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Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.
Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

Kontakt

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg
Neue SchauSpielHaus GmbH
Kirchenallee 39
D-20099 Hamburg

Telefon: +49 (0)40.2 48 71-3
E-Mail: kartenservice@schauspielhaus.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

1 Stream

Ab jetzt

Komödie von Alan Ayckbourn

Am 25.4. und 1.5. ab 18 Uhr als Stream für 24 Stunden online

Der Komponist Jerome arbeitet besessen an einem großen zeitgenössischen Werk zum Thema „Liebe“. Sein Arbeitsprinzip ist das Sampeln und Modulieren von Alltagsgeräuschen und Sprachfetzen. Alle Räume seiner Wohnung sind mit Mikrofonen bestückt, um ununterbrochen alle Geräusche aufzeichnen zu können. Doch Jerome hat ein Problem: Seit seine Frau und Tochter ihn – nicht zuletzt wegen seines künstlerischen Abhörwahns – verlassen haben, ist sein Schaffen in eine ernste Krise geraten. Ihm fehlt jede Inspiration. Zumindest die geliebte Tochter, so Jerome, müsse er ab und an sehen, um wieder kreativ arbeiten zu können. Bisher allerdings hegen sowohl das Jugendamt als auch seine Ex berechtigte Zweifel an der sozialen Kompetenz des Künstlers. Sie weigern sich, Besuche seiner Tochter zu bewilligen. Also mietet Jerome eine Schauspielerin, die seine neue Verlobte und eine perfekte Hausfrau spielen soll…

Zurück in die Zukunft. Alan Ayckbourns 1988, vor der digitalen Revolution, geschriebene Komödie ist Science Fiction von gestern. Gemessen an dem, was uns seither an häuslicher Technik umgibt, ist es teilweise anrührend naiv. Als theatrale Versuchsanordnung zum Thema Mensch und Maschine, erlebtem Gefühl und reproduzierbarer Geste, entfaltet sie allerdings immer noch eine kaum überbietbare Situationskomik. Höhepunkt dabei ist der immer wieder um- und fehlprogrammierte Roboter GOU 300 F. Ursprünglich zum Babysitten gedacht, später aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen, leidet der hochkomplexe Androide an chronischer Unterbeschäftigung, da es eben kein Kind mehr zu betreuen gibt. Die mütterliche Maschine füllt diesen Leerlauf im Beschäftigungsprogramm selbständig und irrwitzig auf, indem er/sie/es in ihren/seinen mechanisierten Sprach- und Handlungsformeln Verhaltensmuster der menschlichen Umgebung kopiert. Während Jerome also all seine Lebens-und Liebesgeräusche aufzeichnet, um daraus das perfekte Kunstwerk zu komponieren, eine Schauspielerin sich bei dem Versuch, seine perfekte Geliebte zu spielen, in ihn verliebt, wird all dies wiederum von einem dysfunktionalen Roboter kopiert und karikiert…

Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Hannah Petersen
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Holger Stellwag
Dramaturgie: Christian Tschirner

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30.04.20, 08:41, jen Toller Online-Spielplan mit technisch aufwendigen Produktionen und Mitschnitten.

Toller Online-Spielplan mit technisch aufwendigen Produktionen und Mitschnitten.

Schauspiel

Die gläserne Stadt

von Felicia Zeller / nach »Der Revisor« von Nikolai Wassiljewitsch Gogol

Uraufführung: 23.2.2024

Russland 1835, in einer Stadt, in der es gut läuft: Wirtschaft und Politik sind produktiv durch Korruption miteinander verflochten, eine Hand wäscht die andere und so kommen die kommunalen Würdenträger*innen in Gogols Komödie glänzend zurecht. Doch plötzlich kündigt sich der unbestechliche staatliche Revisor zur Buchprüfung an und im Eldorado der dubiosen Übereinkünfte bricht blanke Panik aus. Als ein Unbekannter im Hotel absteigt, beginnt ein grotesker Wettbewerb in Bestechung …

Deutschland heute, in einer Stadt, in der es gut läuft: Trotz milliardenschwerer Skandale gelingt es nachhaltig, das Bild einer seriösen Verwaltung aufrechtzuerhalten, man belehrt gern andere über „Good Governance“ und lässt selbst Milliarden im Nebel verschwinden. Was wäre, wenn das Verborgene offengelegt würde?

Der ukrainische Dichter Nikolai Wassiljewitsch Gogol (1809-1852) wurde durch seine Stücke und Novellen mindestens genauso berühmt wie durch seinen Humor, der für Generationen von Autor*innen ein unerreichtes Vorbild blieb. Mit ihrem Erfolgsstück »Der Fiskus« konnte die Theaterautorin Felicia Zeller bereits Erfahrungen darin sammeln, die absurde Welt der Wirtschaftskriminalität zur politischen Komödie zu verarbeiten. Für das Deutsche SchauSpielHaus schreibt sie auf der Grundlage von Gogols »Revisor« ein neues Stück. Auch wenn sich die Parameter, Mentalitäten und Tricks geändert haben, bleibt Gogols absurde Systemanalyse ein explosiver Ausgangspunkt für den Regisseur und bekennenden Gogol-Verehrer Viktor Bodo, der aus dramatischen Situationen emotionale und fantasievolle Funken zu schlagen vermag wie kaum ein anderer.

Regie: Viktor Bodo
Bühne: Zita Schnabel
Kostüme: Ilka Giliga
Musik: Klaus von Heydenaber
Sounddesign: Gábor Keresztes
Video und Spezialeffekte: Bors Ujvári
Licht: Rebekka Dahnke
Dramaturgie: Anna Veress, Ludwig Haugk

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Schauspiel

Orlando

von Virginia Woolf / in der Übersetzung von Melanie Walz

»Orlando» wird in einem Gedankenblitz geboren. Sich befreit fühlend nach mühsamer Arbeit für eine Zeitung, schreibt Virginia Woolf, sei ihr sofort diese aufregende Idee in den Kopf gekommen: Eine Biografie, die um 1500 beginnt und sich bis zum gegenwärtigen Tag fortsetzt, genannt »Orlando«. Das Modell ist Woolfs Geliebte Vita Sackville-West, nur mit einem Wechsel (change) von einem Geschlecht zum anderen.

In kurzer Zeit entsteht ein Jahrhundertwerk mit wunderbar experimentellen Beziehungen, eine Feier der*des Anderen und der Liebe, jenseits der engen Grenzen des Ich und seiner Festlegung auf Identität, Gender. Orlando ist ein fluides Geschöpf in unausgesetzter Metamorphose, dessen Verwandlung mit dem Frau-Werden keineswegs ihr Ende findet. In ihrem neuen Körper durchläuft sie mit dem Wechsel der Zeiten, der Kleider und Moden, der Moral und der Denkweisen der Jahrhunderte weitere Transformationen.

»Orlando. Eine Biografie», wie die Autorin ihr Buch nennt, wird mit ausschweifender Furchtlosigkeit und rückhaltloser Bejahung des Lebens geschrieben, gelebt, gefühlt. Überzeugt von der Kraft der Kunst und dem Wunder des Schreibens gräbt sich Virginia Woolf durch die Erfindung einer am Ende vierhundertjährigen Lebensgeschichte. Dabei ist »Orlando. Eine Biografie« nicht zuletzt eine superintelligente, unaggressive Verspottung gesellschaftlicher Regeln und Gesetze, Konventionen und Automatismen. Auch die Literatur wird in ihrer Sprödigkeit und Moralität zur Zielscheibe von Woolfs lustvoller Kritik. Der Roman setzt den Entschluss in die Tat um, sich alles zu erlauben, und unternimmt den groß angelegten und ungeschützten Versuch, Kunst und Leben zu verbinden. Neben dem Gefühl steht immer der Rausch der Reflexion und des Denkens.

Regie führen wird der vielfach ausgezeichnete Regisseur Jossi Wieler, der erstmals nach 25 Jahren wieder am Deutschen SchauSpielHaus inszeniert. 1994 wurde er für seine im MalerSaal entstandene Inszenierung von Elfriede Jelineks »Wolken.Heim.« zum Regisseur des Jahres gewählt. Seine Schauspielarbeiten wurden zu internationalen Festivals eingeladen, in Tokio inszenierte er mit japanischen Theaterensembles. 2002 erhielt er den »Konrad-Wolf-Preis« der Berliner Akademie der Künste, 2005 den »Preis der deutschen Kritik« sowie 2009 den Nestroy-Preis.

Regie: Jossi Wieler
Bühne: Katrin Brack
Kostüme: Anja Rabes
Licht: Annette ter Meulen
Musik: Friederike Bernhardt
Dramaturgie: Ralf Fiedler

1 Stunde 45 Minuten, Keine Pause

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Schauspiel

ANTHROPOLIS IV: Iokaste

von Roland Schimmelpfennig/ Aischylos/ Euripides

Von den Grenzen der Diplomatie handelt der Konflikt zwischen den Brüdern Eteokles und Polyneikes. Nach der Selbstblendung ihres Vaters Ödipus werden sie mit der Macht beauftragt. Polyneikes beschuldigt seinen Bruder, sich nicht an die Verabredung des jährlichen Regierungswechsels gehalten zu haben und droht, die Stadt Theben mithilfe von Verbündeten in einem Angriffskrieg einzunehmen. Die Mutter Iokaste zwingt die beiden an den Verhandlungstisch: Rede vor Rache. Sie appelliert an die menschliche Autonomie und die Freiheit der Wahl. Was aber, wenn subjektives Gerechtigkeitsempfinden und Recht nicht deckungsgleich sind wie im Falle von Polyneikes, der sich um den Thron geprellt sieht? Diplomatie erfordert die Fähigkeit zum Verzicht. Doch klebt das „Nicht Weichen Wollen“ geradezu symptomatisch an der Familie des Ödipus. Weder er noch sein Vater Laios haben sich den Vortritt gelassen, als sie einander an der Wegkreuzung gegenüberstanden. Eteokles rückt vom Machtanspruch ebenso wenig ab wie Polyneikes. Und die kleine Antigone wird später selbst unter Todesandrohung auf einem ordentlichen Premieren Begräbnis ihres Bruders bestehen.

Inspiriert ist »Iokaste« von der Mythenbearbeitung des Euripides unter dem Titel »Die Phoenissen« und der ungefähr 60 Jahre älteren Tragödie »Sieben gegen Theben« von Aischylos. Der Text »Iokaste« dreht die Schraube weiter ins Hier und Jetzt. Moderne Krisenherde lassen sich nicht durch militärische Interventionen löschen. Seit dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges im Februar 2022 ist dieser Stoff des mörderischen Bruderkonfliktes und des Scheiterns der Diplomatie von erschreckender Aktualität.

Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten

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1 Schauspiel

ANTHROPOLIS II: Laios

von Roland Schimmelpfennig

In Theben hebt nach dem Ende des Pentheus und der Machtübernahme durch Labdakos, einem weiteren Enkel von Kadmos, eine Zeit voller Gewaltexzesse an. Schließlich wird Laios, der Sohn des Labdakos, aus dem Exil zurückgeholt und inthronisiert. Doch kommt er nicht allein, der junge Chrysippos aus Pisa begleitet ihn. Ist er der Grund für die Kinderlosigkeit des neuen Königspaares Laios und Iokaste oder ist es doch der Orakelspruch der Seherin Pythia? Schon taucht die nächste Kreatur vor den Toren der Stadt auf: die Sphinx, ein Tierwesen aus Löwe, Frau und Vogel, das die Stadt singend und rätselhaft in den mörderischen Wahnsinn treibt. In einem hochpoetischen und multiperspektivischen Monolog, der die verschiedenen Charaktere und Mythenvarianten über den Vater des Ödipus zu Wort kommen lässt, geht die Inszenierung der Frage nach, was das Paar Laios und Iokaste trotz des religiösen Verbotes dazu bewogen haben könnte, einen Nachkommen zu zeugen. Wie viel Verantwortung tragen die Eltern am Schicksal ihres Kindes Ödipus, das sie gleich nach der Geburt im Gebirge verschwinden lassen wollten? Wie viel Schuld wird von Generation zu Generation weitervererbt und wie viel Freiheit bleibt dem einzelnen, sich daraus wieder zu befreien?

Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Wicke Naujoks
Licht: Annette ter Meulen
Video: Voxi Bärenklau
Musik: Jörg Gollasch
Dramaturgie: Sybille Meier

Dauer: 1 Stunde, 30 Minuten

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Schauspiel

ANTHROPOLIS I: Prolog / Dionysos

von Euripides / Roland Schimmelpfennig

Prolog:
Die Geschichte der Stadt Theben beginnt mit einem zweifachen Mord. Nachdem Kadmos vergeblich seine von Zeus entführte Schwester Europa auf dem Kontinent gesucht hat, wendet er sich an das Orakel von Delphi. „Vergiss die Schwester“, lautet die Antwort, „treibe eine Kuh vor dir her und dort, wo sie sich niederlässt, gründe eine Stadt.“ Kadmos hetzt die Kuh so lange vor sich her, bis sie tot zusammenbricht in der Nähe einer Quelle, die wiederum von einem Drachen bewacht wird. Den erschlägt Kadmos, bricht ihm die Zähne aus und sät sie in die Erde. Sofort wachsen aus den Zähnen bewaffnete Drachenmänner, Krieger, die sich gegenseitig niedermetzeln – nur fünf überleben das Massaker. Mit ihnen gründet Kadmos die Stadt Kadmeia, später das siebentorige Theben genannt. Von Anfang an ist die Gewalt der Zivilisationsgeschichte eingeschrieben. Schon die ersten zivilisatorischen Maßnahmen zur Gründung dieser Urstadt der westlichen Welt zeigen sich als Tötungsdelikte. Die Vernichtung des Tieres und des Tierwesens ist quasi die Voraussetzung, um überhaupt als Gesellschaft im urbanen Raum existieren zu können. Wie aber lassen sich die Gewaltakte stoppen, die die Grundfeste der Menschenstadt von Generation zu Generation aufs Neue erschüttern?

Dionysos:
Die Geschichte von der Geburt des Dionysos aus dem Schenkel des Zeus klingt mehr als bizarr. Kein Wunder, dass sie niemand glauben will in Theben, nachdem Dionysos’ irdische Mutter Semele, eine Tochter des Kadmos, so schändlich verbrennen musste. Angeblich hat der Erzeuger Zeus den Fötus aus dem Feuer geholt und in seinem Bein ausgetragen. Inzwischen ist Theben zu einer reichen Stadt angewachsen, und Kadmos hat den Thron an seinen Enkel Pentheus abgetreten. Da taucht Dionysos auf und behauptet, ihm stünde religiöser Kultstatus zu. Doch der auf Maß und Regeln getrimmte Pentheus verweigert ihm den Glauben. Dionysos stürzt daraufhin das Ordnungssystem des Patriarchen in eine tiefe politische und moralische Krise. Er schickt die Frauen auf einen Trip und verbreitet unter ihnen Wahnsinn und Raserei. Der Rausch endet grausam und blutig. Dionysos triumphiert über die Ungläubigen der Stadt. Er scheint eine kollektive Lust am gewaltsamen Untergang freigelegt zu haben, die dem Konstrukt „Stadt“ in seinen verdrängten Positionen innewohnt.

Mit den »Bakchen« hat Euripides seine letzte und radikalste Tragödie geschrieben. Die Übertragung und Bearbeitung der »Bakchen« unter dem neuen Titel »Dionysos« verschärft die Konflikte zwischen Untergangsphantasien und Vernunftdenken, Ordnungswahn und Lust am Chaos zu heutigen Fragestellungen einer Stadtgesellschaft. Wieviel Spannungszustände sind wir noch bereit auszuhalten?

Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Wicke Naujoks
Licht: Annette ter Meulen
Musik: Jörg Gollasch
Dramaturgie: Sybille Meier

Dauer: 2 Stunden 50 Minuten

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Schauspiel

ANTHROPOLIS III: Ödipus

von Sophokles/Roland Schimmelpfennig

Das bekannteste Rätsel aller Zeiten wird von Ödipus gelöst. Auf die Frage der Sphinx, welches Wesen nur eine Stimme hat und manchmal zwei Beine, bisweilen drei, manchmal vier und umso schwächer ist, je mehr Beine es hat, antwortet Ödipus: „der Mensch“. Das Zeitalter des Anthropozän hat auf mythischer Ebene angefangen. Die Sphinx ist tot. Doch jetzt, da die Rätsel gelöst sind, beginnen die Probleme. Ödipus, dem gerade prophezeit worden ist, dass er seinen Vater töten und seine Mutter heiraten würde, erhält zum Dank für seinen Triumph die Herrschaft in Theben. Eine beispiellose Entscheidung der Stadt, einem Fremden die Macht zu überlassen. Zunächst scheint seine „vernünftige“ Regentschaft dem Bürgerbegehren recht zu geben. Unter seiner Regierung prosperiert die Stadt. Doch unwissend schlittert er immer tiefer in sein Schicksal hinein. Mit seiner Mutter Iokaste zeugt er vier Kinder: die Söhne Eteokles und Polyneikes und die Töchter Antigone und Ismene. Dann bricht eine Pestepidemie in Theben aus. Das ist die Stunde der Rückkehr der Religion. Apollon, die Priesterin und der Seher Teiresias holen zum Gegen schlag aus. Der Aufklärer Ödipus führt den ersten Indizienprozess der Weltliteratur gegen sich selbst. Doch wehrt er sich in einem letzten Akt der Selbstermächtigung gegen das Vermächtnis einer absoluten Wahrheit. Vergeblich?

Mit »Ödipus« hat Sophokles ein Meisterwerk der Literaturgeschichte geschrieben. Bis heute inspiriert die Tragödie zu zahlreichen Neudeutungen des Macht- und Wahrheitskomplexes, dem eine Gesellschaft unterliegt.

Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Wicke Naujoks
Licht: Holger Stellwag
Musik: Jörg Gollasch
Sprechtraining Chöre: Alexander Weise
Dramaturgie: Sybille Meier

Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten

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Schauspiel

ANTHROPOLIS V: Antigone

von Sophokles/ Roland Schimmelpfennig

Mit Antigone, dieser unbeugsamen Rebellin gegen männliche Ordnungswut, ist das Ende der Herrscherdynastie der Labdakiden erreicht. Hier schließt sich der Kreis, und nicht zufällig stammen die berühmtesten Zeilen über den Anthropos aus dieser Tragödie des Sophokles: „Gewaltig ist vieles, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch.“

Roland Schimmelpfennig überträgt die »Antigone« in eine zeitgemäße poetische Sprache, die den weiblichen Widerstand gegen den mächtigen Staat Theben und seine Politik äußerst gegenwärtig erscheinen lässt.

Antigones Onkel Kreon, der ewige zweite Mann im Staat, ist nach vielen Jahren des Stellvertreterdaseins endlich an die Macht gekommen. Gerade konnte der Angriffskrieg von Theben abgewendet werden, da droht Kreon schon an seiner ersten Amtshandlung zu scheitern: Er muss ein Urteil fällen über die Nichte Antigone, die ihr ethisches Gebot höher wertet als das Gesetz des Staates. Doch Kreon ist der Überzeugung, dass Moral ein schlechter politischer Ratgeber sei. Er verurteilt Antigone zu einer Strafe, die barbarischer nicht sein könnte: Sie soll bei lebendigem Leib eingemauert werden. Die Humanität wird der Gesetzestreue geopfert. Erneut kollabiert das System der Stadt in einem Akt der Gewalt, die sich durch die Oberfläche ihres schönen Scheines Bahn bricht.

Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Wicke Naujoks
Licht: Annette ter Meulen
Musik: Jörg Gollasch
Dramaturgie: Sybille Meier, Christian Tschirner
Mitarbeit Kostüme: Theresa Heiß
Körperarbeit: Valentí Rocamora i Torà

Dauer: 1 Stunde, 25 Minuten

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Schauspiel

Der Morgenstern

Theateradaption des Romans »Morgenstjernen« von Karl Ove Knausgård / in der Bearbeitung von Armin Kerber

Es ist unerträglich heiß in Bergen, und die Nächte sind fast so hell wie der Tag. Plötzlich taucht ein neuer Stern am Himmel auf. Strahlend wie die Sonne, weiß wie der Mond, unterbricht er das Leben der Menschen. Außergewöhnliche Ereignisse beginnen sich zu häufen. In einem OP erwacht ein Toter zum Leben, ein satanistischer Ritual-Mord erschüttert die Stadt, Verstorbene werden gesichtet, der dunkle Wald entwickelt eine seltsame Anziehungskraft und über allem scheint verheißungsvoll der neue helle Morgenstern. Nur was bedeutet er, dieser unbekannte Himmelskörper?

Aus Momenten des alltäglichen Lebens und ihren rätselhaften Unterbrechungen entwickelt Karl Ove Knausgård ein Panorama der westlichen Zivilisation und ihrer Krise. Unsicherheit und Angst greifen um sich. Hat Gott etwas damit zu tun, wenn die Grenze zwischen Leben und Tod zu verschwimmt? Oder ist der Morgenstern doch ein Zeichen für den Aufstieg des Teufels? Der Einbruch des Unerklärlichen macht die dunklen Seiten hinter den gesicherten Existenzen der Einwohner*innen Bergens sichtbar: Sucht, Gewalt, Einsamkeit und Abhängigkeit. Und während sie noch über den Glauben, das Leben und den Tod philosophieren, bahnt sich ein Ende an.

Im einzigartigen Knausgård-Sound, der den norwegischen Schriftsteller und seine autobiografischen Bücher weltberühmt werden ließ, verbindet der diesmal rein fiktionale Roman „Der Morgenstern“ auf brillante Weise Essay und detaillierte Alltagsbeschreibung, Horror und grotesken Humor. Viktor Bodo inszeniert die Bühnenfassung von Armin Kerber als multiperspektivisches Ensemblestück der Gleichzeitigkeit und öffnet die sichergeglaubten Wände der Stadt für das Ungewisse.

Regie: Viktor Bodo
Bühne: Jane Zandonaí
Licht: Rebekka Dahnke
Kostüme: Krisztina Remete
Musik: Klaus von Heydenaber
Video: Bors Ujvari
Dramaturgie: Ludwig Haugk , Anna Veress
Musik: Klaus von Heydenaber

Dauer: 3 Stunden - Eine Pause

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2 Schauspiel

Coolhaze

von Studio Braun

„Du kannst heute nichts mehr erfinden. Du kannst nur weiter entwickeln und neu kombinieren. Deshalb ist Coolhaze das größte Experiment aller Zeiten!“

Heinrich von Kleists Geschichte des Michael Kohlhaas, dem Rosshändler aus Brandenburg, dem widerrechtlich zwei Pferde erst gepfändet und dann zerschunden, dem der Knecht halb und die Frau ganz totgeschlagen werden und der vom ehrbaren Kaufmann zum rachsüchtigen Wutbürger mutiert, ist die perfekte Grundlage für ein größenwahnsinniges Filmprojekt. Dem selbsternannten Regie-Genie Florian von Richthofen schwebt dabei ein Action-Musical mit erotischen Horrorszenen vor, ein politisch brisantes Fantasy-Abenteuer, Blockbuster und Avantgardefilm zugleich – nicht weniger als der ultimative Genre-Mix 2020. Aus Brandenburg wird New York City, aus Pferden Motorräder, aus Kohlhaas: Coolhaze. Als dieser zwei Bikes nach New Jersey überführen will, werden sie vom korrupten Cop Coby Burner konfisziert. Binnen kürzester Zeit führt der Rechtsstreit zu einem gnadenlosen Feldzug auf den Straßen New Yorks.
Am Filmset werden keine Kosten und Mühen gescheut. Eine Jazz-Bigband peitscht im Stil der großen Actionfilm-Soundtracks die Handlung voran. Für die Hauptrolle konnte von Richthofen den beliebten Kinostar Charly Hübner gewinnen. Gedreht wird mit aufwendigster Technik und von Richthofen versucht die Beteiligten zu Höchstleistungen zu treiben. Doch die Atmosphäre am Set ist vergiftet. Die Frage ist nicht, ob es zum Showdown kommt, sondern wann. Und wo. Und zwischen wem. Und wem noch. Und wie oft.

Regie: Studio Braun
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Dorle Bahlburg
Licht: Rebekka Dahnke
Musik: Sebastian Hoffmann, Studio Braun
Musikalische Leitung: Sebastian Hoffmann
Video: Jan Speckenbach
Animation: Luis August Krawen
Dramaturgie: Bastian Lomsché

2 Stunden, Keine Pause

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Schauspiel

Der lange Schlaf

von Finegan Kruckemeyer / Deutsch von Thomas Kruckemeyer

Wir schreiben das Jahr 2030: Umweltkatastrophen, Lebensmittelknappheit, Unruhen, Geisterstädte; kurz: Der Klimakollaps kommt näher. Wozu ist die Menschheit bereit, um sich selbst noch zu retten? Regierungen rund um die Welt entscheiden sich kollektiv für eine vielversprechende Maßnahme: Die Menschheit soll für ein ganzes Jahr in ein künstliches Koma, eine Art Winterschlaf versetzt werden. Die Nachrichten überschlagen sich. Politiker*innen und Wissenschaftler*innen werben mit emotionalen Statements dafür, dem Planeten die überlebensnotwendige Atempause zu verschaffen ...

Der australische Autor Finegan Kruckemeyer zeichnet in »Der lange Schlaf« eine globale Dystopie. Figuren von verschiedenen Kontinenten bestreiten in drei Phasen – vor, während und nach dem Langen Schlaf – ihr Leben in Zeiten der Klimakatastrophe. Wer wird am Ende des Experiments noch am Leben sein? Ist das Leben einer 23-Jährigen mehr wert, als das eines 70-Jährigen? Wie sähe eine Welt aus, in der das Leben der Menschen stillsteht? Ist der Lange Schlaf die Rettung oder nur eine weitere technologische Allmachtsphantasie?

Regie: Philipp Stölzl
Bühne: Philipp Stölzl , Franziska Harm
Musik: Tristan Breitenbach
Kostüme: Kathi Maurer
Licht: Annette ter Meulen
Dramaturgie: Ralf Fiedler, Christian Tschirner

2 Stunden 40 Minuten, Eine Pause

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Schauspiel

Das Schloss

von Franz Kafka

Eigentlich gibt es das Schloss gar nicht. Jedenfalls blickt K., der in dunkler Winternacht im Dorf ankommt, nur in „scheinbare Leere empor“, vom großen Schloss keine Spur. Aber er ist ja auch gar kein Landvermesser, wenngleich er schon am nächsten Tag zwei Gehilfen vorfindet, die behaupten, von alters her in seinen Diensten zu stehen. K.s Wirklichkeit hat der fremden nichts entgegenzusetzen. So bleibt ihm nurmehr übrig, beim Schlossherrn Graf Westwest eine Aufenthaltserlaubnis zu erwirken und Integration zu versuchen. Ein schwieriges Unterfangen. Denn keine Straße führt zum Schloss, „sie führte nur nahe heran, dann aber, wie absichtlich, bog sie ab, und wenn sie sich auch vom Schloss nicht entfernte, so kam sie ihm doch auch nicht näher“.
Die Deutungsmöglichkeiten dieses berühmtesten Romanfragments, das Kafka 1922 schrieb und das 1926 veröffentlicht wurde, scheinen bis heute unerschöpflich. Jede erzählerische Gewissheit wird schon auf der folgenden Seite in groteske Widersprüche verwickelt, absurd-komische Elemente mischen sich unter existenzielle Fragen, bloße Behauptungen können im nächsten Moment zur realen Bedrohung werden.

Regie: Viktor Bodo
Bühne: Zita Schnábel
Musik: Klaus von Heydenaber
Kostüme: Fruzsina Nagy
Licht: Susanne Ressin
Sounddesign: Gábor Keresztes
Dramaturgie: Sybille Meier, Anna Veress

Dauer: 2 Stunden, Keine Pause

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Schauspiel

Café Populaire

Hamburger Fassung
von Nora Abdel-Maksoud

„Warum kann man im Theater so gut Witze über Arme machen? – Weil sie sich die Karten eh nicht leisten können.“ Ein böser Scherz, besonders hinterhältig, wenn man bedenkt, wer da wahrscheinlich lacht. »Café Populaire« bietet unzählige solcher raffinierter Gemeinheiten, ist subversive Satire vom Feinsten, seine junge Autorin eine Entdeckung, die sich um alles schert, vor allem um „Race, Class und Gender“, allerdings jenseits jeglicher Political Correctness. „Das Thema des heutigen Abends ist Klassismus, ja, nicht Klassizismus“. Da ist Svenja, Gutmensch und Bildungsbürgerin schlechthin, die als Künstlerin mit Humor und Humanismus die Welt verbessern will, aber wie viele Kulturschaffende ihren Lebensunterhalt prekär, in diesem Falle als Clown in einem Hospiz verdient. Da ist Püppi, eine altlinke Hospizbewohnerin, die nach dem Tod ihres Mannes einen neuen Betreiber für ihre Arbeiterkneipe sucht. Und Aram mit Migrationshintergrund, der „Dienstleistungsproletarier“, der sich mit allen möglichen Jobs, Uber-Fahrer, Paketbote, Masseur usw., über Wasser hält. Und nicht zuletzt Don, das böse, neoliberale Alter Ego von Svenja, das immer wieder ungewollt aus ihr herausbricht und sich überheblich von den „Prolls“ abzugrenzen sucht. Brillant, wie Nora Abdel-Maksoud in rasanten Dialogen mit Witz und Verve dem Publikum tiefernste Fragen um die Ohren haut: Wie steht es eigentlich wirklich um unsere Weltoffenheit? Welche Rolle spielt Geld, spielt Klasse, spielen soziale Klischees in unserer Gesellschaft?

»Café Populaire« wurde 2018 am Neumarkt Theater in Zürich uraufgeführt.

Für das Hamburger SchauSpielHaus hat die Autorin eine eigene Fassung geschrieben. Nora Abdel-Maksoud hat für ihr Stück »Café Populaire« den mit 5.000 Euro dotierten Hermann-Sudermann-Preis erhalten.

Regie: Sebastian Kreyer
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Maria Roers
Licht: Andreas Juchheim
Musik: Andreas Seeligmann
Video- und Sounddesign: Valerij Lisac
Dramaturgie: Ralf Fiedler

1 Stunde 45 Minuten, Keine Pause

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Schauspiel

Eine Frau flieht vor einer Nachricht

nach dem gleichnamigen Roman von David Grossman
Deutsch von Anne Birkenhauer

Literatur und Realität – Kunst und Krieg, wenn das nicht zynisch klingt – stießen kaum je so hart aufeinander wie in David Grossmans von der Kritik gefeiertem, beeindruckenden Roman. 2006 stirbt während der Arbeit an dem Buch der jüngste Sohn des israelischen Autors bei einem Militäreinsatz in den letzten Stunden des Libanonkriegs.
Das zentrale Motiv des Buchs wiederholt sich real. Ora, die Frau, die vor einer Nachricht flieht, setzt sich in Bewegung und beginnt zu erzählen: von ihrer Liebe zu zwei Männern, die seit früher Jugend in ihrem Leben vorkommen, von Wut und Zärtlichkeit, Verzweiflung und Leidenschaft – und von ihrem Sohn Ofer, der sich freiwillig für einen Militäreinsatz im Westjordanland meldet. Ora setzt sich in Bewegung, weil sie das drohende Ereignis nicht hinnehmen will und kann. Sie versucht, den Sohn durch unaufhörliches Erinnern am Leben zu halten, das Unglück zu bannen, indem sie ihrem Jugendfreund Avram, dem biologischen Vater von Ofer, der im Sechstagekrieg selbst Soldat war, von ihrem Sohn erzählt. Sie macht sich unerreichbar für die Nachricht, die einträfe, wenn das Schreckliche geschähe. Auf Oras langer Wanderung durch Israel und die Landschaft ihrer Erinnerung begegnen wir den Söhnen, den Männern, dem Krieg und allem, was geblieben und übrig geblieben ist von drei Leben. – Der Autor und Friedensaktivist David Grossman spiegelt einen der größten Konflikte der Gegenwart in minimalistischen Erlebnissen des Alltags. In unzähligen Momenten zeigt er das Leben seiner Figuren unauflöslich mit Politik und Krieg verflochten. Paradoxerweise sind es die Kraft und Zartheit, Verletzbarkeit und Offenheit seiner Sprache, seine besondere Art zu erzählen, die erst das Mörderische in seiner umfassenden Gewalt spürbar machen.
Dušan David Pařízek hat bereits Grossmans Roman »Kommt ein Pferd in die Bar« für die Salzburger Festspiele zu einer erfolgreichen und vielerorts gezeigten deutschsprachigen Erstaufführung gebracht. Am Deutschen SchauSpielHaus ist von ihm derzeit seine Bühnenadaption des Romans »Trutz« von Christoph Hein zu sehen.

Ute Hannig wurde für ihre Darstellung der "Ora" mit dem Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares 2020 ausgezeichnet.

Regie und Bühne: Dušan David Pařízek
Kostüme: Kamila Polívková
Licht: Rebekka Dahnke
Dramaturgie: Ralf Fiedler

Dauer: 2 Stunden 10 Minuten, Keine Pause

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Schauspiel

The Mushroom Queen

von Liz Ziemska / Deutsch von Helene Zuber

Pilze verbreiten sich meist unsichtbar als unterirdisches Myzel, in komplexen Netzwerken aus fadenförmigen Strukturen. Sie leben die Ethik des radikalen Zusammenwachsens und bilden damit ein perfektes Vorbild für die Verwobenheit der Arten. Die Autorin Liz Ziemska greift diesen Gedanken auf und entwickelt in ihrer Kurzgeschichte »The Mushroom Queen« eine faszinierende Storyline zwischen Fiktion und Wissenschaft: Unglücklich und gelangweilt von ihrem Dasein trifft eine Frau eines Nachts auf die Mushroom Queen. Diese stiehlt kurzerhand ihr Leben und verstößt die Frau in die unterirdische Welt der Myzelien. Die Mushroom Queen beginnt als ihre Doppelgängerin gemeinsam mit dem Mann und den zwei Hunden den Alltag der Frau täuschend echt zu bestreiten. Angetrieben von dem Wunsch nach echter Liebe widmet sie die volle Aufmerksamkeit ihrem neuen Ehemann, der zwar eine Veränderung an seiner Frau bemerkt, diese doch nicht weiter hinterfragt. Einer der Hunde allerdings, der kleine, kluge mit der „menschlichen Seele“, der ein besonderes Verhältnis zu seinem Frauchen pflegte, kommt der Mushroom Queen eines Tages auf die Schliche: Wo ist nur seine richtige Besitzerin hin? Wird sie jemals wiederkommen? Im Garten stößt er auf mysteriöse, kleine rote Pilze, die nicht aus Zufall an die Fingernägel seines Frauchens erinnern.
Mit traumartiger Komik und zukunftsweisender Genauigkeit, die das Oszillieren des Textes zwischen Biologie und Narration am Schwingen halten, hinterfragt Liz Ziemska unser Zusammenleben im Zeitalter des Anthropozäns – ein Leben in vernetzten Beziehungen, oder eben nicht.
Marie Schleef inszeniert präzise und bildstarke Arbeiten mit einem Fokus auf Vergessenes, Verdrängtes und Unsichtbares. Dabei bilden Recherche und Dokumentation kontinuierliche Bezugspunkte, um strukturelle Vorzeichen und Bedingungen, die vergangene, gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche Verhältnisse bestimmen, konkretisierbar zu machen. Mit ihrer Inszenierung »NAME HER. Eine Suche nach den Frauen+« wurde sie 2021 zum Theatertreffen eingeladen. In der Spielzeit 2022-23 arbeitet sie erstmals am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg.

Regie: Marie Schleef
Bühne: Lina O. Nguyễn
Video und Animation: Seongji Jang
Kostüme: Ji Hyung Nam
Sounddesign: Nguyễn + Transitory
Dramaturgie: Finnja Denkewitz

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, Keine Pause

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1 Schauspiel

Die Nibelungen - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht

Nach »Effi Briest« und »Anna Karenina« präsentiert Rock-Antenne Walhalla jetzt den brandneuen Hit der Walküren: Das Nibelungenlied!

„In Worms bi dem Rhine wohnten dri Könige mit ihr Kraft. In Dienste von ihr Landen vil stolze Riterschaft. Mit stoltzlichen Ehren all ihres Lebens Zeit, bis jämmerlich sie starben von zweier edeln Frovwen Streit.“

Erleben Sie die berühmte Familiensaga um Kriemhild, Brunhild, Gunter, Gernot, Giselher, Ute, Hagen, Etzel, den starken Siegfried und den rattenscharfen Spielmann Volker von Alzey. Tauchen Sie ein in ein Jahrtausendwerk, an dem sich die größten Geister scheiden: „Ein elendes Zeug, nicht einen Schuss Pulver werth.“ (Friedrich der Große) / „Ein köstliches Werk!“ (Goethe) / „Abstrus-peinliche Betrugskomödie dank der törichten Schwatzhaftigkeit ihrer Protagonisten.“ (Marcel Reich-Ranicki)

Extreme Emotionen, große Heldentaten und Ströme von Blut sind garantiert, wenn Barbara Bürk und Clemens Sienknecht mit der nächsten Folge ihrer erfolgreichen Radioshow auf Sendung gehen.

Regie: Clemens Sienknecht, Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Video: Peter Stein, Antje Haubenreisser
Dramaturgie: Sybille Meier

2 Stunden, Keine Pause

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Theater

Richard the Kid

nach William Shakespeare

Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2021

Er war eine schwere Geburt. Die Ankunft Richards III. auf der Welt ist überschattet von seinen körperlichen Missbildungen und merkwürdigen Vorzeichen. Wäre es vielleicht besser, dieses Kind wäre nie geboren? Richards Mutter, die Herzogin von York, ahnt Böses: Von Anfang an bleibt ihr dieser Sohn dunkel und fremd. Kaum kann sie Liebe zu ihm entwickeln, wie er auch sonst überall auf Ablehnung stößt. Später, im jugendlichen Alter, erweist er sich in den Rosenkriegs-Schlachten um die englische Krone als äußerst kaltblütig, brutal und erfolgreich. Ist Machtgier, Skrupellosigkeit und Zerstörungswut Ergebnis einer zerstörten Kindheit? Sind die Ursachen in sozialen und familiären Kontexten auszumachen oder gibt es schlicht keine erschöpfende Erklärung für die Existenz egomaner und boshafter Machtmenschen? Mit Richard III. betritt einer der größten Antihelden der Theaterliteratur die Bühne: schamlos, gierig, gewalttätig, schlechthin die Inkarnation des Bösen. Zugleich ist er eine Hauptattraktion des Shakespeare’schen Kosmos: hellsichtig, witzig, heuchlerisch, verführerisch. Er weiß um die Manipulierbarkeit der Menschen, ist ein großer Lügner, ein Virtuose der Instrumentalisierung anderer und der genussvollen Selbstinszenierung. Ein genialer Coup Shakespeares, der diese Rolle bis heute zu einer außerordentlichen schauspielerischen Aufgabe macht. Immer wieder neu fasziniert Shakespeare, weil er nicht erklärt, sondern vor allem Fragen aufwirft: Was macht die Attraktion dieses „Dreckskerls“ aus? Ist er ein pathologischer Sonderfall, ein gekränkter Outlaw oder womöglich die konsequenteste Ausprägung eines Systems? Wie ist die Zustimmung der vielen, das Einverständnis mit seiner Politik zu erklären?
Karin Henkel wird auf Grundlage der Shakespeare’schen Königsdramen »Heinrich VI.« und »Richard III.« den Stoff um den berühmt- berüchtigten König in zwei Teilen inszenieren. Im ersten Teil richtet sie den Fokus auf die Familiengeschichte Richards. Seit Jahren liefert sich das Haus York erbitterte und blutige Schlachten mit dem Haus Lancaster um die englische Herrschaft. Auf »Richard the Kid« folgt in der Spielzeit 2021-22 dann der zweite Teil »Richard the King« als Koproduktion mit den Salzburger Festspielen.

Regie: Karin Henkel
Bühne: Katrin Brack
Kostüme: Klaus Bruns
Musik: Arvild J. Baud
Licht: Rainer Casper
Dramaturgie: Sybille Meier

3 Stunden 50 Minuten, Eine Pause

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1 Schauspiel

Die acht Oktavhefte

von Franz Kafka / in einer Fassung von Thom Luz

„Jeder Mensch trägt ein Zimmer in sich. Diese Tatsache kann man sogar durch das Gehör nachprüfen“, notiert Franz Kafka 1916 „nach zweijährigem Nichtschreiben“ in ein kleines Schulheft im Oktavformat. Zwei Sätze wie gemacht für den Schweizer Theaterregisseur Thom Luz, um daraus eines seiner musikalischen Bühnenkunstwerke entstehen zu lassen. Kafkas »Die acht Oktavhefte« versammeln Tagebucheinträge, Gedankenfetzen, Briefentwürfe und Prosaskizzen, in denen schon viele Spuren seiner berühmten Erzählungen zu finden sind. Dieses Material bildet den Erzählraum eines Theaterabends, der Kafkas Werkmassiv zwischen Verfolgung und Stillstand, ständiger existentieller Bedrohung und hellem Witz der Verzweiflung überraschend neu zusammensetzt.

Thom Luz, der in dieser Spielzeit erstmals am SchauSpielHaus Hamburg inszenieren wird, „bringt sein Publikum immer wieder zum Staunen. Sein Theater ist eines der flüchtigen Phänomene, und somit eines, das die Zeit selbst erlebbar macht. Es ist von Geistern, Nebeln, Kerzenflackern und immer wieder von betörender Musik bewohnt. Ein Theater, das der schwerfälligen Bühnenmaschinerie und dem altmodischen Klavier leichtfüßigen Zauber abringt“, so die Jurybegründung des Schweizer Theaterpreises, mit dem Thom Luz 2019 geehrt wurde. Mit seinen Arbeiten war er bereits mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Regie: Thom Luz
Konzeptionelle Mitarbeit: Stephan Müller
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme und Licht: Tina Bleuler
Musikalische Leitung: Mathias Weibel
Dramaturgie: Ludwig Haugk

Dauer: 2 Stunden, Keine Pause

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Schauspiel

Anna Karenina - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht nach Lew Tolstoi

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.“ Ob das so stimmt, oder ob nicht vielleicht sogar das Gegenteil der Fall ist, lässt uns der russische Schriftsteller Lew Tolstoi in seinem Jahrtausend-Werk »Anna Karenina« ergründen. Die Protagonistin des Romans ist eine der drei namhaften Ehebrecherinnen des 19. Jahrhunderts, die im Verstoß gegen gesellschaftliche Gepflogenheiten an ihrer leidenschaftlichen Liebe zu einem anderen als ihrem Ehemann zugrunde gehen muss.

Clemens Sienknecht und Barbara Bürk setzen ihre Serie des menschlichen Scheiterns fort. Die dritte Folge ihrer hochgeschätzten Radioshow »Berühmte Seitensprünge der Weltliteratur« widmen sie dieses Mal der Titelheldin aus Russland, die es ziemlich genau 20 Jahre vor Effi Briest und ungefähr 20 Jahre nach Emma Bovary mit eben dergleichen Geschichte zu eben demselben Weltruhm gebracht hatte.

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Ton: Finn Corvin Gallowsky, Katja Haase
Dramaturgie: Sybille Meier

2 Stunden, Keine Pause

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Online

Virtueller Rundgang

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Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Neue SchauSpielHaus GmbH

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.
Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

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Bewertungen & Berichte Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Theater Thalia Theater Hamburg Hamburg, Alstertor 1
Aufführungen / Theater Thalia in der Gaußstraße Hamburg Hamburg, Gaußstraße 190
Aufführungen / Theater The English Theatre of Hamburg Hamburg , Lerchenfeld 14
Aufführungen / Ballett Hamburg Ballett John Neumeier Hamburg, Caspar-Voght-Straße 54
Aufführungen / Theater Kampnagel Hamburg, Jarrestraße 20
Konzerte / Konzert Elbphilharmonie Hamburg Hamburg, Platz der Deutschen Einheit 4
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Hamburg 26.4. bis 16.6.2024
Aufführungen / Theater Theater Itzehoe Itzehoe, Theodor-Heuss-Platz 1
Aufführungen / Oper Opernloft Junges Musiktheater Hamburg e.V. Hamburg, Van-Der-Smissen-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater das Zimmer Hamburg, Washingtonallee 42
Aufführungen / Kabarett Theaterschiff Hamburg Hamburg, Holzbrücke 2 / Nikolaifleet
Aufführungen / Theater Altonaer Theater Hamburg, Museumstraße 17
Aufführungen / Theater monsun.theater Hamburg Hamburg, Friedensallee 20
Aufführungen / Theater Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg, Hudtwalckerstraße 13
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
Sa, 2.3.2024, 19:30 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
Sa, 2.3.2024, 19:30 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
So, 3.3.2024, 18:00 Uhr
Aufführungen / Film Stadtteiltreff A.G.D.A.Z.
Fr, 8.3.2024, 19:30 Uhr
Aufführungen / Film Stadtteiltreff A.G.D.A.Z.
Fr, 8.3.2024, 19:30 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
Fr, 8.3.2024, 19:30 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
Sa, 9.3.2024, 19:30 Uhr
Aufführungen / Aufführung Die Burg - Theater am Biedermannplatz Hamburg, Biedermannplatz 19
Aufführungen / Theater VB Thalia Hamburg, Maike-Harder-Weg 19
Aufführungen / Operette Hamburger Engelsaal Hamburg, Valentinskamp 40 - 42
Aufführungen / Theater Pantheater Haseldorf, Deichreihe 29
Aufführungen / Theater Galli Theater Hamburg Hamburg, Behringstraße 26-28

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