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Ausstellungen | Ausstellung

Rainer Baltschun: How to stand up. Zur Verfolgung von Autorinnen und Autoren weltweit

Literaturhaus Salzburg

Weltweit werden Menschen, die mit Worten um Meinungsfreiheit kämpfen, verfolgt, inhaftiert und ermordet. Die neue Literaturhaus-Ausstellung beschäftigt sich mit bedrohten Autor:innen und Journalist:innen. Unter dem Titel „How to stand up“ zeigt der deutsche Fotograf Rainer Baltschun in seinem Projekt ausgewählte Bespiele, Bücher und Fotografien auf Bildtafeln mit erklärenden Texten zum jeweiligen Fall – basierend auf PEN-International Case Lists und eigenen Recherchen. Die ausgewählten 42 Schriftstellerinnen und Schriftsteller umspannen einen Zeitraum von 100 Jahren zwischen 1919 und 2021: von Rosa Luxemburg bis Herta Müller, von Walter Benjamin bis Salman Rushdie, von Hannah Arendt bis Angela Davis, von Alexander Solschenizyn bis Wole Soyinka, von Gioconda Belli bis Anna Politkovskaya, von Liu Xiaobo über Hrant Dink bis Julian Assange und Tsitsi Dangaremba. Die Schau thematisiert den Kampf von Autor:innen und Journalist:innen um Meinungsfreiheit – gegen Diktatur und Unterdrückung. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog. Rainer Baltschun, geb. 1943 in Kiebitzhörn bei Plön in Schleswig-Holstein, aufgewachsen in Hamburg, lebt in Bremen. Er war Elektromechaniker, Seemann, Uni-Ingenieur und Lehrer, hat Physikalische Technik, Politik- und Sportwissenschaft sowie Elektrotechnik studiert und ist viel gereist. Seit 1966 arbeitet er als freier Fotograf – anfangs mit analoger, ab 2004 mit digitaler Technik.
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Marisol

Kunsthaus Zürich

Bemalte Holzskulpturen und Alltagsobjekte verbinden sich zu vielschichtigen Figuren, in denen Popkultur, Satire und gesellschaftliche Analyse aufeinandertreffen. Mit Witz und Schärfe hinterfragen sie vertraute Bilder und eröffnen neue Perspektiven. Zwischen Pop Art und gesellschaftlicher Kritik María Sol Escobar (1930–2016), bekannt als Marisol, gehörte in den 1960er-Jahren zu den prägenden Figuren der New Yorker Kunstszene. Ihre oft lebensgrossen, bemalten Holzskulpturen verbinden Alltagsobjekte mit Elementen aus Popkultur, Dada und Volkskunst und entwickeln eine unverwechselbare, häufig satirische Bildsprache. Ihr Werk bewegt sich zwischen US-amerikanischer Pop Art und europäischem Nouveau Réalisme, ohne sich eindeutig einer dieser Strömungen zuordnen zu lassen. Früh entwickelte sie eine eigenständige Formensprache, in der Selbstbildnisse, gesellschaftliche Rollen und Inszenierungen miteinander verschränkt sind. Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich entsteht im Rahmen einer internationalen Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, dem Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, und dem Museum der Moderne Salzburg. Gemeinsam realisieren die Institutionen die erste umfassende Retrospektive von Marisols Œuvre in Europa. Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Marisol Estate am Buffalo AKG Art Museum. «Ich wollte nie Teil der Gesellschaft sein. Ich wollte immer eigenständig sein.» – Marisol (Bild: Marisol, La visita, 1964, Museum Ludwig, Köln, © 2026, ProLitteris, Zurich, Foto: Historisches Archiv der Stadt Köln mit Rheinischem Bildarchiv, Britta Schlier)
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Intermezzo. Revisiting Helmut Newton

Staatliche Museen zu Berlin

Nach über 20 Jahren erfolgreicher Vermittlung in der Dauerausstellung „Helmut Newton’s Private Property“ im Erdgeschoss des Museums für Fotografie erweitert die Helmut Newton Foundation das Ausstellungskonzept und verändert die bisherige Präsentation radikal. Die Grundidee, in diesem Raum über das Leben von Helmut Newton und seiner Frau June zu informieren, bleibt bestehen. Der Zwischenschritt der Transformation der bisherigen Dauerausstellung bietet ein filmisches „Intermezzo“ mit Helmut Newton in einem überwältigenden Filmraum. Im Erdgeschoss projizieren acht Videobeamer einen Film auf vier Leinwände. Der Film basiert in Teilen auf dem Filmporträt, das vor drei Jahren für eine große Newton-Ausstellung in A Coruña entstand, produziert von Profirst International in Zusammenarbeit mit dem Martin Salvador Studio für die dortige MOP Foundation. Ergänzt wird es durch bislang ungezeigtes Filmmaterial. Hierfür wurden unterschiedliche Quellen herangezogen, unter anderem Material von June Newton, das vor Kurzem im hauseigenen Archiv aufgearbeitet und digitalisiert wurde. Erstmals sehen die Besucher*innen damit nun auch in Berlin Interviews mit einem Dutzend Zeitzeugen, unter anderem mit Philippe Garner, Carla Sozzani, Jenny Capitain, Violetta Sanchez oder Matthias Harder und können das Werk Newtons gänzlich neu erfahren. Der Film ist zu einem Endlos-Loop zusammengeschnitten und bietet den interessierten Besucher*innen ein überraschendes und inhaltlich verdichtetes Erlebnis. Im hinteren Teil des Ausstellungsraums im Erdgeschoss des Museums hängen weiterhin knapp 100 Ausstellungsplakate von Newton, allerdings in einem veränderten Setting und ergänzt durch mehrere Plakate unterschiedlicher Alice Springs-Einzelausstellungen. In der 16 Meter langen Vitrine unter den Postern wurden die Vintage-Magazine mit Newtons publiziertem Werk für die neue temporäre Präsentation „Intermezzo“ durch andere Mode- und Lifestylemagazine ersetzt und mit Zeitschriften-Editorials von Alice Springs kombiniert, darunter Magazine wie Jardin des Modes, Elle, Vogue, Vanity Fair, Egoïste, Stern, The New Yorker, Photo oder Paris Match. Das langsame Abschreiten der Wandvitrine offenbart einen intensiven Einblick in die Entwicklung der Modefotografie und des sich wandelnden Frauenbilds in der westlichen Welt von den späten 1950er-Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, inklusive der revolutionären gesellschaftlichen Umbrüche in den 1960er- und 1970er-Jahren und ihren visuellen Auswirkungen – bis in die Mode hinein, die bekanntlich den Zeitgeist widerspiegelt. Spotlight: Behind the Frame In den Korridoren von „Intermezzo“, werden große Texttafeln mit illustrierten Biografien zum Leben und Werk von Helmut und June Newton sowie gerahmte Porträtfotografien der beiden präsentiert. Und gegenüber der riesigen Posterwand beginnt eine neue kuratorische Idee, die später unter dem Motto „Spotlight: Behind the Frame“ in unregelmäßigen Intervallen wiederholt wird: Eine jeweils ikonische Fotografie aus dem Werk von Helmut Newton oder Alice Springs wird in den Fokus gerückt, indem ihre Entstehungs- und Distributionsgeschichte anhand von Kontaktabzügen des Shootings, den Veröffentlichungen des konkreten Bildes, ggf. Notizen, vorbereitenden Polaroids und vergleichbaren Aufnahmen beleuchtet wird. Die Reihe beginnt mit „Rue Aubriot“, der legendären Modeaufnahme Newtons aus Paris, aufgenommen in der titelgebenden Straße für die französische Vogue im Jahr 1975, sowie der ersten Fotografie im Werk von Alice Springs: das rauchende männliche Modell, ein Werbebild für Gitanes-Zigaretten, aufgenommen 1970 ebenfalls in Paris. Diese Ausstellungsidee im Miniaturformat soll später auch von Gastkurator*innen weitergeführt werden, wodurch ein externer, frischer Blick auf das Werk von Helmut Newton und Alice Springs ermöglicht wird. Die Foundation und ihre Archive werden auf diese Weise im wahrsten Wortsinn für eine Neubegegnung geöffnet. Eine Sonderausstellung der Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Helmut Newton, June with Cheetah, Ramatuelle 1976 © Helmut Newton Foundation)
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Neue Frau, Neues Sehen - Die Bauhaus-Fotografinnen

Staatliche Museen zu Berlin

Herausragende Fotografinnen gibt es seit der Erfindung der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert. Viele von ihnen waren Pionierinnen auf diesem Gebiet. Sie experimentierten mit fotografischen und gestalterischen Techniken und loteten die Grenzen des neuen Mediums aus. So auch die Fotografinnen des Bauhauses. Sie beobachteten ihre Umgebung durch die Kameralinse und hielten dabei zahlreiche Motive in zum Teil neuen und ungewohnten Perspektiven fest. Das Spektrum ihres künstlerischen Schaffens reicht dabei von der gegenständlichen Porträt- und Architekturfotografie bis hin zur abstrakten experimentellen Fotografie. Die Ausstellung zeigt circa 300 Fotografien aus dem Sammlungsbestand des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin. Die Motive sind heute vielen bekannt, ihre Urheberinnen jedoch nur wenigen. Mit der Ausstellung würdigt das Bauhaus-Archiv die Bedeutung dieser Künstlerinnen und ihr fotografisches Werk nun erstmals umfassend. Ergänzt werden die Fotografien der Bauhäuslerinnen mit Werken von Künstlerinnen des Institute of Design in Chicago (New Bauhaus), der Nachfolgeinstitution des Bauhauses in den USA. Auch im 21. Jahrhundert setzen sich Künstlerinnen auf vielfältige Weise mit der Fotografie auseinander. Wie die Bauhaus-Fotografinnen versuchen auch sie, ihre Gegenwart im fotografischen Bild festzuhalten und hinterfragen dabei die konventionellen Formen des Mediums. Für die Ausstellung hat das Bauhaus-Archiv die drei zeitgenössischen Künstlerinnen Kalinka Gieseler, Caroline Kynast und Sinta Werner eingeladen, mit ihren Arbeiten in einen Dialog mit den historischen Positionen zu treten. Eine Sonderausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Kooperation mit der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Elsa Thiemann, Funkturm, Berlin, 1930er-Jahre, Detail, Bauhaus-Archiv Berlin © Margot Schmidt)
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ErzählStoff - Neue Perspektiven auf Literatur

Staatliche Museen zu Berlin

Der Begriff „Literatur“ lässt zumeist an das gedruckte Buch denken. „ErzählStoff“ lädt ein, den Blick zu erweitern: Anhand von sechs ausgewählten Exponaten – darunter chinesische Orakelknochen, ein Paar japanischer Stellschirme und eine syrische Graphic Novel – wird Literatur als gelebte Praxis und ästhetische Erfahrung in den Blick gerückt. Die Besucher*innen können erkunden, auf welch unterschiedliche Weise Objekte Geschichten erzählen oder zum Erzählen inspirieren, wie sich Erzählstoffe im Lauf der Zeit verändern und Literatur als materielle und orale Praxis verbreitet und vermittelt wird. Unterschiedliche wissenschaftliche, kuratorische und restauratorische Zugänge eröffnen dabei immer neue Sichtweisen auf die Objekte und ihre kulturellen Kontexte. Die Ausstellung zeigt Objekte mit Literaturbezug und beleuchtet dadurch die Vielfalt, Materialität und kulturelle Verankerung von Literatur. „ErzählStoff“ macht Literatur nicht nur zwischen Buchdeckeln erfahrbar – sinnlich, sich stetig wandelnd und ebenso aktuell wie relevant. Das begleitende Veranstaltungsprogramm eröffnet dabei völlig neue Perspektiven. Diese werden in Diskussionsveranstaltungen mit Expert*innen, in Workshops, künstlerischen Interventionen und familienfreundlichen Formaten vertieft. So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Objekten, Forschung und Publikum, in dem Literatur nicht nur gelesen, sondern gemeinsam erlebt, hinterfragt und neu verstanden wird. Der DenkRaum des Forschungscampus Dahlem wird finanziert vom Kuratorium Preußischer Kulturbesitz. Das Projekt wird gemeinsam realisiert vom Institut für Museumsforschung, dem Ethnologischen Museum / Museum für Asiatische Kunst sowie dem Exzellenzcluster Temporal Communities der Freien Universität Berlin. Eine Sonderausstellung des Forschungscampus Dahlem der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Dagar Diaries © Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Mirjam Lotz)
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Museum in Bewegung. Eine Sammlung für das 21. Jahrhundert

Staatliche Museen zu Berlin

Der Hamburger Bahnhof zeigt in den Rieckhallen den zweiten Teil seiner Sammlungspräsentation, die anhand von 10 Werken aus den letzten 25 Jahren Fragen zur Zukunft eines Museums für zeitgenössische Kunst aufwirft. Raumgreifende Skulpturen und Installationen sowie Medienkunst sind ein Schwerpunkt in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Nationalgalerie. In den 2022 langfristig gesicherten Rieckhallen können diese Werke weiterhin dem Publikum präsentiert werden und neue Werke können in die Sammlung aufgenommen, erforscht, vermittelt und für die Zukunft bewahrt werden. Zu sehen ist u. a. skulpturale Kunst von Elmgreen & Dragset, Anne Imhof und Cevdet Erek sowie Licht- und Medienkunstwerke von Maurizio Nannucci und Jeremy Shaw. Die Fragestellungen und Blickwinkel, unter denen Kunst betrachtet wird, ändern sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, von Generation zu Generation. Wie die Sammlung und das Programm eines Museums verändern sich auch die Erwartungen an die Institution und täglich kommen Besucher*innen unterschiedlichster Herkunft und jeden Alters. „Museum in Bewegung“ lädt dazu ein, gemeinsam über traditionelle wie zeitgenössische Aufgaben des Museums nachzudenken: - Was soll, was kann ein Museum für das 21. Jahrhundert leisten? - Wie verhandeln Kunstwerke Kulturgeschichten, Kunstgeschichten und gesellschaftliche Entwicklungen? - Wer wählt sie aus und wessen Geschichten werden sichtbar? - Wie öffnet sich das Museum für seine Nachbarschaft? - Welche Relevanz hat eine Kunstsammlung für die Gesellschaft? Die Ausstellung auf ca. 1.500 Quadratmetern setzt die im Sommer 2023 eröffnete Sammlungsausstellung „Nationalgalerie. Eine Sammlung für das 21. Jahrhundert“ zur Kunst und Geschichte Berlins nach dem Mauerfall fort. Eine Dauerausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Jeremy Shaw, Phase Shifting Index, 2020, Installationsansicht: Centre Pompidou, Paris; Fotonachweis: Timo Ohler)
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Die Prinzessinnen sind zurück!

Staatliche Museen zu Berlin

Neupräsentation von Schadows Prinzessinnengruppe in der Friedrichswerderschen Kirche Als „himmlische Erscheinungen […], deren Eindruck auch mir niemals verlöschen wird“ pries Johann Wolfgang von Goethe einst die beiden Schwestern Luise und Friederike von Mecklenburg-Strelitz. Der Bildhauer Johann Gottfried Schadow setzte der Anmut und Grazie der Schwestern ein Denkmal und schuf mit dem Doppelstandbild der „Kronprinzessin Luise und Prinzessin Friederike von Preußen“ eine Ikone des europäischen Klassizismus. Das unter dem verkürzten Namen „Prinzessinnengruppe“ bekannt gewordene Doppelstandbild gehört – wie der „Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich – zu den Sammlungshighlights der Alten Nationalgalerie. Während die 1797 fertiggestellte Marmorfassung die Besucher des Stammhauses auf der Museumsinsel empfängt, war das Gipsmodell jahrzehntelange Publikumsmagnet der Skulpturenausstellung in der Friedrichswerderschen Kirche. Ab April wird es dort wieder dauerhaft zu sehen sein. Das Originalgipsmodell nimmt im Œuvre Schadows im Besonderen, aber auch für die Skulptur des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen einen besonderen Stellenwert ein: Lässt sich doch gerade hier am unmittelbarsten die Handschrift des Künstlers, aber auch die spannende Werkgenese des Doppelstandbilds nachvollziehen. Die wechselvolle Standortgeschichte des fragilen Gipses hatte im Laufe der Jahrhunderte schwerwiegende Schäden hinterlassen. Dank der großzügigen Unterstützung der Rudolf-August Oetker-Stiftung, der Hermann Reemtsma Stiftung sowie der Kulturstiftung der Länder konnte der Originalgips in einem beispielhaften Forschungs- und Restaurierungsprojekt erfolgreich restauriert werden. (Bild: Johann Gottfried Schadow, Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen, sog. Prinzessinnengruppe, 1795, Detail, Gips, Zustand nach der Restaurierung © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger)
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Gerhard Richter. 100 Werke für Berlin

Staatliche Museen zu Berlin

Die Ausstellung zeigt erstmals die langfristige Leihgabe der Gerhard Richter Kunststiftung an die Neue Nationalgalerie. Das zentrale Werk der Ausstellung ist der aus vier großformatigen, abstrakten Bildern bestehende Zyklus „Birkenau“ (2014). Er ist das Ergebnis einer langen und tiefen Auseinandersetzung von Gerhard Richter mit dem Holocaust und dessen Darstellbarkeit. Grundlage der Werke sind vier Fotografien aus dem KZ Auschwitz-Birkenau, die der Künstler mit Kohle und Ölfarbe auf vier Leinwände übertragen hat, um sie dann nach und nach abstrakt zu übermalen. Mit jeder Farbschicht verschwand die gemalte Vorlage etwas mehr, bis sie schließlich nicht mehr sichtbar war. Zu dem Werk gehört auch ein großer, vierteiliger Spiegel, der gegenüber den vier Birkenau-Bildern platziert ist und so eine weitere Ebene der Reflexion erzeugt. Neben dem Birkenau-Zyklus werden knapp 90 weitere Arbeiten des Künstlers aus mehreren Schaffensphasen seit den 1980er-Jahren zu sehen sein, darunter „Besetztes Haus“ (1989), „4900 Farben“ (2007) und „Strip“ (2013/2016). Ein großes Konvolut umfasst ferner Arbeiten aus der bedeutenden Werkgruppe der übermalten Fotos, in denen Richter auf einer neuen Ebene das Spannungsfeld zwischen Fotografie und Malerei thematisiert. Die Präsentation entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Geplant ist in Zukunft die Werke Gerhard Richters durch kuratorische und künstlerische Interventionen von Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Bereichen in immer neuen Kontexten zu präsentieren. Kuratorisches Team Die Ausstellung wird kuratiert von Joachim Jäger und Maike Steinkamp. (Bild: Gerhard Richter, MV 133, 2011, Lack auf Farbfotografie, 10,1 x 15,1 cm © Gerhard Richter 2023 (31032023))
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Altes Ägypten

Staatliche Museen zu Berlin

In bislang nie gezeigtem Ausmaß von über 2 500 Exponaten präsentiert sich das Ägyptische Museum und Papyrussammlung im Nordflügel des Neuen Museums über drei Ebenen auf einer Fläche von 3 600 Quadratmetern. Die Konzeption und Gestaltung der Schausammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen Kultur über vier Jahrtausende sowie in die Kulturgeschichte des antiken Sudan. Durch den Wiederaufbau mehrerer Opferkammern werden Grabarchitektur und Reliefkunst des Alten Reiches in einzigartiger Weise präsentiert. Neben der Thematisierung verschiedener kultureller Schwerpunkte wie Toten- und Götterkult, Königtum und Alltagsleben wird erstmals auch die Wissenschaftsgeschichte der Ägyptologie dargestellt und erläutert. Die Papyrussammlung zeigt in der "Bibliothek der Antike" eine große Auswahl hoch bedeutender Texte und Literaturwerke über die gesamte Zeitspanne altägyptischer bis spätantiker Schriftkultur. Eine besondere Betonung der Ausstellungskonzeption liegt auf der Vermittlung des altägyptischen Menschenbildes durch die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in mehreren Räumen arrangierten Skulpturen, deren Höhepunkt die Präsentation der Büste der Nofretete im Nordkuppelsaal des Neuen Museums darstellt.
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Schätze aus dem Rhein. Der Barbarenschatz von Neupotz

Staatliche Museen zu Berlin

Im Bacchussaal des Neuen Museums stand lange einsam der Xantener Knabe, eine römische Bronzestatue, 1858 im Rhein bei Xanten von Fischern entdeckt. Nun bekommt der Bronzejüngling Zuwachs en masse: eiserne Werkzeuge und Wagenteile, Vorhängeschlösser und Fußfesseln, Bronzekessel und Silbergeschirr. Der „Barbarenschatz von Neupotz“ – im 3. Jahrhundert n. Chr. im Rhein versunken – wird für die kommenden Jahre die Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte um eine Attraktion bereichern. Nah am damaligen Alltag Die einst in den Fluten des Rheins versunkenen Objekte stammen zumeist aus römischen Privathäusern. Es handelt sich etwa um einfaches Küchen- und Kochgeschirr, aber auch um wertvolles Tafelgeschirr zum Auftragen von Speisen und Getränken und zum Mischen von Wein. Viele Stücke zeigen Spuren intensiven Gebrauchs: Abnutzung, Reparaturen, Flicken. Die Objekte führen uns ganz nahe an die Menschen, die damit arbeiteten, an ihren Alltag. So auch die römischen Werkzeuge aus Eisen – wie Äxte, Zangen und Hacken –, deren Formen uns heute immer noch vertraut erscheinen. Sie haben sich über die Jahrhunderte nicht sehr verändert. Vorhängeschlösser und die schweren Eisenbeschläge römischer Lastwagen geben Aufschluss über den hohen Stand der antiken Technik. Fußfesseln erinnern an die weniger fortschrittlichen Züge der römischen Gesellschaft. Weiheinschriften auf manchen Stücken schließlich lassen vermuten, dass diese aus Heiligtümern genommen worden waren. Der "Stumme Diener" Im passenden Ambiente des Bacchussaals mit seiner an pompejanische Wandmalereien angelehnten Ausgestaltung wird ein Querschnitt aus den Neupotzer Metallmassen in zwei Hoch- und zwei Tischvitrinen präsentiert. Sie geben einen Überblick über den umfänglichen Fund. Der im Bacchussaal seit der Neueröffnung des Neuen Museums aufgestellte Xantener Knabe bleibt vor Ort. Auch er war im Rhein verloren gegangen, bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. In der Behausung eines vornehmen Römers aufgestellt, reichte er Gästen als „Stummer Diener“ einst Speisen und Getränke auf einem Tablett dar. Auch für seinen Verlust im Rhein werden Unruhen verantwortlich gemacht. So passen sie gut zusammen – der Xantener Knabe und der Schatzfund von Neupotz: die Schätze aus dem Rhein. Eine Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin.
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Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit

Staatliche Museen zu Berlin

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte bietet in der oberen Etage einen Rundgang durch die ältesten Epochen der Menschheitsgeschichte. Mit seinen einzigartigen Sammlungen zur Vor- und Frühgeschichte Europas und der angrenzenden asiatischen Gebiete gelingt es, die großen Entwicklungslinien der frühen europäischen Geschichte anschaulich mit herausragenden Originalen aufzuzeigen. Der Rundgang in Ebene 3 beginnt im Roten Saal, der das Ambiente einer Ausstellung des späten 19. Jahrhunderts aufleben lässt und die Herkunft wichtiger Bestände der vorgeschichtlichen Sammlung aufzeigt. Im starken Kontrast dazu steht die moderne Präsentation im folgenden Saal zur Archäologie in Berlin, der mit aktuellen Funden zeigt, was Archäologen heute mit Hilfe moderner Methoden aus dem Boden der Hauptstadt holen. Unmittelbar danach geht es zurück in die frühesten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Im Steinzeit-Saal begrüßen die Besucher der berühmte 11-jährige Neandertalerjunge aus Le Moustier in Frankreich und der beliebte Elch vom Berliner Hansaplatz. Die zweite Saalhälfte zeigt mit prächtigen Funden der Jungsteinzeit den Übergang zu Ackerbau und Viehzucht. Im Bronzezeitsaal bilden die Großvitrinen mit beeindruckenden Exponatmontagen und einem dreidimensionalen Blick auf das älteste bekannte Schlachtfeld der Menschheitsgeschichte eine Prozessionsstraße hin zum berühmten Berliner Goldhut. Am Ende des Rundgangs in Ebene 3 präsentieren sich die eisenzeitlichen Kulturen mit hallstattzeitlichen Fürstengräbern und latènezeitlichen Fundkomplexen auch im Kontext der mittelmeerischen Kulturen. Die Zeitmaschine über die Jahrtausende Zwischen dem Bronzezeit- und dem Eisenzeitsaal erwartet die Besucher eine besondere Reise: Unsere Zeitmaschine führt in eine historische Landschaft am Fluss und beobachtet deren Bewohner über die Jahrtausende. Als Grundlage dafür dienen archäologische Erkenntnisse. In unserer Zeitmaschine wird dabei die wechselseitigen Einflüsse von Mensch und Umwelt deutlich. In den eigens für die Ausstellung erstellten Zeichnungen, die für die Filmsequenzen animiert wurden, verbergen sich viele Exponate aus der neuen Präsentation und es wird nachvollziehbar, welche Rolle sie im Leben unserer Vorgänger gespielt haben. Damit wird die Grundidee dieser Ausstellungsebene auf den Punkt gebracht: Wir wollen den Besucher mitnehmen auf die spannende Reise zu den frühen Epochen der Menschheitsgeschichte in Europa. Eine Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin.
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Sammlungspräsentation: Die Kunst des 19. Jahrhunderts

Staatliche Museen zu Berlin

Die Alte Nationalgalerie gilt als umfangreiche Epochensammlung für die Kunst zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg, zwischen Klassizismus und Sezessionen. Einzigartig ist die große Harmonie zwischen Sammlung und Gebäude des Museums: Das unter der Leitung von Heinrich Strack nach Plänen von August Stüler entworfene Gebäude wurde von 1867 bis 1876 errichtet und beherbergt heute eine der schönsten Sammlungen mit Kunst desselben Jahrhunderts. Der Rundgang durch das Haus bietet somit einen tiefen Einblick in die Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. 1. Ausstellungsgeschoss Adolph Menzels Gemälde, darunter so wichtige Werke wie das "Balkonzimmer" und das "Eisenwalzwerk", zeigen den unermüdlichen Beobachter, der wichtige Themen der preußischen Geschichte aufgriff und dabei mit erstaunlicher Fantasie und feinem Kolorismus aufwartet. Unter den Skulpturen des 19. Jahrhunderts befinden sich so berühmte Werke wie die Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow sowie Werke von Berthel Thorwaldsen, Antonio Canova, Ridolfo Schadow, Reinhold Begas, Adolf von Hildebrand sowie Constantin Meunier. 2. Ausstellungsgeschoss Reichhaltig und qualitätvoll ist auch der Bestand an impressionistischer Malerei. Meisterwerke von Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, Edgar Degas, Paul Cézanne und Skulpturen von Auguste Rodin wurden frühzeitig erworben. Die Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist mit Werken von Hans Thoma, Anselm Feuerbach, Arnold Böcklin, Hans von Marées, Wilhelm Leibl und Wilhelm Trübner vertreten. Darüber hinaus präsentiert die Nationalgalerie ihren großen Bestand an Gemälden von Max Liebermann. 3. Ausstellungsgeschoss Die Kunst der Goethezeit ist mit Landschaften Jakob Philipp Hackerts, mit Porträts von Anton Graff und seinen Zeitgenossen und mit Werken der in Rom tätigen Nazarener vertreten: Peter Cornelius, Friedrich Overbeck, Wilhelm Schadow und Philipp Veit schufen mit den Fresken zur Josephslegende ein bedeutendes Auftragswerk für die Casa Bartholdy in Rom. Zwei Säle im Obergeschoss der Nationalgalerie bieten Platz für Preziosen der Romantik: Gemälde von Caspar David Friedrich aus allen Schaffensphasen veranschaulichen die Entwicklung des Hauptmeisters der deutschen Romantik. Die programmatischen Architekturvisionen Karl Friedrich Schinkels zeigen den Architekten als ingeniösen Landschaftsmaler. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Werke Karl Blechens, der mit sprühender Farbigkeit und unkonventionellen Bildthemen seiner Zeit vorausgreift. Gezeigt werden ferner Porträts von Philipp Otto Runge und Gottlieb Schick, Landschaften von Joseph Anton Koch und Carl Rottmann. Das Biedermeier ist vertreten durch Berliner Stadtansichten von Eduard Gaertner und Johann Erdmann Hummel sowie durch Landschaften und Porträts von Ferdinand Georg Waldmüller. Eine Dauerausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.
Ausstellungen | Ausstellung

Klartext.
Zur Geschichte des Bode-Museums

Staatliche Museen zu Berlin

Erstmalig steht das Bode-Museum selbst im Mittelpunkt einer Ausstellung. Rund eine viertel Million Besucher*innen begrüßt das Bode-Museum jährlich, seine Fassade gehört zu den Wahrzeichen von Berlin. Seine Geschichte und die hier ausgestellten Sammlungen sind oftmals weniger bekannt. Dabei stehen die Vergangenheit und Gegenwart des Hauses in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschichte Berlins: Wie Berlin hat auch das Bode-Museum die beiden Weltkriege, den Nationalsozialismus und die deutsche Teilung überstanden und stellt sich auch den aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie. Die Ausstellungssonderseiten unter www.smb.museum/klartext ermöglichen es, auch online die einzelnen Themenbereiche zu erkunden. Unter anderem stehen Infoblätter zu ausgewählten Werken und ein chronologischer Überblick zur Geschichte des Museums zur Verfügung. Gegliedert ist die Ausstellung in vier zentrale Sektionen, die das Museum definieren: Die Sammlungen Das Gebäude Die Forschung Das Publikum Eine Sonderausstellung von Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst in Kooperation mit dem Münzkabinett und dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin. Wichtige restauratorische Maßnahmen und kunsttechnologische Untersuchungen, die in der Ausstellung präsentiert werden, wurden durch die großzügige Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht.
Ausstellungen | Ausstellung

Pergamonmuseum. Das Panorama

Staatliche Museen zu Berlin

PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi Die einzigartige Zusammenarbeit der Antikensammlung mit dem Künstler Yadegar Asisi aus dem Jahr 2011/2012 wird nun fortgesetzt: Im temporären Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ wird das Ausstellungsprojekt „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ präsentiert – mit Highlights aus den Beständen der Antikensammlung sowie einem vollständig überarbeiteten Panorama von Yadegar Asisi. Das Panorama führt die Besucherinnen und Besucher zurück in das Jahr 129 n. Chr. und zeigt ihnen die antike Stadt Pergamon an der kleinasiatischen Westküste. Yadegar Asisi rekonstruiert den Zustand der Stadt in der hohen römischen Kaiserzeit unter der Regierung des Kaisers Hadrian (117-138 n. Chr.). Die Bildinhalte des ersten Pergamon-Panoramas sind umfassend überarbeitet worden. In Zusammenarbeit mit dem Team der Antikensammlung wurden etwa 40 neue Szenen konzipiert und in das Bild eingefügt. Dazu fand zuletzt im Oktober 2017 ein aufwändiges Fotoshooting in einem Berliner Filmstudio statt. Restauration und künstlerische Interpretation Für die vom Studio asisi gestaltete Ausstellung mit etwa 80 der wichtigsten Werken der Antikensammlung aus Pergamon – darunter der größte Teil des Telephos-Frieses vom Pergamonaltar – wurden aufwändige Restaurierungen der Originale durchgeführt. Dies gilt vor allem für die großen Frauenstatuen aus dem Hof und die Skulpturen vom Dach des Großen Altares. Mit Ausnahme der an das Metropolitan Museum of Art entliehenen Statue der Athena Parthenos aus der Bibliothek von Pergamon sind alle berühmten Bildwerke der Stadt wie der sog. „Schöne Kopf“, das kolossale Haupt des Herakles, die Porträts der Könige, die Tänzerin aus dem Palast, die Prometheus-Gruppe oder die Kreuzband-Athena zu sehen. Verschiedene Installationen zeigen den Besucherinnen und Besuchern künstlerische Interpretationen zum besseren Verständnis der antiken Lebenwelt. Wesentliche Elemente sind dabei neu geschaffene Zeichnungen von Yadegar Asisi, die sich mit den Skulpturen, der Architektur und der Stadtanlage Pergamons auseinandersetzen. Der Pergamonaltar in seinem ursprünglichen Kontext Die Antikensammlung lässt gemeinsam mit Yadegar Asisi mit „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ ein Gesamtkunstwerk entstehen, das die Ergebnisse langjähriger archäologischer und bauhistorischer Forschungen mit der Arbeit eines zeitgenössischen Künstlers zu einer Gesamtheit verdichtet. Schon 2011/12 hatten rund 1,5 Millionen Menschen die Ausstellung Pergamon. Panorama der antiken Metropole besucht. Die Gesamtpräsentation der Skulpturen aus dem Pergamonmuseum mit dem Asisi-Panorama ermöglicht ein einmaliges Ausstellungserlebnis, das an der antiken Lebenswelt teilhaben lässt. Nicht zuletzt ist hier der Pergamonaltar in seinem ursprünglichen baulichen Kontext auf der Akropolis zu erleben. „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ wird ermöglicht durch die großzügige finanzielle Förderung der Adolf Würth GmbH & Co.KG.
Ausstellungen | Ausstellungseröffnung

How To Stand Up

Literaturhaus Salzburg

Weltweit sind Menschen, die sich mit Worten wehren, gefährdet. Die Zahl der inhaftierten und getöteten Journalisten erreichte in den letzten Jahren einen Negativ-Rekord. Neben Israel/Gaza und dem Iran zählten China, Myanmar, Sudan, Russland und Mexiko zu den gefährlichsten Orten, auch in der Ukraine wurden Reporter von russischen Soldaten ermordet. Wie ist die Situation für Schriftsteller*innen? Abseits bekannter Namen ist davon wenig zu lesen. Auch nach Österreich flüchten bedrohte Autorinnen – wie Sarita Jenamani. Die indische Dichterin und Übersetzerin (u.a. von Rilke, Kundera, Trakl), engagierte Feministin und Menschenrechtsaktivistin, lebt ebenso in Wien wie die tschetschenische Autorin und Journalistin Maynat Kurbanova. Die ehemalige Korrespondentin der Moskauer Zeitung „Nowaja Gaseta“ musste wegen ihrer kritischen Berichterstattung das Land verlassen. Die beiden Exil-Schriftstellerinnen sprechen mit Gerhard Ruiss, Autor und Kultur-Interessenvertreter, über ihre Situation. Davor gibt der Fotograf und Ausstellungsmacher Rainer Baltschun im Gespräch mit dem Literaturhaus-Leiter Auskunft über sein Engagement.
Ausstellungen | Installation

Ivan Cheng:
Casemates

Mudam Luxembourg

Performance-Serie und interaktive Installation Mit Casemates verbindet Ivan Cheng (1991, Sydney; lebt und arbeitet in Amsterdam) eine Performance-Serie mit einer interaktiven Installation. Die Arbeit wurde gemeinsam vom Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean und TEA Tenerife Espacio de las Artes in Auftrag gegeben. Kasematten sind bombensichere Räume in Festungen, die dazu entworfen wurden, wertvolle Güter abzuschirmen und zu sichern. Die räumliche Nähe beider Museen zu historischen Festungsanlagen und ihren Kasematten dient Ivan Cheng als Ausgangspunkt, um Fragen des Speicherns, der Bewahrung und der Transformation zu untersuchen. In Luxemburg und Santa Cruz de Tenerife sind diese Verteidigungsinfrastrukturen heute zu bekannten touristischen Sehenswürdigkeiten geworden. Das Projekt erweitert Chengs Auseinandersetzung mit sich verschiebenden Spannungen zwischen Informationssystemen und Geschichte. Im Fokus stehen dabei auch maschinelle und menschliche Gedächtnisformen sowie ein mit Technologien wie Smartphones, Computern und Kameras verschmolzenes Selbst. Mit der neuen Auftragsarbeit lenkt Cheng die Aufmerksamkeit der Besuchenden auf die Pflege der eigenen „Kasematte“. Das Publikum wird dazu eingeladen, die eigenen digitalen Archive aus wertvollen wie auch trivialen Dateien zu hinterfragen, die auf persönlichen Geräten oder in Online-Clouds gespeichert sind – etwa Fotos, Videos, Notizen, Musik, Sprachnachrichten, Chats, E-Mails und mehr. Vor Ort wie auch aus der Ferne regt Casemates dazu an, den „Abfall“ dieser Archive freizulegen und auszusortieren; gesammelt wird er in The Reservoir, dem digitalen Müllcontainer des Künstlers. Um die Auseinandersetzung mit The Reservoir anzuregen, wird im Raum wiederholt die Performance The Fountain präsentiert – ein unterhaltsamer Schlagabtausch zwischen einem öffentlichen und einem privaten Computer. Während sich das Projekt auf seinen Stationen weiterentwickelt, fließen die in The Reservoir gesammelten Daten in den fünften Teil von Confidences ein, Chengs fortlaufender Romanreihe über Vampire und zeitbasierte Praxis. Chengs Casemates lädt das Publikum dazu ein, zu reflektieren, was wir als bedeutungsvoll erachten und was wir bewahren, obwohl es längst entbehrlich geworden ist. Zugleich macht er den Einfluss von Technologie auf das Gedächtnis sichtbar. Dabei eröffnet der Künstler den Besucher:innen auf spielerische Weise die Möglichkeit, ihre verworfenen Dateien wiederzubeleben und ihnen eine neue Präsenz zu verleihen. In Zusammenarbeit mit dem Programmierer und Designer André Fincato hat Cheng The Reservoir entwickelt – einen digitalen Container. Online-Besucher:innen sind eingeladen, über diese Website mit dem Kunstwerk in Interaktion zu treten. Kuratiert von: Léon Kruijswijk, assistiert von Nicole Wittmann Mitwirkende des Künstlers: Lev Babych (Performance) André Fincato (Softwareprogrammierung und -design) Good & Bad (Kostüme) Pablo Rezzonico Bongcam, mit Gerardo Contreras (Metallproduktion) Jeanna Serikbayeva (Performance) Alice Walter (Psychopompos) Mit freundlicher Unterstützung des: Mondriaan Fund Mit materieller Unterstützung von: Les Théâtres de la Ville de Luxembourg Eine Koproduktion von Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean und TEA Tenerife Espacio de las Artes im Rahmen des Projekts Perform Inform Transform: Participatory Performance in Art Museums (PIT), unterstützt durch Fördermittel der Europäischen Union.
Ausstellungen | Ausstellung

Simon Fujiwara:
A Whole New World

Mudam Luxembourg

Das Werk des britisch-japanischen Künstlers Simon Fujiwara (1982, London) lädt dazu ein, sich der zeitgenössischen Welt in all ihrer Komplexität, ihren Absurditäten und Widersprüchen zu stellen. Oft wird sein Werk als Spiegel der Gesellschaft beschrieben; darin reflektiert der Künstler das Leben in einer schnelllebigen, von Bildern überfluteten Gegenwart, indem er spielerische, surreale und mitunter verstörende Erfahrungen schafft. Fujiwaras Werk umfasst ein breites Themenspektrum, das von Geschichte, Mythologie, Sexualität und Psychoanalyse bis hin zu Architektur, Kunstgeschichte und Anthropologie reicht. Trotz dieser ambitionierten inhaltlichen Spannweite bleibt seine Arbeit stets eng an die eigene Lebenserfahrung gebunden und eröffnet so eine persönliche Perspektive auf übergeordnete gesellschaftliche Fragestellungen. Wiederkehrende Motive wie ikonische Figuren, Cartoons, Freizeitparks, touristische Massenattraktionen und Museen verweisen auf sein Interesse daran, wie die Gesellschaft Bilder ihrer selbst hervorbringt, übersteigert oder erfindet. Hinter diesen scheinbar verführerischen Oberflächen legt er eine ergreifende Frage frei: Warum sehnen wir uns nach Authentizität, während wir zugleich immer künstlichere Wirklichkeiten erschaffen? Diese Ausstellung vereint nahezu zwanzig Jahre künstlerischer Arbeit und macht die Bandbreite von Fujiwaras Praxis sichtbar. Sie umfasst Malerei, Film, Performance, Animation und erzählerische Formate und nutzt diese unterschiedlichen Medien, um Porträts des sich entfaltenden 21. Jahrhunderts zu entwerfen. Kurator:innen: Léon Kruijswijk, assistiert von Nicole Wittmann

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