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Ausstellungen | Ausstellung

Maria Lassnig und Edvard Munch

Kunsthaus Zürich

Erstmals bringt eine Ausstellung die Werke von Maria Lassnig und Edvard Munch unmittelbar miteinander in einen Dialog. Rund 150 Arbeiten zeigen überraschende Verbindungen zwischen zwei aussergewöhnlichen künstlerischen Positionen und eröffnen neue Perspektiven auf Körper, Wahrnehmung und den Kreislauf des Lebens. Zwischen Körpergefühl und Lebenskreislauf Mehr als ein halbes Jahrhundert trennt Maria Lassnig (1919–2014) und Edvard Munch (1863–1944). Dennoch verbindet beide ein intensives Interesse an den grossen Fragen des Menschseins. In ihren Werken beschäftigen sie sich mit Körper und Emotionen, mit Krankheit und Tod sowie mit der Beziehung des Menschen zur Natur. Während Munch den Kreislauf von Leben, Tod und Erneuerung ins Zentrum rückt, richtet Lassnig den Blick konsequent nach innen. Ihre «Körperbewusstseinsbilder» entstehen aus dem unmittelbaren Empfinden des eigenen Körpers und verleihen inneren Zuständen eine unverwechselbare malerische Form. Lassnig setzte sich intensiv mit der Kunstgeschichte auseinander und zählte Munch zu ihren wichtigsten Bezugspunkten. In der Ausstellung treten bekannte Werke Munchs in einen neuen Zusammenhang: Linienführung, Farbigkeit und Komposition lassen sich im Spiegel von Lassnigs Malerei neu lesen. Gleichzeitig wird sichtbar, wie tief Munchs Werk in ihrem künstlerischen Denken verankert war. Rund 150 Werke, darunter 78 Gemälde, sowie grosszügige Leihgaben aus dem MUNCH in Oslo und der Maria Lassnig Stiftung in Wien ermöglichen Gegenüberstellungen, die bislang nicht zu sehen waren. Unterstützt von UBS, Partnerin Kunsthaus Zürich, UNIQA Kunstversicherung Schweiz, der Truus und Gerrit van Riemsdijk Stiftung und der Roswitha Haftmann-Stiftung. Eine Ausstellung des Kunsthaus Zürich und der Hamburger Kunsthalle. (Bild: Maria Lassnig, Zwei Arten zu sein (Doppel-selbstporträt), 2000, Maria Lassnig Stiftung © Maria Lassnig Stiftung / 2026, ProLitteris, Zurich)
Ausstellungen | Ausstellungseröffnung

Michael Köhlmeier, Konrad Paul Liessmann:
Von Dämonen, von der Kunst & vom privaten Glück

Literaturhaus Salzburg

Der bekannte Autor und Musiker Michael Köhlmeier ist als bildender Künstler und Maler praktisch unbekannt. Jetzt zeigt er in der Ausstellung „Dämonen“ erstmals in Salzburg seine Gemälde und spricht mit dem Philosophen und Kulturpublizisten Konrad Paul Liessmann über (seine) Kunst. Außerdem liest er aus seinem neuen Roman „Mein privates Glück“. Wie wird man der Mensch, der man ist? Michael Köhlmeier hat mit „Mein privates Glück“ (Hanser Verlag, 2026) sein Lebensbuch geschrieben, den großen Roman seiner Familie. Er erzählt von den Traumata der Weltkriege, die bis in die Gegenwart nachwirken, und vom Alltag in einer erzählsüchtigen Verwandtschaft. Schonungslos ehrlich und mit der ganzen Kraft der Fiktion dringt er in die Tiefe der menschlichen Existenz … Alles beginnt mit einem vierjährigen Buben aus Coburg, der nicht weiß, dass er Eltern hat – bis er eines Tages mit der Eisenbahn in Lindau ankommt. Ein fremder Mann holt ihn ab und begleitet ihn in ein Haus ans Bett einer gelähmten Frau. Er ist sein Vater, sie seine Mutter … „Alles wird sich irgendwann irgendwie zurechtschütteln, darin liegt die Zuversicht meines Lebens.“ Michael Köhlmeier, geb. 1949 in Hard am Bodensee, lebt als Autor, Künstler und Musiker in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Für sein umfangreiches Werk aus Romanen, Erzählungen, Gedichten, Drehbüchern, Hörspielen usw. wurde er vielfach ausgezeichnet, zuletzt für sein publizistisches Gesamtwerk mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2025 und mit dem Max-Frisch-Preis 2026. Veranstalter: Verein Literaturhaus Eintritt € 14/12/10
Ausstellungen | Ausstellung

Elisa Andessner:
BODY COUNTS. Körperzählungen

OK Linz

Seit Jahrzehnten setzt sich Elisa Andessner in ihrer künstlerischen Praxis mit Körper, Raum und gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Zwischen Performance, Video, Fotografie und Zeichnung entwickelt sie Arbeiten, in denen der Körper zugleich Medium, Material und Ort politischer wie persönlicher Erfahrung ist. Die Ausstellung BODY COUNTS. Körperzählungen versammelt zentrale Werkgruppen aus verschiedenen Schaffensphasen und macht die Kontinuität ihrer künstlerischen Fragestellungen sichtbar. Im Mittelpunkt steht der Körper als Träger von Erinnerung, Widerstand und Selbstermächtigung. Reduzierte Gesten, Wiederholung und präzise Setzungen prägen Elisa Andessners Arbeiten ebenso wie die Auseinandersetzung mit feministischen Perspektiven. Die Ausstellung im OK Linz versteht sich nicht als klassische Retrospektive, sondern als vielschichtiger Parcours durch zentrale Themen eines konsequenten und aktuellen Werks. BODY COUNTS zeigt, dass feministische Praxis ein fortlaufender Prozess ist – körperlich, politisch und gegenwärtig. Kuratiert von Sandra Kratochwill Eintritt frei!
Ausstellungen | Ausstellung

Carlos Motta: Pleas of Resistance

OK Linz

Politik der Sichtbarkeit Carlos Motta (*1978, Kolumbien) ist ein multidisziplinärer Künstler, der in seinen Arbeiten soziale Strukturen und politische Kämpfe sexueller, geschlechtlicher und ethnischer Minderheiten untersucht. Durch Akte der Selbstrepräsentation hinterfragt er normative Diskurse und eröffnet Einblicke in bislang wenig beachtete Lebensrealitäten. Mit einem zugleich historischen und künstlerischen Blick erforscht Motta die Erfahrungen postkolonialer Subjekte und Gesellschaften. Sein Werk umfasst Video, Installationen, Skulptur, Zeichnung, webbasierte Projekte, Performance und Symposien. Zeit sammeln, Praxis teilen Pleas of Resistance markiert die erste große europäische Museumsausstellung, die Motta in seiner künstlerischen Entwicklung umfassend erlebbar macht. Sie vereint mehr als fünfundzwanzig Jahre künstlerischer Praxis und bringt frühe fotografische Selbstporträts mit jüngeren Videoperformances und Installationen in vier miteinander verflochtenen Kapiteln zusammen. Diese widmen sich vorspanischer Homoerotik, der Politik der Fürsorge als Raum queerer Befreiung, Akten der Selbstbestimmung jenseits des Menschlichen sowie dem Erzählen verschwiegener Geschichten als Praxis des Teilens, des gegenseitigen Nährens und des Widerstands. Geschichte & Gegen-Geschichte Mottas gesamtes Werk ist getragen von einem entschiedenen Engagement für Minderheitengemeinschaften dissidenter Identitäten und deren Kampf gegen Auslöschung und epistemische Gewalt. Häufig in künstlerischen Kooperationen agierend, entfaltet er das transformative Potenzial von Fiktion und performativen Umschreibungen der Geschichte und unterwandert dabei konsequent offizielle Narrative – in einer Praxis, die stets blasphemisch, körperlich und politisch zugleich ist. Kuratiert von Agustín Pérez Rubio und Susanne Watzenboeck Eine Ausstellung des MACBA – Museu d’Art Contemporani de Barcelona, realisiert in Zusammenarbeit mit dem OK Linz. Öffnungszeiten: Di-So, Fei 10:00 – 18:00 Eröffnung: Fr, 27.03.26 19:00, mit Anmeldung Führungen: Kombi-Führung mit „Peter Fellner. GLUMPERT“ Sa, 28.03.26, 14:00 Sa, 25.04.26, 14:00 Kombi-Führung mit „Peter Fellner. GLUMPERT“ in Gebärdensprache* Sa, 11.04.26, 14:00 Tandem-Führung mit Vertreter:innen der HOSI* mit „Peter Fellner. GLUMPERT“ Sa, 11.04.26, 16:30 * Anmeldung bis jeweils 2 Tage vor Termin unter kulturvermittlung@ooelkg.at oder +43 732 7720 522 22
Ausstellungen | Ausstellung

Peter Fischli: Wir Ungestalten

Robert Musil Literatur Museum

Dass Peter Fischli gerne Robert Walser liest und mit ihm im Kopf durch Stadt und Land geht, verwundert nicht. Beide teilen jenen eigensinnigen Humor, der im Alltäglichen wurzelt und im Unscheinbaren blüht, ohne je ins Banale abzugleiten. Schon Fischlis Zusammenarbeit mit David Weiss war von dieser Haltung geprägt: von einer Kunst des Schauens, die dem Zufälligen vertraut und im Nebensächlichen Bedeutung findet. In Wir Ungestalten führt Peter Fischli diesen Gedanken fort. Das ›Ungestalte‹ ist kein Mangel, sondern ein Zustand offener Form: das Vorläufige, das sich jeder endgültigen Deutung entzieht. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur und Spur, Beobachtung und Erfindung, Witz und Melancholie. Sie entstehen im Moment des Entdeckens, im leisen Staunen über das beinahe Übersehene. So resultiert ein poetisches Archiv flüchtiger Spuren: traumwandlerische Bilder jener schaumgeborenen Skulpturen, die nachts an Parkbänken, Pfosten, Briefkästen oder Türgriffen auftauchen. Minimal-invasive Eingriffe im öffentlichen Raum, der durch diese vergänglichen Gesten zum Spielfeld eines verschmitzten Vandalismus wird. Gemeinsam mit dem Team des Robert Walser-Zentrums hat Peter Fischli über zwei Dutzend Arbeiten gehängt und dabei seiner kuratorischen Ader freien Lauf gelassen. Die ›Ungestalten‹ bevölkern nicht nur die Büros der Mitarbeitenden, sondern auch den sonst unzugänglichen Archivbereich.
Ausstellungen | Ausstellung

Lika Nüssli: ›Für die Katz‹

Robert Musil Literatur Museum

Ausstellung im Robert Walser-Zentrum Mit 69 Aquarellen von Lika Nüssli nach Feuilletons von Robert Walser Die preisgekrönte Künstlerin Lika Nüssli lässt sich von Robert Walsers rund 1000 Kurztexten inspirieren und verwandelt deren subtile Ironie in kraftvolle, poetische Aquarelle. In 69 grossformatigen Arbeiten entfaltet Nüssli einen verspielten und einfallsreichen bildnerischen Dialog mit Walser. Die Ausstellung markiert zugleich die Veröffentlichung der Feuilletonabteilung von Robert Walsers Werken in der massgeblichen Berner Ausgabe im Suhrkamp Verlag – ein literarisches Ereignis, das in Bern auch bildkünstlerisch gefeiert wird. Die sieben Bände umfassende Ausgabe, die in der Ausstellung aufliegt, versammelt Robert Walsers sämtliche kurzen Texte – Erzählungen und Prosastücke, Gedichte und Theaterszenen –, die ursprünglich in Zeitungen und Zeitschriften erschienen, in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Dieses ›Schreiben für die Katz‹, wie Walser seine Arbeit für die Medien jener Zeit nannte, bildete sein literarisches Hauptgeschäft. Er betrieb es während seiner ganzen Autorenkarriere – von den ersten Gedichten im Jahr 1898 bis zu den letzten, 1948 von seinem Vormund veröffentlichten Texten. Die Feuilletons zeigen Walser als scharfen Beobachter seiner Zeit, als Meister der Miniatur und als unermüdlichen Experimentator mit Sprache und Form. Mit der Berner Ausgabe werden diese Texte nun erstmals in einer kommentierten Edition vollständig und für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Mit Robert Walser ist Lika Nüssli, die St. Galler Künstlerin, die mit ihrer eindrücklichen Graphic Novel Starkes Ding internationale Aufmerksamkeit erlangte, auf besondere Weise vertraut. »Robert Walser ist für mich jemand, den ich schon immer zu kennen glaube«, sagt sie. Bereits in ihrer Jugend stiess sie auf sein Werk – durch die Bücher ihrer Schwester, ein Theaterstück in Herisau und später durch die faszinierenden Mikrogramme. Walsers Schriften, »voll wunderbarer Ironie und frechem Augenzwinkern«, begleiten sie bis heute. »Zeichnen bedeutet für mich nachdenken, die Welt beobachten und in eine Form bringen – als Vorschlag, als Angebot für andere.« In ihrer Ausstellung macht Nüssli sichtbar, wie sie Walsers Geschichten weiterspinnt, verdreht und ins Offene, Fluide erweitert. Ihre Werke entstehen aus dem Moment heraus, im Vertrauen auf die Assoziation, und verwandeln Zeit und Raum in jenes »kleines Nichts«, das sich zwischen Walser, seinem Werk und ihr selbst auftut. Lika Nüssli erforscht und erprobt Narration in vielfältigen Formen. Ihr umfangreiches Werk, das Zeichnungen, Illustrationen, Performances und Texte umfasst, wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Schweizer Literaturpreis 2023 für die Graphic Novel Starkes Ding, erschienen in der Edition Moderne. Die Ausstellung Lika Nüssli: ›Für die Katz‹ ist eine ebenso eigenwillige wie originelle Auseinandersetzung mit Robert Walsers Feuilletons und zugleich eine Hommage an dessen unverwechselbares literarisches Universum. Öffnungszeiten Mittwoch bis Freitag, 13–17 Uhr und nach Vereinbarung Freier Eintritt, Führungen auf Anfrage
Ausstellungen | Ausstellung

MEMORY GAP

Haus der Kunst

MEMORY GAP. Potentiale archivalischer Praxen in der Gegenwartskunst Archive adressieren die Zukunft. Ihre Faszination als Wissensspeicher und kollektives Gedächtnis ist ungebrochen. Archive beanspruchen Deutungsmacht und sind zugleich Zeugnisse dessen, was nicht gesagt wird. Denn Fragen der Darstellung und der Erinnerung sind stets auch Fragen gesellschaftlicher Machtverhältnisse. 17 Künstler*innen aus fünf Kontinenten entwickeln in ihren ausgestellten Werken eigene historische wie biografische Modelle der Selbstermächtigung und Erinnerung. Dabei brechen sie von Archiven formierte Regelsysteme durch subversive Impulse oder poetische Eingriffe auf, identifizieren missing links und unterlaufen mit ihren Interventionen die offizielle Lesart hegemonialer Narrative. Die Ausstellung befragt die Auseinandersetzung mit archivischen Strategien und Arbeitsweisen in der Gegenwartskunst. Dreidimensionale, skulpturale Objekte unterschiedlicher Materialität entfalten ihr archivalisches Potential und treten in Dialog mit Videoprojektionen, fotografischen Positionen, Zeichnung und Performancekunst. Künstler*innen: Zanny Begg & Oliver Ressler | Hsiao-Shu Chen | Anna Maria Eichlinger | Nicole Frenzel | Friederike & Uwe | Nausikaa Hacker | Regina Hellwig-Schmid | Sanja Iveković | Atelier Jacobi | Béla Juttner | Zanele Muholi | Paula Pongratz | Walter Seidl | Joachim Seinfeld | Katrin Winkler Kuratiert von Petra Gerschner Der Eintritt zur Ausstellung kostet 7 € regulär | 2/5 € ermäßigt. Tickets sind an der Kasse im Haus der Kunst erhältlich. Symposium zur Ausstellung – PASSING TO THE FUTURE 12.9.26, 13 Uhr | Auditorium HDK | Eintritt frei Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Künstlerverbunds (www.kvhdk.de/ausstellungen/memory-gap.html).
Ausstellungen | Ausstellung

Kaihō - Japanese Women Artists after 1945

Mudam Luxembourg

Diese Ausstellung ist die erste europäische Überblicksschau, die die zentrale Rolle von Künstlerinnen aus Japan im globalen Nachkriegskontext und in den darauffolgenden Jahrzehnten des tiefgreifenden Wandels untersucht. Im Fokus einer Phase weitreichender gesellschaftlicher Umbrüche eröffnet diese umfassende Präsentation die Möglichkeit, radikale Formen künstlerischen Ausdrucks zu entdecken, wie sie in Japan sowie in transnationalen Netzwerken in Asien, Europa, Lateinamerika und Nordamerika entstanden sind. Die Ausstellung ist in thematische Sektionen gegliedert und vermittelt Einblicke in dynamische kulturelle Austauschprozesse ebenso wie in die bislang oft übersehenen Randbereiche der Moderne. Ausgehend von den Biografien der Künstlerinnen, ihrer kreativen Beharrlichkeit und ihrem transnationalen Aktivismus versammelt die Ausstellung Arbeiten von Atsuko Tanaka, Yayoi Kusama, Yoko Ono, Fujiko Nakaya, Tomie Ohtake, Taeko Tomiyama und Yoshiko Shimada sowie vielen weiteren – darunter Werke, die außerhalb Japans nur selten oder bislang überhaupt nicht gezeigt wurden. Von Gutai bis zu experimentellen Ansätzen der Videokunst beleuchtet die Ausstellung die radikalen, zugleich jedoch häufig übersehenen Beiträge japanischer Künstlerinnen zu den globalen Nachkriegsavantgarden. Konzipiert von Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in Zusammenarbeit mit der Lenbachhaus München, versteht sich diese Präsentation als Neubetrachtung transnationaler Kunstgeschichten von den 1950er- bis in die 1990er-Jahre – aus einer zeitgenössischen Perspektive heraus. Kurator: Florence Ostende, assistiert von Anaël Daoud und Yurika Imaseki (Bild: Yoko Matsumoto painting in her studio, Ongata, Hachioji, Tokyo, in 1982. © The artist. Courtesy Hino Gallery and White Cube. Photo: © Mikio Kubota)
Ausstellungen | Ausstellung

FOR EVER - Christine Sun Kim

Mudam Luxembourg

Die in Berlin lebende US-amerikanische Künstlerin Christine Sun Kim wird eine ortsspezifische Installation für den Henry J. and Erna D. Leir Pavillon des Mudam realisieren. Ihre multidisziplinäre Praxis konzentriert sich auf die visuellen, sozialen und politischen Dimensionen von Klang und Sprache. Indem sie die Welt des Klangs visuell erfahrbar macht – durch Infografiken, musikalische Notationen und die American Sign Language (ASL) – teilt Kim ihre persönlichen Erfahrungen als gehörlose Person und hinterfragt dabei die Machtstrukturen und unbemerkten Normen, die öffentliche wie private Räume prägen. Ihre präzisen, selbst entwickelten Strategien – durchzogen von lyrischer Ironie – legen tief verankerte Formen von Ausschluss offen und verstärken Perspektiven, die allzu oft übersehen werden. Christine Sun Kim (1980 in Orange County, Kalifornien) präsentierte Einzelausstellungen und Performances in Institutionen wie dem Whitney Museum of American Art, New York, dem Mori Art Museum, Tokio (2025), dem Art Institute of Chicago, der Secession, Wien (2023), dem Queens Museum, New York (2022), dem Mildred Lane Kemper Art Museum, St. Louis (2021), dem MIT List Visual Arts Center, Boston (2020), De Appel, Amsterdam (2017) und der Tate Modern, London (2016). Sie war zudem an zahlreichen Gruppenausstellungen und Biennalen beteiligt, etwa im SFMoMA, San Francisco (2024), im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, bei der 14. Gwangju Biennale (2023), im The Drawing Center, New York (2022), im Stedelijk Museum, Amsterdam (2021), im MASS MoCA, Massachusetts, im Hamburger Bahnhof, Berlin (2020), bei der Whitney Biennial, New York (2019), der 9. Berlin Biennale, der 11. Shanghai Biennale, im New Museum, New York (2016) sowie im MoMA PS1, New York (2015). Ihre Werke sind in zahlreichen bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter das Museum of Modern Art, New York, das LACMA, Los Angeles, die Tate, London, das Smithsonian American Art Museum, Washington, das Espoo Museum of Modern Art, das Busan Museum of Contemporary Art sowie das Whitney Museum of American Art, New York. Christine Sun Kim lebt und arbeitet in Berlin. Kurator: Léon Kruijswijk, assistiert von Hollie Douglas (Bild: Christine Sun Kim, 'The Sound of Temperature Rising’, 2019. Installation view, ‘Undocumented’, PS120, Berlin, Germany, 2019. Photo: Stefan Korte, © Courtesy of the artist and PS120)
Ausstellungen | Ausstellungseröffnung

Vernissage: Doppelrolle

Staatsoper Hannover

Eröffnung der Ausstellung mit Gemälden von Öznur Cansever im Rahmen der Deutsch-Türkischen Kulturtage 2026 Anlässlich der Deutsch-Türkischen Kulturtage 2026 feiert Hannover die Vielfalt. Organisiert vom Verein Can Arkadaş in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover laden zahlreiche Veranstaltungen von September bis Ende Oktober dazu ein, türkische und diasporische Kultur an zahlreichen Orten der Stadt durch Musik, Tanz, Poesie und Theater zu erleben. Am 19.9. wird die Ausstellung Doppelrolle feierlich eröffnet. Die Gemälde von Öznur Cansever zeigen Künstlerinnen mit türkischer Migrationsgeschichte einerseits im alltäglichen Leben und andererseits in ihrer öffentlichen, künstlerischen Rolle. Die Ausstellung wird zwei Wochen lang im Opernhaus zu sehen sein.
Ausstellungen | Ausstellung

Preis der Nationalgalerie 2026:
Maurizio Cattelan. NIGHT

Staatliche Museen zu Berlin

Mit „NIGHT“ präsentiert die Neue Nationalgalerie die erste große Einzelausstellung des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan in Deutschland. Die Ausstellung findet im Rahmen des Preis der Nationalgalerie 2026 statt, für den Maurizio Cattelan von einer internationalen Jury ausgewählt wurde. Sie vereint wichtige historische Werke Cattelans und neue Arbeiten in dem ikonischen Mies-van-der-Rohe-Gebäude. Die Ausstellung vereint Schlüsselwerke wie „Him“ (2001), „Novecento“ (1997), „La Rivoluzione Siamo Noi“ (2000) und das von Günter Grass’ „Die Blechtrommel“ inspirierte „Untitled“ (2003) mit neuen Arbeiten. Gemeinsam verhandeln sie zentrale Motive in Cattelans Schaffen: die fragile Grenze zwischen Unschuld und Gewalt, die Konstruktion von Identität sowie die fortwährende Präsenz historischer Erinnerung. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine eigens für die Neue Nationalgalerie entwickelte ortsspezifische Installation. Mit dieser neuen Auftragsarbeit greift Cattelan behutsam in die räumliche Ordnung des Hauses ein, verändert so die Art und Weise, wie das Gebäude genutzt und erlebt wird, und eröffnet neue Formen der Begegnung. Vertraute Ausstellungsformen treten zugunsten einer Präsentation zurück, die von Aufmerksamkeit, Reflexion und gemeinsamer Erfahrung geprägt ist. Dadurch verschieben sich die Beziehungen zwischen Werk, Publikum und Architektur. Die von Mies van der Rohe entworfene Neue Nationalgalerie in Berlin bildet hierfür einen besonderen Resonanzraum. Ihre ikonische Architektur wird nicht nur zum Ausstellungsort, sondern selbst zum aktiven Bestandteil der Inszenierung und prägt maßgeblich die Wahrnehmung und Erfahrung der gezeigten Arbeiten. In Berlin präsentiert, entfaltet sich „NIGHT“ in einem deutschen Kontext, der von vielschichtigen historischen Erfahrungen und fortwährenden Prozessen des Erinnerns geprägt ist. Während gesellschaftliche Narrative über Generationen hinweg immer wieder neu befragt werden, tritt Cattelans Werk in ein Spannungsfeld ein, in dem Bilder, Symbole und Formen der Repräsentation weiterhin aktiv verhandelt werden. Der Künstler Maurizio Cattelan Seit den frühen 1990er-Jahren zählt Maurizio Cattelan (geboren 1960 in Padua) zu den prägenden Stimmen der internationalen Gegenwartskunst. Seine Arbeiten greifen vertraute Bilder auf, die tief im kollektiven Gedächtnis verankert sind, und verschieben deren Bedeutung durch minimale, oft irritierende Eingriffe. Dabei widmet sich Cattelan Themen, die gesellschaftlich, historisch oder emotional besonders aufgeladen sind: Religion, Kindheit, Autorität und generationsübergreifende kollektive Traumata. Mit einer Bildsprache, die zwischen Ironie, Provokation, Überzeichnung und formaler Reduktion oszilliert, hinterfragt er etablierte Narrative und eröffnet neue Perspektiven auf Erinnerung, Glauben und gesellschaftliche Machtstrukturen. Mit „NIGHT“ kehrt Maurizio Cattelan nach Berlin zurück – zwanzig Jahre nachdem er die 4. Berlin Biennale mitkuratierte. Kuratorisches Team Die Ausstellung wird kuratiert von Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie, mit Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, in enger Zusammenarbeit mit Maurizio Cattelan. Der Preis der Nationalgalerie Der im Jahr 2000 von den FREUNDEN der Nationalgalerie initiierte Preis der Nationalgalerie hat sich in den vergangenen 25 Jahren als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland etabliert und würdigt Künstler*innen, die die nationale und internationale Kunstlandschaft nachhaltig prägen. 2026 tritt der Preis der Nationalgalerie mit dem Umzug in die Neue Nationalgalerie in eine neue Phase ein und bietet eine*r Künstler*in die einmalige Gelegenheit, eine fokussierte und ambitionierte Ausstellung in der ikonischen Glashalle zu realisieren. Das Format spiegelt den Anspruch der Nationalgalerie wider, bedeutende Kunst nach Berlin zu bringen. Die Jury für den Preis der Nationalgalerie 2026 setzt sich zusammen aus Emma Lavigne (Direktorin der Pinault-Sammlung, Paris) und Sam Keller (Direktor der Fondation Beyeler, Basel) sowie Klaus Biesenbach (Direktor der Neuen Nationalgalerie). Neben den Jurymitgliedern waren auch die Kurator*innen der Nationalgalerie und die Mitglieder der FREUNDE der Nationalgalerie vorschlagsberechtigt. Die Ausstellung im Rahmen des Preis der Nationalgalerie wird ermöglicht von den FREUNDEN der Nationalgalerie und gefördert BMW. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie, Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Bild: Maurizio Cattelan, Detail, 2026 © Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Ivan Erofeev)
Ausstellungen | Ausstellung

Ryuichi Sakamoto:
seeing sound, hearing time

Staatliche Museen zu Berlin

Die Ausstellung ist die erste große Retrospektive des Komponisten und Künstlers in Europa. Ryuichi Sakamoto gilt als Pionier der elektronischen und experimentellen Musik, der die Grenzen zwischen Klang, Film, Performance und bildender Kunst immer wieder neu definierte. Seit den 2000er-Jahren entwickelte Sakamoto dreidimensionale Klangräume, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen wie Shiro Takatani und Carsten Nicolai oder dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. „Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“ zeigt sieben Werke in fünf großformatigen Installationen und eröffnet zur Berlin Art Week. Die Ausstellung rückt die Schnittstelle von Klang und Kunst ins Zentrum, die seit seiner Gründung vor 30 Jahren ein Markenzeichen des Hamburger Bahnhof ist. Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zeigt auf rund 1.500 Quadratmeter in den Rieckhallen sieben Werke in fünf großformatige Installationen des Komponisten und Künstlers Ryuichi Sakamoto. „IS YOUR TIME“ (2017), in der ein durch den Tsunami 2011 zerstörtes Klavier zum Objekt für Klänge wird, beruht auf digital umgewandelten seismologischen Daten von Erdbeben weltweit in Echtzeit. Weitere Installationen sind ausgehend von seinem Album „async“ (2017) in enger Kooperation mit dem Künstler Shiro Takatani und dem Filmmacher Apichatpong Weerasethakul entstanden. Zwei Filme von Carsten Nicolai in der Ausstellung verwenden Musik des letzten Albums „12“ von Sakamoto, ein Klangtagebuch, das er 2021 bis 2022 aufgenommen hat. Der Komponist und Künstler Ryuichi Sakamoto Ryuichi Sakamoto (1952-2023) war ein Komponist, Produzent und Künstler, geboren in Tokio. 1978 debütierte er mit dem Album „Thousand Knives“ und war Mitbegründer der legendären Techno-Gruppe Yellow Magic Orchestra. Sein vielfältiges Schaffen umfasst Popalben, viele klassische Werke, zwei Opern und fast 45 Original-Film- und TV-Soundtracks. Für seine Filmmusik erhielt er zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Auch in der Kunstwelt war Sakamoto aktiv: Seine Arbeiten wurden weltweit in Museen gezeigt (Seoul, 2018; Peking, 2021; Chengdu, 2023–2024; Tokio, 2024–2025; Phuket, 2026; Hong Kong 2026). Als Aktivist engagierte er sich jahrzehntelang für Umweltschutz und Weltfrieden. Er gründete die Organisation „more trees“ zur Waldrettung und das „Tohoku Youth Orchestra“, um die Opfer des Tohoku-Erdbebens durch Musik zu unterstützen. Sakamoto starb am 28. März 2023. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano. Die Ausstellung wird kuratiert von Ingrid Buschmann, Kuratorin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zusammen mit Sachiko Namba, Kuratorin, Tokio. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13. bis 15. November 2026, an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist. In Zusammenarbeit mit KAB Inc./KAB America Inc. und Dumb Type Office Ltd. Die Ausstellung wird unterstützt von den Hamburger Bahnhof International Companions e. V. Gefördert durch EU-Japan Fest Japan Commitee und Agency for Cultural Affairs, Government of Japan Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Ryuichi Sakamoto & Shiro Takatani, async–immersion tokyo, 2024, Installationsnansicht „Ryuichi Sakamoto | seeing sound, hearing time“, Museum of Contemporary Art Tokyo (MOT) 2024 © courtesy the artist, KAB Inc. / Takeshi Asano)
Ausstellungen | Ausstellung

fuga - Klangausstellung von Netta Weiser

Staatliche Museen zu Berlin

Netta Weiser (geboren 1991 in Israel) arbeitet an der Schnittstelle von Klanginstallation, Performance und experimentellem Radio. Der Hörraum im Humboldt Forum präsentiert ihre erste Klangausstellung in Berlin. In ihrer interdisziplinären Praxis entwickelt Weiser choreografische Zugänge zu Klang und erforscht, wie Radioübertragungen verdrängte Geschichten hörbar machen und kollektives Hören temporäre Gemeinschaften entstehen lässt. In „fuga“ verweben sich Archivklänge aus dem Ägypten der 1930er-Jahre, queere Geschichten und diasporische Erinnerungen zu einer choreografischen Hörerfahrung. „fuga“ geht aus Weisers künstlerischer Forschung im Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums in Berlin hervor. Im Zentrum ihrer Recherche stand eine Sammlung von Wachswalzenaufnahmen, die die deutsch-jüdische Komponistin Brigitte Schiffer (1909–1986) in den 1930er-Jahren in Ägypten anfertigte. Schiffer studierte Komposition und Vergleichende Musikwissenschaft in Berlin. Im Rahmen ihrer Dissertation unternahm sie Feldforschungen in der abgelegenen Oase Siwa im Westen Ägyptens. Mit einem Phonographen dokumentierte sie eine Vielzahl vokaler Praktiken der dort lebenden Amazigh-Gemeinschaft. Zu ihren Aufnahmen gehören seltene Klangdokumente, darunter Frauenlieder, Totenklagen und Arbeitsgesänge. Nach ihrer Dissertation im Jahr 1935 floh Schiffer vor dem nationalsozialistischen Regime nach Ägypten, wo sie die folgenden drei Jahrzehnte lebte und zu einer prägenden Persönlichkeit des kulturellen Lebens im kosmopolitischen Kairo wurde. Durch Klang, Performance und räumliche Komposition nähert sich Weiser Schiffers Aufnahmen als lebendige Spuren. Aus einer queeren diasporischen Perspektive aktiviert sie das Archiv neu und macht zum Schweigen gebrachte Erzählungen sowie eine subversive Geschichte von Gefühlen hörbar. Klanginstallation in zwei Teilen Die Klanginstallation entfaltet sich in zwei Teilen. Der erste basiert auf der Aufnahme einer Gruppe von Kindern, die während eines Trauerzugs in der Sahara eine Totenklage singen. Schiffer selbst komponierte 1934 ein von dieser Melodie inspiriertes Werk. In ihrer Komposition verbindet Weiser die Originalaufnahme aus Siwa mit Auszügen aus Schiffers Komposition, elektronischen Klängen, die aus den Wachswalzen gewonnen wurden, sowie Reenactments von Kindern. Gemeinsam mit dem Flötisten Roy Amotz entwickelte Weiser Improvisationen als Reaktion auf dieses Material. Der zweite Teil kreist um eine Sammlung von Gesängen von Landarbeitern während der Dattelernte in Siwa. Diese Wechselgesänge erklangen von den Spitzen der Palmen über die Gärten der Oase hinweg. Ihre Texte verweben Themen wie Migration, wirtschaftliche Not und Andeutungen queerer Liebe. Weiser arbeitete mit dem Sänger Chanan Ben Simon zusammen, der die vokalen Gesten der historischen Aufnahmen neu verkörpert und dabei die antwortende Stimme hörbar macht, die im Archiv fehlt. Das Ergebnis ist ein gerufener Liebesgesang zwischen gegenwärtigen und historischen Stimmen, eingebettet in eine Klanglandschaft aus Rauschtexturen, die aus den ursprünglichen Wachswalzenaufnahmen entwickelt wurden. Entstanden vor dem Hintergrund der anhaltenden Kriege im Nahen Osten, reflektiert die Arbeit die persönliche Auseinandersetzung der Künstlerin mit Fragen von Migration, künstlerischer Praxis in Zeiten des Kriegs sowie dem Umgang mit sich wandelnden politischen Realitäten. Die räumliche Komposition entfaltet sich in kreisförmigen Bewegungen um die Zuhörenden und betont die zyklische Wiederkehr von Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven von Zeit und Ort. Begleitet wird die Klanginstallation von einer sechskanaligen Videoarbeit von Itay Marom. In einer langsamen Bewegung durch eine einzelne Archivfotografie des Kinderchors, die in Schiffers Dissertation von 1936 reproduziert wurde, fügt die Arbeit eine visuelle Ebene von Bewegung, Textur und Erinnerung hinzu. Der Hörraum Speziell für die einzigartige akustische Architektur des Hörraums im Humboldt Forum entwickelt, aktiviert „fuga“ den Raum als choreografische Hörumgebung. Das dreidimensionale räumliche Audio-System des Hörraums lässt den Klang durch den gesamten Raum wandern und macht das Hören zu einer körperlichen und immersiven Erfahrung. So versteht „fuga“ das Archiv nicht als statisches historisches Dokument, sondern als einen Ort des Dialogs, der Transformation und als lebendiges Terrain, auf dem verkörperte Formen von Wissen erneut hervortreten können. Über die Künstlerin Netta Weiser (geboren 1991, Israel) ist eine in Berlin lebende Künstlerin und Choreografin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Klanginstallation und experimentellem Radio. 2019 gründete sie „Radio-Choreography“, ein langfristig angelegtes künstlerisches Forschungsprojekt, das sich mit der Übersetzung von Tanz in Klang, dem Verhältnis von Live-Radio und verdrängten Geschichten sowie mit kollektivem Zuhören als choreografischer Praxis beschäftigt. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, zuletzt an der Akademie der Künste und dem KW Institute for Contemporary Art Berlin, im Tanzquartier Wien, Badischen Kunstverein Karlsruhe, an der University of Cambridge, bei der Tanznacht Berlin, im Onassis Stegi Athen, beim WDR (Westdeutscher Rundfunk), bei TONSPUR im MuseumsQuartier Wien, im Suzanne Dellal Centre for Dance Tel Aviv, im Zwerglgarten Pavillon Salzburg sowie in der Villa Medici Rom. Weiser erhielt Stipendien des Studios für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin sowie des VALIE EXPORT Center Linz. Darüber hinaus gestaltet sie eine monatliche Radiosendung auf reboot.fm – Freies Künstler*innenradio aus Berlin. Mitwirkende Künstler: Flöte: Roy Amotz Gesang: Chanan Ben Simon Video: Itay Marom Toningenieur & Elektronik: Michael Hauschke Forschungsdialog: Prof. Dr. Matthias Pasdzierny Begleitprogramm zur Ausstellung: Die Ausstellung wird begleitet von einem öffentlichen Programm mit Performances, Gesprächen, kollektiven Hör-Sessions im Humboldt Forum sowie einer begleitenden Radioserie auf reboot.fm: Geführte Listening Session zur Langen Nacht der Museen (29. August 2026, 18:30 Uhr) Klang-Performance im Hörraum (29. August 2026, 20 Uhr) Gespräch: „Brigitte Schiffer: Sounds of Exile“ (16. September 2026, 17 Uhr) Radioserie zur Ausstellung Öffnungszeiten: „fuga“ läuft im Hörraum im zweiten Obergeschoss, von Mittwoch bis Montag jeweils von 16 bis 18:30 Uhr. Besonderer Dank an Eleanor und Naomi Volaski Aram. (Bild: Hörraum im Humboldt Forum © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Alexander Schippel)
Ausstellungen | Ausstellung

InterNationalgalerie#1:
Nationalmuseum in Warschau

Staatliche Museen zu Berlin

Zum Auftakt einer neuen Kabinett-Reihe in der Alten Nationalgalerie ist das Nationalmuseum in Warschau zu Gast auf der Museumsinsel. 1876 eröffnete der preußische König feierlich die „National-Galerie“ auf der Museumsinsel. Entgegen der auf dem Giebel befindlichen Aufschrift „Der deutschen Kunst“ war die Sammlung von Beginn an international und wurde zu einer der wichtigsten deutschen Sammlungen französischer Avantgarde ausgebaut. In ihrer neuen Reihe „InterNationalgalerie“ lädt die Alte Nationalgalerie über die nächsten Jahre kontinuierlich Nationalgalerien und -museen aus aller Welt ein, um mit einem Schaufenster im Haus präsent zu sein und sich entlang von besonders aktuellen Themen und Fragen dem internationalen und dem Berliner Publikum vorzustellen. Den Auftakt der Reihe macht das Nationalmuseum in Warschau unter dem Titel „Die Erfindung der Mythen“. Die Präsentation findet im 1. Ausstellungsgeschoss statt. (Bild: Jan Matejko, Portrait dreier Kinder des Künstlers, 1870 Foto: fot. Piotr Ligier / Muzeum Narodowe w Warszawie)
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Wechselwirkung

Staatliche Museen zu Berlin

Das Prinzip der ungewöhnlichen Nachbarschaft spielt eine wichtige Rolle im Surrealismus. „Schön wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“ hieß es schon bei Lautréamont, den André Breton im Ersten Manifest des Surrealismus zitiert. Denn die überraschende Begegnung von Dingen, die man für gewöhnlich nicht miteinander in Verbindung bringt, lässt etwas Drittes entstehen, ein Rätsel, das unsere Wahrnehmung stimuliert und unser Denken auf überraschende Bahnen zu lenken vermag. Die Gegenüberstellung von Werken des Fotografen Kai Bornhöft und Stillleben des Malers Frank Tornow erzeugt eine ähnliche Wechselwirkung. Wobei im vorliegenden Fall die Rollen vertauscht zu sein scheinen: Wird grundsätzlich eher dem Medium der Fotografie eine abbildhafte Funktion zugesprochen, ist es hier die Malerei von Tornow, die es erlaubt, die dargestellten Dinge auf Anhieb zu benennen. Umgekehrt scheint die für gewöhnlich der Malerei eingeräumte Freiheit der Erfindung in den Fotografien Bornhöfts die Darstellung zu bestimmen: Erst bei näherem Hinschauen lassen sich die Motive der bisweilen durch mehrmaliges Umkopieren entstandenen analogen Fotografien identifizieren. In der Begegnung der Werke der beiden Künstler wird dieses jeweils „andere“ des Mediums besonders deutlich. Dabei verbindet sich die exquisite, an Chardin erinnernde Maltechnik mit Bornhöfts Blick für die rätselhaften Dimensionen des scheinbar Nebensächlichen ebenfalls zu etwas „Drittem“, das wie hinter einem Schleier verborgen ist. Zugleich (und vielleicht sogar eben dadurch) schärft es die eigene Wahrnehmung, auch bei der Betrachtung anderer Werke. Eine derartig „starke Wechselwirkung“ bringt das Schauen und Denken zum Tanzen, wie in der Quantenphysik – oder im Surrealismus. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Yves Tanguy, Ohne Titel, 1946, Gouache auf schwarzem Papier / Max Ernst, Poire (Birne), 1925, Aquarell, Bleistift, Frottage auf Papier Fotonachweise: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Volker-H. Schneider // Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders © VG Bild-Kunst, Bonn 2026)
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Bettina Heinen-Ayech Foundation (München)

ARTfair INNSBRUCK

ARTfair Special 2026 Kunst als Brücke zwischen Europa und Algerien – zwischen Kunstgeschichte und Gegenwart - hochkarätige museale Sonderausstellung der Bettina Heinen-Ayech Foundation München als Zeichen für die Verbindung von Kunstmarkt, kulturellem Erbe und kunsthistorischer Forschung Erstmals erfährt die Bettina Heinen-Ayech Foundation der deutsch-algerischen Malerin Bettina Heinen-Ayech (1937–2020) eine umfassende Solo-Ausstellung im Rahmen einer internationalen Kunstmesse. Gezeigt werden ausgewählte Hauptwerke aus ihrem umfangreichen Nachlass, darunter zahlreiche selten sowie teilweise bislang noch nie öffentlich präsentierte Arbeiten. Sie dokumentieren eindrucksvoll die künstlerische Entwicklung einer außergewöhnlichen Malerin, deren Werk heute verstärkt kunsthistorische Aufmerksamkeit erfährt. Mit dieser hochkarätigen musealen Sonderausstellung der Bettina Heinen-Ayech Foundation München setzt die ARTfair Innsbruck, Österreichs traditionsreichste internationale Kunstmesse, zugleich ein Zeichen für die Verbindung von Kunstmarkt, kulturellem Erbe und kunsthistorischer Forschung und richtet den Blick auf eine der herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ​ Eine außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit zwischen Europa und Nordafrika Bettina Heinen-Ayech zählt zu den eigenständigsten Landschaftsmalerinnen der europäischen Nachkriegskunst. Nach ihrer Ausbildung an der Kölner Werkschule sowie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf entwickelte sie früh eine unverwechselbare Bildsprache, deren besondere Qualität in der unmittelbaren malerischen Erfassung von Licht, Atmosphäre und Farbe liegt. Ihre meist unmittelbar vor der Natur entstandenen Aquarelle und Ölgemälde zeichnen sich durch außergewöhnliche Leuchtkraft, gestische Freiheit und hohe emotionale Dichte aus. Einen entscheidenden Wendepunkt nahm ihr Leben Anfang der 1960er-Jahre mit ihrer Reise nach Algerien. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann, den algerischen Architekten Mohammed Ayech, kennen. Nach der Unabhängigkeit des Landes entschied sie sich bewusst für ein Leben in Algerien – eine außergewöhnliche Entscheidung für eine europäische Künstlerin jener Zeit. Dort entstand über Jahrzehnte ein einzigartiges Werk, das Landschaften, Städte und Menschen Nordafrikas mit großer Sensibilität und künstlerischer Eigenständigkeit festhält. Bis heute genießt Bettina Heinen-Ayech insbesondere in Algerien einen außergewöhnlichen Stellenwert. Sie gilt als bedeutende Kulturvermittlerin zwischen Europa und Nordafrika und als eine der wichtigsten europäischen Künstlerinnen, die das Land über Jahrzehnte hinweg malerisch dokumentiert haben. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen Museen und renommierten Privatsammlungen in Europa und Nordafrika und waren Gegenstand zahlreicher Ausstellungen. Die Foundation als wissenschaftliche und kulturelle Institution Die in München ansässige Bettina Heinen-Ayech Foundation versteht sich als Kompetenzzentrum für Leben und Werk der Künstlerin. Sie widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung, Dokumentation und Digitalisierung des umfangreichen Nachlasses ebenso wie dessen konservatorischer Sicherung. In Zusammenarbeit mit Museen, Universitäten, Stiftungen und weiteren Kulturinstitutionen entstehen Ausstellungen, Publikationen und Forschungsprojekte, die das Werk Bettina Heinen-Ayechs dauerhaft im kunsthistorischen Diskurs verankern. Darüber hinaus engagiert sich die Foundation für den kulturellen Austausch zwischen Deutschland, Österreich, Algerien und dem Mittelmeerraum. Damit bewahrt sie nicht nur das künstlerische Vermächtnis Bettina Heinen-Ayechs, sondern führt deren lebenslanges Anliegen fort: Kunst als verbindende Sprache zwischen Kulturen und Gesellschaften zu verstehen. Die Präsentation auf der ARTfair Innsbruck markiert einen weiteren Meilenstein dieser Arbeit. Erstmals wird das Werk Bettina Heinen-Ayechs im Rahmen einer bedeutenden Kunstmesse in einer eigens kuratierten musealen Ausstellung vorgestellt und damit dem Kunsthandel ebenso wie Museumsvertreter:innen, Kurator:innen und einem breiten kunstinteressierten Publikum zugänglich gemacht.

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