung der Orbis Real Estate GmbH
Kateryna Kasper, Samuel Boden & La Stagione Frankfurt
Musikalische Leitung: Michael Schneider
Sopran: Kateryna Kasper
Tenor: Samuel Boden
La Stagione Frankfurt
Werke von Georg Friedrich Händel, Francesco Gasparini und Antonio Vivaldi
In Händels Tamerlano steht kein strahlender Held im Zentrum, sondern ein gebrochener Mann. Bajazet, der besiegte Sultan, dem Macht und Stolz entgleiten, wird zum Inbegriff des tragischen Mannsbilds – einer Figur, deren Würde zwischen Demütigung, Zorn und existenzieller Verzweiflung schwankt. Händel zeichnet ihn mit einer psychologischen Schärfe, die vom Publikum seiner Tage kaum verstanden wurde. Die Oper fiel durch. Dabei hat er mit Hilfe seines Startenors und hochgeschätzten Kollegen Francesco Borosini ein erschütterndes Männerporträt geformt, das die Grenzen des barocken Heldenideals sprengte: Wir durchleben das Schicksal eines Menschen, dessen innerer Konflikt und Ausweglosigkeit sich in einer Musik von intensiver Emotionalität spiegeln. Der Tenor Sam Boden gibt diesem gebrochenen Herrscher Stimme und Gestalt. An seiner Seite steht Kateryna Kasper als Bajazets Tochter Asteria, die zwischen Liebe und Loyalität zerrieben wird. Gemeinsam mit La Stagione Frankfurt unter der Leitung von Michael Schneider verweben sie Arien aus Händels Tamerlano mit Musik von Vivaldi und Gasparini, die denselben Stoff auf eigene Weise deuteten. Ein Programm über den Mann im Moment des Scheiterns – und die rohe Dramatik barocker Oper.
Bewertungen & Berichte Bajazet: Der gebrochene Held
Film
Coming Out
In Coming Out (1989, DDR) erzählt Regisseur Heiner Carow die Geschichte des jungen Lehrers Philipp Klarmann, der zwischen seiner Beziehung mit der schwangeren Tanja und seiner Liebe zu Freund Matthias hin- und hergerissen ist. In einem emotionalen und mutigen Selbstfindungsprozess outet er sich schließlich einer Gesellschaft, die Homosexualität tabuisiert. Der vielfach ausgezeichnete Film ist ein mutiges Plädoyer für Toleranz und Individualität in schwierigen Zeiten.
Publikumsgespräch mit Matthias Freihof und Dirk Kummer
Oratorium in drei Teilen, HWV 55 (1740)
Libretto von Charles Jennens nach John Miltons L’Allegro und Il Penseroso (beide 1632)
In den frühen 1630er Jahren, am Vorabend des Englischen Bürgerkriegs, verfasste der Dichter John Milton zwei Gedichte, die sich entgegengesetzten menschlichen Charaktertypen widmen: „L’Allegro“ (der Fröhliche) und „Il Penseroso“ (der Melancholische). Rund ein Jahrhundert später – Frieden und göttliche Ordnung waren wiederhergestellt – fügte Händels Librettist Charles Jennens die beiden Texte zusammen und durchmischte sie, um allzu gleichförmige musikalische Passagen zu vermeiden. So entstand ein Dialog, in dem jeweils eine Titelfigur den Ton angibt. Schließlich ergänzte Jennens das Werk um einen dritten Teil, „Il Moderato“, der eine Synthese der beiden ersten bildet und das gute Leben in Mäßigung und Kompromiss sucht. Eine für Jennens durchaus bemerkenswerte Erkenntnis, galt er doch als eher aufbrausender Charakter. Händels Musik zu diesem Libretto ist eine Achterbahnfahrt wechselnder Gefühle und Gedanken, die im Duett „As steals the morn“ gipfelt – einer schlichten, tief bewegenden Melodie, die „Mirth“ (Freude) und „Melancholy“ (Schwermut) in Eintracht singen.
Musikalische Leitung: Massimo Mazzeo
Sopran I: Valentina Varriale
Sopran II: Giulia Bolcato
Kontra-Alt: Candida Guida
Tenor: Benoit-Joseph Meier
Bassbariton: Sergio Foresti
Nova Era Vocal Ensemble
Divino Sospiro
Gesang, Arrangements: Efrat Alony
Klavier: Philipp Nykrin
Werke von Georg Friedrich Händel
Was wäre, wenn Händel heute lebte? Vielleicht würde er Popsongs schreiben – oder Filmmusik. „Er wäre unglaublich erfinderisch, mutig und würde neue musikalische Wege erforschen. Und vor allem immer wieder seine eigenen Regeln brechen“, ist sich Jazzsängerin Efrat Alony sicher. Diese Idee steht im Zentrum ihres Projekt Händel – Fast Forward, das 2024 mit dem Opus Klassik Award in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ ausgezeichnet wurde. Laut der Jury ist dieses Album „ein Beweis für Alonys einzigartige Vision und Kreativität“. Gemeinsam mit dem Wiener Pianisten Philipp Nykrin verwandelt Alony Arien aus Händels Theodora, Ottone und Saul in eine faszinierende Klangwelt zwischen Barock und Jazz. Improvisation, Variation und die Lust am Neuschaffen verbinden beide Epochen. Alonys markant dunkle Stimme entfaltet eine verführerische Poesie – schwebend zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit, zwischen Geist und Groove. Händel – Fast Forward ist eine musikalische Reise voller Seele, Freiheit und Fantasie.
Women in Jazz in Kooperation mit den Händel-Festspielen
Nach Georg Friedrich Händels Rodelinda, Regina de’ Longobardi
Wie erklärt man Kindern eine Händel-Oper, ohne dass sie abschalten? Der Literaturwissenschaftler und Grimme-Preisträger Michael Sommer schafft das mit Playmobilfiguren! Bekannt durch seinen YouTube-Kanal Sommers Weltliteratur to go, bringt er seit Jahren Klassiker der Weltliteratur pointiert und mit Witz auf den Punkt. Gemeinsam mit dem Ensemble NeoBarock erzählt er nun Händels Rodelinda in einem neuen, unterhaltsamen Format. In kurzen, humorvollen Videosequenzen schildern Playmobilfiguren die Oper aus einer überraschenden Perspektive – durch die Augen des Kindes Flavio, das die Machtspiele und familiären Verwicklungen seiner Eltern mit kindlichem Blick beobachtet. Dazu erklingt von NeoBarock auf historischen Instrumenten liebevoll bearbeitete Musik Händels – lebendig, nahbar und von erstaunlicher Aktualität: Rodelinda, eine starke Frau, die sich gegen männliche Autoritäten behauptet, steht für Themen, die bis heute berühren: Mut, Loyalität und Gleichberechtigung. Ein spielerischer Einstieg in die Welt der Barockoper – für junge Musikfans ab 6 Jahren.
Videoinszenierung: Michael Sommer
Sopran: Carly Power
Tenor: Camilo Delgado Díaz
Neobarock
Barockvioline, Leitung: Maren Ries
Barockvioline: Kateřina Ozaki
Barockvioloncello: Juris Teichmanis
Cembalo: Stanislav Gres
Sopran: Sophie Sauter
Moderation: Katharina Eickhoff
Gottesauer Ensemble:
Barockvioline: Liv Heym, Steffen Hamm
Barockviola: Polina Babinkova
Barockvioloncello, Leitung: Dmitri Dichtiar
Barockkontrabass: Matthias Scholz
Cembalo und Theorbe: Niels Pfeffer
Werke von Georg Friedrich Händel
Eine Händel-Heldin hat es gut: wunderbare Arien – und das in Hülle und Fülle. Und in mancher Oper geht die Geschichte für sie sogar gut aus: So wird die Standhaftigkeit der schottischen Königstochter Ginevra in Ariodante mit einem Happy End belohnt. Auch Cleopatra darf sich – obwohl sie ihrem eigenen Bruder nach dem Leben trachtet – am Ende von Giulio Cesare zur ägyptischen Königin krönen lassen. Nur für Alcina, der bösen Zauberin aus Händels gleichnamiger Oper, nimmt das Schicksal kein gutes Ende: Sie verliert durch ihre unglückliche Liebe nicht nur den Mann ihrer Träume, sondern auch ihre Zauberkräfte und geht schließlich mitsamt ihrer Insel zugrunde. Sopranistin Sophie Sauter interpretiert in diesem Programm bekannte Heldinnen-Arien aus diesen Werken; das Gottesauer Ensemble aus Karlsruhe spielt auf historischen Instrumenten die passenden Ouvertüren und Ballettmusiken. Katharina Eickhoff, SWR2-Hörerinnen und -Hörern als Moderatorin der Musikstunde vertraut, führt charmant und hintergründig durch das Programm.
Führung: Dr. Juliane Riepe (Kuratorin, Leiterin der Abteilung Bibliothek / Archiv / Forschung Stiftung Händel-Haus)
Alles andere als museal: Männlichkeit ist ein gesellschaftliches Top-Thema, omnipräsent in Politik, Kultur, Medien und im öffentlichen Diskurs. Es geht um Herrschaft, angemaßte und missbrauchte Macht, die Rückkehr und Festigung alter Rollenbilder, aber auch um Verunsicherung, Beschädigung, ungewisse Identitäten, die Suche nach neuen Konzepten. Die Jahresausstellung Mannsbilder. Too hot to Händel? Verknüpft ein hochaktuelles Thema mit der historischen Welt Georg Friedrich Händels. Sie stellt Männer-Entwürfe und -Darstellungen der Zeit Händels und Männer-Bilder der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit gegeneinander, um die Wandelbarkeit des Begriffs Männlichkeit erfahrbar zu machen. So thematisiert die Ausstellung ebenso den Mann Händel wie die Männerfiguren seiner Opern, Oratorien und Kantaten, den ironisierten, komischen Mann und das verstörende Faszinosum der Kastraten – und kontrastiert dies mit Männlichkeitsbildern der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart. In der Verknüpfung von historischer Distanz und gegenwärtiger Relevanz, kritischer Reflexion und spielerischem Erproben möchten wir Zugänge bieten, die berühren, überraschen oder zum Nachdenken anregen.
Bewertungen & Berichte Mannsbilder. Too hot to Händel?
Führung
Hallische Händel-Ausgabe
Die Hallische Händel-Ausgabe (HHA) ist eine kritische Gesamtausgabe von Händels Werk, die seit 1955 erscheint und 2031 abgeschlossen werden soll. Sie dient sowohl der Forschung als auch der Praxis. Dem Editorial Board gehören renommierte Händel-Forscher aus Deutschland, Großbritannien und den USA an. Bei dieser Führung können Sie die Redaktion der HHA kennenlernen und einen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewinnen.
Ticket Preise: 8,00 €
Termin
Di 9.6.2026, 17:30
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Musikalische Leitung: Keno Weber, Jens Arndt
Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“
Pfeiferstuhl Music Halle
Mit Werken von u. a. Raffaella Aleotti, Laura Hawley, Fanny Hensel, Clara Schumann, Ethel Smyth, Louise Reichardt, Evita Rudžionytė und Karin Rehnqvist
Komplementär zum Mannsbilder-Motto der diesjährigen Festspiele präsentiert der Kammerchor des Universitätschores „Johann Friedrich Reichardt“ gleichsam eine „Damenwahl“: Ein Programm, das ausschließlich aus Werken von Komponistinnen besteht. Nachdem Frauen jahrhundertelang als Tonsetzerinnen unterschätzt und systematisch aus dem „Männerberuf“ ferngehalten wurden, zeigt das Hallesche Ensemble, wie reichhaltig und stilistisch breitgefächert die weibliche Musikgeschichte ist. Ethel Smyth war die erste Frau, die in Leipzig Komposition studierte. Zudem engagierte sie sich politisch in der Suffragetten-Bewegung, die Anfang des 20. Jahrhunderts das Wahlrecht für Frauen in Großbritannien erkämpfte. The March of the Women wurde zur Hymne für Frauenrechte weltweit – und stellt verdientermaßen den Titel dieses Konzerts. Flanieren Sie also zunächst durch den Botanischen Garten und marschieren Sie danach an der Seite von Raffaella Aleotti, Fanny Hensel, Ethel Smyth, Evita Rudžionytė und Karin Rehnqvist durch die Musikgeschichte.
Ticket Preise: 50 €
In Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Termine
Di 9.6.2026, 18:00 | Ticket
Do 11.6.2026, 18:00 | Ticket
Ort
Botanischer Garten
Am Kirchtor 1-12
D-06108 Halle (Saale)
Opera in drei Akten, HWV 33 (1735)
Libretto nach Antonio Salvis Libretto Ginevra, principessa di Scozia (1708), basierend auf Ludovico Ariostos Versepos Orlando furioso (1516)
Schottland im 8. Jahrhundert: Am Konigshof entspinnt sich ein düsteres Spiel aus Verrat, Untreue, Eifersucht und Intrige. Zwei Alphamännchen ringen um die Königstochter Ginevra: Der Schurke Polinesso streut das Gerücht, sie habe ihren Verlobten Ariodante betrogen. Sein Ziel ist es, in einem Turnier für sie zu kämpfen, um sie so selbst von dem Vorwurf und der darauf stehenden Todesstrafe zu befreien – und sie so für sich zu gewinnen. Wird es Ariodante gelingen, den perfiden Plan zu vereiteln? Diese Geschichte, ein Auszug aus Ludovico Ariostos großem Versepos Der rasende Roland von 1516, gehört zu den zugänglichsten und spannendsten Plots in Händels Opernschaffen. 1735 in London uraufgeführt, zählt Ariodante heute zu seinen meistgespielten Werken. Das renommierte La Cetra Barockorchester Basel unter der Leitung seines Gründers Andrea Marcon bringt Händels Musikdrama in all seiner emotionalen Wucht zur Geltung. Die Titelpartie singt Händel-Preisträgerin Magdalena Kožena.
Musikalische Leitung: Andrea Marcon
Re: José Antonio Lopez
Ginevra: Erika Baikoff
Ariodante: Magdalena Kožená
Lurcanio, Odoardo: Emiliano Gonzalez Toro
Polinesso: Christophe Dumaux
Dalinda: Shira Patchornik
La Cetra Barockorchester Basel
Ticket Preise: 65/50/30 €
Gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes, gefördert durch die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und die Staatskanzlei des Freistaates Thüringen – Der Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten.
Peter von Kant (2022) von François Ozon ist eine moderne, schwule Neuinterpretation des Fassbinder-Klassikers "Die bitteren Tränen der Petra von Kant". Im Mittelpunkt steht der einst gefeierte Regisseur Peter, der sich in den jungen Schauspieler Amir verliebt – und prompt in Machtspiele, Eifersucht und Enttäuschung verwickelt. Elegant inszeniert wird das leidenschaftliche Kammerspiel in Kölner Kulisse zu einem intensiv-ironischen Drama über Liebe, Abhängigkeit und den Preis des Ruhms.
Mit Publikumsgespräch
Ticket Preise: 9/8 €
In Kooperation mit dem Zazie Kino & Bar
Termin
Di 9.6.2026, 19:00
Ort
Zazie Kino & Bar
Kleine Ulrichstraße 22
D-06108 Halle (Saale)
Was bleibt von einem Mann, der die Welt mit Musik verändert hat? Beim Händelslam wird Georg Friedrich Händel selbst zur Hauptfigur auf der Bühne: Drei Slam-Poetinnen und Poeten bringen eigene Texte über den Meister, seine Melodien und seine Macken – mal wild, mal zärtlich, mal urkomisch. Moderiert von Katja Hofmann, die Händel mit Charme und Tempo ins 21. Jahrhundert holt. Ein Abend zwischen Arie und Alliteration – für alle, die wissen wollen, was passiert, wenn barocke Leidenschaft auf modernes Sprachfeuer trifft.
Oper wird zum Live-Game: In einer interaktiven Spielanordnung über Sprache und das gegenseitige Verstehen taucht das Publikum in eine Fabelwelt ein und wird zum Mitspieler in einem Game. Seit Anbeginn der Menschheit sind nicht nur Tiere, Pflanzen und Vögel, sondern auch Menschen unterwegs. Das Kollektiv Kobakant entwickelt gemeinsam mit der Regisseurin Alicia Geugelin und zwei Sängerinnen ein theatral-digitales Spiel, das sich mit dem Kommen und Gehen auseinandersetzt und dabei in verschiedene Perspektiven reinschlüpfen lässt. Wie ist bei aller Unterschiedlichkeit eine Verständigung miteinander möglich? Im Music Game kann das live und interaktiv in verschiedenen Rollen ausprobiert werden.
Künstleriche Leitung: KOBAKANT
Inszenierung: Alicia Geugelin
Dramaturgie: Julia Schinke
Schauspielerin: Alexandra Marisa Wilcke
Ensemble Arava:
Sopran: Einat Aronstein
Violine: Sophie Wedell
Violoncello: Nora Matthies
Cembalo, Leitung: Avinoam Shalev
Werke von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Giovanni Bononcini, Heinrich Ignaz Franz Biber, Dietrich Buxtehude, Antonio Caldara und Jean-Marie Leclair
Warum feiern wir Opern und Kantaten der Barockmusik, in denen Frauen auf wenige Stereotype reduziert und nur an ihrem Bezug zu Männern gemessen werden? Während gesellschaftlich heiße Debatten über Gleichberechtigung und Sexismus toben, bringen wir in der klassischen Musik immer noch haarsträubende Klischees auf die Bühne: die eifersüchtige Furie, das naive Dummchen oder die Heilige. Muss das so sein? Gemeinsam mit der Schauspielerin Alexandra Marisa Wilcke versucht sich das Ensemble Arava an etwas Neuem – in einer einstündigen Performance aus Musik und Wort. Denn obwohl veraltete Rollenbilder letztlich uns allen schaden, fällt es mitunter schwer, sich davon zu lösen – und manche Parallele zur Gegenwart trifft direkt ins Herz. So wird den Frauen, von denen auf der Bühne gesungen wird, eine differenzierte Stimme gegeben, und damit ein Weg gezeichnet, wie man die Werke, die wir lieben, auf zeitgemäße Art aufführen kann.
Neoclassical Ensemble of Tehran
Santur: Arash Mohafez
Tar: Nima Noury
Percussion: Farid Kheradmand
Hamburger Ratsmusik
Viola da gamba: Simone Eckert
Cembalo: Anke Dennert
Mit Werken u. a. von Georg Friedrich Händel, Marin Marais, Abdolqâder Marâqi und Abolhasan Saba
Eine musikalische Flussreise der besonderen Art: Auf der MS Händel II begegnen sich westliche Barockklänge und die reiche Klangwelt Persiens. Unter dem Titel Faszination Persien verbindet das Konzert Werke von Georg Friedrich Händel und Marin Marais mit selten gehörter persischer Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert – ein Dialog zwischen zwei Kulturen, die sich in Eleganz und Ausdruck überraschend nah sind. Der Historiker und Komponist Dimitrie Cantemir (1673–1723) sammelte zeitgenössische und ältere Musik aus dem Osmanischen Reich und Persien in einer von ihm selbst entwickelten Notation. Seine Notationen dokumentieren eine Epoche, die ohne ihn in Vergessenheit geraten wäre. An Bord der MS Händel II gestalten die Hamburger Ratsmusik und das Neoclassical Ensemble of Tehran ein faszinierendes Klangpanorama, in dem Santur, Tar und Viola da gamba aufeinandertreffen. Eine Reise durch das romantische Saaletal, die barocke Klänge mit orientalischer Poesie verbindet.
Ticket Preise: 45 €
Termine
Mi 10.6.2026, 18:00 | Ticket
Do 11.6.2026, 18:00 | Ticket
Judas Maccabaeus: Thomas Hobbs
Simon: Matthias Winckhler
Israelitish Woman: Suzanne Jerosme
Israelitish Man: Olivia Vermeulen
Priest: Jaro Kirchgessner
Vocalensemble Rastatt
Les Favorites
Oratorium in drei Akten, HWV 63 (1747)
Libretto von Thomas Morell, basierend auf dem (apokryphen) Ersten Buch der Makkabäer und Flavius Josephus’ Antiquitates Judaicae (93/94 n. Chr.)
Musikalische Leitung: Holger Speck
Ein Held der Freiheit, ein Volk in Aufruhr, ein Oratorium von überwältigender Kraft: In Judas Maccabaeus verwandelt Händel biblische Geschichte in packendes musikalisches Drama. Triumph und Trauer, Pathos und Pracht liegen hier dicht beieinander. 1747 gelang dem bereits seit 20 Jahren britischen Staatsbürger Händel damit ein außergewöhnlicher Wurf, der seine Wahlheimat begeisterte: Das Oratorium feiert den Sieg des Herzogs von Cumberland über die Jakobiten und den katholischen Prinzen Charles Edward Stuart. Herausragend sind die ergreifenden Lamenti, die glanzvollen Chöre und die monumentale Klangarchitektur, die den Helden als mutigen, entschlossenen und zugleich leidenschaftlichen Anführer zeichnen – und Händel unaufhaltsam in den Rang eines englischen Nationalkomponisten erhoben. Das Vocalensemble Rastatt und das Originalklang-Ensemble Les Favorites entfalten unter der Leitung von Holger Speck das Werk in seine ganzen emotionalen und klanglichen Wucht.
Ticket Preise: 65/50/30 €
Mit freundlicher Unterstützung der GP Günter Papenburg AG
Dramma per musica in drei Akten, HWV 6 (1709)
Libretto mutmaslich von Vincenzo Grimani, basierend auf Tacitus‘ Annales und Suetonius‘ Vita divi Claudii
Das alte Rom als Opernstoff – was soll man da erwarten? Einen etwas trotteligen Kaiser, der vom Feldzug siegreich zurückkehrt und bei der schonen Poppea entspannen will, einen Feldherrn, der sie aufrichtig liebt, einen windigen Thronfolger in spe, der ihr ebenfalls nachsteigt, und zwei überforderte Höflinge ohne allzu viel Moral. All diese Figuren sind verstrickt im Netz der skrupellosen Kaiserin, die mit Schmeichelei, Verstellung und Luge ihrem Sohn den Thron sichern will. Im bitterbos-komischen Intrigenspiel mit rasant wechselnden Konstellationen kommen weder Manner noch Frauen gut weg. Der einzige Aufrichtige, der Feldherr Ottone, dem Liebe mehr bedeutet als Macht, gerat zwischen alle Fronten. Für Handel war Agrippina, entstanden kurz vor seiner Abreise aus Italien, der erste große Opernerfolg. Bis heute überzeugt die scharfzüngige Polit-Satire mit musikalischer Raffinesse: Zahlreiche in Italien entstandene Hits verarbeitet Händel hier zu einem unwiderstehlichen Opernerlebnis.
Musikalische Leitung: Laurence Cummings
Inszenierung: Walter Sutcliffe
Bühne: Aleksandar Denić
Kostüme: Frank Schönwald
Dramaturgie: Boris Kehrmann
Solist:innen: Claudio: Ki-Hyun Park, Agrippina: Romelia Lichtenstein, Nerone: Leandro Marziotte, Poppea: Vanessa Waldhart, Ottone: Christopher Ainslie, Pallante: Lars Conrad, Narciso: Annika Westlund, Lesbo: Michael Zehe
Chor der Oper Halle
Händelfestspielorchester Halle
Ticket Preise: 65/55/45/35/20 €
Eine Produktion der Oper Halle im Rahmen der Händel-Festspiele
Termine
Mi 10.6.2026, 19:30 | Wiederaufnahme | Ticket
Sa 13.6.2026, 19:30 | Ticket
Rosa von Praunheims queeres Kult-Musical Stadt der verlorenen Seelen (1983) porträtiert das schillernde Leben einer Gruppe exzentrischer US-amerikanischer Cabaret-Performer. Drag Queens, Tänzer und Akrobaten sowie Menschen aus marginalisierten Communities – darunter Schwarze, Juden, Schwule und Transsexuelle – suchen in Berlin soziale Akzeptanz und kreative Freiräume. Rosa von Praunheim verzichtete bewusst auf klassische Schauspielprofis und setzte stattdessen auf reale Persönlichkeiten aus der queeren Subkultur, deren eigene Biografien und Erfahrungen dem Film seine besondere Authentizität verleihen.
Publikumsgespräch mit Oliver Sechting
Ticket Preise: 8,50/7,50 €
In Kooperation mit dem Luchs Kino am Zoo und der AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd e. V.
Termin
Mi 10.6.2026, 20:00
Ort
Luchs Kino am Zoo
Seebener Str. 172
D-06114 Halle (Saale)
Studierende der Universität Halle
Godot Komplex: Hannah Baumann, Franziska Hiller, Johannes Worms
In Kooperation mit der Abteilung Musikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entwickelt das Konzertkollektiv godot komplex einen konzertanten Spaziergang zu drei unterschiedlichen Orten in der Stadt. In einem Workshop zur Formatentwicklung von Musikereignissen haben Studierende gemeinsam mit Hannah Baumann, Franziska Hiller und Johannes Worms verschiedene Pop-Up Performances entwickelt, die sich dem diesjährigen Festivalthema Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher nähern: Wo finden wir Spuren von (antiquierten) Männlichkeitsbildern an den jeweiligen Orten und was verraten sie uns über unseren heutigen Blick darauf? Ein musikalischthematischer Spaziergang durch die Stadt. Der Start- und Endpunkt ist der Kiosk hr.fleischer am Reileck. Von dort aus geht es zum TEKİEZ, Pierre Grasse und Format Filmkunst e. V., wo weitere Performances gezeigt werden. Im Anschluss findet ein diskursiver Ausklang am Kiosk statt. Das Kollektiv moderiert und führt durch die Veranstaltung.
Ticket Preise: freier Eintritt
Termin
Do 11.6.2026, 15:00 | Eintritt frei!
Ort
hr.fleischer - Kiosk am Reileck
(Start- und Endpunkt) Händelstraße 1a
D-06114 Halle (Saale)
Opera seria in drei Akten, HWV 12 b (1720)
Libretto von Nicola Francesco Haym nach Domenico Lallis L’amor tirannico (1710), basierend auf Tacitus‘ Annales (um 120)
Handels Radamisto, 1720 in London uraufgeführt und wenige Monate später für den Star-Kastraten Senesino überarbeitet, erzählt von dem armenischen König Tiridate, der von Machtgier getrieben alles zerstört, was ihn umgibt. Zwischen politischen Intrigen und privaten Konflikten kämpft Radamisto um seine Liebe zu Zenobia, während Treue, Verrat und Verzweiflung die Figuren in immer neue Extremsituationen treiben. In dieser Oper begegnen wir Männern, die sich als unerschrockene Helden, skrupellose Herrscher oder verletzliche Liebende zeigen – und deren Gegensatze die Handlung mitreisend vorantreiben. Max Emanuel Cenčić interpretiert die Titelpartie gemeinsam mit dem Wrocław Baroque Orchestra unter Benjamin Bayl – eine Galaaufführung voller barocker Brillanz und atemberaubender Koloraturkunst, die Handels überarbeitete Fassung in all ihrer dramatischen Zuspitzung und emotionalen Tiefe erfahrbar macht.
Musikalische Leitung: Benjamin Bayl
Farasmane: Tomáš Král
Radamisto: Max Emanuel Cenčić
Tigrane: Dennis Orellana
Tiridate: Zachary Wilson
Polissena: Katrīna Paula Felsberga
Fraarte: Kangmin Justin Kim
Wrocław Baroque Orchestra
Ticket Preise: 80/60/35/20 €
Mit freundlicher Unterstützung der KATHI Rainer Thiele GmbH
Workshopleitung: Charlott Falkenhagen (Dozentin am Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik an der Universität Halle)
Aktuelle Phänomene in Musik aus anderen Zeiten wiederentdecken und diskutieren
Klischeehafte Rollenbilder von Mann und Frau sind längst überholt? Trends wie „Tradwives“, die ein traditionelles Frauenbild aufwärmen, „Alpha Männer“ und Social-Media-Phänomene wie Flying Uwe oder Magic Fox, die Millionen männlicher Follower mit Fitness-Trends und Verhaltensregelnzum vermeintlichen Männlichkeitsaufbau anleiten, scheinen uns eines Besseren zu belehren. Die Spannung zwischen einem vermeintlich „neuen“ emotional kompetenten und fürsorglichen Männerbild und einem konservativen Gegenentwurf ist nicht so neu, wie man denken mag. Auch in früheren Epochen wurden diese Themen verhandelt – auch in der Musik. In diesem Workshop werden verschiedene Rollenbilder zu verschiedenen Zeiten erkundet und etwa der Frage nachgegangen, warum es Frauen als Komponistinnen schwer hatten und mitunter immer noch haben. So soll auch gefragt werden, wie sich die historischen Entwürfe auf aktuellen Tendenzen übertragen lassen und was sie über die Zukunft von Geschlechterrollen in der Musik verraten können. Für Jugendliche ab 14 Jahren.
Sopran: Silvia Frigato
Concerto Italiano:
Violine: Nicholas Robinson, Stefano Barneschi
Violoncello: Alessandro Palmeri
Chitarrone: Ugo Di Giovanni
Cembalo, Leitung: Rinaldo Alessandrini
Mit Werken von Georg Friedrich Händel, Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti
Studienreise oder Werbetour? Händels Italienaufenthalt war sicherlich beides. Einen Lehrer hatte er in Italien nicht, doch kennengelernt hat Händel zweifellos viel, das ihm wichtig war: die aktuellen Strömungen der italienischen Musik, die modernsten Kantaten und Opern, das Oratorium, eine damals neue Gattung für einen Protestanten aus Mitteldeutschland – und zwei Gran Signori, beide eine Generation älter und europäische Berühmtheiten: Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti. Mit Corelli als Konzertmeister arbeitete Händel 1708 bei der Aufführung seiner Resurrezione zusammen. Scarlatti hat er vielleicht nie persönlich getroffen, aber zweifellos seine Musik gehört. Mit beiden wetteiferte der gerade einmal 23-jährige offen: In einer Arie seines Oratoriums spielt er auf einen Satz aus Corellis Violinsonaten op. 5 an; Händels Resurrezione erklingt in Rom wenige Tage nach Scarlattis Oratorium Colpa, Pentimento e Grazia. Wer will, kann vergleichen – damals und heute wieder. Es musiziert in kleiner Besetzung das legendäre Concerto Italiano unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini.
Musikalische Leitung: René Jacobs
Aci: Kateryna Kasper
Galatea: Sophie Harmsen
Polifemo: Christian Senn
Kammerorchester Basel
Serenata, HWV 72 (1708)
Libretto von Nicola Giuvo, basierend auf Ovids Metamorphosen (8 n. Chr)
Galakonzert anlässlich der Verleihung des Händel-Preises 2026 an René Jacobs
Eine Hochzeit – und ein Todesfall? Am 19. Juli 1708 heiraten in Neapel eine Fürstentochter und ein junger, mit Händel gleichaltriger Herzog. Die Tante der Braut, Aurora Sanseverino, Herzogin von Laurenzano, gibt zur Hochzeit bei einem jungen deutschen Komponisten, der gerade in Rom von sich reden macht, eine Festkomposition in Auftrag; das Libretto schreibt ihr Hofdichter. Händel schließt die Komposition im Juni 1708 in Neapel ab. Braut und Bräutigam präsentiert man eine Geschichte aus Ovids Metamorphosen: Der einäugige Riese Polifemo verliebt sich in die reizende Nymphe Galatea. Sie aber liebt den Hirtenknaben Aci und weist den groben Liebhaber ab. Wutentbrannt erschlägt Polifemo den Nebenbuhler mit einem Felsbrocken. Galatea verwandelt den toten Geliebten in einen Fluss; so bleiben beide dennoch vereint. Ein eigenartiges Sujet für eine Hochzeit – doch Händel macht daraus eine der schönsten und anrührendsten Kompositionen seiner italienischen Zeit, ein Werk, auf das er bis in seine letzten Lebensjahre immer wieder zurückgreifen wird.
Das Performance-Kollektiv Guricht (Halle–Berlin) widmet sich nicht zum ersten Mal der Welt Georg Friedrich Händels. Bereits für eine zeitgenössische Fassung von Alcina im Rahmen der Händel-Festspiele komponierte Thies Streifinger ein spannungsvolles Zusammenspiel aus Barock- und elektronischer Musik, Tanz und Videokunst. Ralf Wendt wiederum co-kuratierte für die Festspiele das Kunstfest electric renaissance, bei dem Burghard Vogel gemeinsam mit internationalen Musikerinnen und Musikern Videokunst präsentierte. 2026 richtet das Kollektiv den Blick auf den jungen Händel: Es erkundet – spielerisch und spekulativ – die Sorgen und Zweifel des angehenden Komponisten in der Welt des Barock. In vielstimmigen Klangbildern und einem außergewöhnlichen Instrumentarium lässt die Live-Performance den jugendlichen Händel in der besonderen Atmosphäre des Planetariums Halle neu aufscheinen.
Bunt, energiegeladen, queer. Das Sind die Partys des Kollektivs Kombüse Liebe, das der AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd e. V. angegliedert ist. Seit seinem Debüt 2019 hat sich das Team aus rund 15 Ehrenamtlichen schnell als feste Größe in der regionalen Kulturszene etabliert. Besonders bekannt ist das Kollektiv für seine spektakulären CSD-Aftershowpartys, wo Drag-Performances, Live-Musik und DJ-Sets aus Disco, Techno, Pop und Hip-Hop aufeinandertreffen. Neben guter Laune stehen Safe Spaces für queere Menschen im Zentrum. Mit liebevoller Deko, Glitzer und kreativen Partyaktionen wie Speed Dating oder Karaoke schaffen sie Orte für Gemeinschaft, Lebensfreude und Sichtbarkeit. Ihre Party bei den Händel-Festspielen steht wie kaum eine andere Veranstaltung für eine queere Perspektive auf das Festival-Motto. Hier werden alte Rollenbilder auseinandergenommen und eigene Gegenentwürfe gefeiert. So wird die Party zu einer eigenen Performance über Liebe und Identität – laut, sinnlich und befreiend.
Ticket Preise: 12 €
In Kooperation mit der Kombüse Liebe und mit Beteiligung der AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd e. V.
A burlesque opera in drei Akten (1737)
Libretto von Henry Carey nach einer gleichnamigen, anonym überlieferten Ballade (1685)
Grausame Drachen, Jungfrauen in Not und starke Ritter – großes Drama? Textdichter Henry Carey und der vermutlich aus Braunschweig stammende Komponist Johann Friedrich Lampe machten daraus eine freche Parodie auf Händels italienische Opern. Lampe, der als Fagottist in London im selben musikalischen Umfeld wie Händel wirkte und dessen Stil gekonnt aufgriff, amüsierte sich köstlich über „the Beauty of Nonsense, so prevailing in the Italian Operas“ – und schrieb als Gegengewicht „burlesque operas“. Statt heroischer Glanzfiguren gibt es in The Dragon of Wantley einen heruntergekommenen Ritter und zwei Dorffrauen, die sich mit einem exzentrischen, singenden Drachen anlegen. Daneben verwickeln sich die Protagonisten in wunderliche Liebeswirren. Gleichzeitig klingt die Musik sehr nach Händel. Der Kontrast zwischen alltäglich-vulgärem Text und ‚ernster‘ Musik machte The Dragon of Wantley zu einer der erfolgreichsten komischen Opern des 18. Jahrhunderts in England – und bis heute zu einem charmanten, originellen Kommentar zu Händels glanzvoll überzeichnetem Heldenpersonal.
Musikalische Leitung: Michael Form
The Dragon, Gaffer Gubbins: Yannis François
Moore of Moore-Hall: Oliver Johnston
Margery: Aurora Peña
Mauxalinda: Idunnu Münch
Walkenried Consort
Orquesta Humboldt
Ticket Preise: 50/35 €
Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Saalesparkasse
Ein Nachmittag voller Musik, Bewegung und Kreativität: Das Händel-Haus und die benachbarte Musikbibliothek laden wie jedes Jahr Kinder, Eltern, Freundinnen und Freunde der Festspiele zu einem bunten Mitmachfest ein. Ob Tanz, Kostüm, Bühne oder Instrumentenbau – überall darf ausprobiert, gestaltet und gestaunt werden. Musik wird hier nicht nur gehört, sondern mit allen Sinnen erlebt: beim Tanzen und Gestalten. Ein lebendiges Fest, das Händels Welt auf spielerische Weise erfahrbar macht – offen für Neugierige jeden Alters.
Workshopleitung:
Julia Bosch (Bühnen- und Kostümbildnerin)
Theresa Ivanovic (Tänzerin, Tanzpädagogin)
Yaroslava Sydorenko (Bühnen- und Kostümbildnerin)
Studierende der Universität Halle (Instrumentenbau)
freier Eintritt
Mit freundlicher Unterstützung der KATHI Rainer Thiele GmbH
Termin
Sa 13.6.2026, 15:00 | Eintritt frei!
Ort
Händel-Haus Halle
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)
Mit Werken von Georg Friedrich Händel, Nicola Porpora, Riccardo Broschi, Johann Adolph Hasse, Giuseppe Sammartini und Pietro Castrucci
Im London der Jahre 1734/35 tobt ein erbitterter Konkurrenzkampf auf den Opernbühnen der Stadt: Georg Friedrich Händel hat mit seinem 1719 gegründeten Opernunternehmen, der Royal Academy of Music, die Londoner Opernszene fest im Griff. Im Haymarket Theatre und später im Covent Garden Theatre bietet er der High Society alles, was das Herz begehrt: Stars aus Italien, maßgeschneiderte Arien, opulente Inszenierungen und packende Handlungen. Doch 1733 tritt ein mächtiger Rivale auf den Plan: die von Adligen gegründete Opera of the Nobility unter der Leitung von Nicola Porpora. Ein erbitterter Wettstreit beginnt – nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch auf der Bühne. Im Zentrum dieses musikalischen Duells stehen zwei der berühmtesten Kastraten ihrer Zeit: Farinelli, der strahlende Star der Opera of the Nobility, und Carestini, Händels gefeierter Sänger. In Analogie dazu stellt Concerto Köln in diesem Programm Arien einander gegenüber, die eigens für diese beiden legendären Rivalen komponiert wurden.
Super Flu, Valer Sabadus, Staatskapelle Halle, Universitätschor Halle und mehr
Musikalische Leitung, Arrangements: Christoph Huber
Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“
Staatskapelle Halle
Valer Sabadus
Super Flu
und weitere Acts
Ob Ausnahme-Oratorien wie Messiah, die schönsten Opernmelodien aus Rinaldo und Giulio Cesare oder Spektakel wie die Feuerwerksmusik – Händel schrieb die größten Hits seiner Zeit und wurde dafür wie ein Superstar gefeiert. In BRIDGES (ehemals Bridges to Classics) trifft der barocke Superstar Händel auf aktuelle Größen der Pop- und Rockmusik. Gemeinsam mit der Staatskapelle Halle und gefragten Sängerinnen und Sängern laden die Händel-Festspiele Pop- und Rock-Acts ein, ihre Songs in Arrangements mit großem Orchester neu zu interpretieren. In der einzigartigen Naturkulisse der Galgenbergschlucht verschmelzen Händels prächtigste Melodien mit aktuellen Hits zu einem besonderen Klangspektakel. Ab 2026 wächst das Format weiter: Ab 19 Uhr spielen lokale Bands, um 21 Uhr startet das Hauptprogramm – und nach dem Feuerwerk zu Händels Feuerwerksmusik wird mit elektronischen Sounds in die Nacht gefeiert. Ein Abend zum Hören, Verweilen, Picknicken und Tanzen – für alle Gäste der Händel-Festspiele und für die ganze Stadt.
Countertenor: Reginald Mobley
lautten compagney BERLIN
Mit Werken von Georg Friedrich Händel und Stevie Wonder sowie traditionellen Spirituals und Gospels
Wo liegt Heimat, und kann man mit Musik dorthin zurückkehren? Diese Frage steht im Mittelpunkt von Coming Home with Music, dem Programm des GRAMMY-nominierten Countertenors Reginald Mobley und der lautten compagney BERLIN. Zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung der USA spannen sie einen weiten Bogen: von barocken Arien über europäische Psalmen bis zu Spirituals, Gospels und Songs von Stevie Wonder. Im Mittelpunkt steht die Begegnung von Barock und Gegenwart, von Alter Musik und afroamerikanischen Traditionen. Bekannte Händel-Arien wie „But who may abide the day of His coming“ (Messiah) oder „Heroes, when with glory burning“ (Joshua) stehen neben bewegenden Spirituals wie „Sometimes I feel like a motherless Child“ oder „Joshua fit the Battle of Jericho“. Mobley, der mit seiner ausdrucksstarken Stimme mühelos zwischen Händel und Gospel, zwischen den Jahrhunderten und Kontinenten wandert, reflektiert die Idee von Musik als Heimat. So entsteht eine berührende Klangreise von Afrika und Europa über London bis in die Neue Welt – eine Suche nach Zugehörigkeit, die in der Musik ihr Ziel findet.
Mit Christiane Barth (Museumsleiterin Stiftung Händel-Haus) und Albrecht Hartmann (Pianist)
Kurz vor 1700 entwickelte der Instrumentenbauer Bartolomeo Cristofori eine Art Symbiose aus Cembalo und Clavichord – den Hammerflügel. Mit dem Spiel auf historischen Tasteninstrumenten der Mozart-, Beethoven- und Schumann-Zeit erleben wir den Klang vergangener Epochen und hören Geschichten über die enge Beziehung von Klaviermusik und Instrumentenbau.
Vom Klang historischer Tasteninstrumente bewerten:
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Bewertungen & Berichte Vom Klang historischer Tasteninstrumente
Lesung
Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher
Eine literarische Annäherung
Mit Özlem Özgül Dündar, Nele Heyse, Matthias Jügler, Karl-Heinz Ott und Alexander Suckel
Moderation: Katrin Schumacher
Acht Autorinnen und Autoren – acht Texte. Özlem Özgül Dündar, Dirk Laucke, Nele Heyse, Matthias Jügler, Clemens Meyer, Karl-Heinz Ott, Angela Steidele und Alexander Suckel spüren im Auftrag der Stiftung Händel-Haus dem diesjährigen Festivalthema auf literarische Weise nach. Inspiriert von Georg Friedrich Händel, seiner Musik und seiner Geburtsstadt Halle entstehen neue Texte, die Händels Welt mit unserer Gegenwart verweben und ihre ganz eigenen Bilder von Männlichkeit entwerfen. Zwischen barockem Glanz und moderner Fragilität reflektieren sie historische und gegenwärtige Vorstellungen von Männlichkeit und spüren dabei Verbindungen zwischen Händels Zeit und unserer Gegenwart nach. Im Rahmen der Händel-Festspiele wir das Buch erstmals vorgestellt – in einer Lesung, die zum Zuhören, Nachdenken und Mitreden einlädt.
Musikalische Leitung: Lionel Sow
Balthasar-Neumann-Chor & -Solisten
Balthasar NOVA
Oratorium in drei Teilen, HWV 56 (1742)
Libretto von Charles Jennens, basierend auf verschiedenen Bibelworten
Georg Friedrich Händels Messiah ist nicht nur sein bekanntestes Werk, sondern auch ein Schlüsselwerk der europäischen Musikgeschichte. Das 1742 in Dublin uraufgeführte Oratorium zeichnet in drei Teilen die zentralen Stationen des christlichen Heilsgeschehens nach: die Prophezeiung und Geburt, das Leiden und die Auferstehung Christi sowie die Hoffnung auf die Erlösung der Welt. Charakteristisch ist der Wechsel zwischen schlichten Rezitativen, ausdrucksstarken Arien und eindrucksvoll gesetzten Chören, deren Strahlkraft – insbesondere das weltberühmte „Hallelujah“ – das Werk seit mehr als 250 Jahren zu einem Fixpunkt im Konzertrepertoire machen. Als fulminanter Abschluss der Händel-Festspiele 2026 erklingt Messiah in Händels Taufkirche, interpretiert vom ersten Jahrgang des europäischen Akademieprogramms Balthasar NOVA gemeinsam mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Solisten unter der Leitung von Lionel Sow. Händel, der Europäer, erklingt hier in voller Größe!
Musikalische Leitung: Joolz Gale
Staatskapelle Halle
Solist*innen: Beth Taylor (Mezzosopran), Nicolò Balducci (Countertenor)
Vor der Naturkulisse der romantischen Galgenbergschlucht fällt es im Frühsommer nicht schwer, sich nach Italien zu träumen. Dieser Höhepunkt der Festspiele bezaubert mit Rising Stars wie der gefeierten Beth Taylor und dem unwiderstehlichen Nicolò Balducci. Der genialische englische Dirigent Joolz Gale führt die Staatskapelle durch ein brillantes, sommerlich-mediterranes Programm, das am Ende natürlich in die Feuerwerksmusik mündet.
35 / Kinder bis 14 Jahre 10 €
Mit freundlicher Unterstützung der Halleschen Wohnungsgesellschaft mbH
"In Italien" - Abschlusskonzert mit Feuerwerk bewerten:
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Bewertungen & Berichte "In Italien" - Abschlusskonzert mit Feuerwerk
27.04.23, 00:10, Halle-Blog Das Jahr Eins nach dem 100-jährigen Jubiläum
Es ist das Jahr Eins nach dem 100-jährigen Jubiläum der Händelfestspiele in Halle im letzten Jahr. Es ist also das erste Jahr in einem neuen Jahrhundert. Man darf also auf Neues hoffen ohne das Liebgewordene missen zu müssen. Denn das Abschlusskonzert in der großartigen Galgenbergschlucht wird wieder von der Staatskapelle Halle und einem grandiosen Feuerwerk gestaltet.
14
Händel-Festspiele Halle
Veranstalter: Stiftung Händel-Haus
5. bis 14.6.2026
an authentischen Orten in der Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel
Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher
Jedes Jahr feiern die Händel-Festspiele das meisterhafte Werk des Musikers und Komponisten.
Die ersten Händel-Feste in Halle gab es bereits im 19. Jahrhundert. 1922 wurden Händels Opern bei „Halleschen Händelfesten“ wiederentdeckt, und seit 1952 finden die Händel-Festspiele regelmäßig einmal jährlich statt – zu Ehren Händels, der in Halle geboren wurde und hier die ihn prägenden ersten Jahrzehnte verbrachte, sowie zu Ehren seiner großartigen Musik.
Telefonische Ticketbestellung über TIM Ticket
Telefon: 49 (0) 345 / 565 27 06
Mo-Fr: 7-18 Uhr; Sa: 7-12 Uhr
Weitere Bestellmöglichkeiten unter: haendelhaus.de/hfs/karten-besuch/tickets
Kontakt
Händel-Festspiele
Große Nikolaistraße 5
D-06108 Halle (Saale)