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summerwinds münsterland

Internationales Holzbläser Festival
21. Juni bis 1. September 2024


Wieder durchweht 2024 das internationale Holzbläserfestival Summerwinds Münsterland den Nordwesten Nordrhein-WWestfalens. Von Juni bis September 2024 präsentieren wir, die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, in Kooperation mit mehr als 50 Partnern in der Region an attraktiven Spielorten hochkarätige Konzerte aus Klassik, Crossover, Weltmusik. In diversen, traditionellen und originellen, Ensemblekonstellationen sind Vielfalt, Farbigkeit und Innovationsreichtum der Holzbläserszene zu erleben.

Ein Festival, das die Holzblasinstrumente in den Fokus nimmt, ist in Europa einzigartig. Und für alle ist etwas Besonderes dabei. Wir bieten Programme mit Musik von der Renaissance bis heute mit international renommierten Solist:innen und Ensembles, mit Big Names, aber auch Rising Stars, die Preisträger großer Wettbewerbe sind, und mit solchen Interpret:innen, die als Geheimtipp gelten. Reine Holzbläser- und gemischte Kammermusik-Ensembles, bunt besetzte Bands sowie Orchester mit Solist eröffnen die reichen Klangwelten der „woodwinds“. In herkömmlichen und experimentellen Besetzungen kommen die klassischen Holzblasinstrumente – Blockflöte und Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott – auf die Bühne. Aber auch die chinesische Sheng und die Bawu, die irische Flöte, die litauische Birbyne und die Ney sind in originellen Line-ups zu erleben.

Klein und fein, immer besonders – auch die Summerwinds-Spielorte sind eine Reise wert: das typisch münsterländische Wasserschloss oder das „Westfälische Versailles“, der umgenutzte Gutshof oder das klassizistische Herrenhaus, barocke und zeitgenössische, atmosphärisch und akustisch besonders schöne Kirchen, Klosteranlagen, die als spirituelles oder kulturelles Zentrum genutzt werden, das moderne Kunst-, Heimat- oder Themenmuseum, das Theater. Wer die Konzerte besucht, lernt auch die Region, ihre Gegenwart und ihre Geschichte, Land und Leute kennen.

Lassen Sie sich in diesem Sommer von unsrer Musik durchwehn! Herzlich lade ich Sie zu sanften Brisen und musikalischen Stürmen im Münsterland ein.

Susanne Schulte
Intendantin, Leiterin der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit

Kontakt

summerwinds münsterland
Veranstalter: GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.
Fürstenbergstraße 14
D-48147 Münster

Telefon: (0)251 / 591 30 41
Fax: (0)251 / 591 65 40
E-Mail: gwk@lwl.org

Bewertungschronik

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Jochen Rolfes / GWK
Kurs

Ralf Bienioschek - Mozart, Queen und Kladderadatsch

BlockBuster

Ralf Bienioschek, Workshopleitung

Raus aus der barocken Komfortzone, rein in Klangwelten, die für die Blockflöte noch immer neu sind. Ralf Bienioschek, „klassischer“ Blockflötist, ausgebildet in Alter Musik, mit Konzert- und Lehrerexamen sowie Pop-/Rockmusiker, Coach für Blockflötenorchester und Bands sowie Leiter des Blockflöten-Orchesters Neuss, macht die Blockflöten in einem „etwas anderen“ Workshop grooven. Für Cracks und solche, die durchschnittlich gut Blockflöte spielen. Alle kommen auf ihre Kosten. Gute Musik und Spaß garantiert!

Bitte mitbringen: Blockflöten SATB, GB, SB, SGB, SKB, Notenständer

Noten stehen als Leihmaterial zur Verfügung.

Anmeldung
Für die Workshops melden Sie sich bitte bei der GWK an. Mit Ihrer Anmeldung können Sie, auch schon vor Beginn des offiziellen Kartenvorverkaufs, Karten für die Abendkonzerte des BlockBusters bestellen.

Ihre Anmeldung muss enthalten: Name, Post- und Mailadresse, Telefonnummer, Kurstitel, Angabe Ihres Instruments/Ihrer Instrumente

Bitte schicken Sie Ihre formlose Anmeldung und Ihren Konzertkartenwunsch per E-Mail oder Post an die GWK. Die GWK sendet Ihnen dann eine Rechnung. Nach Zahlungseingang erhalten Sie Ihre Anmeldebestätigung und Ihre Konzertkarte(n) per Post. Anmeldeschluss: 26. Mai 2024

GWK | Fürstenbergstr. 14 | 48147 Münster | E-Mail: gwk@lwl.org

Teilnahmegebühr: 30 € aktiv, 20 € passiv, Schüler:innen

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© GWK
Ausstellung

Blockflötenwelt - Ausstellung und Workshops

BlockBuster

Eine Ausstellung zum Schauen und Schnacken, Hören und Testen. Mit namhaften Blockflötenbauern und -firmen, Verlagen, Noten- und Musikalienhändlern.

Eintritt frei

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© Klemens Brüggemann
Konzert

The Galway Pipers - Von Bach bis Wellermann

BlockBuster

The Galway Pipers

Das Blockflötenorchester der Westfälischen Schule für Musik spielt unter Leitung von Christiane Frickenstein Werke von Johann Sebastian Bach, Alfonso Ferrabosco, Marg Hall, Sylvia Corinna Rosin, Edward Mc Dowell, George Gershwin u.a.

Eintritt frei

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© Kaupa Kikkas
Kinderprogramm

Tabea Debus - Ohrwurm, Pinkfloh, Landpartie

BlockBuster

Tabea Debus, Workshopleitung

Wer zwischen 8 und 14 Jahren hat Lust auf Musik mit Witz und coolem Humor? Wer hat Spaß an musikalischen Experimenten? Die vielfach ausgezeichnete Blockflötistin und Blockflötenlehrerin Tabea Debus gibt einen Ensemble-Workshop für Schüler:innen, die schon mindestens ein Jahr lang Blockflöte spielen. Musiziert wird nach Noten, aber auch nach Gehör. Auf dem Programm steht Musik von Komponistinnen unserer Zeit: Agnes Dorwath hat ein lustiges Stück für Blockflötenköpfe geschrieben: „Kopfnüsse“. Miriam Monaghan nimmt mit auf eine Reise nach England, das Tabea Debus besonders gut kennt, weil sie lange in London gelebt und gearbeitet hat. Ganz in der Nähe von Münster, wo Tabea Debus aufgewachsen ist, spielt Heida Vissings fröhlich-leichte „Landpartie“ – und womöglich springt auch (ihr) „Pink! Der Floh“ durchs Gelände.

Bitte mitbringen: Blockflöten Sopranino, SATB, GB, SB, Notenständer

Noten stehen als Leihmaterial zur Verfügung.

Anmeldung
Für die Workshops melden Sie sich bitte bei der GWK an. Mit Ihrer Anmeldung können Sie, auch schon vor Beginn des offiziellen Kartenvorverkaufs, Karten für die Abendkonzerte des BlockBusters bestellen.

Ihre Anmeldung muss enthalten: Name, Post- und Mailadresse, Telefonnummer, Kurstitel, Angabe Ihres Instruments/Ihrer Instrumente

Bitte schicken Sie Ihre formlose Anmeldung und Ihren Konzertkartenwunsch per E-Mail oder Post an die GWK. Die GWK sendet Ihnen dann eine Rechnung. Nach Zahlungseingang erhalten Sie Ihre Anmeldebestätigung und Ihre Konzertkarte(n) per Post. Anmeldeschluss: 26. Mai 2024

GWK | Fürstenbergstr. 14 | 48147 Münster | E-Mail: gwk@lwl.org

Teilnahmegebühr: 20 € aktiv, 15 € passiv, Schüler:innen

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© Rudolph Schnellbach
Konzert

Ensemble Amarilli - Corrispondenze

BlockBuster

Alexandra Kollo, Eva Kuen, Jens Lohmann, Philipp Spätling, Blockflöten

Korrespondenzen – ein musikalisches Gespräch zahlreicher Blockflöten zwischen der alten und der neuen, unserer Zeit. Die vier Mitglieder des Ensembles Amarilli – Alexandra Kollo, Eva Kuen, Jens Lohmann und Philipp Spätling – benannten sich nach einem der für sie schönsten Lieder des frühbarocken italienischen Komponisten Giulio Caccini (1551–1618): „Amarilli, mia bella“. Wie Caccini geht es den Vieren darum, durch ihre Musik Emotionen zu wecken, die Seele zu bewegen. Da wird die Musik zeitlos und wir Heutige erkennen uns nicht nur in den Kompositionen von Philipp Spätling wieder, sondern genauso gut in Werken Girolamo Frescobaldis, Henry Purcells, John Dowlands, Georg Philipp Telemanns oder François Couperins aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Eintritt frei

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© GWK
Konzert

Blow! BlockflötenOrchester Westfalen - The Old Tower’s Tale

BlockBuster

Blow! BlockflötenOrchester Westfalen
Heida Vissing, Leitung


Als sich der japanische Komponist Ryuichi Horikoshi (*1949) den Klang und das Aussehen einer Blockflöte vorstellte, kam ihm ein alter Turm am Stadtrand in den Sinn. So führt „The Old Tower’s Tale“ nun klangvoll durch einen verfallenen Hof, in einen Turm hinein, dessen Treppe hinunter und hinauf, durch die Geschichten von Dachboden und Keller. „Kokopelli“ von Johanna Pommramz (*1994) ist inspiriert durch den prähistorischen Gott der indigenen Völker im Südwesten der USA: Durch einen Regentanz herbeigerufen, holt Kokopelli mit seinem Flötenspiel den ersehnten Regen in die Wüste. Minimalistisch und berauschend schön bringt der brasilianische Komponist Martin Heuser(*1977) mit „Desvendando a luz“ die Brechungen des Lichts zum Klingen, und Alan Davies (*1945) lässt in „Windways“ die Südostküste Englands aufscheinen. Was hat Pierluigi da Palestrina (1525–1594) mit „Ave Maria“ und „Pater Noster“, was Henry Purcell (1659–1695) mit seiner „Chaconne“ zu erzählen?

Eintritt frei

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© Martin Holtappels
Kurs

Heida Vissing - Blow! / Open

BlockBuster

Heida Vissing, Workshopleitung

Haben Sie Lust auf musikalische Experimente, auf Kompositionen mit Tiefgang und auf den ganz besonderen Klang? Möchten Sie auf hohem Niveau und mit Freude im Orchester musizieren, mit sympathischen Gleichgesinnten, die wie Sie die Blockflöte lieben? Blow! – Open macht’s möglich.

Die gefragte Dozentin und Blockflötenpädagogen Heida Vissing leitet das Blow! Blockflöten Orchester Westfalen. Wer mag, schnuppert beim Workshop „Blow! – Open“ ins Ensemble hinein und lernt so das Blow! und seine vielfältige und intensive Arbeit kennen. Wer’s dann richtig gut findet und sich wohl fühlt, ist bei Blow! als Mitglied herzlich willkommen. Auf dem Programm steht ein kleiner Streifzug durch Werke von u. a. Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Alan Rosenheck.

Bitte mitbringen: Blockflöten SATB, GB, SB, SGB, SKB, Notenständer

Noten stehen als Leihmaterial zur Verfügung.

Anmeldung
Für die Workshops melden Sie sich bitte bei der GWK an. Mit Ihrer Anmeldung können Sie, auch schon vor Beginn des offiziellen Kartenvorverkaufs, Karten für die Abendkonzerte des BlockBusters bestellen.

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Bitte schicken Sie Ihre formlose Anmeldung und Ihren Konzertkartenwunsch per E-Mail oder Post an die GWK. Die GWK sendet Ihnen dann eine Rechnung. Nach Zahlungseingang erhalten Sie Ihre Anmeldebestätigung und Ihre Konzertkarte(n) per Post. Anmeldeschluss: 26. Mai 2024

GWK | Fürstenbergstr. 14 | 48147 Münster | E-Mail: gwk@lwl.org

Teilnahme frei

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© Gudula Rosa
Konzert

Blockflötenensemble Flying Fingers - Klangverliebt in Fluge

BlockBuster

Blockflötenensemble Flying Fingers

Ihre Finger fliegen kreuz und quer durch die Jahrhunderte. Munter, gekonnt und klangverliebt spielt das Blockflötenensemble „Flying Fingers“ seit 2016, in leicht wechselnden Besetzungen, Musik von der Renaissance bis zur Moderne. Auch Jazz und Pop haben die vielseitigen Interpretinnen im Repertoire. Und natürlich bringen die fortgeschrittenen Schülerinnen, Mitglieder der Jugendakademie Münster sowie Studierende der Musikhochschule Münster, Blockflöten in den unterschiedlichsten Größen mit. Auf dem Programm des Ensembles der Westfälischen Schule für Musik stehen Werke von John Dowland, Adrian Willaert, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Antonio Lotti, Johann Sebastian Bach, Arvo Pärt, Sören Sieg, Henry Mancini u.a.

Eintritt frei

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© André Hinderlich
Konzert

Max Volbers – Concerto Köln

Grand Tour - Eröffnungskonzert

Max Volbers, Blockflöte
Concerto Köln Orchester


Georg Philipp Telemann (1681-1767): „Klingende Geographie“, Potpourri aus den Suiten TWV 55
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Concerto per Flauto C-Dur
Giuseppe Sammartini (1695-1750): Concerto per Flauto F-Dur
Francesco Mancini (1672-1737): Concerto („Sonata“) per Flauto c-moll
Antonio Vivaldi (1678-1741): Concerto per Flauto G-Dur RV312R

Für junge Männer des Adels und des gehobenen Bürgertums war sie im 18. Jahrhundert nahezu Pflicht, wollten sie ein Gentleman werden: die „Grand Tour“. In Kutschen ohne Stoßdämpfer und am Brenner über die angstbesetzten Alpen ging’s ins Sehnsuchtsland Italien, durch das antike Europa im Süden, aber auch durch die modernen Großstädte dort und in Mitteleuropa. Ingenieurs-, Kriegs- und die Liebeskünste, Kultur und Sitten fremder Länder, die Einübung in Galanterie, Etikette und Repräsentation standen auf dem Programm der „Kavaliere“, die Monate, manchmal Jahre im Ausland verbrachten. Man setzte sich mit den Schätzen der Antike und der Renaissance auseinander und selbstverständlich mit der Kunst der Gegenwart. Die Musik, die man hörte, war die aktuelle der Zeit: italienisch, französisch, deutsch barock.

Dass die Grand Tour keine langweilige Bildungsreise nur für den Kopf, sondern eine veritable Event- und Erlebnistour war, die den ganzen Menschen mitunter brennen und ihn mit den fremden Kulturen sich selbst entdecken ließ, können wir noch heute erleben. Dann, wenn uns Max Volbers, ein Gentleman’s Flutist ganz von heute, ein Feuerkopf mit Herz und Verstand, und Concerto Köln mitnehmen auf Europareise. Mit Telemann und seiner „Klingenden Geographie“ geht’s von Afrika bis Schottland, von Portugal über Westfalen bis in die Türkei, mit Zwischenhalten bei Bach in Ostdeutschland, Sammartini in Mailand, Mancini in Neapel und Vivaldi in Venedig.

Max Volbers, Shooting Star der Barockszene, Blockflötist, Cembalist, Ensembleleiter, wurde vielfach, zuletzt 2023 als bester Nachwuchskünstler des Jahres mit einem OPUS Klassik, Jahre zuvor u.a. mit einem GWK-Förderpreis ausgezeichnet. Concerto Köln, 2023 ebenfalls mit einem OPUS Klassik geehrt, ist eins der international führenden Ensembles im Bereich der historischen Aufführungspraxis.

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© Kaupo Kikkas / Johnny Lindahl
Konzert

Tabea Debus & Samuele Telari

Doppelkonzert Teil A - Shards of Light – Scherben und Licht

Tabea Debus, Blockflöte
Samuele Telari, Akkordeon Blockflöte


Béla Bartók (1881-1945): Sechs Rumänische Volkstänze
Johann Sebastian Bach (1685-1750):
Sonata in c-Moll, BWV 1017
Präludium und Fuge Nr. 22, BWV 867
Heitor Villa-Lobos (1887-1959): Aria (Cantilena). Bachmanns Brasileiras Nr. 5
Alex Nante (*1992): Luz de otono
Simone Cardini (*1986): Would you keep a secret? Deutschlandpremiere
Johan Dowland (1953-1662):
Lachrimae Pavan, „Flow my tears“
Sir John Such his Galliard
Viacheslav Semionov (*1946): Bulgarische Suite

Wenn Licht (sich) bricht, gibt es keine Scherben – sondern allererst eine sichtbare Welt. In Scherben aber kann Licht sich betörend brechen: der Sonnenstrahl in einem Stück Glas, der Schein einer Straßenlaterne im Splitter des Asts, der nachts in einer Pfütze schwimmt, das Lodern der Kerze, das Schillern des Regenbogens in einem zerbrochenen Spiegel, einer einzelnen Träne. So viel Schönheit, etwas Neues entsteht im freien Spiel von Scherben und Licht.

Große Komponist:innen bringen kleinste Fragmente zum Leuchten, machen aus „Scherben“ Neues, etwas Ganzes. Aus Motiven und Themen, die sie drehen und wenden, andern entgegenstellen, in weitere Kontexte tragen, verzieren, variieren, erweitern, wieder zusammensetzen, kom-ponieren, entstehen Welten.

In „Shards of Light“ machen Tabea Debus und Samuele Telari solche Splitter in den Werken, die aus ihnen entstehen, hörbar. Etwa Bachs ergreifendes Thema des Siciliano seiner c-Moll Sonate, aus dem später das große „Erbarme dich“ seiner Matthäus-Passion wird. Der Argentinier Alex Nante greift in „Herbstlicht“, das er 2022 für Tabea Debus komponierte, Bachs 2. Französische Suite auf. In Dowlands melancholischer Tränen-Pavane, aus der später das berühmte Lied „Flow my tears“ wurde, erkennt man in den vier absteigenden Tönen, die sich wiederholen, fallende Tränen. Welch geheime Scherben hat Simone Cardini dem Duo, das er für Tabea und Samuele komponiert hat, eingeschrieben?

Tabea Debus, international preisgekrönt, macht von ihrer derzeitigen Homebase London aus international als Solistin und Kammermusikerin Karriere. Im Oktober tritt sie eine Professur in Hannover an. Auch Samuele Telari gewann renommierte internationale Wettbewerbe. Konzerte führten ihn durch ganz Europa, nach Russland und Kolumbien. Er ist Professor am Konservatorium Domenico Cimarosa im italienischen Avellino.

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© Daniele Caminti
Konzert

Ensemble Sonorità

Doppelkonzert Teil B - A Bird Fancier’s Delight – Vogelfreunds Freude

Hoijin Kwon, Blockflöte
Lea Sobbe, Blockflöte
Melanie Flores, Cembalo
Ekachai Maskulrat, Cello
Pablo Fitzgerald, Erzlaute, Barockgitarre


Johan Wash (1666-1736): The Starling
Henry Purcell (1659-1695):
A Birds Prelude
Sonata VII in C-Dur Z. 808
William Williams (1675-1701):
Sonata Secunda
Sonata in Imitation of Birds
Angelo Michele Bartolotti (1615-1681): Passacaille in G-Dur
Jacques-Martin Hotteterre (1673-1763):
Doux sommeil
Pourquoi doux Rossignol
Jean Philippe Rameau (1683-1764): Le Rappel des Oiseaux
Johann Christoph Pez (1664-1761): Concert pastorella
Marco Uccellini 1603/10-1680):
Sonata XVII
Aria sopra „La Bergamasca“
Claudio Monteverdi (1567-1643): O come, sei gentile, caro augellino
Tarquinio Merula (1595-1665):
Sonata 20: Ciaccona für 2 Violen und
Basso obligato

Wenn Licht (sich) bricht, gibt es keine Scherben – sondern allererst eine sichtbare Welt. In Scherben aber kann Licht sich betörend brechen: der Sonnenstrahl in einem Stück Glas, der Schein einer Straßenlaterne im Splitter des Asts, der nachts in einer Pfütze schwimmt, das Lodern der Kerze, das Schillern des Regenbogens in einem zerbrochenen Spiegel, einer einzelnen Träne. So viel Schönheit, etwas Neues entsteht im freien Spiel von Scherben und Licht.

Große Komponist:innen bringen kleinste Fragmente zum Leuchten, machen aus „Scherben“ Neues, etwas Ganzes. Aus Motiven und Themen, die sie drehen und wenden, andern entgegenstellen, in weitere Kontexte tragen, verzieren, variieren, erweitern, wieder zusammensetzen, kom-ponieren, entstehen Welten.

In „Shards of Light“ machen Tabea Debus und Samuele Telari solche Splitter in den Werken, die aus ihnen entstehen, hörbar. Etwa Bachs ergreifendes Thema des Siciliano seiner c-Moll Sonate, aus dem später das große „Erbarme dich“ seiner Matthäus-Passion wird. Der Argentinier Alex Nante greift in „Herbstlicht“ Bachs 2. Französische Suite auf. In Dowlands melancholischer Tränen-Pavane, aus der später das berühmte Lied „Flow my tears“ wurde, erkennt man in den vier absteigenden Tönen, die sich wiederholen, fallende Tränen. Welch geheime Scherben hat Simone Cardini dem Duo, das er für Tabea und Samuele komponiert hat, eingeschrieben?

Tabea Debus, international preisgekrönt, verfolgt derzeit noch von London aus eine weltweite Karriere, im Oktober tritt sie eine Professur in Hannover an. Auch Samuele Telari gewann renommierte internationale Wettbewerbe. Konzerte führten ihn durch ganz Europa, nach Russland und Kolumbien. Er ist Professor am Konservatorium Domenico Cimarosa im italienischen Avellino.

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Konzert

Sinfonieorchester Münster / Berg / Degenkolbe / Rial

Zurück zur Natur

Simon Degenkolbe, Klarinette
Nuria Rial, Sopran
Sinfonieorchester Münster
Golo Berg, Dirigent


Dieter Schnebel (1930-2018): Mahler-Moment (1985; Re-Visionen II,4)
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur, KV 622
Gustav Mahler (1860-1911): Sinfonie Nr. 4 G-Dur

Lebendig hält der Solist mit dem Orchester Zwiesprache in Mozarts Klarinettenkonzert, dessen populäres Adagio als Inbegriff melancholischer Schönheit gilt. Schlicht wie ein Volkslied, hat es Tiefe, birgt es die Sehnsucht nach Kindheit und Unschuld wie die Ahnung des Alters vom Ende und – Trost. Forsch-fröhlich und tänzerisch das Finale. Simon Degenkolbe, Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster, bringt mit seinem vollen, sanglich-sinnlichen Ton Mozarts Melodien zum Blühen.

1985 übersetzt Dieter Schnebel in seinen „Re-Visionen“ Mahler in die Gegenwart, indem er seine eigene Musiksprache mit Mahlerscher Harmonik kontrastiert und verwebt. Seinen „Mahler-Moment“ bestimmen Momente von Stille, von Flirren, Aufstieg, Erhabenheit, Abbruch. Erlösung wird angespielt und zerrinnt – ein Trug-Schluss.

Trügerisch, gebrochen Mahlers Vierte. Sie ist von dem Lied des Schlusssatzes „Wir genießen die himmlischen Freuden“ her komponiert. Der Liedtext ist naiv, die drei Sätze der Sinfonie zuvor lassen ihn grotesk erscheinen, die Musik spottet seiner. Die zitierte Utopie des Himmels ist ein irdischer Festschmaus, ein Schlaraffia (nichts für Vegetarier), banal. „Wir genießen die himmlischen Freuden / D’rum tun wir das Irdische meiden! / Kein weltlich’ Getümmel / Hört man nicht im Himmel! / Lebt Alles in sanftester Ruh’! // Wir führen ein englisches Leben!“ Das Leben der Engel setzt das menschliche fort, indem es „das Irdische meidet“ – verdrängt: das Drama, das die Sinfonie sonst ausspielt, das Verstörende, Bedrohliche, das Gewalttätige der Existenz (auch das Schlachten ist im Lied lustig), Grauen, Scheitern und Zusammenbruch, Tod, den wirklichen Frieden. Die Schlichtheit und „sanfteste Ruh’“ des Schlusses sind Schein, Ironie und leise Resignation. Nichts erwacht hier für Freuden.

Núria Rial ist eine der profiliertesten Sopranistinnen europaweit. Sie trat bei allen großen Festivals auf, arbeitet mit berühmten Dirigenten, Orchestern und Opernhäusern, ihre CD-Produktionen wurden vielfach ausgezeichnet.

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© Nils Klinger
Konzert

Ensemble Thouraya

Signs from heaven – Zeichen des Himmels

Raphaela Danksagmüller, Duduk, Kaval, Fujara
Bassem Alkouri, Kanun, Gesang


Bassem Alkhouri (*1976): Signs from Heaven
Traditional, Armenien: Aparani Par
Giel Vleggaar (*1974): Dulcine für Duduk, Kaval, Electronics
Rawhi Al-Khammasch (1923–1998): Samai Nahawand
Gamil Baschir (1920–1977): Bi Noukhroyto
Traditional, Syrien: Bellazi Askara (Muwashah)

Thouraya: ein Fest- und Himmels-, ein Nacht- und Lichtname. Als Bassem Alkhouri „Signs from Heaven“ komponierte, tauften Raphaela Danksagmüller und er ihr außergewöhnliches Ensemble auf den Namen „Thouraya“, arabisch für „Stern, Sterne“. Gemeint sind die Pleiaden, sieben aus ihrem Sternhaufen herausleuchtende Sterne, oder eine Lichtergruppe, die man für ein Fest aufstellt.

Bei den Summerwinds stellt Thouraya den Mond in den Mittelpunkt. Unzählige Werke der orientalisch-arabischen Literatur und Musik rufen ihn als Symbol oder Metapher auf und an – leidenschaftlich, innerlich und expressiv. Um die Liebe und die Nacht, um Schönheit und Göttlichkeit geht es in den traditionellen armenischen, aserbaidschanischen, türkischen und syrischen wie auch in den zeitgenössischen Instrumentalstücken und Liedern. Weich und melancholisch das Duduk mit seinem extrem großen Doppelrohrblatt, glanzvoll die Obertöne der Fujara, sanft die Klänge der Hirtenflöte Kaval. Virtuoses Funkeln auf dem Kanun, dazu ein warmer Tenor, der in den Originalsprachen singt. Selbstverständlich moderieren Danksagmüller und Alkhouri ihr Programm.

Bassem Alkhouri ist ein Meister des Kanun, der syrischen Zither, die er in seiner Heimatstadt Damaskus studierte. Zudem ist er als Konzert- und Opernsänger in ganz Europa gefragt. Sein Gesangsstudium absolvierte er in Den Haag und an der Akademie der Holländischen Nationaloper in Amsterdam. Raphaela Danksagmüller studierte in Wien und Amsterdam Blockflöte, in Eriwan bei Gevorg Dabaghian Duduk. Sie ist eine der führenden Duduk-Spielerinnen und tritt, auch mit Kaval, Blockflöte, Fujara, als Solistin und Mitglied renommierter Ensembles in Europa, Asien und den USA auf.

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Konzert

Rosa / Voß / Hirt / Rosenthal

Hände wie Wolken

Gudula Rosa, Blockflöten
Gereon Voß, Perkussion
Erhard Hirt, Gitarre & Live-Elektronik
Andreas Rosenthal, Zeichnungen


Erhard Hirt (*1951): Clouds, für Gitarre und Live-Elektronik
John Cage (1912–1992): Ryoanji, für Blockflöte und Percussion
Gudula Rosa, Erhard Hirt: Improvisation #Wolken², für Blockflöte und Gitarre
Gudula Rosa, Gereon Voß, Erhard Hirt: Improvisation #Wolken³

John Cage ließ sich für „Ryoanji“ von dem berühmten Steingarten in dem gleichnamigen Zen-Tempel in Kyoto (15. Jh.) inspirieren: einer Fläche von 25 x 10 m aus Kies, die in Wellenlinien gerecht wird, umgeben von einer Mauer, die Patina angesetzt hat. Auf dem Kies befinden sich 15 große Steine in bemoosten Gruppen, die aus keiner Perspektive gleichzeitig sichtbar sind. Es scheint, als wären die Steine zufällig platziert. Ein Ort der Stille und Schönheit, des Alterns und der Vergänglichkeit menschlicher Ordnung, der Flüchtigkeit dessen, was ist. Er lädt zu Kontemplation und Meditation ein und den Komponisten zum freien Spiel mit Zufall und Absicht, unkonventionellen Klängen, Stille und der Schönheit, die daraus entstehen kann.

Wie Cage vom Zen-Garten lassen sich Gudula Rosa, Erhard Hirt und Gereon Voß von den Wolkenbildern des Zeichners Andreas Rosenthal, der mit der fernöstlichen Tradition vertraut ist, in seinem Atelier inspirieren. Neben Cage’s „Ryoanji“ erklingen Live-Improvisationen zu den Zeichnungen Rosenthals.

Drei Grenzgänger:innen mit Renommee und Expertise für Improvisation und zeitgenössische Musik: Gudula Rosa, charismatische Blockflötistin, gastiert international solistisch und in diversen Ensembles für Alte und Neue Musik. Erhard Hirt gilt als einer der spannendsten experimentellen Sologitarristen, der sein Gitarrenspiel mit digitalen Soundprocessings suggestiv erweitert und überraschend transformiert. Gereon Voß, in klassischer, Jazz- und ethnischer Percussion vielseitig ausgebildet, spielt als Solist sowie in diversen Orchestern und Jazzformationen, Percussions- und Kammermusikensembles.

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Konzert

Else Ensemble

Groß und neu entdeckt

Shelly Ezra, Klarinette
Lena Eckels, Viola
Kristian Katzenberger, Horn
Naaman Wagner, Klavier


Johannes Brahms (1833–1897): Sonate Es-Dur op. 120 Nr. 2 für Klarinette und Klavier
Gustav Jenner (1865–1920): Trio Es-Dur für Klarinette, Horn und Klavier
Clara Schumann: (1819–1896): Drei Romanzen, op. 22 für Viola und Klavier
Johanna Senfter (1879–1961): Sonate op. 37 für Klarinette, Bratsche, Horn und Klavier

Große Romantik von Brahms und Komponist:innen, die verdienten, bekannter zu sein. Sie zu promoten, hat sich das Else Ensemble zur Aufgabe gemacht.

Seine Klarinettensonate Es-Dur entstand, als Brahms eigentlich nicht mehr hatte komponieren wollen. Doch dann hörte er 1891 den Klarinettisten Richard Mühlfeld – und schrieb die wohl schönsten Kammermusiken für Klarinette überhaupt. Orchestral, aber nicht pathetisch der harmonische Reichtum seines Opus 120,2. Herbstlich gedämpftes Licht durchweg. Die „vielen inneren Schönheiten und Herrlichkeiten“ der Sonate hob das Musikalische Wochenblatt 1895 hervor, sie sei eine „Quelle der reinsten Freuden“. Ob Brahms beim Komponieren auch an Clara Schumann, seine Jugendliebe, lebenslange Freundin und Beraterin, gedacht hat, an ihre Drei Romanzen von 1853, diese Charakterstücke gegensätzlicher Stimmungen, lyrisch innig, leidenschaftlich schwebend, die erst 1983 (!) verlegt wurden?

Gustav Jenner war Brahms’ einziger Kompositionsschüler. Sein dicht gewebtes Trio strahlt in herbstlicher Milde, bezaubert durch Gesanglichkeit, Farbigkeit, Gelöstheit. Von Brahms wie von Max Reger beeinflusst, ist das Werk Johanna Senfters dennoch urwüchsig: große Bögen, starke Emotionen, eine „außerordentliche melodische Erfindungskraft und eigenständige Gestaltungsformen“, eine „Konzentriertheit, die höchste Bewunderung verdient“ (Shelly Ezra).

Das deutsch-israelische Else Ensemble, das sich der Aufführung vernachlässigter Werke widmet, hat sich nach der Dichterin und Malerin Else Lasker-Schüler benannt. Es spielt in wechselnden Formationen, besteht aus Preisträger:innen wichtiger Wettbewerbe, Mitgliedern international führender Orchester und Solist:innen. Das Else Ensemble tritt europaweit sowie in Israel in prestigeträchtigen Konzertreihen auf.

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Konzert

Parton / Gurfinkel / Rommelspacher

Der Hirt auf dem Felsen

Robyn Allegra Parton, Sopran
Alexander Gurfinkel, Klarinette
Lukas Rommelspacher, Klavier


Louis Spohr (1784–1859): Sechs Deutsche Lieder, op. 103
Robert Schumann (1810–1856): Drei Romanzen, op. 94 Nr. 2
Franz Schubert (1797–1828): An die Musik D547 | Die Verschworenen: Romanze von Helene D787 Nr. 2 | Der Hirt auf dem Felsen D965
Pietro Carlo Guglielmi (1772–1817): Gratias Agimus Tibi
Robert Schumann: Fantasiestücke, op. 73
Clara Schumann (1819–1896): Drei Lieder, op. 12 Nr. 2, 4, 11
Giacomo Meyerbeer (1791–1864): Hirtenlied, op. 111
Cole Porter (1891–1964): Night and Day
George Gershwin (1898–1937): The Man I Love
Bart Howard (1915–2004): Fly me to the Moon

Raritäten, von Kennern geliebt: Originalstücke für Sopran, Klarinette und Klavier. Ein romantisches Programm, intim und schön, mit dem Kernrepertoire für diese Besetzung, mit bewegenden Duetten dazwischen und launigen Jazzstandards zum Schluss, von drei mitreißenden Virtuos:innen präsentiert.

Das berühmteste der Trios ist Schuberts „Hirt auf dem Felsen“. Nachdenklich schwelgt der Hirt in Einsamkeit und Liebessehnen, dem Klarinettenecho seiner Stimme lauschend. Zum Schluss Vorfreude auf die Rückkehr ins Tal, tänzerische Läufe: „Der Frühling will kommen, Der Frühling, meine Freud’, Nun mach’ ich mich fertig, Zum Wandern bereit.“ Schubert komponierte das Lied einen Monat vor seinem Tod … Positiv und theatralisch inszeniert Meyerbeer, seinerzeit in ganz Europa als Opernkomponist berühmt, die Einsamkeit seines Hirten auf dem Berg: „Von den Menschen dort unten geschieden, von Sorgen und Unmut und Schmerz, erfüllt sich mit seligem Frieden hier oben das ruhige Herz.“ Gotteslob und Dank ist Guglielmis „Gratias agimus tibi“, eine Arie, die „ruht und reizt durch die liebliche Anmut und Zärtlichkeit, womit die Rouladen der Clarinette sich mit denen der weiblichen Stimme gleichsam umschlingen, sich überbieten und versöhnt wieder zu ihrem Ursprung heimkehren“, so ein Kritiker 1819. Starker Ausdruck und schlichte Innigkeit in Spohrs Sechs Liedern, Klarinette und Klavier dramatisieren die Emotionen. Das Schlusslied „Wach auf“ singt gegen Lebensangst und Melancholie, das ewige Werden ist alles durchdringende Liebe: „die Bläue zeiget sich wunderbar, ein heit’res Schwingen zu Form und Klang, ein ew’ges Fügen im ew’gen Drang’. Was stehest du bange und sinnest nach? Ach schon so lange ist Liebe wach!“ Um Liebe geht’s auch in den Stücken der Schumanns. Clara richtete ihre drei Lieder an ihren Mann Robert, der schrieb ihr um 1849 „Lieder ohne Worte“. Dabei ließ er in den Fantasiestücken seiner Melancholie freien Lauf, seine Romanzen schenkte er Clara zu Weihnachten.

Robyn Allegra Parton, Mitglied des Solistenensembles des Theaters Münster, tritt auch an großen Opernbühnen und als Konzertsängerin europaweit auf. Alexander Gurfinkel ist stellvertretender Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster und tritt als Solist, Kammermusiker und im Klarinettenduo mit seinem Zwillingsbruder Daniel weltweit auf. Der Pianist und Dirigent Lukas Rommelspacher ist Solorepetitor an der Oper Frankfurt. Klavierkonzerte führten ihn durch ganz Deutschland.

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© Lena Laine
Konzert

Bolero Berlin

Bésame Mucho

Martin Stegner, Viola
Manfred Preis, Klarinetten, Saxophon
Esko Laine, Kontrabass
Raphael Haeger, Klavier
Paolo Morello, Gitarre
Daniel „Topo“ Gioia, Percussion


Consuelo Velázquez (1916–2005): Besame Mucho
Ástor Piazzolla (1921–1992): Invierno Porteño
Mario Adnet (*1957): Claudia’s Delight | 7 x 1 | Entre as Ondas
Osvaldo Farrés (1903–1985): Tres Palabras
Mario Adnet: Robert’s Waltz
Georges Bizet (1838–1875): Habanera aus der Oper „Carmen“
Django Reinhardt (1910–1953): Troublant Bolero
Zequinha de Abreu (1880–1935): Tico Tico no Fubá
Pixinguinha (Alfredo da Rocha Vianna Filho, 1897–1973): Naquele Tempo | Segura Ele
Ulf Wakenius (*1958): Paco’s Delight

Sie sind „die Latin Soul der Berliner Philharmoniker“, vier Solisten des weltberühmten Orchesters. Mit ihren famosen Jazz-Kollegen sind sie „Bolero Berlin“ – und kreieren ihren originären Latin Soul: konzertant und mitreißend, arrangiert und frei improvisiert. Spielerisch, aber elegant. Ausdrucksstark, doch cool.

In extravaganter Besetzung spielt das Sextett seine Herzensmusik: mexikanischen und kubanischen Bolero, argentinischen Tango und Tango nuevo, Danzon und brasilianischen Bossa Nova oder Choro. Und was nicht dort, im Süden, seinen Ursprung hat, wird auf Latin umgedeutet und adaptiert. So hat Bolero Berlin seinen eigenen Sound kreiert und Stücke auf dem Programm, die ein funkelnder Spiegel des Lebens sind: sanfte Melancholie und laute alegría, Lebensfreude, Leidenschaft, Tanz.

Man glaubt es kaum: „Als ich das Lied mit 19 Jahren komponierte, hatte ich noch nie geküsst; es war alles ein Produkt meiner Fantasie“, bemerkte die mexikanische Komponistin Velázquez zu ihrem Hit „Bésame mucho“. Ein Klassiker lateinamerikanischer Romantik das sehnsüchtige „Tres Palabras“ des Kubaners Farrés. Die drei magischen Worte: „cómo me gustas“ – wie sehr ich dich liebe! Eine Ikone Populärer Brasilianischer Musik, „MPB“, ist Pixinguinha. Er frischte den traditionellen Choro, der als Mischung aus europäischem Walzer oder Polka mit der Musik afrikanischer Sklaven entstand, mit einer Prise Jazz und synkopischen Rhythmen auf. Mixt der Brasilianer Mário Adnet MPB, Samba und Bossa für sich neu, so hört man im berühmtesten Stück seines Landsmanns de Abreu die „Tico-Tico no Fubá“, die Morgenammer im Maismehl, lustig picken. Herzergreifend, mit starken Kontrasten beschwört Piazzollas „Invierno Porteño“ die Melancholie des Winters in Buenos Aires. Virtuos die Gitarre im „problematischen“ Bolero Django Reinhardts und in der Hommage des schwedischen Jazzgitarristen Wakenius an den größten Flamencogitarristen Paco de Lucia

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© Giorgi Kalandarashvili
Konzert

Ars ad Mundum Ensemble

Phantasy

Giorgi Kalandarishvili, Oboe
Anna Kaczmarek-Kalandarishvili, Violine
Mara Smith, Viola
Shengzhi Guo, Cello


Wolfgang A. Mozart (1756–1791): Quartett F-Dur, KV 370
Benjamin Britten (1913–1976): Phantasy Quartet, op. 2
Grażyna Bacewicz (1909–1969): Trio für Oboe, Violine und Cello
Anatol Stefan Riemer (*1970): Alpensplitter, für Oboe/Englischhorn und Violine
Sulchan Zinzadse (1925–1991): Miniaturen für Streichquartett (bearb. von G. Kalandarishvili)

Oboe und Streicher, das ist eine so seltene wie farbige Besetzung, ein Quartett, in dem die Oboe zumeist die erste Geige spielt.

Das F-Dur-Quartett schrieb Mozart für den besten Oboisten seiner Zeit, Friedrich Ramm. In seinem strahlenden, hohen, dreigestrichenen F kam die Oboe groß raus. Im Allegro singt sie, das Adagio ist pathetisch, im finalen Rondo muss sie im 4/4-Takt gegen den 6/8 der Streicher an. Ein Faschingsscherz des Schalks aus Salzburg? Als Britten mit seinem Phantasy Quartet groß rauskam, war er erst 19. Ein einziger Satz, in der Tradition der barocken englischen Streicherfantasie: komponiert, als wäre er improvisiert, kontrastreich und frei, lyrisch, lebhaft oder aufgewühlt, eine eindringliche Pastorale im Zentrum. Mit seiner Bearbeitung der Miniaturen Zinzadses holt Giorgi Kalandarishvili beider Heimat, Georgien, auf die Bühne. In den Stücken aus Volksliedern und -tänzen verschmilzen rhythmische, melodische und harmonische Eigenheiten der georgischen Volksmusik mit dem Erbe der Klassik zu einem packenden Individualstil.

Musik aus Musik auch bei Riemer: Splitter, Motive und Themen von „Nacht“, „Sonnenaufgang“, „Der Anstieg“ und „Auf dem Gipfel“ aus Richard Strauss’ mächtiger „Alpensinfonie“ hat er zu einem faszinierenden Duo für Oboe bzw. Englischhorn und Violine verarbeitet. Und nicht nur melodisch fesselt das Trio der hierzulande noch zu wenig bekannten, großen polnischen Komponistin Grażyna Bacewicz. Seine komplexe musikalische Struktur schillert mit unzähligen Farben, die drei Stimmen kommunizieren extrem dynamisch und spielen dabei ihren je eigenen Charakter voll aus.

Das Ars ad Mundum Ensemble um Giorgi Kalandarishvili und Anna Kaczmarek-Kalandarishvili tritt in verschiedenen Besetzungen auf. Kalandarishvili ist Solooboist des Sinfonieorchesters Münster, in dieser Funktion auch bei anderen Orchestern engagiert und als Kammermusiker international unterwegs. Die polnische Geigerin Anna Kaczmarek-Kalandarishvili ist Mitglied des Sinfonieorchesters Münster und bei anderen Orchestern, u.a. dem WDR Sinfonieorchester, und international als Kammermusikerin zu Gast. Die deutsche Bratschistin Mara Smith ist Mitglied im Sinfonieorchester Münster, im Smaragd-Quintett und im Voirin Quartett, der chinesische Cellist Shengzhi Guo war Assistent von Maria Kliegel und ist Mitglied des Sinfonieorchesters Münster.

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Konzert

Manz / Migdal / Klett

Kontraste

Sebastian Manz, Klarinette
Liv Migdal, Violine
Martin Klett, Klavier


Maurice Ravel (1875–1937): Le Tombeau de Couperin (bearb. M. Klett)
Paul Ben-Haim (1897–1984): Three songs without words für Klarinette, Klavier
Béla Bartók (1881–1945): Kontraste
Paul Schoenfield (*1947): Trio
Kinan Azmeh (1976): A Scattered Sketchbook, für Violine, Klarinette

Gute Musik ist ein Mix, aus Bekanntem und Fremdem und Eignem. Kultur lebt vom „Wind“, der Inspiration von außen. Nur „im Wind“ ist Identität lebendig, als je einmaliges, offenes, flüchtiges In-der-Welt-Sein. Wer sich inspirieren lässt, erkennt an, freut sich am Andren. Inspiriert lassen Liv Migdal, Sebastian Manz und Martin Klett – musikalische Grenzgänger:innen, vielfach preisgekrönt, solistisch international gefeiert – in ihren Mixes Kontraste funkeln, Funken sprühn, die Stille blühn.

Ravel setzt mit seinem „Tombeau“ nicht nur dem Barock, vor allem der erotischen Forlane aus dem Flötenkonzert François Couperins, sondern auch seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Freunden ein Denkmal. 1938 mischt Bartók Klassik, Jazz und Volksmusik, auch indem er etwa den Verbunkos zitiert, einen durch die Roma-Musik geprägten Tanz. „Man könnte sagen, Bartók reagierte mit ‚Kontraste‘ auf den Aufstieg mörderisch rassistischer Ideologien mit einer Feier ‚rassischer Unreinheit‘, mit der Migration der Stile, der Vermischung der Kulturen“ (B. Herzog/R. Bieri). Paul Ben-Haim – der Münchner Frankenburger benannte sich 1933, als er nach Israel emigrierte, um – verschmilzt europäische Klassik und orientalische Musik. Seine „Lieder ohne Worte“ rufen die Hitze eines Sommertags in den kahlen Judäischen Bergen, einen orientalischen Geschichtenerzähler, eine sephardische Volksmelodie herbei. Auch Schoenfield mischt Klassik mit Folk- und Popelementen. Fast draufgängerisch das Trio des US-Amerikaners, das in einem Kasatschok der Kosaken aus der heutigen Ostukraine gipfelt.

„Es ist nicht Arabien, nicht Jazz, nicht Klassik, es ist alles von dem – die Elemente fließen ineinander“, so Kinan Azmeh. Der syrisch-amerikanische Klarinettist und Komponist evoziert mit „A scattered Sketchbook“ ein Notizbuch, das vom Wind zerfleddert und in alle Winde zerstreut wird. Musik ist machtlos gegen Identitäre und gegen Gewalt. „Alles, was ich als Musiker tun kann, ist, mir die Seele aus dem Leib zu spielen.“ (Azmeh, www.torial.com/marian.brehmer)

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©: Gallica Digital Library
Festival

Romberg-Festival

Fr 19.7.2024 - So 21.7.2024

Zum zweiten Mal veranstalten die Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten 2024 ein dreitägiges Romberg-Festival unter der künstlerischen Leitung des renommierten Cellisten Konstantin Manaev. Das Festival will den Geiger Andreas Romberg und den Cellisten Bernhard Romberg, die, in Münster groß geworden, als Interpreten im 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. europaweit bekannt waren, als Komponisten ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen.

Diesmal fusioniert das Romberg-Festival, das auf Haus Harkotten-von Korff in Sassenberg-Füchtorf und in der Warendorfer Klosterkirche stattfindet, mit Summerwinds Münsterland. Neben Kammermusik von Andreas und Bernhard Romberg präsentiert das Konzert in Warendorf u.a. ein Werk eines weiteren Virtuosen aus Westfalen, des Flötisten und Komponisten Anton Bernhard Fürstenau. Und es stellt die junge Flötistin Anna Komarova vor. Sie ist die Gewinnerin des 1. Internationalen Fürstenau Flöten Wettbewerbs der GWK 2023 in Münster.

Bernhard und Andreas Romberg – Friedrich Anton von Korff
Der Cellist Bernhard Romberg (1767 Dinklage – 1841 Hamburg) und sein Cousin, der Geiger Andreas Romberg (1767 Vechta – 1821 Gotha), in Münster und weithin früh als „Wunderkinder“ gefeiert, später Quartettpartner Beethovens und Mitglieder angesehener Orchester, machten sich in ganz Europa als Virtuosen einen Namen. Friedrich Anton von Korff (1775–1836) war mit ihnen bekannt. Der kunstsinnige „Rittergutsbesitzer“ und hohe Beamte in französischen und preußischen Diensten und seine Frau bauten das klassizistische Herrenhaus Harkotten-von Korff in Füchtorf und lebten mit ihrer Familie dort.

Streicher:innen auf der ganzen Welt kennen Bernhard und Andreas Rombergs Kompositionen, die, bis auf wenige unedierte, seit den 1990er Jahren eine Renaissance erleben. Die Vettern schrieben Konzerte für Orchester, Solo- und Kammermusiken. Andreas stellt man im 19. Jahrhundert Haydn, Mozart, Beethoven gleich. Werke von beiden sind in der Tat so qualitätvoll, dass es sich lohnt, sie zum Ausgangspunkt farbiger Konzertprogramme zu machen.

Anton Bernhard Fürstenau
Dasselbe gilt für den eine Generation jüngeren Anton Bernhard Fürstenau (1792 Münster – 1852 Dresden), den Namensgeber des internationalen Flötenwettbewerbs in Münster. Heute wird er als Komponist der Frühromantik, dessen Werke Repertoirewert haben, wiederentdeckt. Bereits als Siebenjähriger trat der Münsteraner öffentlich auf und wurde einer der herausragendsten deutschen Flötisten des 19. Jahrhunderts in Europa. Selbst Virtuose, den man mit Paganini und Liszt verglich, wandte er sich vehement gegen leere Virtuosität. In seinem Lehrbuch „Die Kunst des Flötenspiels“ heißt es:
„Zu der äußerlich vollendeten Tongebung, zu den mit Umsicht und Geschmack angewandten äußeren Kunstmitteln muss sich noch eine lebendige, tiefere, vom Erfassen der innersten Ideen und Gefühle des Komponisten zeugende, diese Ideen und Gefühle zur unmittelbaren Anschauung bringende, sie eigentlich reproduzierende Empfindung gesellen, wenn das Spiel (…) mehr als das Ohr des Zuhörers angenehm beschäftigen zugleich dessen Gefühl mächtig zu ergreifen und auf die Dauer zu fesseln im Stande sein soll.
Dieses musikalische Gefühl ist – das große Geheimnis der Kunst, der tief in der Brust des berufenen Künstlers schlummernde göttliche Funke, der nicht durch totes Wort, wohl aber durch lebendige Lehre und Beispiel zur hellen Kunstflamme angefacht werden kann.“

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Konzert

Komarova / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev

Summerwinds meets Romberg-Festival - Wunderkinder – Virtuosen

Anna Komarova, Flöte
Julia Smirnova, Violine
Johannes Fleischmann, Violine
Sindy Mohamed, Viola
Miguel Erlich, Viola
Konstantin Manaev, Cello


Bernhard Romberg (1767–1841) & Andreas Romberg (1767–1821): Trois Duos concertans für Violine und Cello, op. 2
Andreas Romberg: Quintett für Flöte und Streichquartett e-Moll op. 41, Nr. 1
Anton Bernhard Fürstenau (1792–1852): Aus: Divertissements für Flöte solo, op. 63
Amy Beach (1867–1944): Theme and Variations für Flöte und Streichquartett, op. 80

Als sie ein Jahr alt war, habe sie Melodien behalten, mit zwei improvisieren, mit fünf komponieren können. Ihr erstes Klavierkonzert gab sie mit sieben, mit 16 trat sie mit der Boston Symphony als Solistin auf: die erste US-amerikanische Komponistin und Pianistin Amy Beach galt als Wunderkind. Doch mit einer Karriere als Pianistin war es vorbei, als sie mit 18 einen 25 Jahre älteren Chirurgen heiratete. Nach dessen Tod nahm sie – als Komponistin unterdessen erfolgreich – ihre Konzertkarriere wieder auf. Nach ihrem Tod wurde sie vergessen. Heute entdeckt man sie wieder. Ihr Opus 80 sind Variationen ihres Liedes „An Indian Lullaby“, das einen leichten Wind mit dem Duft der Tannennadeln herbeiruft, um ein Kind in den Schlaf zu wiegen. Ein lebhaftes, rätselhaftes Spiel zwischen Flöte und Streichquartett.

Im wunderkind-gläubigen, virtuosen-versessenen 18. und frühen 19. Jahrhundert hatten Anton und Bernhard Romberg sowie Anton Bernhard Fürstenau typische Virtuosen-Biografien. Herausragende Könner an ihren Instrumenten, machten sie zunächst – die Vettern Romberg im Duo und Fürstenau mit seinem Vater – als Kinderstars Karriere, später europaweit als „Virtuosen“: als führendes Mitglied eines angesehenen Orchesters, das daneben international als Solist und Kammermusiker gastiert und einen Großteil seines Repertoires selbst komponiert. Ein Gemeinschaftswerk, das beide Rombergs solistisch strahlen lässt, sind die konzertanten Duos Opus 2. Elegant das Quintett Andreas Rombergs, in dem Flöte und Violine die Melodiestimme haben. Unterhaltsam und anspruchsvoll Fürstenaus Divertissements.

Anna Komarova, die 2023 den ersten Fürstenau Flöten Wettbewerb in Münster und zuvor andere internationale Wettbewerbe gewann, und die anderen Musiker:innen des ROMBERG-FESTIVALS gehören zur Elite der jungen Klassikszene Europas. Sie alle wären im 19. Jahrhundert „Wunderkinder“ gewesen.

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© Fotofolies | Privat
Konzert

B-Five Recorder Consort / Sofie Vanden Eynde

The Soule of Heaven

Markus Bartholomé, Katelijne Lanneau, Thomas List, Silja-Maaria Rütti, Mina Voet, Sofie Vanden Eynde, Laute

Alfonso Ferrabosco der Ältere (1543–1588): Pavanen und Allemanden
Alfonso Ferrabosco der Jüngere (1575–1628): Pavanen und Allemanden
William Byrd (1543–1623): Brownings

B-Five, eins der führenden Blockflötenensembles weltweit, und Sofie Vanden Eynde, die als Expertin für historische Zupfinstrumente international einen Namen hat, suchen den Himmel – mit der Musik von Alfonso Ferrabosco Vater und Sohn.

Für Ben Johnson, neben William Shakespeare der berühmteste englische Dramatiker der Renaissance, war die Musik Ferraboscos des Jüngeren Ausdruck der Seele des Himmels. Oder galt sie selbst ihm gar als „The Soule of Heaven“?

Als ein „herbstlich warmes Kaleidoskop, der greifbaren Welt abhanden gekommen“, empfinden die Interpret:innen sie. Sie sei „traurig und trostreich, dunkel und heilsam. Die alte Wehmut – das Wissen darum, dass uns Menschen das Schöne nur entgleiten kann –, genau das kann Ferrabosco wie kein anderer in Klängen einfangen.“ Zwischen frivolem Lebenshunger und besonnener Gelassenheit lassen B-Five und Sophie Vanden Eynde Pavanen und Allemanden der Ferraboscos tanzen.

Vater und Sohn Ferraboscos stehen für feinste englische Consortmusik. Ferrabosco der Ältere wirkte am Hof Königin Elizabeths I. in London, bis er – Italiener aus Bologna, katholisch, des Raubmords verdächtigt – entlassen wird und zurück nach Italien geht. Sein Sohn muss auf Geheiß der Königin in der englischen Hauptstadt bleiben, wird Hofmusiker und Musiklehrer des Kronprinzen – und einer der größten englischen Komponisten im Übergang von Renaissance und Barock. Er entwickelte einen sehr eigenen, auch vom frühen italienischen Barock beeinflussten Personalstil mit vielen Verzierungen und virtuosen Passagen, und schrieb, wie sein Vater, zahlreiche sog. In-nomine-Stücke, bezaubernde polyphone Instrumentalmusiken.

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Konzert

Barragán / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev / Scheucher

Grand Trio

Pablo Barragán, Klarinette
Julia Smirnova, Violine
Johannes Fleischmann, Violine
Sindy Mohamed, Viola
Miguel Erlich, Viola
Konstantin Manaev, Cello
Philipp Scheucher, Klavier


Bernhard Romberg (1767–1841): Grand Trio für Violine, Viola und Violoncello, op. 8
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier, op. 11, „Gassenhauer-Trio“
Andreas Romberg (1767–1821): Quintett für Klarinette, Violine, 2 Violen und Violoncello Es-Dur, op. 57

Das ROMBERG-FESTIVAL promotet die Musik des Geigers Andreas Romberg und des Cellisten Bernhard Romberg. Es wird von Konstantin Manaev künstlerisch verantwortet. Die Kammerkonzerte spielen er und seine Musikerfreundinnen und -freunde sowie die Gewinnerin des 1. Int. Fürstenau Flöten Wettbewerbs, Anna Komarova. Sie alle haben mehrere internationale Preise gewonnen und gehören zur Crème der jungen klassischen Musikszene Europas. Am Sonntag ist zudem der weltweit gefeierte Klarinettist Pablo Barragán auf Harkotten zu Gast.

www.romberg-festival.de

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© Ralf Emmerich | Privat
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Anna Komarova / Veronika Salikhova

Aus der Seele

Anna Komarova, Flöte
Veronika Salikhova, Klavier


Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Flötensonate D-Dur, H 505, Wq83
Robert Schumann (1810–1856): Drei Romanzen, op. 94
Franz Doppler (1821–1883): Fantaisie pastorale hongroise, op. 26
Franz Schubert (1797–1821): Sonate a-Moll „Arpeggione“ D.821
Claude Debussy (1862–1918): Sonate Nr. 3 g-Moll fl.148
Henri Dutilleux (1916–2013): Sonatine

„Aus der Seele muss man spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel.“ Der berühmte Satz C.P.E. Bachs markiert den Beginn der Moderne in der Musik. Komponisten und Interpreten stellen nicht mehr, wie im Barock, Affekte dar, indem sie Regeln ihrer Darstellung „wie abgerichtet“ befolgen. Nun drücken Individuen sich aus, bringen ihre Gefühle und Stimmungen zum Ausdruck, subjektiv, ungebunden, Komponisten wie Interpreten. Ziel ist, das Publikum emotional zu packen: „Indem ein Musikus nicht anders rühren kann, er sei denn selbst gerührt; so muss er notwendig sich selbst in alle Affekte setzen können, welche er bei seinen Zuhörern erregen will; er gibt ihnen seine Empfindungen zu verstehen und bewegt sie solchergestalt am besten zur Mit-Empfindung“ (C. P. E. Bach) – wie Anna Kamarova und Veronika Salikhova.

Schumanns Romanzen sind berückend in ihrer Schlichtheit und Beschaulichkeit, „zarte, duftende Blumen“, die, wie er meint, „keinen Triumphzug durch den Salon machen wollen, sondern im stillen Kreise das Gemüt erquicken“. Dopplers Fantasie ist ein Kernstück des Flötenrepertoires: emotional, elegisch, quasi improvisierte, rhythmisch freie Kadenzen, Tanzsaalpassagen. Virtuos auch Schuberts Arpeggione-Sonate, aber eher für die Seele geschrieben als für die Show, mit brillanten Passagen für beide Instrumente. Vielleicht noch mehr als im Original für Violine und Klavier kommt in der Fassung mit Flöte die Musik von Debussys Sonate aus einem großen „Schatten“: „Die Musik beginnt da,“ sagt der Komponist, „wo das Wort unfähig ist, auszudrücken. Musik wird für das Unaussprechliche geschrieben; ich möchte sie wirken lassen, als ob sie aus dem Schatten herausträte und von Zeit zu Zeit wieder dahin zurückkehrte“. Ein geheimnisvolles Thema zu Beginn in Dutilleux’s Sonate, lyrisch das Andante, eine schwierige Kadenz und am Schluss ein rasantes Accelerando, heftiger und heftiger, bis ins dreifache Forte.

Anna Komarova gewann, neben anderen internationalen Preisen zuvor, den 1. Fürstenau Flöten Wettbewerb 2023 in Münster. Seit 2022 ist sie Soloflötistin im MusicAeterna Orchester von Teodor Currentzis. Veronika Salikhova ist Dozentin an der Int. Musikakademie Anton Rubinstein und Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.

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Lesung

Carsten Bender & Walter Gödden

Der Unsterblichen Einer!

Carsten Bender & Walter Gödden, Lesung
Pablo Barragán, Klarinette
Julia Smirnova, Violine
Johannes Fleischmann, Violine
Sindy Mohamed, Viola
Miguel Erlich, Viola
Konstantin Manaev, Cello
Philipp Scheucher, Klavier


Andreas Romberg: Duo für zwei Violinen op. 18
Bernhard Romberg: Divertimento über österreichische Volkslieder für Violoncello und Klavier
Svante Henryson (1963): Off Pisst, für Klarinette und Violoncello
Robert Schumann (1810–1856): Klavierquintett Es-Dur, op. 44
Ruben Zahra (1972): Auftragswerk für Klarinette, Klavier, zwei Violinen, zwei Violas und Violoncello – Uraufführung

Das ROMBERG-FESTIVAL promotet die Musik des Geigers Andreas Romberg und des Cellisten Bernhard Romberg. Es wird von Konstantin Manaev künstlerisch verantwortet. Die Kammerkonzerte spielen er und seine Musikerfreundinnen und -freunde. Sie alle haben mehrere internationale Preise gewonnen und gehören zur Crème der jungen klassischen Musikszene Europas.

Am Sonntag ist zudem der weltweit gefeierte Klarinettist Pablo Barragán auf Harkotten zu Gast.

Mit der dialogischen Lesung „Der Unsterblichen einer! Leben und Werk des hochberühmten Cellisten Bernhard Romberg“ (Text: Walter Gödden) eröffnen Carsten Bender & Walter Gödden den Nachmittag auf Haus Harkotten. Der Germanist, Autor und Herausgeber Walter Gödden leitete das Museum für Westfälische Literatur und die Literaturkommission für Westfalen. Carsten Bender ist Schauspieler und Rezitator mit Faible für Werke mit eigenwilligem Sprachstil und Produzent in Münster.

Nach der Lesung spielt das Festivalensemble mit Pablo Barragán Musik von „Unsterblichen“. Die Veranstaltungen finden open-air im Park von Haus Harkotten, bei Regen im Annensaal statt.

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Konzert

Klezzfour

Klezmer mit Schmäh

Maciej Glebioswski, Klarinette, Moderation
Alexander Wladigeroff, Trompete
Konstantin Wladigeroff, Klavier
Benjy Fox-Rosen, Kontrabass, Gesang


Eigenkompositionen und Improvisationen

Was vor 500 Jahren als jiddische Hochzeits- und Festmusik in Osteuropa begann, ist heute eins der spannendsten, innovativsten Genres: der Klezmer. Einen neuen Sound bringen die Klezzfour ins Spiel, vier Stars der internationalen Wiener Weltmusikszene: der Oriental-Klezmer-Klarinettist Maciej Golebiowski aus Polen, die bulgarischen Wladigeroff Brothers an Trompete und Klavier, die sich mit ihrem Balkan-Jazz einen Namen machten, und der Sänger, Kontrabassist und Komponist Benjy Fox-Rosen. In Los Angeles aufgewachsen, ist der US-Amerikaner einer der Rising Star der Yiddish Music Scene weltweit.

Wien ist ein Melting Pott der Kulturen. Deshalb leben die Viere seit Jahren dort. Und jeder Klezmer ist so weit und individuell wie die, die ihn machen – ohne Einflussangst, von ihrer Herkunft geprägt, aber offen für andre und Andres, frei. Fluide Musiker-Identitäten, jedoch mit Profil. So gibt es von Klezzfour jetzt Klezmer mit Wiener Schmäh.

Was das ist, kann man nicht erklären. Diese Musik muss man hören und erleben. Ist schon der Begriff „Schmäh“ undefinierbar, wie viel mehr jener Schmäh, den das Quartett auf der Bühne miteinander führt, improvisatorisch, einfallsreich, höchst virtuos. Inspiriert von Jazz, Folk und der Volksmusik ihrer Herkunftsländer, von Klassik, Funk, Tango, Balkan oder orientalischen Klängen. Mit Tricks und Charme, feinem Witz, derb und liebenswert, zärtlich und zart. Ironisches Scherzen und Leidenschaft pur, tiefes Gefühl und das gekonnte Spiel damit.

Ist das noch Klezzmer? Gewiss, denn die jiddische Tradition klingt überall durch. „Eigentlich“, so Alexander Wladigeroff, „sind wir ganz normale Menschen, aber sobald wir zu unseren Instrumenten greifen, verändern wir alle Menschen um uns herum, und das macht das ganze Leben so viel glücklicher und schöner.“

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Konzert

Duo Aliada

Tales – Geschichten

Michal Knot, Saxophon
Bogdan Laketic, Akkordeon


Johannes Brahms (1833–1897): 16 Walzer, op. 39
Robert Schumann (1810–1856): Kinderszenen (Auswahl)
Werke von John Dowland (1563–1626) und Henry Purcell (1659–1695) u.a.

Klassik, kreativ adaptiert – und so gespielt, dass einem Sinne und Herz aufgehen. Das polnisch-serbische Duo Aliada ist vielfach ausgezeichnet und wird in bedeutenden Konzertsälen bejubelt. Dabei wahrt jede seiner Bearbeitungen Substanz und Charakter des Originals, bringt sie mitunter deutlicher hervor, indem Michał Knot und Bogdan Laketic das Potenzial ihrer Instrumente voll auskosten.

Mit dem Programm „Tales“ evozieren Knot und Laketic, die sich im Studium in Wien kennenlernten, Geschichten und kleine Szenen aus dem Leben. Im Zentrum Melodien von Schumann und Brahms.

„Der ernste, schweigsame Brahms, der echte Jünger Schumanns, norddeutsch, protestantisch und unweltlich wie dieser, schreibt Walzer? Ein Wort löst uns das Rätsel, es heißt: Wien“, schrieb Brahms’ Kritikerfreund Eduard Hanslick. Er hatte dabei das typisch Wienerische Milieu mit seinem Kulturmix und seinen geselligen „Jam Sessions“ im Sinn. „Wirkliche Tanzmusik“, so Hanslick, „wird natürlich niemand erwarten: Walzer-Melodie und Rhythmus sind in künstlerisch freier Form behandelt und durch vornehmen Ausdruck gleichsam nobilitiert. Trotzdem (…) – überall herrscht eine schlichte Unbefangenheit“.

Einfach auch Schumanns „Kinderszenen“, nicht für Kinder, sondern als „Rückspiegelung des Älteren für Ältere“ (Schumann) komponiert. Naiv, wie es nur Erwachsene sind, dabei anmutig und schön, entspringen sie dem Bewusstsein, Unschuld und Unverbildetheit des Kindes verloren zu haben. Sind nicht die „Träumerei“, „Von fremden Ländern und Menschen“ oder „Hasche-Mann“ heute so aktuell wie 1838, als sie entstanden? Ebenso Hans Pfitzners Bemerkung von 1920: „es ist ein Tropfen Musik aus tiefstem Quell; wir sind auch musikalisch verkommen und verloren, wenn wir uns dieser Schönheit entwöhnen“.

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© Marlene Mauer
Konzert

Schimmer Trio

Niebla – Nebel

Evelyn Huber, Harfe, Komposition
Jakob Lakner, Klarinette, Kontraalt-, Bassklarinette, Komposition
Gustavo Strauß, Geige, Geigenloops, Komposition


Eigenkompositionen und Improvisationen zwischen Jazz, Tango und Klezmer

In welche Genre-Schublade kann man das Schimmer Trio packen? Will man dieser Musik überhaupt ein Etikett verpassen, wo sie doch, wo doch in ihr die Welt so einzigartig – schimmert? Voller Glanz und farbenfroh, heimatlich und zugleich exotisch.

In Klassik und Jazz ausgebildet, sind Evelyn Huber, Jakob Lakner und Gustavo Strauß Ausnahmemusiker:innen, die auch komponieren und improvisieren. In ihr Spiel fließt ein, was sie beglückt. So haben sie von früh an Tango und Klezmer, überhaupt die Volksmusiken Osteuropas, Südamerikas und des Orients, auch Rock und Pop in sich aufgesogen. Neue Musikstile aus Jazz und Weltmusik, die das globale 20. Jahrhundert hervortrieb, verwandelten sie sich an. Herauskommt ein origineller Schimmer-Mix, der Tiefgang und Leichtigkeit hat, Freiheit atmet und mitnimmt: in Fremd-Vertrautes, auf Entdeckungsreise in Weiten, die da draußen sind – und die sich in uns öffnen.

Jakob Lakner studierte klassische Klarinette, Jazz-Klarinette und -Komposition (u.a. Modern Creative Jazz, Folklore Imaginaire). Außer im Schimmer Trio spielt er in seinen Bands Yxalag Klezmer, Worldmusic, Sinti Jazz im Monaco Swing Ensemble. Gustavo Strauß, vielseitiger Komponist und Geiger mit deutsch-peruanischen Wurzeln, studierte Violine und Jazz. Er spielt international in Ensembles verschiedener Genres, u.a. im Paranormal String Quartet, schrieb für Streichquartett, Big- und Rockband, Jugendopern für die Salzburger Festspiele oder das Jewish Chamber Orchestra Munich. Evelyn Huber studierte klassische Harfe an der Hochschule in München, wo sie später unterrichtete. Auch durch Jazz-Studien in den USA weitete sie die konventionellen Möglichkeiten der Konzertharfe aus. In unterschiedlichen Ensembles, etwa bei Quadro Nuevo, sowie als Solistin hat sie sich in der Jazz- und Worldmusic-Szene weltweit einen Namen gemacht.

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Ausstellung

Ausstellungen: Räume hautnah | Mo(nu)mente

Räume hautnah

Menschen gestalten Räume, um sich zu verwirklichen und zu entfalten. Ob Haus, Atelier oder Wohnung – die gebaute Umwelt ist geprägt durch individuelle Lebensmodelle, alltägliche Rituale, persönliche Erfahrungen. Die architektonischen Hüllen, die daraus entstehen, versprechen Heimat, können aber auch das Gefühl der Enge hervorrufen. Die Ausstellung „Räume hautnah“ beleuchtet die vielschichtigen Verbindungen zwischen Menschen und Räumen, insbesondere in der Moderne und in der Gegenwart.

Im Fokus der ausgestellten Kunstwerke (Fotografie, Film, Malerei, Weberei, Installation) stehen grundlegende Verschiebungen in Wohnkonzepten und Lebenswelten der letzten einhundert Jahre. Die Arbeiten nehmen Mensch und Raum als dynamisch miteinander verflochtene Einheit in den Blick und gehen der Beziehung als leiblicher Erfahrung nach oder reflektieren sie z. B. im Hinblick auf eine emotionale Abhängigkeit oder die Suche nach Schutz. Dabei schaffen die Künstler:innen aufschlussreiche Bezüge zwischen Räumen, Textilien, Körpern und Haut sowie der Metapher von der Architektur als „dritter Haut“ des Menschen.
„Räume hautnah“ fragt nach der existenziellen Bedeutung der Architektur und der Rolle, die Architekt:innen bei der Lebensgestaltung spielen. Die Ausstellung hebt die Notwendigkeit hervor, die Menschen und ihre sehr unterschiedlichen Bedürfnisse und Empfindungen stärker in den Mittelpunkt der architektonischen Gestaltung zu rücken.
Künstler:innen: Absalon (1964–93), Shannon Bool (1972), Heidi Bucher (1926–93), Eileen Gray (1878–1976), Do Ho Suh (1962), Mary Mattingly (1978), Tracey Snelling (1970), Francesca Woodman (1958–1981)

28.04.–04.08.2024 | MO bis SO 11:00 – 17:00 Uhr | Am Konzerttag 11:00–19:30 Uhr
Eintritt mit Konzertkarte frei

Mo(nu)mente. Über die Kurzlebigkeit von Festarchitektur

In der europäischen Kultur der Frühen Neuzeit wurden öffentliche Feste, egal ob sakral oder profan, höfisch oder städtisch, aufwendig inszeniert. Unverzichtbarer Bestandteil der prunkvollen Events waren temporäre Festarchitekturen, die man individuell für ein jedes Fest, auch von renommierten Künstlern wie Peter Paul Rubens, entwerfen und bauen ließ. Nicht allein Schmuck, waren Festarchitekturen immer auch Medium der Demonstration politischer Macht. Seit dem 15. Jahrhundert wurden sie in Texten und Zeichnungen dokumentiert. 

Die Kabinettausstellung „Mo(nu)mente“ präsentiert eine Auswahl reich illustrierter Festdokumentationen aus der Liberna Collection – und dies nicht nur in 2D. Mittels AR-Brille, Beamer-Technik und einer interaktiven Medieninstallation können Besucherinnen und Besucher längst vergangene Festmomente und ephemere Festmonumente in ihrer dreidimensionalen Pracht und Herrlichkeit erstehen lassen.

15.5.–20.10.2024 | MO bis SO 11:00 – 17:00 Uhr | Am Konzerttag 11:00–19:30 Uhr
Eintritt mit Konzertkarte frei

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© Elena Matamoro
Konzert

Caire Reed Quintet

Aromas del sur

Pedro Jimenez, Oboe
Carolina Guiducci, Klarinette
Adrián Vilaboa, Saxophon
Celia Matamoro, Fagott
Alberto García, Bassklarinette


Anonymi (spätes 15. Jh): Propinyan de Melyor | Tres morillas
Juan del Encina (1469–1530): Oy comamos y bebamos | Más vale trocar
Santiago de Murcia (1673–1739): Folías Gallegas
Isaac Albéniz (1860–1909): Suite Española
Pixinguinha (1897–1973): Carinhoso
Chico Buarque (1944): Apesar de você
Géronimo Giménez (1854–1923): La boda de Luis Alonso Heitor Villa-Lobos (1887–1959): Bachianas brasileiras Nr. 5
Guinga (1950): Chorado
Edu Lobo (*1943): Perambulando
Adoniran Barbosa (1910–1982): Trem das onze
Manuel de Falla (1876–1946): El amor brujo
Carlos Cano (1946–2000): Maria la portuguesa
Astor Piazzolla (1921–1992): Oblivion | Libertango

„Aromas del sur“: Düfte und Würze des Südens. Caire – aus spanisch „aire“ für Luft und „c“ von „cañas“, Rohr – lässt populäre Werke seiner Heimaten neu erklingen und mitreißend erleben, dass jeder National- und Individualstil eine innovative Mischung aus Eignem und Fremdem ist.

Zu Beginn erinnert das junge Rohrblattquintett älteste iberische Kunstmusik, katholisch, höfisch und maurisch beeinflusst, sowie Volkslieder und -tänze aus einer Zeit, in der Wirtschaft und Kultur auf der Halbinsel blühten. Im 19. Jahrhundert inspiriert die Tradition klassische Komponisten, zuvorderst der von den Gitanos geprägte Flamenco: Bolero und Fandango (ursprünglich ein Tanz afrikanischer Sklaven in den südamerikanischen Kolonien Spaniens), „spanische Gitarre“ und Kastagnetten, beide aus der arabischen Welt importiert. Am Konservatorium ausgebildet, hatten Géronimo Giménez, Isaac Albéniz (der als 12-Jähriger nach Südamerika abhaute) und Manuel de Falla neben der europäischen Klassik die Folklore ihres Landes im Ohr und im Blut – und entwickelten daraus ihren je eigenen und einen unverwechselbar spanischen Nationalstil. So durchziehn Albeniz’ „Spanische Suite“ die Düfte Granadas, Cataluñas, Sevillas und Cubas, und de Falla lässt, verliebt in ihre Musik, seinen „Liebeszauber“ unter den Gitanos in Andalusien spielen.

Der Sprung nach Südamerika: Villa-Lobos verbindet in seiner Kantilene brasilianische Rhythmen mit Bachs Kontrapunkt. Komplexe Mehrstimmigkeit auch in Pixinguinhas zärtlichem Choro oder, verjazzt, in „Chorado“ des beliebten Songwriters Guinga. Mehr „MPB“, populäre brasilianische Musik der Gegenwart, mit dem São Paulo-Samba von Ardoniran Barbosa und dem netten Bossa nova-„Spaziergang“ Edu Lobos. In die Heiterkeit des Bossa nova verpackte Chico Buarque scharfe Kritik an der Militärdiktatur in Brasilien. Sein „Apesar de você“ (Dir zum Trotz) wurde 1970 zur Hymne des Widerstands. Vier Jahre später steuerte Argentinien auf eine Diktatur zu, während Astor Piazzolla mit seinem „Libertango“ den Bruch vom traditionellen zu seinem Tango nuevo markierte: ein Fanal künstlerischer Freiheit und Ruf nach politischer „libertad“.

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Konzert

Duo Concento

Fantaisie

Myriam Ghani, Flöte
Lea Maria Löffler, Harfe


Gabriel Fauré (1845–1924): Fantaisie, op. 79
Ekaterina Walter-Kühne (1870–1930): Fantasie über ein Thema aus Tschaikowskys Oper „Eugène Onegin“, für Harfe
Cécile Chaminade (1857–1944): Concertino für Flöte, op. 107
Christoph Willibald Gluck (1714–1787): Menuett und „Reigen seliger Geister“, aus: Orpheus und Eurydice
Pēteris Vasks (*1946): Ainava ar putniem – Landschaft mit Vögeln,
für Flöte
Georges Bizet (1838–1875): Entr’acte
François Borne (1840–1920): Fantaisie brillante sur „Carmen“

Fantasien, Melodien: strahlend, expressiv, ungebunden und frei, teils nur gebrochen, zumeist hochfliegend, in den Himmel und weiter, ins Elysium. Das ist das Programm „Fantaisie“ des jungen Duos Concento, der hochbegabten und mit deutschen wie internationalen Preisen ausgezeichneten Solistinnen Lea Maria Löffler und Myriam Ghani.

1898 für einen Wettbewerb komponiert, gehört Faurés Fantaisie zum Standardrepertoire der Flöte und bietet Hörgenuss pur. Mit ihrer Ausdruckskunst, Tongebung und Agilität hätte Ghani den Concours am Pariser Konservatorium damals gewiss gewonnen. Ein Wettbewerbsstück auch Cécile Chaminades Flötenconcertino von 1902. War die Komponistin und Pianistin zu Lebzeiten in Europa und den USA berühmt, hatte man sie danach bis in die 1980er vergessen. Frauenschicksal? „Dies ist keine komponierende Frau, sondern ein Komponist, der eine Frau ist.“ So glaubte Kollege Ambroise Thomas, ihr echte Anerkennung auszusprechen … Chaminades Flötenconcertino ist romantisch, Skalen rauf und runter, tonal und chromatisch, Triller. Nobler Charme und Licht.

In den mondänen russischen Salons des Fin-de-Siécle war Evelyn Walter-Kühne populär. Unterhaltsam, hat die romantische Onegin-Fantasie der großen Harfenistin dennoch Tiefe und Schönheit. Schnellste Arpeggien, die Harfe glüht in den vollsten Registern. Melodische Schönheit und Einfachheit bei Gluck: seligmachend. Man hört und sieht die seligen Geister in den Elysischen Gefilden, dem Reich der Unsterblichen, von den Göttern Entrückten, tanzen.

Erdverhaftet und erfüllt vom Verlangen nach Aufstieg ist Pēteris Vasks „Landschaft mit Vögeln“. Eindrucksvoll erweitert diese Fantasie das Klangspektrum der Flöte. Gespenstisch-flatternde Töne, wie Flügelschlagen beim Versuch aufzufliegen, rhythmische Wirbel, windige Arabesken, dramatisch-theatralisch der Höhepunkt, Abflauen. Weite. Als entschwänden die Vögel in den Norden. Aus den „Augen“, sind sie nicht aus dem Sinn, wenn Bornes Fantaisie brillante auf die Oper „Carmen“ zum Schluss ins volle Leben zurückholt.

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Konzert

La Fonte, Westfälisches Barockorchester

Liberté

Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte
Daniel Lanthier, Oboe
Katrin Lazaar, Fagott
Bart Aerbeydt, Horn
Fabrizio Ventura, Leitung
Daniel Glowotz, Moderation


Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Berliner Symphonie Nr. 1 Es-Dur, Wq 179
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Sinfonia Concertante für vier Blasinstrumente, KV 297b
Giuseppe Cambini (1746–1825): Sinfonia Concertante für 2 Flöten G-Dur, PL 22202
Paul Heinrich Masch (18. Jh.): Symphonie Nr. 5 C-Dur

Das neue La Fonte Barockorchester unter Leitung Fabrizio Venturas ist fast kein Geheimtipp mehr. Auch die Fürst zu Bentheimsche Musikaliensammlung Burgsteinfurt aus dem 18. Jahrhundert nicht, die das international besetzte Ensemble aus Westfalen ins Zentrum seiner Konzertprogramme stellt. Ein überaus reicher Fundus, ist die Sammlung der Fürsten von Bentheim-Steinfurt, die in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster liegt, noch für manche Entdeckung gut.

Die Fürsten aus der westfälischen Provinz waren alles andre als provinziell. Graf Karl (1729–1780) und Sohn Ludwig (1756–1817) von Bentheim-Steinfurt waren hoch gebildet und kulturinteressiert. Virtuos spielten sie Flöte und unterhielten eine 35-köpfige Hofkapelle, die mi Bagno, in der „Grande Galerie pour les concerts“, welche Karl 1774 nach dem Vorbild des „Grand Trianon“ auf Schloss Versailles hatte errichten lassen, konzertierte. International auf Reisen und gut in der Musikszene vernetzt, sammelten die beiden Enthusiasten Musik am Puls ihrer Zeit. Und der schlug Freiheit: Liberté.

„Liberté!“ – das Ringen um Freiheit bestimmte auch die Entwicklung der musikalischen Formen im 18. Jahrhundert. Daniel Glowotz, der die Konzerte von LA FONTE moderiert, erforscht die Bentheimsche Sammlung und reflektiert ihren Ort in der Übergangszeit von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft.

Das Konzertprogramm „Liberté“ ist der Entdeckung der individuellen Freiheit von Musikern und dem virtuosen Potenzial der Blasinstrumente gewidmet, die im 18. Jahrhundert wichtige technische Neuerungen erfuhren. Dazu schreibt der Musikwissenschaftler:

Aufklärung und Konzert

Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts hat unsere heutige Lebenswelt geprägt. In dieser Zeit wurden die philosophischen Grundlagen der liberalen demokratischen Gesellschaften der Moderne entwickelt. Parallel zum Aufkommen des freien Individuums als sozialem Ideal erschienen in der Musik die ersten europaweit aktiven Virtuosen. Ihr Ausdrucksmittel war das Konzert, jene musikalische Gattung, in der ein Individuum solistisch oder in einer Gruppe mehrerer Solisten einem größeren Ensemble von Musikern entgegentritt. Das Solo- und Gruppenkonzert wurde damit zur spezifisch musikalischen Ausdrucksform künstlerischer und individueller Freiheit, der Liberté, dem Leitideal der Französischen Revolution.

Der neue Musikertypus: Virtuose

Die wohl bekannteste Schöpfung des neuen aufgeklärten Geistes in der Musik, für den vor allem der brandenburgisch-preußische Hof Friedrichs II. (1712–1786) in Potsdam steht, bilden die „Berliner Sinfonien“ C. P. E. Bachs mit ihren innovativen, virtuosen Bläserpartien, ihrem Sturm der Affekte und überraschenden harmonischen Wendungen.

Den neuen Musikertypus des reisenden Virtuosen verkörperte als erster der Böhme Vaclav Jan Stich (1746–1803), der, ein entflohener Leibeigener, unter dem Pseudonym Giovanni Punto in ganz Europa auf dem Waldhorn Karriere machte. Punto inspirierte Mozart zu seiner konzertanten Sinfonie für vier Blasinstrumente. Auch Cambinis Sinfonia Concertante für zwei Flöten in G-Dur ist ein Meisterwerk, leicht und brillant. Als Erfinder der Gattung machte sich Cambini in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ausgehend von Paris, in ganz Europa einen Namen.

Bläsermusik in Burgsteinfurt

Da die Grafen von Bentheim-Steinfurt überaus fähige Flötisten waren, haben sie für ihre Musikaliensammlung in großem Stil die besten Werke der Bläserliteratur ihrer Zeit erworben. Darunter sind nicht nur fast alle damals bekannten konzertanten Sinfonien für die Blasinstrumente, sondern auch Bearbeitungen bekannter Werke fürHarmoniemusik. „Harmoniemusik“, diese besondere sinfonische Bläserbesetzung, war im 18. Jahrhundert auch am Burgsteinfurter Hof beliebt. Und last but not least hat auch der Burgsteinfurter Bassist, Orchestermanager und Bürgermeister Paul Heinrich Masch Sinfonien mit virtuosen Traversflöten- und Hornpartien komponiert. (Daniel Glowotz)

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© Elisa Meyer
Konzert

Boreas Quartett Bremen

Kunst der Fuge

Jin-Ju Baek, Anna Stegmann (für Luise Manske), Luisa Fritz, Elisabeth Champollion, Blockflöten

Anonymous (England, ca. 1250): Sumer is icumen in
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Contrapunctus 1, 4, 9, 11, 12
Alessandro Poglietti (17. Jh.): Capriccio per lo Rossignolo Syncopatione del Ricercar | Ricercare | Canzon über das Henner und Hannergeschrey
Tarquinio Merula (1595–1665): Canzon La Lusignuola
Piet Swerts (*1960): Catch phrases | Theatre of the Absurd, aus: Three Gadgets
Giovanni Pierluigi da Palestrina (1515–1594): Ricercar del primo tuono | Ricercar del quarto tuono
Diomedes Cato (ca.1560–1618): Fantasia chromatica

Blockflöte vom Feinsten! Klangschönheit, expressives Zusammenspiel bei höchster Präzision und eine innere Kraft, die aus dem Einssein der Virtuosinnen mit der Alten Musik wie mit der Musik unsrer Gegenwart strömt: Das Boreas Quartett Bremen ist eins der besten seiner Art und mehrfach preisgekrönt. 40 Blockflöten unterschiedlicher Größe und Bauart haben die Vier, die in Europa, Taiwan und den USA konzertieren, im Einsatz.

Die Kunst der Fuge wird durch das Zugleich von Eigenständigkeit und Gemeinsinn bestimmt. Vier Stimmen klingen zusammen als vier verschiedene Melodien. Voneinander unabhängig, sind sie immer aufeinander bezogen. Sie laufen parallel, aber keine führt. Keine ordnet sich die anderen unter, keine hat bloß begleitende, „akkordauffüllende“ Funktion. Eine jede behauptet sich. Zusammen aber machen sie nicht sinnlos Lärm, sondern sind in Harmonie. Das ist Polyphonie, die fasziniert, Mehrstimmigkeit im strengen Sinn, Kontrapunkt: „punctus contra punctum“, Note gegen Note gesetzt.

Die Fuge krönt das polyphone Komponieren des 13. bis 18. Jahrhunderts und erfuhr im 20. eine Renaissance. Die Form, für die Johann Sebastian Bach wie kein anderer steht, lebt von der kunstvollen Verflechtung gleichberechtigter Stimmen, die wie auf der Flucht (lat. „fuga“) voreinander angeordnet sind: Ein musikalisches Thema wird zeitlich versetzt und auf unterschiedlichen Tonhöhen wiederholt, es durchläuft imitatorisch alle Stimmen und kann dabei identisch, wie beim Kanon, oder aber frei, leicht verändert, imitiert werden.

Virtuos balanciert das BQB auf dem schmalen Grat von Autonomie und Gemeinschaft. Jede Spielerin verfolgt ihre eigene Linie – und bringt sich zugleich organisch in den Gesamtklang ein.

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© Thomas Kruse
Konzert

Harts un Neschome

Mit Herz und Seele

Anja Bachmann, Klarinette
Kerstin Guzy, Violine
Hans-Richard Ludewig, Akkordeon
Tino Scholz, Kontrabass
Michael Winkler, Schlagwerk


Odessa Bulgar | Mitzva tants | Freylechs von Bukovina | Ich hob Dich tsu fil lieb | Sammys Freylachs | Shir Hama lot | Khosn kale mazl tov | Shpil she mir a Lidele/Hevenu Shalom Alechem | Hora | Badeken die Kallah | Hopke | Vu ahin zol ich gehen | Hasid tants | Und as der Rebbe | Yankele/Freyleks tants u.a.

Herz und Seele, das heißt auf Jiddisch „Harts un Neschome“. Und der Name der Band ist Programm, gibt sie auf der Bühne doch alles. Allen voran die Front-Frau Anja Bachmann. Als sie mit ihrem Sinfonieorchester das Musical „Anatevka“ aufführte und zum rauschenden Hochzeitstanz, wie berauscht, das Klarinettensolo spielte, entdeckte sie das zweite Herz, das in ihrer Brust schlägt – für den Klezmer.

L’chaim! Auf das Leben! Das hat der Klezmer immer ganz. In Übermut und Freude glimmt ein Schmerz, durch das Dunkel schimmert Licht. Dies Leben, traditionellen Klezmer, bringt Harts un Neschome kraftvoll auf die Bühne, Instrumentalstücke und Lieder, gut recherchiert und individuell arrangiert, mit Fantasie improvisiert. Dazwischen gibt’s Geschichten mit jiddischem Witz und tiefgründigem Humor. Der zieht sein Lachen, sein Schmunzeln, seine Intelligenz und Gewieftheit wohl aus der Melancholie des Exils, einer Trauer und Sehnsucht, die die jüdische Geschichte im Ringen der Menschen um Rettung treibt.

Klezmer, die jiddische, zumeist mündlich überlieferte Hochzeits- und Festmusik, entstand im ostjüdischen Schtetel, in Bessarabien, heute Republik Moldau und nördliche Ukraine. Dort lebte sie 500 Jahre, bis zum Holocaust, in dem die Nazis auch die Klezmorim ermordeten und so die Tradition in Europa auslöschten. Der Klezmer überlebte in den USA, wohin Jüdinnen und Juden zu Hunderttausenden schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor den Pogromen in Ost- und Mitteleuropa geflohen waren. Mit ihrer Assimilation verlor er dort seine Popularität – bis zum Revival im Zuge der Folkmusic der 1960er Jahre. Heute hat der Klezmer die Konzertsäle der Welt erobert, er, der das Herz im selben Moment zerreißt und heilt.

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© Elisabeth Freundlich
Konzert

ars supernova

Medieval Jazz – Mittelalter-Jazz

Gesine Bänfer, Schalmei, Pommer, Dudelsack, Saxophon, künstlerische Leitung
Silke Gwendolyn Schulze, Schalmei, Pommer
Phillip Boyle, Zugtrompete, Renaissanceposaune
Miguel Tantos, Renaissanceposaune, Posaune
Mike Schweizer, Saxophon
Stevie Harrison, Horn
Lu Hübsch, Tuba
Araceli Fernandez, Gesang, Rahmentrommeln
Thomas Bergman, Gitarre
Michael Metzler, Anja Herrmann, Perkussion


Johannes Ciconia (ca. 1370–1412): Merçe o morte 

Ian Harrison (*1962): Aires de Bollschweil | Saltarello | Muiñeiras
Henry Purcell (1659–1695): If music be the food of love 

Guillaume de Machaut (ca. 1300–1377): Douce dame jolie 
Anonymus (17. Jh.): La folia
Anonymus (Italien, ca. 1400): Lamento di tristano | La rotta
Guillaume Du Fay (ca. 1400–1474): Ce jour de l’an
Mönch von Salzburg (um 1400): Das Nachthorn

Mit der gotischen Ars Nova in eine „ars supernova“ von heute! Aus der Musik des 13. und 14. Jahrhunderts macht ars supernova – Jazz. Das jammt, als hätte der auf die Schalmei gewartet und das Mittelalter das Saxophon schmerzhaft vermisst. Im Bild gesprochen, mit dem das Ensemble in seinem Namen spielt: Im Jazz von ars supernova leuchtet die Neue Musik des Mittelalters auf wie das Licht einer Supernova, der Explosion eines Sterns Millionen von Lichtjahren von uns entfernt, auf der Erde. Dass er einmal existierte, nehmen wir wahr, weil er tot ist und im Untergang millionenfach heller leuchtete als zuvor. Anders gesagt: Wie eine Supernova außer Licht auch „Baumaterial“ ins All schleudert, aus dem wieder neue Sterne und Planeten, vielleicht einmal neues Leben und andere Menschen entstehn, versprüht die Ars Nova „Sternenstaub“, aus dem ars supernova „Superneues“ macht.

ars supernova, das sind das international renommierte Alte Musik-Ensemble Les Haulz et les bas und Jazzmusiker aus Freiburg. Die Band, die sich 2016 formierte, hat seitdem zahlreiche Konzerte im In- und Ausland gespielt und wurde für ihre originellen Arrangements von Deutschlandradio Kultur ausgezeichnet. Ars supernova kommt aus dem vergessenen Klang der mittelalterlichen Alta Capella, die aus Schalmei, Pommer, Zugtrompete und der in der Renaissance neu erfundenen Posaune bestand. Les haulz et les bas hat den Nachlass der mittelalterlichen Bläser durchleuchtet, historisches Notenmaterial aufgearbeitet, den verlorenen Klang, ihre kunstvolle Mehrstimmigkeit, rekonstruiert und die Alta Capella um eine Jazzbesetzung erweitert. Altes Material wird neu arrangiert, neue Stücke sind für vergessenes Instrumentarium komponiert, außerdem wird mit Lust und Laune improvisiert.

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© Unavantaluna
Konzert

Unavantaluna

Siculo – Sizilianisch

Pietro Cernuto, Friscaletto/Hirtenflöte, Zampogna/Dudelsack, Vocals
Carmelo Cacciola, Kretische Laute, Oud, Vocals
Luca Centamore, Gitarre
Francesco Salvadore, Perkussion, Vocals, Marranzanu/Maultrommel


Sizilianische Traditionals, neu interpretiert, und Eigenkompositionen, traditionell instrumentiert

Originell, kunstvoll, zum Zuhörn, aber eingängig, sing- und tanzbar: Mit Unavantaluna, der Cumpagnia di Musica Siciliana, wird sizilianische Volks- zu packender Weltmusik von heute. Wer auf Sizilien war, wird Friscaletto und Zampogna, der Hirtenflöte aus Rohr und dem Dudelsack, nicht nur einmal begegnet sein. Wie keine anderen stehen diese Instrumente für den Sound der Insel und ihre Folklore. Doch Unavantaluna reproduziert die reiche Volksmusik Siziliens nicht einfach, sondern macht sie fruchtbar in eigenen Stücken und treibt sie weiter, in die Zukunft. So wird aus Folklore Pop, Volksmusik von heute, anspruchsvoll und innovativ, getreu dem Motto: „Diese Tradition gehört zu uns, aber wir gehören ihr nicht.“

In Rom lernten sich die vier „Exil“-Sizilianer kennen und entdeckten, dass sie nicht nur die Leidenschaft für die Musik ihrer Heimat teilten, sondern auch das Bedürfnis, sich in ihr, ihrer ursprünglichen Sprache, auszudrücken. Sizilien war für sie unterdessen ein mythischer Erinnerungsort geworden. Ihn, dieses innere Bild, beschwört Unavantaluna mit seiner ureigenen Musik herbei und verwandelt es, indem das Quartett die sizilianische Tradition mit zeitgenössischen Musiktrends und Einflüssen aus dem nahen und fernen Osten verschmilzt: „Unavantaluna ist der Beginn eines Spiels, in dem Sehnsüchte und Hoffnungen wachsen. (…) Wir spielen und wissen, dass wir jenseits der Vernunft spielen in diesem Spiel, das nur in sich selbst einen Sinn hat.“

Unavantaluna wurde 2004 von Carmelo Cacciola, Luca Centamore, Pietro Cernuto – der seine Friscoletti selber baut – und Francesco Salvadore gegründet, die auch heute noch die Hauptbesetzung der Gruppe bilden. Unavantaluna trat auf vielen Bühnen in Italien und Europa, Tunesien, Taiwan und Australien auf und wurde mit Worldmusic-Preisen ausgezeichnet.

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© Emad Dahood | Aurélien Lam Tranchet
Konzert

Pavel Efremov – Luis Gonzáles Garrido

Die neue Welt

Pavel Efremov, Akkordeon
Luis González Garrido, Saxophon


George Gershwin (1898–1937): Three Preludes | Aus: Song Book: Do–Do–Do | I Got Rhythm
Amy Beach (1867–1944): Mazurka, op. 40, Nr. 3
Guillermo Thomas (1868–1933): Maldá
Tomasz Sweresz (1984): Coffin Ship (2018)
Astor Piazzolla (1921–1992): Aus: Tango-Étude Nr. 3, Nr. 4, Nr. 6 | Grande Tango
Philip Glass (1937): Mad Rush (1989), bearb. für Akkordeon solo
Alex Nante (*1992): Incontri, für Saxophon solo. Uraufführung
Alberto Ginastera (1916–1983): Milonga
Igor Stravinsky (1882–1971): Tango (1940)
Alfred Schnittke (1934–1998): Tango
Chick Corea (1941–2021): Spain

Eine reiche Palette an Stilen und Emotionen. Populäres und Entdeckenswertes. Zwei Rising Stars spielen „ihre“ Musik aus der Neuen Welt – hochenergetisch, sensibel und zart, expressiv. Pavel Efremov aus Chișinău und der Spanier Luis González Garrido präsentieren ihre Lieblingsstücke von Komponist:innen aus den USA und Argentinien, dazu Werke von Osteuropäern, die von der Musik der beiden Amerikas inspiriert sind: neue Welten auch in der Musik. Musiken für die Welt.

So voller Gräuel und Grauen Amerikas Kolonisierungs- und Einwanderungsgeschichte ist – die kulturelle Vielfalt, die im Völkermix aufbrach und noch immer entsteht, fasziniert. Ist nicht sie der wahre Reichtum der „Neuen Welt“? Der Name war ein Versprechen: von Abenteuer und Gold, Lüsten und Ruhm, von einem Leben ohne Hunger und Armut, von Freiheit und sozialem Aufstieg. Den Norden der Neuen Welt dominierten die Engländer, im Süden entstanden die iberischen Kolonien, und der Kontinent teilte sich kulturell in zwei. In Lateinamerika mischten sich die Volksmusiken der Einwanderer aus Südeuropa untereinander, mit der Musik der Indigenen und der afrikanischen Sklaven: die Latin-Stile entstanden und südamerikanisch gefärbte Barockmusik. In den USA kamen die europäischen Musiken mit denen der People of Color zu Jazz, Soul und Rock’n’Roll zusammen. Musikstile wurden geboren, die in Europa nie hätten entstehen können, aber die es auch ohne die Klassik und Folklore der Alten Welt nicht gäbe: neue Welten.

So spielen Pavel Efremov und Luis González Garrido US-Amerikanisches: Gershwins originelle Mischung aus Klassik, Blues und Jazz, den Jazz-Standard „Spain“ von Chick Corea, der das Adagio aus Rodrigos „Concierto de Aranjuez“ zitiert und jazzig-fetzig ausspielt. Hypnotisch-meditativ die minimalen Veränderungen von Melodie und Harmonie in Philipp Glass’ „verrücktem Treiben“, bezaubernd die Mazurka, eine aus Polen stammende Walzerform, von Amy Beach. Die Überfahrt: das „Coffin Ship“ (Sargschiff) des Polen Sweresz erinnert an die Schiffe der europäischen Auswanderer in die Neue Welt. Aus Argentinien: Milonga und Tango, klassisch verarbeitet von Ginastera aus Buenos Aires und den in den Westen emigrierten Russen Schnittke und Stravinsky. Und Tango Nuevo von Piazzolla, dem Sohn italienischer Argentinien-Immigranten, die nach New York emigrierten und zwölf Jahre später nach Buenos Aires zurückkehrten. Piazzolla revolutionierte in Paris den traditionellen Tango zum Tango Nuevo, indem er ihn mit Klassik und Jazz fusionierte. Neuestes dazwischen von Alex Nante aus Argentinien, dem dort, in Paris und London ausgebildeten Weltbürger. „Incontri“ sind Begegnungen, organisch, abstrakt, spirituell – eine neue Welt, in Uraufführung.

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© Philippe Stier
Konzert

Monet Quintett

Keine Bagatellen

Daniela Koch, Querflöte
Johanna Stier, Oboe
Nemorino Scheliga, Klarinette
Theo Plath, Fagott
Marc Gruber, Horn


György Ligeti (1923–2006): Sechs Bagatellen
Maurice Ravel (1875–1937): Le tombeau de Couperin
Roger Hanschel (1964): Sur le motif
Valerie Coleman (1970): Tzigane
Paul Taffanel (1844–1908): Bläserquintett in g-Moll

Solist:innen, die europaweit zu den Besten ihres Fachs gehören, Solostellen in bedeutenden Orchestern haben, Preisträger:innen großer Wettbewerbe sind: in ihrem Quintett zaubern Daniela Koch (Querflöte), Johanna Stier (Oboe), Nemorino Scheliga (Klarinette), Theo Plath (Fagott) und Marc Gruber (Horn) so lebendige Farben hervor wie der Impressionist Claude Monet auf seinen Bildern.

Dramatisch und hochenergetisch, rhythmisch komplex, kontrapunktisch dicht spielen Ligetis „Bagatellen“ die Kontraste des Lebens aus. Ein Tombeau (frz. Grabmal), eine nicht unbedingt traurige Gedenkmusik, erinnert an das Leben ihres Widmungsträgers. Ravel hat mit seiner impressionistischen Suite seinem Kollegen François Couperin sowie dem Barock insgesamt ein Denkmal gesetzt, zudem jeden Satz einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Freund gewidmet. Patriotisch begeistert, warnte der Franzose indes vor Chauvinismus in der Musik. Damit würde die „derzeit so reiche (französische) Tonkunst unweigerlich degenerieren und sich in schablonenhaften Formeln einschließen“.

In keine Schablone passt Roger Hanschels „Sur le motif“, das neuste der drei originalen Holzbläserquintette des Abends, für das Monet Quintett komponiert. Der famose Jazz-Saxophonist und -Komponist – „der Traum eines virtuosen Stilisten, einer, der sein Ding macht, dieses Ding stetig fortentwickelt“ (Jury WDR Jazzpreis 2018) – verwandelt sich Klassisches, Osteuropäisches und Indisches, Minimal Music, Neue Musik oder Blues vollkommen an und entwickelt daraus seinen ureigenen Stil.

Weltoffen und eine Virtuosin ersten Ranges auch die US-amerikanische Flötistin Valerie Coleman. Ihr „Tzigane“ ist von Roma- und orientalischen Stilen inspiriert und feiert, tonal und unterhaltsam, in faszinierenden Soli über einem durchgängigen rhythmischen Drive die Virtuosität jedes einzelnen Ensemblemitglieds.

Wie „Tzigane“ lebt Taffanels Bläserquintett von Kontrasten und stellt höchste Anforderungen an die Musiker:innen – immerhin war der Komponist wohl der beste Flötist des 19. Jahrhunderts. Romantisch-weicher Bläserklang, französische Grazie, zum Schluss ein Vivace im 6/8-Takt, federnd und wie von der Tarantel gestochen.

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© Privat | Johannes Ritter
Konzert

Michael Schmidt-Casdorff – Christian Rieger

Concert Royal

Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte
Christian Rieger, Cembalo


Jacques Hotteterre (1673–1763): Suite G-Dur, op. 2,3
Michel de La Barre (1675–1745): Suite e-Moll, Nr. 3
Antoine Dornel (1691–1761): Suite G-Dur, op. 2,1
Michel Blavet (1700–1768): Sonata d-Moll, op. 2,2 „La Vibray“
François Couperin (1668–1733): Concert Royal Nr. 2 D-Dur

„Concert Royal“– Sonne und Reichtum, Emotion, Glanz im warmen Ton der Querflöte aus Holz. Das Cembalo scheint silbrig im Basso continuo. Es ist das „Goldene Zeitalter“ Frankreichs, Ludwig XIV. ist „Sonnenkönig“ in Versailles. Der absolutistische Herrscher fördert die Künste wie keiner sonst – und verpflichtet sie auf sich. Sein Urenkel und Nachfolger, Ludwig XV., tut es ihm ab 1715 nach. Die Traversflöte wird Solo- und Modeinstrument und Jacques Hotteterre, Flötist im Kammerorchester des Königs, widmet 1708 sein „Erstes Buch mit Stücken für die Traversflöte“ ehrerbietig seinem Dienstherrn: „Welch beglückenderen Erfolg könnte ich mir für meine Stücke wünschen, als dass sie einige jener Momente zu füllen vermöchten, in denen der größte König der Welt seinen glorreichen Beschäftigungen zu entfliehen wünscht.“ Musik als Urlaub vom Alltag? Schönheit pur: betörende Suiten aus dem Goldenen Zeitalter, komponiert von Flötisten, die Mitglied der königlichen Kapelle und die Besten ihrer Zeit waren, und von den Tastenvirtuosen Dornel und Couperin.

Ihr Concert Royal beginnen Michael Schmidt-Casdorff, einer der namhaftesten Flötist:innen der Alten Musik in Europa, und Christian Rieger, als Solist und Kammermusiker international gefragt, heiter und springend mit Hotteterres Tongemälde der großen Kaskade, die der Bruder Ludwigs XIV. als ein „Theater sprudelnden Kristalls“ im Park von Saint Cloud hat anlegen lassen. Gewiss hätte Schmidt-Casdorffs Spiel wie das Michel de La Barres auf Antoine Houdar de La Motte gewirkt: „So bezaubernd deine Flöte, / La Barre, sie ruft Zärtlichkeit hervor, / Alles entflammt sich an deinen gewinnenden Klängen; / Die Liebe selbst wird zarter, / Träumt nur noch davon, Dir zu lauschen / und lässt dich die Herzen verwunden.“

Gleiches galt mehr wohl noch für das Spiel Blavets, der die Traversflöte wie kein zweiter beherrschte und in affekt- und kontrastreichen Suiten sein Können zeigte. Ein Großer auch Couperin, genannt „Le Grand“. Den Organisten der Sainte Chapelle und Musiklehrer am Hofe bestellte der König in seinem letzten Lebensjahr fast jeden Sonntag zu einem Privatkonzert ein. Half ihm, der von Krankheit, dem Tod seines Sohnes und weiterer Thronfolger gezeichnet war, das 2. Concert Royal durch die Düsternis des Sterbens, das auch einen Sonnenkönig besiegt? Die „Echos“ am Ende des Konzerts sind zart zu spielen.

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© Janko Duinker | Privat
Konzert

Berlage Saxophone Quartet

Feier – Fire

Lars Niederstrasser, Sopran-, Basssaxophon
Peter Vigh, Altsaxophon
Juani Palop, Tenor
Eva van Grinsven, Alt-, Baritonsaxphon
Karin Strobos, Mezzosopran
Martijn Cornet, Bariton


George Gershwin (1898–1937): The man I love
Cole Porter (1891–1964): Night and Day
Werner Richard Heymann (1896–1961): Irgendwo auf der Welt
Robert Stolz (1880–1975): Salomé
Erwin Schulhoff (1894–1942): Alla Serenata (5 Stücke für Streichquartett) | Tango | Melancolia (Bassnachtigall) |
Victor Young (1900–1956): Ob du glücklich bist
Friedrich Hollaender (1896–1976): Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Mischa Spoliansky (1898–1985): Heute Nacht oder nie
Theo Mackeben (1897–1953): Bei Dir war es immer so schön
Kurt Weill (1900–1950): Sostenuto – Allegro molto (Zweite Sinfonie)
Harold Arlen (1905–1986): Stormy Weather
Ray Henderson (1896–1970): You’re the Cream in my Coffee
James P. Johnson (1894–1955): The Charleston
Cole Porter: Anything goes

Alles ist möglich. Anything goes! Das preisgekrönte Berlage Saxophone Quartet aus Amsterdam, die Mezzosopranistin Karin Strobos und der Bariton Martijn Cornet blicken in die Welt heute und in ihrer Revue 100 Jahre zurück. Mit Hits jener Jahre, unterbrochen durch Stücke von Schulhoff: die Roaring Twenties – die wilden, die Goldenen Zwanziger.

Damals ist Feier „fire“, ein Spiel mit dem Feuer. Ein Wirtschaftsaufschwung auf Pump, die Kunst blühte, Glitzer und Glamour in Berlin, in Hollywood und am Broadway. Eine Zwischenzeit: der Absturz kam 1929, Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise. Die Große Depression in den USA, in Deutschland erobern die Rechten die Straßen und Herzen. Der Nationalsozialismus gewinnt Macht. Nicht mehr lange ruhen die Waffen. In den Clubs und Varietés stiegen die Partys, die Kulturindustrie boomte. Man sah weg und tanzte – auf dem Vulkan.

Der Jazz kommt auf, der klassische Komponist Erwin Schulhoff – seine Musik galt später als entartet, er, jüdischer Herkunft, kam im KZ Weilheim zu Tode – adaptiert ihn in den Zwanzigern, später küsste ihn die leichte Muse nicht mehr. Big Bands entstehen, das Saxophon tritt seinen Siegeszug an. Evergreens werden geschrieben (die deutschen Komponisten jüdischer Abstammung emigrierten nach Hollywood).

In „Feier/fire“ ziehen George Gershwin, Cole Porter, Kurt Weill und andere in den Arrangements von Wijnand van Klaveren vorbei. Er setzt das Saxophonquartett als Big Band, Orchester und Barpiano ein. Pim Veulings inszeniert das Ganze in einer unbestimmten Zeit. Ein Fest mit dunklem Unterton, so aktuell wie vor 100 Jahren.

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© Simon Degenkolbe | Bundeswehr
Konzert

Luftwaffenmusikkorps Münster – Degenkolbe – Kalweit u.a.

Sommer Open Air

Simon Degenkolbe, Klarinette
Hauptfeldwebel Lulzim Bucaliu, Bassetthorn
Felice Bröker, Sopran
Gina Paulini, Sopran
Marcel Entrup, Tenor
Luftwaffenmusikkoprs
Major Alexander Kalweit, Leitung


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847): Konzertstück Nr. 2, op. 114
Artie Shaw (1910–2004): Clarinet Concerto
Oscar Navarro (1981): Downey Ouvertüre
Sylvester Levay (1945): „Ich gehör nur mir“, aus dem Musical „Elisabeth“
Andrew Lloyd Webber (1948): Ausschnitte aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ Claude-Michel Schönberg (1944): „I dreamed a dream“, aus dem Musical „Les Misérables“
Phil Collins (1951): „You’ll be in my heart“, aus dem Musical „Tarzan“
Galt McDermot (1928–2018): Ausschnitte aus dem Musical „Hair“
Arturo Márquez (1950): Danzón Nr. 2

Ein Sommer-open-Air: Sinfonischer Big Band-Sound – und das Leben ist Musik! Pop aus Musical und Klassik: energiegeladen, cool und fröhlich, tänzerisch, virtuos bis zum Geht-nicht-Mehr, romantisch und erzählend.

Songs aus weltbekannten Musicals und Orchesterhits mit Latin-Rhythmen hat das Luftwaffenmusikkorps Münster auf dem Programm. Dazu Mendelssohn Bartholdys hinreißend-effektvolles Konzertstück mit gleich zwei Solisten an der Rampe. Simon Degenkolbe, der preisgekrönte Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster, und Lulzim Bucaliu, Mitglied des Musikkorps, am Bassetthorn setzen ein strahlendes Duett in Szene, das von ihnen technische Topleistung und Herzblut verlangt. Hörvergnügen pur bietet auch Artie Shaws Concerto. Der berühmte Jazz-Klarinettist hat es sich auf den Leib geschrieben: Das swingt und geht ab, Simon Degenkolbe kann mächtig glänzen.

Das Luftwaffenmusikkorps Münster ist vielseitig und flexibel. Als Großes Blasorchester sorgt es mit 50 professionellen Musiker:innen bei den Veranstaltungen der Bundeswehr in Deutschland und im Ausland für „den guten Ton“. Darüber hinaus gibt das Ensemble zahlreiche Konzerte außerhalb der Truppe mit Blasmusik von sinfonischer Klassik über Pop und Swing bis hin zu traditioneller Marschmusik. Seit 2022 leitet Major Alexander Kalweit das Luftwaffenmusikkorps Münster. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Musikoffizier absolvierte er das Kapellmeisterstudium an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf, wirkte bei verschiedenen Konzerthausproduktionen mit und arbeitete mit Orchestern aus NRW. Lulzim Buzaliu studierte bei Werner Raabe in Münster. Bei diesem hatte auch Simon Degenkolbe, Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster, Unterricht, bevor er bei Norbert Kaiser in Stuttgart studierte, den GWK-Förderpreis bekam und Mitglied der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker war.

Veranstalter: Forum Oelde

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© Johannes Jost | Privat
Konzert

Quantum Clarinet Trio

Beyond Brahms

Elena Veronesi, Klarinette
Johannes Przygodda, Violoncello
Bokyung Kim, Klavier


Carl Frühling (1868–1937): Klarinettentrio a-Moll, op. 40
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Drei Stücke für Klarinette, Violoncello und Klavier
Robert Kahn (1865–1951): Serenade f-Moll, op. 73
Max Bruch (1838–1920): Sätze 1-3, aus: 8 Stücke, op. 83
Johannes Brahms (1833–1897): Klarinettentrio a-Moll, op. 114

„Beyond Brahms“: das ist nach Brahms und mit ihm. Und wundervolle Kammermusik mit dem preisgekrönten Quantum Klarinettentrio und Komponisten, die noch unbekannt, aber höchst entdeckenswert sind.

„In nur 50 Jahren wird sein Glanz als der des überragendsten Komponisten aller Zeiten hell erstrahlen, während man sich meiner hauptsächlich nur wegen meines g-Moll-Violinkonzertes erinnern wird“. Damit sollte Max Bruch recht behalten. Doch weder seine noch die Arbeit von Carl Frühling und Robert Kahn geht in Epigonentum auf. Sie können neben Brahms bestehen, zumal Frühling und Kahn, die jüdischer Herkunft waren, von den Nazis vergessen gemacht wurden.

„Ich liebte die unprätentiöse Wärme, den Humor, den sanften Charme seines Stils“, schwärmt der große Cellist Steven Isserlis, als er Frühlings Klarinettentrio, das erst 2009 wieder publiziert wurde, erstmals las. Graziös der moderne Wiener Walzer und eine Art Ländler im ersten Satz, nach einem nachdenklich-expressiven Andante ein temperamentvolles, verspieltes Finale: gute-Laune-Musik mit Augenzwinkern, alles andre als trivial.

Heiter entspannt, ausdrucksvoll sanglich mit virtuosen Partien die Serenade Robert Kahns, Professor am Königlichen Konservatorium in Berlin und Klavierbegleiter von Joseph Joachim, dem Stargeiger und Brahms-Freund, sowie von Richard Mühlfeld, dem Klarinettenvirtuosen. Von Mühlfeld begeistert, schrieb Brahms 1891 sein Klarinettentrio für ihn. Max Bruch komponierte seine Acht Stücke für seinen Sohn Max Felix, der 1910 am Anfang einer Klarinettistenkarriere stand: Man hört Brahms und Schumann durch – und verzeiht es wegen der schönen Melodien und Harmonien, der Eleganz der Form und der Leidenschaft im Ausdruck.

Knapp 20 Jahre zuvor hatte Brahms mit dem Opus 114 seinen Lebensherbst komponiert. Musik geworden, verstehen seine Melancholie selbst junge Musiker:innen: diese Mischung aus sanfter Resignation und Erinnerungen an Aufschwünge und Glücke. Wissend und nobel kommt die Leidenschaft des Alters über, man spürt die Kraft, die die Seele hat, wenn das Leben sich als erfüllt zeigt und das Sehnen dennoch nicht aufhört.

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© Privat
Konzert

Armin Kyumei Lohbeck

Eine Reise ins alte Japan

Armin Kyumei Lohbeck, Shakuhachi

Yobitake Uketake: Rufender Bambus – antwortender Bambus
Taihei-Raku | Yuugure No Kyoku: Stück zur Abenddämmerung
Azuma No Kyoku: Stück aus Azuma
Shika No Tone: Ruf der Hirsche

Die Shakuhachi ist eins der ältesten Musikinstrumente der Welt und seit 1.200 Jahren unverändert. Hierzulande ist die japanische Flöte noch immer eine Exotin. Sie klingt holzig-hauchig, geräuschhaft nach Weite und Wind, ist aus dem Wurzelende des Madake-Bambus gemacht und hat fünf Grifflöcher.

Inmitten der Ausstellung „Doppelpass“ spielt der Shakuhachi-Meister Armin Kyumei Lohbeck „Kinko-ryu Honkyoku“, meditative Stücke der „Komusō“ genannten japanischen Wandermönche.

Im 16. Jahrhundert gründeten buddhistische Bettelmönche einen Zen-Orden, dessen Wahrzeichen die Shakuhachi wurde. Für diese Komusō war die Flöte ein Werkzeug der Meditation, das Spielen ein Weg zur Erleuchtung. Flöte spielend gingen sie auch durch die Straßen, um für ihr Essen zu betteln. Ihre Musik wird „Honkyoku“, Hauptstücke, genannt, „Kinko-ryu“ heißt deren größte Sammlung und Schule. Honkyoku bestechen durch fehlenden Rhythmus und Freiheit von allem, was man im Westen unter Musik versteht.

Auf der Shakuhachi kann über mehr als zweieinhalb Oktaven jeder Ton und ein reiches Spektrum an Klangfarben erzeugt werden, indem die Spielenden die Grifflöcher ganz oder teils abdecken, die Kopfneigung oder die Lippenspannung verändern, wobei Anblas- und Atemtechnik anspruchsvoll sind. Nahezu alles ist auf der Shakuhachi spielbar: traditionelle japanische Meditations- und Ensemblemusik, Arrangements klassischer Musik, Filmmusik, Jazz.

Armin Lohbeck entdeckte nach seinem Cello-Studium in Deutschland als Mitglied des Japan Philharmonic Symphony Orchestra seine Liebe zur japanischen Musik. In Japan erhielt er ersten Shakuhachi-Unterricht bei Reiko Yokota, in Deutschland bei Shakuhachi-Meister Ikkei Hanada. Ab 2010 studierte er die Shakuhachi in der Kinko-ryu-Tradition bei Gunnar Jinmei Linder in Schweden und Ryumei Matsuyama in Japan. 2016 erhielt er von der Kinko-ryu Chikumeisha-Schule das traditionelle Meisterzertifikat „shihan“ und den Künstlernamen „Kyumei“ 穹盟.

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Ausstellung

Ausstellung: Doppelpass

Eintritt mit Konzertkarte frei

Soya Arakawa | Debora Ando | Satomi Edo | Setuko Fukushima | Akane Kimbara | Nana Hirose & Kazuma Nakatani | Shigeru Takato | Sosuke Ueta | Takako Saito | Tomoko Sato | Tetsuya Takizawa | Yoko Tawada | Katsutoshi Yuasa

Zahlreiche Künstler:innen japanischer Herkunft ist Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren Arbeitsort und zweite Heimat geworden. Dabei pflegen sie selbstverständlich weiterhin Kontakte zu Japan. Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit beiden Kulturen liefern Impulse für ihre künstlerische Arbeit. Der innere und äußere interkulturelle Dialog im Kontext einer globalisierten Welt ist für viele dieser Künstler:innen durchgängig Thema.

Die Künstlerin und Kuratorin Satomi Edo hat Künstler:innen aus NRW, die japanische Wurzeln haben und kulturelle Zwischen- und Doppelidentitäten in ihrer Arbeit reflektieren, zur Ausstellung „Doppelpass“ eingeladen. Präsentiert wird Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Film, Performance, Literatur und Musik.

Veranstalter: Ausstellungshalle Hawerkamp 31 e. V.
Schirmherrschaft: Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

„Doppelpass“ wird gefördert von:
LWL-Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Stiftung Kunst und Kultur Münsterland
Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung
Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung
Stadt Münster
kulturinitiativecoerde
Westdeutscher Künstlerbund e. V.

Eintritt frei mit Konzertkarte

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© Nikola Lund | Privat | Green Room Creatives
Konzert

Fratres Trio

American Tempo

Fedor Rudin, Violine
Guerino Bellarosa, Saxophone
Florian Noack, Klavier


Darius Milhaud (1892–1974): Le Boeuf sur le toit, Fantaisie op. 58
Erwin Schulhoff (1894–1942): Hot-Sonate für Altsaxophon und Klavier
Fats Waller (1904–1943): Bye Bye Baby
Maurice Ravel (1875–1937): Blues, aus: Sonate für Violine und Klavier
Duke Ellington (1899–1974): In a sentimental mood | Jubilee Stomp
Francis Poulenc (1899–1963): Suite aus „L’invitation au Château“
Kurt Weill (1900–1950):
Sieben Stücke nach der Dreigroschenoper
Moritat von Mackie Messer – Ruf aus der Gruft – Ballade vom angenehmen Leben – Pollys Lied – Zuhälterballade – Seeräuberjenny – Kanonensong
George Gershwin (1898–1937):
Porgy and Bess-Suite
Introduction – Summertime – It ain’t necessarily so – Bess, you is my woman now

Melodien, Rhythmus, Tanz, gerade und schräg, sentimental bis ausgelassen, voll harmonischer Spannung und im „American tempo“ mit dem Fratres Trio – Topvirtuosen der internationalen Klassikszene mit Feeling für Blue Notes und Swing.

Das Fratres Trio spürt der Musikrevolution vor 100 Jahren nach. Da kam in den USA der Jazz zur Blüte, eine neue „Unterhaltungsmusik“, die direkt in den Körper ging. Auch in den Metropolen Europas (er)füllte er die Nachtclubs – und die „Ernste Musik“ verwandelte sich durch ihn. Mit Gershwin entstand die spezifisch US-amerikanische Fusion aus Klassik und Jazz, und in Good Old Europe nahmen traditionell ausgebildete Komponisten charakteristische Stilelemente des Jazz in ihre Werke auf. Etwa Milhaud, der „nie verstanden (hat), wie man zwei verschiedene Sorten Musik – klassische oder moderne, ernste oder leichte Musik etc. – abgrenzen und festlegen kann. (…) Es gibt nur eine einzige Musik, und die kann man in einem Refrain im Kaffeehauskonzert oder in einer Operettenarie genauso gut finden wie in einer Sinfonie, einer Oper oder in einem Kammermusikwerk.“ Das Fratres Trio spielt „Klassiker“ aus jener Zeit: klassische Musik, die „Baumaterialien“ (Ravel) des Jazz verwendet, und Jazz-Standards, die für Violine, Saxophon und Klavier kunstvoll arrangiert sind: Infektiös.

Beschwingt eröffnet das Programm mit brasilianischen Rhythmen in Milhauds Fantasie, von der der Pariser Nachtclub „Le Boeuf sur le Toit“ seinen Namen hat. Im „Ochsen auf dem Dach“ trafen sich in den Zwanzigern führende Künstler und Musiker und jammten bis in den Morgen, woraus die Redewendung „faire le boeuf“ entstand. Auch Erwin Schulhoff „machte den Ochsen“ am Klavier und tanzte nächtelang in Clubs, lief heiß, lud sich mit Inspiration auf und nobilitierte in seiner Hot-Sonate das verruchte Modeinstrument Saxophon. Oder Poulenc lässt seine Nächte im Moulin Rouge in seiner „Einladung ins Schloss“ aufleben: eine Suite melodischer Tänze, Melancholie und Erotik, Polka und Tarantella. Am Schluss eine „Porgy and Bess-Suite“ mit Gershwins All-time-Hits, etwa „Summertime“.

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© Marco Borggreve / Lena Bichler
Kurs

Meisterkurs Fagott – Theo Plath

Summerwinds bietet einen Meisterkurs mit Theo Plath an.
Der Meisterkurs richtet sich an Fagott-Studierende und Jugendliche, die ein Fagottstudium anstreben.


Theo Plath, Fagott/Dozent
Kimiko Imani, Klavier/Korrepetitorin


Theo Plath, Solofagottist des hr-Sinfonieorchesters, Preisträger u.a. beim ARD Musikwettbewerb und international als Solist gefragt, erarbeitet mit Ihnen Ihre Wunschstücke: Repertoire von der Klassik bis zu zeitgenössischer Musik, Werke für Fagott und Klavier oder für Fagott solo, Fagott-Konzerte und -Orchesterstellen. Zum Abschluss des Meisterkurses findet ein öffentliches Summerwinds-Konzert der Kursteilnehmer:innen in der Musikhochschule Münster statt. Die Pianistin Kimiko Imani (UdK Berlin, Hochschule für Musik Hanns Eisler) begleitet den Kurs.

Kurszeiten: MO-MI: 10:00 – 13:00 Uhr und 15:00 – 18:00 | DO: 10:00 – 14:30 Uhr
DO 18:30 Uhr: Abschlusskonzert

Kostenbeitrag: 290 € für aktive Teilnahme, 100 € bei passiver Teilnahme

Bewerbungsschluss: Freitag, 28.06.2024
Nach Eingang der Bewerbungen wählt Theo Plath die Kursteilnehmer:innen aus. Die GWK bestätigt Ihnen den Eingang Ihrer Bewerbung und teilt Ihnen bis Mitte Juli mit, ob Sie an dem Kurs teilnehmen können.

Bewerbung: Sie bewerben sich per Mail mit einem formlosen Anschreiben bei der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit. Bitte geben Sie im Betreff „Meisterkurs Summerwinds“ und in der Mail unbedingt Ihre Kontaktdaten an. Ihrem Anschreiben hängen Sie an:

Ihren (musikalischen) Lebenslauf
das Repertoire, an dem Sie im Kurs voraussichtlich arbeiten möchten.
Bei Bestätigung Ihrer Teilnahme durch die GWK teilen Sie der GWK Ihr Kursrepertoire verbindlich mit. Bewerbungsadresse: gwk@lwl.org
Maximal 8 Personen können aktiv an dem Kurs teilnehmen.

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Marco Borggreve / Lena Bichler
Konzert

Meisterkursteilnehmer:innen – Theo Plath – Kimiko Imani

Wie gewünscht – Abschlusskonzert Meisterkurs Fagott

Meisterkursteilnehmer:innen und Kimiko Imani, Klavier
Theo Plath, Fagott


Wunschstücke der Kursteilnehmer:innen. Das Programm wird am Konzertabend bekannt gegeben.

Acht begabte junge Musiker:innen hat Theo Plath für seinen Fagott-Meisterkurs aus einer Vielzahl von Bewerber:innen ausgewählt. In einem intensiven Workshop in der Musikhochschule Münster haben sie mit ihm ihre Wunschstücke von der Klassik bis zu zeitgenössischer Musik erarbeitet, Werke für Fagott und Klavier oder für Fagott solo, Fagott-Konzerte und -Orchesterstellen. Ausschnitte aus ihrem Repertoire präsentieren sie im Abschlusskonzert „Wie gewünscht“.

Theo Plath ist einer der führenden Fagottist:innen seiner Generation. Er ist Solofagottist des hr-Sinfonieorchesters, Preisträger u.a. beim ARD Musikwettbewerb und international als Solist und Kammermusiker gefragt. Die Pianistin Kimiko Imani, die den Kurs begleitet, unterrichtet an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und ist seit 2022 Dozentin an der Universität der Künste Berlin. Als Kammermusikerin und solistisch tritt sie international auf.

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© Bertrand Pichene
Konzert

I Zefirelli

Telemann in der Taverne

Jeroen Finke, Bariton, Perkussion
Luise Catenhusen, Blockflöte
María Carrasco, Barockvioline
Jakob Kuchenbuch, Barockcello
Tilmann Albrecht, Cembalo


Georg Philipp Telemann (1681–1767): Kantate: Sagt ihr allerschönsten Lippen, TVWV 20:66 | Triosonate, TWV 42 a4| Fantasia TWV 40:8 | Fantasia TWV 40:25 | Triosonate TWV 42:d10 | Arie „So quel que si dice“
Carl J. F. Haltmeier (1698–1735), Telemann, Anonym: Fantasia. Largo – Allegro – Bizarria – Polonaise
Silvius Leopold Weiss (1687–1750): Presto
Johann Valentin Goerner (1702–1762), Telemann: Der Wein | Das Dasein | Das Gesundheittrinken
Christoph Graupner (1683–1760) / Georg Philipp Telemann: Aus: Concerto GWV 323 | Concerto TWV51:F1
Reinhard Keiser (1674–1739): Aus der Oper „Der lächerliche Prinz Jodelet“
Anonymi: Liebesklage | Nach Regen folgt Sonnenschein | Der junge Held | Studentenlob | Ach Schiffmann | Igel und Leinweber

Telemann in der Taverne: Barock trifft Folk in den Kneipen von Krakau und Pless. Hier holte sich Georg Philipp, Kapellmeister des Grafen Erdmann II. von Pomritz in Schlesien, den Rausch. Im Wirtshaus brach der junge Komponist aus den Konventionen des Hofes, der adligen Etikette, den festen Standards und Formen aus. Eine Gegenwelt. Das pralle Leben. Doch nicht an Schnaps und Bier, sondern an Live-Musik und Tanz hat er sich besoffen, an der polnischen und hanakischen Volksmusik „in ihrer wahren barbarischen Schönheit“. Die war für Telemann, so heißt es in seinen Memoiren weiter, Inspiration pur, besonders die Improvisationen mit den „genialen Einfällen“ der Bläser und Geiger: „Wenn man notieren wollte, was da alles gespielt wurde, dann hätte man nach einer Woche genug Ideen für den Rest seines Lebens. Wenn man das zum eigenen Vorteil zu nutzen versteht, lässt sich aus dieser Musik so viel Gutes gewinnen.”

Telemann hat aus der Volksmusik „Gedanken für ein ganzes Leben erschnappt“ und als einer der Ersten U-Musik, Folklore, und E-Musik fusioniert. Das, die Verbindung von Noblesse und Eleganz mit Einflüssen „barbarischer Schönheit“, macht den Charme der Stücke, die I Zefirelli aus seinen 3.600 erhaltenen Kompositionen ausgesucht haben, aus.

Das Paradoxe: gespielt mit dem Können und Wissen von heute, mit Leichtigkeit und der fantasievollen Einfühlung in den gemischten Spirit Telemanns, klingen seine Stücke ganz frisch, wie neu – ebenso die ausgewählten Werke der Kollegen Haltmeier, Weiss und Keiser oder seines Schülers Graupner, die volksmusikalische Einflüsse zeigen und von Telemann in seinem Musikmagazin „Der getreue Musikmeister“ veröffentlicht wurden. Diese Stücke kombinieren die Zefirelli, die wie Telemann damals in Hamburg zuhause sind, mit humorigen Volksliedern seiner Zeit: Alte Musik von Heute, mit einem Ensemble, das Preisträger diverser Wettbewerbe und im begehrten europäischen Förderprogramm EEEMERGING+ ist.

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© Wildes Holz © Sueley Kayaalp
Konzert

Wildes Holz

Auf dem Holzweg

Tobias Reisige, Blockflöten
Markus Conrads, Kontrabass, Mandoline
Johannes Behr, Gitarre


AUF DEM HOLZWEG. Highlights aus 25 Jahren Band-Geschichte.

25 Jahre Wildes Holz: „25 Jahre auf dem Holzweg“. Das ist der Titel des Jubiläumsprogramms des Trios, der, na klar, ironisch, pfiffig und lustig ist und das Spielerische, den rotzig-charmanten Humor, das Improvisatorische und Gewagte seiner Musik rüberbringt und mit „Holz“ zuvorderst die Blockflöte, selbstverständlich aber auch Kontrabass und Gitarre meint. Und dass die schräg besetzte Holz-Band mit ihrem einmaligen Crossover-Projekt überall unterwegs, nur eben nicht auf dem Holzweg ist.

Wildes Holz haben 2.000 Konzerte gespielt und 14 CDs veröffentlicht. Die Innovation: die Blockflöte als Pop-Instrument, der druckvolle, jazzig-rockige Sound von Tobias Reisige. Bei der Wahl ihrer Stücke sind die Drei höchst wählerisch – und nehmen sie von überall her, um sie zu adaptieren und sich einzuverleiben. Sie „scheren sich nicht um Genre-Grenzen“, heißt es auf ihrer Website. „Rock, Pop, Jazz, Klassik, Elektronik – je unmöglicher eine Umsetzung auf ihrem Holz-Instrumentarium erscheint, desto lustvoller beweisen sie das Gegenteil!“ In ihrem Jubiläumsprogramm „Auf dem Holzweg“ lassen Wildes Holz die Highlights ihrer Schaffensphasen Revue passieren, von den Anfängen als Straßenmusiker bis zu ihren aktuellen Hits. Dabei erzählen sie auch von ihren Erlebnissen auf und neben der Bühne, von skurrilen Begegnungen, lustigen Anekdoten, bewegenden Momenten.

Veranstalter: Kulturscheune Waltende e.V.

Tickets für „Wildes Holz“ gibt es nur hier:
- Walstedder Reisagentur, Dorfstraße 17, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02387-900245, info@walstedder-reiseagentur.de
- Markt Nr. 1, Markt 1, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02508-999796, verkauf@marktnr1.de
- Hotel Leib & Seele, Sankt-Lambertus-Kirchplatz 16, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02387-9194303, info@hotel-leib-seele.de

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summerwinds münsterland

Veranstalter: GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.

Internationales Holzbläser Festival
21. Juni bis 1. September 2024


Wieder durchweht 2024 das internationale Holzbläserfestival Summerwinds Münsterland den Nordwesten Nordrhein-WWestfalens. Von Juni bis September 2024 präsentieren wir, die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, in Kooperation mit mehr als 50 Partnern in der Region an attraktiven Spielorten hochkarätige Konzerte aus Klassik, Crossover, Weltmusik. In diversen, traditionellen und originellen, Ensemblekonstellationen sind Vielfalt, Farbigkeit und Innovationsreichtum der Holzbläserszene zu erleben.

Ein Festival, das die Holzblasinstrumente in den Fokus nimmt, ist in Europa einzigartig. Und für alle ist etwas Besonderes dabei. Wir bieten Programme mit Musik von der Renaissance bis heute mit international renommierten Solist:innen und Ensembles, mit Big Names, aber auch Rising Stars, die Preisträger großer Wettbewerbe sind, und mit solchen Interpret:innen, die als Geheimtipp gelten. Reine Holzbläser- und gemischte Kammermusik-Ensembles, bunt besetzte Bands sowie Orchester mit Solist eröffnen die reichen Klangwelten der „woodwinds“. In herkömmlichen und experimentellen Besetzungen kommen die klassischen Holzblasinstrumente – Blockflöte und Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott – auf die Bühne. Aber auch die chinesische Sheng und die Bawu, die irische Flöte, die litauische Birbyne und die Ney sind in originellen Line-ups zu erleben.

Klein und fein, immer besonders – auch die Summerwinds-Spielorte sind eine Reise wert: das typisch münsterländische Wasserschloss oder das „Westfälische Versailles“, der umgenutzte Gutshof oder das klassizistische Herrenhaus, barocke und zeitgenössische, atmosphärisch und akustisch besonders schöne Kirchen, Klosteranlagen, die als spirituelles oder kulturelles Zentrum genutzt werden, das moderne Kunst-, Heimat- oder Themenmuseum, das Theater. Wer die Konzerte besucht, lernt auch die Region, ihre Gegenwart und ihre Geschichte, Land und Leute kennen.

Lassen Sie sich in diesem Sommer von unsrer Musik durchwehn! Herzlich lade ich Sie zu sanften Brisen und musikalischen Stürmen im Münsterland ein.

Susanne Schulte
Intendantin, Leiterin der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit

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